Beiträge von Sunnyday82

    Hallo Sunnyday,


    da hast Du ja wirklich schon einiges mitgemacht. :(

    Alles konnte ich jetzt nicht intensiv lesen, aber Dein Leid ist sehr deutlich. Zum Thema: Der Partner sollte Therapie machen (wäre bestimmt gut, funktioniert aber eben nur, wenn ER es will): Wie sieht das denn bei Dir aus?


    Es gibt in den Suchtberatungsstellen auch für Co-Abhängige die Möglichkeit zur Beratung zu gehen. Hast Du sowas schonmal gemacht?


    Liebe Grüße, Aiko

    Hallo Aiko, :)

    ich habe ehrlich gesagt schon oft über so etwas nachgedacht. Ich weiß nur nicht, wie ich das anstellen soll, ohne dass er es mitbekommt. Ich mache mittlerweile ja nicht mehr so viel nach Feierabend. Da würde er sich wundern, wenn ich auf einmal sage, ich habe einen Termin und anlügen will ich ihn eigentlich auch nicht. Dann würde ich mich so fühlen, als ob ich ihn betrüge.

    Ich bin schon so ein schwieriger Fall, was? Wenn ich mir das hier so selber durchlese, was ich so schreibe, bin ich schon genervt von mir selbst. X/;)

    Liebe Grüße

    Hallo Sunshine33.

    das finde ich super, dass du seit 19 Jahren keinen Schluck mehr angerührt hast! Das muss Anfangs bestimmt sehr hart gewesen sein. Und wie ich herauslesen kann, bist du immer noch mit dem gleichen Mann zusammen? Also kann es klappen, wenn man wirklich will. :) Aber bei meinem Mann habe ich da eigentlich mittlerweile den Glauben schon dran verloren.

    Ich kann absolut nachvollziehen, was du damit meinst. Er ist auch definitiv mit sich unzufrieden, das weiß ich. Er ist auch kein Mensch, der offen über seine Verlustängste spricht. Das sehe ich nur, weil ich ihn schon so lange kenne und zwischen den Zeilen lesen kann. Ich weiß auch, dass er große Angst hat mich zu verlieren. Aber ich habe ebenso den Eindruck, dass er sich deswegen noch mehr einen trinkt, anstatt mit mir zu sprechen und an sich zu arbeiten. Wir könnten alles so schön haben und es ärgert mich dermaßen, dass er sich so hängen lässt und die Probleme mit Alkohol versucht wegzuspülen.

    Hallo Lütte69. :)

    Was würdest Du deiner besten Freundin raten, die Dir das, was Du täglich erlebst erzählen würde? Du bist mit deinem Leben nicht mehr zufrieden (zumindest lese ich das so raus) und es liegt an Dir, das zu ändern. Als ich hier aufschlug, wollte ich auch nur, dass er aufhört zu trinken, ne Therapie macht und dann würde mein Leben schon wieder in Ordnung sein :roll: . So ging es leider nicht. Ich musste was für mich ändern, harte Schritte einleiten, die ich mir früher nicht vorstellen konnte, aber dadurch änderte sich mein Leben - zum Guten :) .

    Ich würde sehr wahrscheinlich meiner Freundin sehr ähnliche Tipps geben, die du auch mir gibst. Mir ist auch eigentlich vollkommen klar, dass er sich nicht in dieser Hinsicht ändern wird. Eine Therapie ist für ihn ein absolutes "No Go". Er ist ja ein starker Mann, er braucht das nicht und mit dem Trinken aufhören kann er auch jederzeit. X/

    Das stimmt auch soweit... Das geht aber allerhöchstens ein paar Tage gut und dann geht es wieder von vorne los. Wie ich ihn manchmal schon vorgefunden habe... Einfach ekelhaft und so gar nicht mehr der Mann, der mir früher so männlich und so stark vorkam. Mein Beschützer. Jetzt habe ich das Gefühl, ich muss ihn immer beschützen. Was ja generell bei einem Paar auch sein kann, aber nicht so. Nicht unter diesen extremen Umständen.

    Du hast recht. Ich würde gerne wieder frei von dieser Last und den Sorgen und auch den Ängsten sein, die ich mit/wegen ihm habe. Ich stelle mir manchmal schon viele Dinge/Situationen ohne ihn vor und denke immer wieder, wie schön es doch einerseits wäre. Andererseits überkommt mich dann die Angst und das Gefühl von Einsamkeit. Dann bin ich wieder wie gelähmt. Vielleicht ist das auch eine Art Abhängigkeit....

    Ich bin aber gerade dabei, mich persönlich zu stärken und zu festigen. Deshalb habe ich mich hier in diesem Forum auch angemeldet. Das war der erste Schritt und wie ich immer merke, auch der Richtige. :)

    Hallo Xlausi.

    So, erstmal einen gefühlten Monatseinkauf gemacht, obwohl es nur eine Kleinigkeit werden sollte. :lol:

    Mein Mann trifft sich jetzt erstmal mit einem Kumpel für 1-2 Stündchen und 4 bis 5 Bier (sorry die Ironie. Aber so sieht es tatsächlich in etwa aus), zumindest habe ich jetzt etwas Luft zu schreiben.

    Ja als konditionierter Herzmensch hat man es echt oft schwer. Ich hatte mal gelesen das "wir" wie Lampen die dunklen Motten anziehen. Und ja, es ist auch so. Deswegen arbeite ich an mir und meinen Grenzen. Helfen ja, aber nicht mehr um jeden Preis. Das ging so oft schief und war enttäuschend für einen selbst. Ich hab lange gebraucht auch mal Nein zu sagen. Auch bei ihr war ich echt sehr geduldig. Aber auch nicht mehr zu jedem Preis. Aber am Ende ging es leider nicht mehr. Ich hab 7 oder 8x mal alles versucht. Liebevoll, einfühlsam, bis ruppig, vorwurfsvoll und pöbelnd. Ende blieb immer das gleiche. Ich allein bin das Problem. Also blieb mir nur der Sprung ins kalte Wasser. Ende und aus, kann mich mal am A.... lecken. Klar, ich denke hin und wieder noch an Sie, los lassen geht nun mal nicht auf gleich. Das ist wie immer ein Prozess. Aber Abstand tut auf Dauer sehr gut. Es ist halt schade, aber schlussendlich hat es nicht gepasst.

    Was ich bemerkenswert finde, dass du den Absprung trotz allem relativ schnell gemacht hast, auch, wenn es dir weh getan hat. Das beweist großen Mut und das bewundere ich! Wie ich das so raus lesen kann, musstest du das auch erstmal lernen, so konsequent zu werden. Nicht jeder schafft das.

    Nein sagen kann ich bei meinem Mann eigentlich gut, bis auf ein paar Ausnahmen. Das allergrößte Problem ist bei mir, das "Nein" auch beim "Nein" zu belassen, z.B. wenn ich sage, dass ich das nicht mehr lange mitmache und ihn verlasse, wenn er sich nicht ändert. Klar, wenn man das seit Jahren sagt und der Partner ist immer noch da, dass man sich da innerlich einen grinst und sich denkt "Ja ja, lass die mal reden. Die bleibt sowieso".

    Die Eifersucht rührt wohl daher, das deren Selbstwert tendenziell Richtung 0 geht. Benebelt ja, aber nicht gänzlich d u m m. Er wird ja auch irgendwo wissen, wie er dich behandelt, und welch Wrack er ist. Und die Leute, die am meisten mit dem Finger zeigen, wollen von ihren Problemen und Macken ablenken. Ekelhaft. Leben und leben lassen. Und wenn sie dir einen überbraten, dann fühlen die sich einen klitzekleinen Moment erhaben. Sei ihnen gegönnt. Du musst da einfach drüber stehen. Er ist die arme Wurst. Er begeht Suizid, er beraubt sich seiner noch tollen Lebensjahre. Halte Dir das immer vor Augen. Du wachst morgens auf, bist am Leben, unabhängig der körperlichen Sorgen. Aber du lebst aktiv

    Da wirst du recht haben. Das ging mir auch schon öfters durch den Kopf. Aber was denkt er auch? Wenn er kaum noch gucken und stehen kann, dass ich mit ihm da rumtanze, lache und singe? Da ist mir dann definitiv nicht nach, das macht keinen Spaß. Dann passiert es einfach automatisch, dass ich das mit wem anders mache, der gerade "auf dem selben Level" in dem Moment ist wie ich und jemand, der mich versteht. Mit dem ich mich von der negativen Situation befreien kann.

    Weißt du, ich finde es so dermaßen traurig, dass man mit ihm über so etwas nicht sprechen kann. Er ist so stur und selbstgefällig, dass ihm gar nicht auffällt, was er damit alles zerstört und ich habe eigentlich soooooooooo einen langen Geduldsfaden. Aber irgendwann ist Schluss mit Lustig. Traurig aber wahr.

    Naja ich bin nicht der schmalste, man munkelt fremde wechseln Abends die Straßenseite im dunkeln. Und dann stand da diese zierliche Frau. Ich weiß gar nicht mehr was ich in dem Moment dachte. Aber gut das ich innerlich sehr am ruhen bin. Eine Ohrfeige hätte sie nicht überlebt. Und was dein Mann da macht, ist schlussendlich auch eine Form von Gewalt, vielleicht nicht körperlich, aber Psychisch. Ich hoffe Du findest den Absprung. Ich gönne es dir sehr. Da kommt wieder der Herzmensch raus

    Ja, viele mögen es nicht glauben, aber davon hört man ja wirklich oft, dass es nicht nur Männer sind, die durchdrehen. Und meistens haben die Männer dann leider die A...Karte, weil das dann keiner glaubt, dass so eine zierliche Frau auf einen starken Mann los geht.


    Ich hoffe es auch und ich arbeite auch dran, dass ich den Absprung schaffe. Aber momentan fühle ich mich (noch) wie gelähmt.

    Lieber Xlausi,

    jetzt habe ich so lange für die Nachricht an Speranza gebraucht, dass ich auf deine Nachricht leider erst später antworten kann. Wir müssen erstmal was fürs Wochenende einkaufen. Ich komme wieder online sobald ich kann. :)

    Jaaaa, ich rechtfertige mich schon wieder! Aber was muss das muss. ;) ^^

    Hallo liebe Speranza,

    so, jetzt habe ich endlich Zeit zu antworten. Ist immer so schwierig, tagsüber ist man arbeiten und Nachmittags schwirrt der Mann um einen rum. Er würde es mit Sicherheit nicht mögen, wenn er wüsste, in welchem Forum ich jetzt bin und dass und vor allem "was" ich über ihn schreibe.

    Hallo Sunnyday!

    Steh zu dir und deinen Gefühlen sie sind richtig und normal, wer hält schon Jahr um Jahr einen trinkenden Mann aus ohne seelisch vor die Hunde zu gehen?

    Ich fühlte mich oft wie innerlich tot, ich hatte nur noch negative Gefühle ihm gegenüber, Wut, Hass, Trauer, Erschöpfung fühlte ich auch oft. Ich war unglaublich erleichtert als ich den entscheidenden Schritt aus der Misere raus gegangen bin, von da an konnte mich nichts mehr aufhalten.

    Ja, stimmt. Ich sollte dazu stehen, aber es fällt so schwer und sobald man es ausspricht sowieso.

    Diese negativen Gefühle kenne ich zu gut. Es kaum noch ein liebevoller Gedanke ihm gegenüber da. Früher habe ich viel wegen ihm geweint. Ich kann mittlerweile kaum noch wegen ihm weinen. Diese Wut und die Abneigung haben mittlerweile Überhand genommen.

    Es ist auch wirklich nicht so, dass ich ihm nicht helfen wollte. Ich habe ihm schon so oft gesagt, dass ich ihn unterstütze und für ihn da bin, aber dass er auch professionelle Hilfe braucht und er das alles nicht so weiter machen kann, nicht für sich und weil ich es nicht mehr weiter aushalte. Aber es tut sich nichts. Seit langer Zeit mache ich das schon durch, wie gesagt, früher habe ich auch gerne viel und oft getrunken. Nie so wie er, aber es war trotzdem zu viel und ich war noch jung. Da habe ich das alles noch mit anderen Augen gesehen. Ich fand ihn cool, mit ihm konnte man Spaß haben.

    Heute zählt für mich einiges mehr und auch einiges "weniger", wenn du weißt, was ich meine. ;) Er war auch früher so ein schlauer Mensch, hatte immer gute Argumente und hat alles immer schnell verstanden. Das ist mittlerweile weg. Und ich bin mir sicher, dass da der Alkohol schuld ist. Er hat sich sehr vom Wesen geändert.

    Er schmeisst mit Geschirr nach dir und hat Gewaltausbrüche das ist Gewalt, das brennt sich in deine Seele ein. Meiner hat mich auch nie geschlagen aber beschimpft und klein gemacht, es hat lange gedauert bis ich mich wieder richtig wahrnehmen konnte. Wenn es mir nicht gut geht habe ich manchmal immer noch das Gefühl minderwertig zu sein und muß richtig dagegen ankämpfen. Unter Gewalt fällt für mich auch Rumschreien, Gegenstände werfen und verbale Attacken.

    Ich wünsche dir viel Glück den richtigen Weg zu finden.

    LG Marie

    Du hast recht. Ich musste darüber selbst nochmal nachdenken, nachdem ich es geschrieben hatte. Ich habe eigentlich Gewalt immer mit schlagen u.ä. in Verbindung gebracht. Aber ich muss auch dazu sagen, dass das wirklich schon sehr lange her ist. Mindestens schon 12 Jahre. Aber ich kann das trotzdem nicht vergessen und passiert ist passiert. Das kann er nicht mehr rückgängig machen.

    Mir geht es ähnlich wie dir. Dieses klein machen kenne ich zu Genüge. Er ist kein Mann, der einem Komplimente macht. Wenn, dann kommen nur negative Äußerungen. Das macht er bei allen so. Wenn jemand in seinen Augen irgendwas falsch macht, dann sagt er "Holzkopf" oder ähnliche Dinge. Obwohl diese Verhaltensweisen nichts mit einem "Holzkopf" zu tun haben, sondern man einfach mal eine Sache nicht sofort verstanden hat (was ja wohl ab und an völlig normal ist), oder ein Kumpel handwerklich nicht so begabt ist, wie angeblich er. Und all solche Dinge. Mittlerweile geht es mir sowas von auf die Nerven, wie er sich immer profilieren will, immer besser da stehen will, als andere! Ich denke, er will damit von seinen eigenen Problemen ablenken. Lieber die anderen schlecht machen, damit man ihm nichts kann oder auf die Schliche kommt. Dabei wissen wir ALLE, was er für ein Problem hat. Wie oft ist selbst unser bester Freund irgendwann nicht mehr vorbei gekommen, als er noch in der selben Stadt gelebt und gleich um die Ecke gewohnt hat. Er hatte auch keinen Bock mehr darauf. Andererseits waren auch gerade die Leute, die immer gesagt haben "Du, dein Mann hat aber ein echtes Alkohol Problem", diejenigen, die ihn zum saufen angestiftet haben. Geholfen haben sie in solchen Momenten auch nicht, im Gegenteil.

    Ich fühle mich auch oft minderwertig, nicht in allen Dingen. In vielen Dingen bin ich auch stolz auf mich. Ich habe viel geschafft in den letzten 18 Jahren, davor war mein Leben ein absolutes Chaos und ich habe nichts auf die Reihe bekommen.

    Das ich mein Leben in den Griff bekommen habe, ist aber auch zum Teil meinem Mann zu verdanken. Er hat mir beigebracht zu kämpfen, wenn es schwierig wird (ja, ich weiß, er macht es selbst aktuell nicht) und nicht so schnell aufzugeben. Dadurch habe ich einiges erreicht. Ich habe eine Ausbildung begonnen und mit sehr guten Noten erfolgreich abgeschlossen. Ich habe lange Jahre in einem Unternehmen gearbeitet, wo es auch mal Stress gab und es schwierig war, aber ich habe trotzdem durchgehalten und bin nicht weggerannt. Mein Mann gab mir Rückenwind. Das hätte ich früher niemals geschafft. Ich habe dann irgendwann sogar den Mut gehabt meinen Arbeitgeber zu wechseln, einen Neuanfang in diesem Bereich zu starten, weil es betriebliche Veränderungen gab, womit ich mich nicht mehr identifizieren konnte. Seit einigen Monaten habe ich einen neuen Arbeitgeber, der besser für mich hätte gar nicht sein können. In diesen Momenten bin ich dann stolz auf mich und sage mir "Das hast du gut gemacht! Du warst mutig und hast mal dein "Gewohnheitstier" vor der Tür gelassen und die Belohnung dafür bekommen.

    Aber ansonsten muss ich sagen, ist mein Selbstwertgefühl nicht sehr hoch. Ich verkrieche mich auch mittlerweile nur noch in meine Arbeit und treffe mich kaum noch mit Freunden. Was soll ich denen auch erzählen? Dass immer noch alles beim Alten ist und ich mir das noch weiterhin mit meinem Mann gebe, weil ich den Mut zur Trennung nicht aufbringen kann? Ich habe Angst, dass ich meine Freunde damit zu sehr belaste und es nervt ja auch irgendwann mal immer das gleiche zu hören, aber ändern tut man nichts an der Situation. Ich muss was ändern, das weiß ich. Aber ich muss noch ein bißchen mehr Kraft tanken, bevor ich das durchziehen kann. Sonst schaffe ich es nicht einen Schlussstrich zu ziehen.

    Hallo Speranza und Xlausi,

    ich nehme mir nochmal die Zeit und verfasse eine (neue) Nachricht. Es ist mir wichtig, das alles in Ruhe zu schreiben. Dazu schätze ich den Austausch mit euch gerade zu sehr, dass ich das mal eben so in Kurzfassung mache. Heute schaffe ich es aber leider nicht mehr.

    Ich weiß, ich muss nix erklären, aber so bin ich nun mal, wenn ich etwas schätze. Ihr sollt nur nicht denken, dass ich keine Lust habe zu antworten. Im Gegenteil.🙂

    Habt einen schönen Abend.

    Oh je, das tut mir echt leid.

    Nein, alles gut, ich verstehe absolut, was du mir damit sagen willst und bin da ganz deiner Meinung.

    Es ist wichtig, zu wissen, was man sich selbst wert ist und dementsprechend sollte man sein Leben auch leben. Ich weiß es auch generell, aber wenn es um meine Ehe geht, vergesse ich das gerne mal (oder öfter). Also genauso, wie du mir eben von deiner Geschichte erzählt hast. Eine lange Ehe, man gewöhnt sich aneinander (wie gesagt, ich bin ein Gewohnheitstier). Oft denke ich auch, wieso ich gehen sollte... Es könnte doch auch noch schlimmer sein, als das, was ich bisher erlebe. Aber ich merke, ich mache mir was vor. Da spricht nur wieder die Angst aus mir, vor etwas neuem und unvorhergesehenen.

    Liebe AufderSuche,

    das tut mir sehr leid, was deinen Eltern und dir widerfahren ist. Das muss sehr schlimm für euch sein.

    Ich wünsche dir und auch deiner Mutter ganz viel Kraft das alles durchzustehen.

    Ich bin echt froh, mich mit euch hier austauschen zu können.

    Und was ich ehrlich sagen muss, bei deiner Nachricht eben, habe ich echt Tränen in den Augen gehabt. Das hat mich sehr berührt.

    Hallo aufderSuche,

    weil das in einer anderen Stadt gewesen ist, ich mich nicht auskannte in dem Ort, war es echt schwierig. Noch dazu war es mitten in der Nacht. Es muss nach Mitternacht gewesen sein, weil wir "rausgefeiert" haben. Dann habe ich zum ersten Mal kein Bargeld dabei gehabt und hätte erstmal eine Bank suchen müssen. Diese Hilflosigkeit in dem Moment war so schlimm und so wollte ich mich niemals mehr fühlen. So abhängig von anderen und dann musst du zusehen, wie du klar kommst.

    Ach ja, ich muss noch dazu sagen, ich habe keinen Führerschein, nur mein Mann. Deshalb wäre ich auf einen Zug angewiesen gewesen und ich wusste auch nicht, wo der Bahnhof war. Ganz vergessen zu erwähnen.

    Ich danke dir für dein Verständnis und deine aufbauenden Worte. Man fühlt sich manchmal so mies und will eigentlich alles richtig machen, da überkommt mich dann auch oft so eine Unsicherheit. Gerade dann, wenn man von allen Seiten angemacht wird (außer vom besten Freund, der sagt gar nichts, weil er Angst hatte, sie würde ihn gleich mit raus schmeißen. aber das ist eine andere Sache. Ich will euch ja nicht mit ALLEN meinen Problemen belasten.😉)

    Hallo Morgenrot,

    Das tut so gut, verstanden zu werden! Unglaublich. 🙂

    Mein Mann ist eher einer, der gleich nach Feierabend noch an der Garage sein Bier trinkt oder aber Zuhause. Und das in Unmengen. Auf der Arbeit selbst macht er das nicht. Dafür wäre er definitiv zu stolz und würde das auch als unpassend ansehen. Soweit denkt er zumindest noch. Ich würde es auch sofort merken, wenn er was trinkt.

    Wenn man sich schon so lange kennt, reicht meistens nur ein bisschen Alkohol und ich sehe sofort, dass er was getrunken hat.

    Aber auch wenn er auf der Arbeit nicht trinkt, übertreibt er es ansonsten trotzdem extrem. Er ist oft betrunken. Die Blicke, die Aussprache, die Art. Ich kann es mittlerweile nicht mehr ertragen und habe eine solche Abneigung gegen ihn entwickelt, dass ich ihn noch nicht mal gern ein Bussi gebe. Dabei bin ich eigentlich ein sehr kuschelbedürftiger Mensch, aber generell ertrage ich die Nähe kaum noch. Das war einmal.

    Dinge, die er mir schon an den Kopf geschmissen hat, wie er einfach grundlos durchdreht mir gegenüber in seinem Vollrausch.

    Letztes Jahr war auch eine Situation, die nagt noch sehr an mir.

    Wir waren bei unserem guten Kumpel in einer anderen Stadt zum Geburtstag eingeladen. Ich hatte sowieso schon ein mulmiges Gefühl, weil mein Mann oft sehr eifersüchtig auf ihn war/ist, weil wir uns einfach gut verstehen, auf einer Wellenlänge sind. Tanzen, Karaoke und Unterhaltungen. Das alles kann man mit meinem Mann nicht.

    Wir waren also bei unserem Freubd und dessen neuer Freundin. Alles lief soweit gut. Unser Kumpel hat sich später mit seiner Freundin gestritten. Deshalb hat sie sich im Schlafzimmer eingeschlossen und wollte ihn nicht bei sich schlafen lassen. Alle Räume waren somit zum Schlafen belegt, weil auch die Kinder von der Freundin dort waren. Nur im Wohnzimmer gab es noch eine Schlafmöglichkeit. Mein Mann schlief aber schon vollbetrunken quer auf der Couch, so dass wir überlegten, wie wir nun schlafen sollten. Die Freundin hatte mir im übrigen auch keine Decke zum Schlafen gegeben, so dass ich nur noch die Möglichkeit hatte, mich mit der Decke von unserem Kumpel zuzudecken. Er legte sich daneben. Ich weiß, nicht die schlaueste Art, aber wir haben uns in dem Moment einfach nur gedacht, wir wollen schlafen. In dem Moment als wir uns hingelegt haben, ist mein Mann plötzlich aufgewacht und ist ausgerastet. Hat rumgeschrien, was uns einfallen würde und dass das nicht okay sei, dass wir uns so nahe sind und er meinte, wir seien kurz vor einem Kuss gewesen. Was definitiv nicht stimmte! Daraufhin ist die Freubdin vom Kumpel gekommen und hat mich auch noch angeschnauzt und dass ich jetzt gehen solle. Mitten in der Wallachai, ohne zu wissen wo der Bahnhof ist oder ein Geldautomat. Mein Mann hat mich währenddessen angeschrien, unser Kumpel stand da und sagte kaum noch was und ich war am heulen. Ich wusste, es war alles ne blöde Idee, ich hätte Zuhause bleiben sollen. Aber jetzt war ich da und musste damit zurecht kommen.

    Kurz danach sagte mein Mann, dass ich jetzt mitkommen solle, wir würden gehen. Ich wusste, daß ist keine gute Idee, aber wo hätte ich hingehen sollen in dem Moment?

    Dann haben wir uns ins Auto gesetzt und er ist total betrunken gefahren. 60 KM bis nach Hause. Es war der Horror, ich kann es nicht beschreiben.

    Ich weiß, es war nicht schlau, dass mein Kumpel und ich nebeneinander gelegen haben. Ich hätte früher auch schlauer gedacht und hätte mehr empatisch sein sollen, was ich auch normalerweise bin. Aber im Nachhinein glaube ich, tat es mir nur einfach gut, Nähe zu haben. Eine vertraute Person, die mich versteht. Ohne Hintergedanken. Aber es war trotzdem blöd von mir. Aber dass er so dermaßen ausgerastet ist, fand ich unglaublich schlimm.

    Sorry für den langen Roman. Das hat sich gerade einfach so ergeben und ich konnte nicht aufhören mit das von der Seele zu reden.

    Du hast offenbar auch ähnliches wie ich erlebt. Hast du es geschafft dich zu trennen? Und vor allem: Wenn ja, wie hast du es geschafft?

    Guten Morgen Xlausi. 🙂

    Deinen Thread habe ich gestern Abend noch gelesen. Ich habs geschafft, den ganz alleine zu finden. 😂

    Du hast auch wirklich sehr viel mitgemacht. Es ist manchmal echt eine große Belastung ein Herzmensch und Empath zu sein. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.

    Das Problem bei einem Empathen ist einfach, dass man -egal wie der andere sich verhält- man trotzdem noch Verständnis für die Person aufbringen kann. Das ist das Gefährliche. Denn dadurch fällt es einem noch viel schwerer, seine Sachen zu packen und zu gehen. Man hat ein schlechtes Gewissen und denkt, man lässt den Partner vielleicht im Stich.

    Im Grunde weiß ich, dass es die richtige Entscheidung wäre/ist, aber das Herz kommt dann noch dazu und zack:Man bleibt doch oder aber man bereut seine Entscheidung sich getrennt zu haben. Wie bei dir zu dem Zeitpunkt.

    Wie geht es dir denn heute mit deiner Entscheidung?

    Ich bewundere dich, dass du es geschafft hast, dich zu trennen. Obwohl du ganz offenbar noch Gefühle für sie hattest. Das zeigt Stärke und du hast meiner Meinung nach alles richtig gemacht.

    Bei mir ist es, wie ich glaube, auch schon geschrieben habe so, dass meine Gefühle mittlerweile nicht mehr wirklich da sind. Dann bekomme ich, wie jetzt, ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und überlege doch wieder, ob da noch gefühlsmäßig mehr ist als gedacht. Und würde diesen Satz am besten wieder löschen. Aber ich traue mich jetzt und lasse den Satz so stehen. 🙂

    Seit Jahren läuft so gut wie gar nichts mehr zwischen uns. Ob das was mit dem Alkohol zu tun hat? Auch, denke ich. Ebenso ist mein Mann auch sehr unglücklich auf der Arbeit. Er ändert aber nichts an der Situation, sondern schimpft jeden Tag nur darüber. Er meint, er würde woanders ohne Ausbildung keinen Job bekommen. Dass auch die Berufserfahrung zählt, glaubt er mir nicht. Ich würde ihm bei den Bewerbungen helfen. Er sagte mir das eine mal, ICH soll für ihn eine Bewerbung schreiben. Da habe ich auch gedacht, ich spinne.

    Dann geht das getrinke wieder los, weil er sich über die Arbeit aufregt. Und wenn er dann alkoholisiert ist, wird seine Wut auf die Arbeit noch schlimmer. Er dreht sich im Kreis und ändert rein gar nichts. Der Alk bringt ihn auch nicht weiter, er "vergisst" nur für den Moment. Am nächsten Tag hat er dann alles vergessen und ich muss dann damit klar kommen.

    Direkt Gewalttätig, so wie deine Ex Freundin dir gegenüber, war mein Mann mir gegenüber noch nie. Das stelle ich mir auch sehr hart vor. Es war bestimmt auch ein großer Schock für dich. Mit sowas rechnet man ja eigentlich nicht.

    Mein Mann hat früher im Alkoholrausch oft mit der Faust in die Wände geschlagen (es waren damals Rigips Wände, daher waren dann auch überall Löcher zu sehen). Oder er hat auch mal Geschirr nach mir geschmissen. Da bin ich dann aus der Wohnung gerannt, habe mich im Gebüsch versteckt und die Polizei gerufen, weil ich echt Angst hatte.

    Die Polizei hat mich dann zu einer Freundin gefahren und hat mich gefragt, ob mein Mann erstmal aus der Wohnung soll. Ich habe das verneint, weil ich dachte, dadurch würde ich es noch schlimmer machen.

    Das ist zwar schon lange her, aber solche Situationen vergisst man nicht. Das hat sich tief in mir eingebrannt.

    Ich wollte eigentlich noch viel mehr auf deinen Thread eingehen, muss mich jetzt aber leider für die Arbeit fertig machen. Ich schaue auf jeden Fall später nochmal hier rein.

    Hab einen schönen Tag und evtl. bis später! 🙂

    Hallo Speranza,

    das ist echt schlimm und in dem Moment fühlt man sich einfach total allein gelassen, nicht wahr?

    Ich fand es so schrecklich. Ich hatte mich so sehr auf den Urlaub zu zweit gefreut und dann so was. Wut, Hass und Enttäuschung in einem. Dann, wie du schon schreibst, das Fremdschämen. Furchtbare Situation! 🙈

    Danke für den Link. Diese Paralellen sind wirklich extrem und ich habe tatsächlich einiges schon sehr ähnlich wie du.

    Ich bin zwar erst seit ein paar Stunden hier angemeldet, aber fühle mich jetzt schon sehr gut aufgehoben bei euch. 🙂

    Du hast meinen absoluten Respekt, wie du das damals hinbekommen hast, dich zu trennen. Sehr mutig. Dieser Mut fehlt mir bisher noch.

    Hallo Aurora,

    du sprichst mir absolut aus der Seele! Dieses fremdschämen ist furchtbar. Und dann entschuldigt man sich auch noch für den Partner, obwohl man selbst nichts dafür kann.

    Mittlerweile bin ich so weit, dass ich mir gut überlege, ob ich meinen Geburtstag feiere (geht ja momentan sowieso nicht, aber generell meine ich) und vor allem, WEN ich einlade. Wer würde das etwas lockerer nehmen und bei wem würde ich mich zu Tode schämen? Ich habe eine gute Bekannte, es hätte eine gute Freundschaft werden können und sie hat meinen Mann und mich schon mehrfach zu sich eingeladen um ein bisschen zu grillen und etwas zu trinken. Eigentlich ein toller Gedanke, ich habe aber immer abgesagt, weil ich Angst vor einer Blamage oder schlimmeres habe. Jetzt haben wir kaum noch Kontakt, obwohl ich diesen so gerne aufrecht erhalten hätte.

    Oh ja, so etwas ähnliche denke ich auch. Mein Mann hat aber eher die Angewohnheit sich einfach mitten auf den Boden zu legen und dort zu schlafen oder er schläft betrunken am Essenstisch ein, bei den Eltern von unserem besten Freund. Das eine mal hat er sich untenrum nackt völlig betrunken aufs Bett gelegt, Schlafzimmertür aufgelassen und ist eingeschlafen und das, obwohl unsere Tochter Zuhause war. Ich war so wütend und bin ausgerastet. So war er früher nicht. Er verändert sich immer mehr.

    Wie hast du es geschafft, dich von deinem Mann zu trennen?

    Hallo Cayenne99,

    Ja, dieses Gefühl habe ich gerade auch, als ob ich eine Verräter bin. Mein Mann sitzt vor mir im Sessel und zockt FIFA (mit Bier natürlich) und ich sitze hier und schreibe "hinterrücks" über ihn. Da fühlt man sich irgendwie schlecht. Aber wir wollen ja unsere Partner gar nicht schlecht machen. Wir wissen einfach nur nicht mehr weiter und deshalb suchen wir Gleichgesinnte und jemanden, der uns verstehen und uns vielleicht einen neuen Blick auf das ganze verschaffen kann. Den klaren Blick haben wir, zumindest ich, definitiv verloren.

    Die Angst sich zu trennen, kenne ich zu gut. Ich denke schon sehr lange drüber nach. Früher waren es nicht ernst zu nehmende Trennungsgedanken, mittlerweile sind sie aber so stark geworden, dass ich im Internet schon nach einer kleinen Wohnung gucke. Dann denke ich wieder, aber was ist dann mit meiner Tochter? Wie machen wir das mit den gemeinsamen Schulden? Ich bräuchte neue Möbel... Woher soll ich auf einen Schlag das Geld nehmen? Ich arbeite Vollzeit und verdiene sagen wir mal, im guten Normalbereich. Aber wir leben zusammen, teilen alle Kosten. So bin ich das gewohnt (ich bin ein blödes Gewohnheitstier). Aber wie kriege ich das finanziell hin, dass mir nicht plötzlich alles um die Ohren fliegt? Wie wäre seine Reaktion? Würde er durchdrehen? Er ist ein sehr kontrollierender Mensch, vielleicht würde das nach der Trennung noch schlimmer werden, so dass ich mir wünschen würde, dass ich besser bei ihm geblieben wäre. Du siehst, ich finde mich auch absolut in deiner Situation wieder. Es ist sehr schwer. Aber ich denke, wir können uns hier alle gegenseitig sehr gut unterstützen. 🙂

    Das mit dem heimlich trinken kenne ich auch. Ich komme mir dann immer vor, wie im falschen Film. Man mag es nach so langer Zeit immer noch nicht glauben.