Beiträge von Seeblick

    Hallo Hanseat,

    viel Spaß bei deinen Fahrstunden. Ich bin auch erst seit kurzem wieder unter den Autofahrern. Ich hatte mit 18 den Führerschein gemacht und bin danach eigentlich nicht wieder gefahren. Da war der Respekt vor dem Steuern der Fahrzeugs groß. Nach 20 Jahren habe ich mich getraut und hatte dann auch zwei Fahrstunden gebucht. Mein Fahrlehrer meint, das reicht und nun fahre ich wieder regelmäßig. Ich bin zwar immernoch aufgeregt und nicht immer läuft alles so automatisch wie bei denjenigen, die schon lange Fahrpraxis haben, aber wieder die Möglichkeit zu haben ist super. Und die Fahrlehrer kennen aufgeregte Fahrschüler. Ich glaube, die kann so leicht nichts schocken.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    in den letzten Tagen habe ich über meine bisherige Entwicklung nachgedacht. Anlass war die Diskussion über alkoholfreies Bier. Ich muss zugeben, dass ich auch in der Anfangszeit alkoholfreies Bier oder Wein (gibt es auch mit 0,0) getrunken habe. Glücklicherweise hat es mich nicht direkt getriggert und keinen Rückfall herbeigeführt. Ich kenne auch noch meine Gedanken: Ist doch nichts dabei, ist ja ohne Alkohol. Jetzt weiß ich, wie dämlich das war. Mit dem jetzigen Abstand kann ich nur mit dem Kopf auf den Tisch schlagen. Mir war zu dem Zeitpunkt klar, dass ich Alkoholikerin bin und ich war überzeugt, dass alle Hintertüren geschlossen sind und ich keinen Alkohol mehr trinken möchte. Dennoch habe ich an diesen Getränken festgehalten. Nicht oft, aber manchmal „zu besonderen Anlässen“. Nun habe ich versucht, das Verhalten zu reflektieren. Ich habe mich wohl doch noch „festgeklammert“. Unbewusst daran, dazuzugehören, nicht aufzufallen, mich zu verstecken. Einige würden sagen „nasses Denken“. Auch wenn ich es zu dem Zeitpunkt abgestritten hätte und es nicht schön ist, sich das einzugestehen, aber das war es wohl. Es hat ein bisschen gedauert, bis mir das klar wurde. Inzwischen sehe ich das völlig anders. Mir würde nicht mehr einfallen, auf diese Art von Getränken zurückzugreifen. Ich habe verstanden, dass es nicht nur blöd und brandgefährlich ist, sondern ein wichtiger Schritt für meine stabile Trockenheit ist. Ich würde sagen, dass das bei mir ein Prozess war, aber mir ist eine Situation in den Sinn gekommen, die ich vor einiger Zeit erlebt habe: Wir waren in einem Restaurant und es gab auf der Extra-Karte einen Aperitif. Einmal mit und eine Variante ohne Alkohol. Da ich mir die Zusammensetzung geschmacklich sehr gut vorstellen konnte, habe ich mir die alkoholfreie Variante bestellt. Der Drink wurde serviert und ich habe auch nochmal betont, dass ich die alkoholfreie Variante bekomme. War auch so – kein Alkohol im Getränk. Im Kopf aber doch die Stimme: Ist der auch wirklich ohne Alkohol? Hat sich der Barkeeper auch ja nicht vertan? Das war ein Moment der mir gezeigt hat, dass ich im Restaurant lieber bei Saftschorle oder einem anderen Softdrink bleibe. Zu Hause weiß ich, welche Zutaten ich in meinem Getränk habe. Woanders habe ich da keinen Einfluss. Also lasse ich es lieber.

    Es gibt viel zu lernen für die Abstinenz. Ich bleib dran und wachsam.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo nochmal,

    auch wenn der Inhalt der Therapie ein anderer ist, würde ich trotzdem von deiner Alkoholabhängigkeit erzählen.

    Die Ablenkung ist eine gute Strategie. Du kannst auch neue "Rituale" beginnen. Falls du bespielsweise getrunken hast um Stress abzubauen, kannst du dir deine Lieblingsmusik einschalten um abzuschalten. Das Zulassen und der Umgang mit den Gefühlen ist anders, wenn man sie nüchtern erlebt. Aber im Grunde macht es ja das Leben aus, so kann man oft auch aus dem Negativen positive Ansätze finden.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Sonne,

    willkommen im Forum. Ein schöner Name, passend zum Wetter!

    Glückwunsch zu den ersten nüchternen Tagen. Wie geht es dir denn mit deiner Abstinenz? Hast du Suchtdruck oder sonst Schwierigkeiten, dein neues Leben nüchtern zu gestalten? Du hast völlig Recht, dass schon etwas mehr dazu gehört, als "nur nicht trinken".

    Den Link zu den Grundbausteinen hat Linde dir ja geschickt. Mir hat meine Therapie sehr geholfen, vielleicht kommt das ja zustätzlich zu diesem Forum für dich in Frage?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Borussia,

    bei den künftigen Ereignissen überlege dir im Vorfeld, was du für dich machen kannst: Mal als Beispiel für die Hochzeit. Du kannst komplett absagen oder nur kurz vorbeischauen. Überlege dir, wie du kein Begrüßungsdrink in die Hand gedrückt bekommst. Vielleicht gar nichts oder gleich ein Glas Wasser in einem normalen Glas. Kannst du jemanden einweihen, der dich an dem Abend unterstützt. Wie willst du ggf. mit Fragen zu deinem Nicht-Trinken abtworten? Wie lehnst du Getränke ab, die dir fast aufgedrängt werden? Sorge dafür, dass du die Feier jederzeit verlassen kannst.

    Deine Abstinenz hat oberste Priorität! Ziehe wirklich in Betracht, gar nicht erst zu der Feier zu gehen.

    Beim Entsorgen der Getränke könnte dein Freund vielleicht mithelfen. Dann bekommt er nicht alles mit, aber er kann dir Sicherheit geben.

    Bezüglich deiner Frau: Egal wie es weitergeht. Ohne Alkohol geht es sich besser.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    der Mietvertrag ist unterschrieben. Eine Neubauwohnung mit Erstbezug – ich freue mich.

    Sehr nett war auch der Vermieter. Er hatte uns ja schon gleich nach der Besichtigung zugesagt. Wir wären so nett und er habe ein gutes Gefühl bei uns. Ist irgendwie auch schön fürs Ego. Und: ich kann das Kompliment wahrnehmen und annehmen. Das fiel mir lange Zeit sehr schwer.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Borussia,

    es freut mich zu hören, dass du so gut vorankommst. Auch, dass dein Freund dich unterstützt. Hast du noch irgendwo Alkohol-Verstecke? Dann die auch nicht vergessen.

    Deine Furcht vor dem Alltag: Ist das eine allgemeine Sorge oder ganz konkret beispielsweise die Angst vorm Einkaufen oder der Feierabend zu Hause? Dann könntest du dir gleich schon Bewältigungsstrategien zurechtlegen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Maya,

    falls du deine Alkoholabhänigkeit noch nicht mit deinem Arzt besprochen hast, solltest du das nachholen. Dann können deine Werte nochmal geprüft werden. Auch wenn im Krankhaus einige Tests gemacht wurden ist es ein Unterschied, wie die Werte inteprietert werden. So meine ich zumindest.

    Dass du noch kein Bedürfnis hattest ist gut, darf dich aber nicht in Sicherheit wiegen. Das Suchtgedächtnis und die Gedanken an Alkohol kommen manchmal ganz plötzlich. Wenn dir der Gedanke an "nie wieder" schwer fällt, probiere es mit "heute trinke ich nicht". Das fällt dir vielleicht leichter.

    Ansonsten heißt es immer "nur nicht trinken reicht nicht". Damit ist gemeint, dass man auch seine Gewohnheiten ändern muss, vielleicht sein Leben umstellt.

    Als erste Schritte empfehle ich dir die Artikel zu den Grundbausteinen und dem Notfallkoffer.

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40


    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Maya,

    willkommen im Forum. Da ist ja einiges bei dir passiert. Ist das dein Tiefpunkt, der dich dazu bringt mit dem Trinken aufzuhören? Möchtest du abstinent leben?

    Dann kannst du einiges tun und hier Unterstützung erhalten.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Thomas,

    willkommen im Forum. Ich habe (außer während meiner Therapie) auch keine reale Selbsthilfegruppe besucht. Corona hat ja vieles ausgebremst. Aber dieses Forum ist ja auch eine Selbsthilfegruppe. Der Vorteil ist, dass man jederzeit schreiben kann und Feedback erhält.

    Einen guten Austausch wünscht

    Seeblick

    Hallo Fibonacci,

    schön zu hören, dass du wieder auf dem richtigen Weg bist.

    Ich finde es auch immer seltsam, zu sagen "ein Rückfall gehört dazu". Das ist schon fast der berühmte "erlaubniserteilende Gedanke". Klar, dass es zu einem Rückfall kommen kann und auch, dass man danach wieder auf die Füße kommen kann, aber so leichtfertig sollte man das nicht sehen.

    Wenn man diese Gedanken schon hat, sollten alle Alarmglocken läuten und sofort gegensteuern.

    Träume von Alkohol habe ich auch nach zwei Jahren immernoch, wie ich gerade in der letzten Nacht feststellen durfte. Im Traum habe ich dann sogar getrunken und gehofft, dass es keiner merkt. Gruselig, aber eben nur ein Traum.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Nika,

    dass dein Partner nicht abstinent leben möchte, hat sich ja schon in deinen Beiträgen gezeigt. Ehrlich gesagt überrascht es mich nicht. Die Frage ist aber, wie willst du damit umgehen? Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Und wie kannst du verhindern, dass seine Trinkerei deine Abstinenz und Gesundheit gefährdet?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Oliver,

    willkommen im Forum und Glückwunsch zu deinen ersten nüchternen Tagen.

    Super, dass du dir gleich alles an Hilfe geholt hast.

    Wie geht es dir denn mit dem Alltag? Kommst du zu Hause gut zurecht?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Justme,

    willkommen im Forum. Glückwunsch zu deinem Entschluss und ich finde es auch super, dass du dich für den qualifizierten Entzug und anschließender Therapie entschieden hast.

    Die Umstellung auf dein nüchternes Leben braucht etwas Zeit. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass nicht gleich alles super ist und man nur noch "Hurra" schreit. Gibt es denn etwas, was dir bei deiner Zufriedenheit helfen könnte? Etwas, womit du dir etwas Gutes tun kannst?

    Den Schritt in die Selbsthilfegruppe hast du ja nun geschafft. Falls du noch zu einer realen Gruppe gehen möchtest, einfach ausprobieren. Es gibt ja verschiedene Träger und auch innerhalb diers Träger verschieden Termine. Die Monatagsgruppe kann ganz anders sein als die Donnerstagsgruppe.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    nun bin ich doch erkältet und war auch gestern und heute nicht zur Arbeit. Ich denke, morgen kann der Alltag dann weitergehen.


    Während ich nun kränklich auf dem Sofa sitze, denke ich an mich und mein Leben vor zwei Jahren. Mein Tiefpunkt. Es ging mir schlecht. Ich war hilflos, weil ich das Saufen nicht lassen konnte. Verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie ich etwas ändern kann. Ich war traurig, meinen Mann enttäuscht und belogen zu haben. Gefangen in dem dunklen Loch, das mein Leben umgab.

    Vor zwei Jahren hatte ich mein letztes alkoholisches Getränk. Morgen ist der Tag an dem ich es schaffte, das erste Glas stehen zu lassen. Viel hat sich seitdem geändert. War es noch vor zwei Jahren dunkel und grau, ist es nun bunter. Natürlich sind auch die Grautöne dabei, aber auch alle anderen Facetten. Ich weiß, dass ich etwas ändern kann, wenn etwas nicht gut läuft, damit es mir wieder gut geht.


    Ich bin zufrieden.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Fibonacci,

    danke, dass du so offen über deinen Rückfall sprichst und deine Gedanken und Gefühle darüber teilst. Ich denke, dass es Anregung ist, sich selbst doch etwas genauer zu hinterfragen. Zu schauen, wie es um die eigene Stabilität steht und so vielleicht einen Rückfall verhindern.

    Viele Grüße

    Seeblick