Hallo Catalina,
während meiner Therapie musste auch ein Patient ins Krankenhaus und kam im Anschluss wieder.
Mich beschleicht das Gefühl, dass es bei 'Diego' andere Gründe gab. Nun war ich in einer Klinik für Suchtkranke und nicht in einer psychische Einrichtung, aber war da Alkohol oder Drogen konsumiert oder nur auf das Gelände gebracht hat, ist sofort rausgeflogen.
Ich verstehe, dass du noch Hoffnung in dir hast, aber wenn er die Therapie fortsetzen möchte, muss er es selbst wollen. Dabei muss er unbedingt seine Abhängigkeit besprechen und sich helfen lassen. Ohne eine stabile Abstinenz wird er seine Depressionen nicht behandeln können.
Falls er diesen Weg geht, wird er Zeit für sich brauchen. Und wenn er dann soweit ist und es zwischen euch noch stimmt, kann man sehen, ob eine gemeinsame Zukunft möglich ist. Aber das ist ein langer Weg. Willst du die Zeit mit Warten und Bangen verbringen?
Ich kann verstehen, dass du ihm helfen möchtest. Aber wie soll die Hilfe denn aussehen? Du bist nicht seine Therapeutin. Das äußerste, was du um Moment tun könntest, wäre, ihm beim Beginn einer neuen Therapie zu helfen. Bei einer Beratung oder Klinik anrufen und ihm bei den Unterlagen helfen.
Du stellst einige hypothetische Überlegungen an. Was ist wenn er zur Einsicht kommt? Was wäre gewesen, wenn die Therapie abgeschlossen worden wäre? Sind das nicht hinfällige Überlegungen? Er ist gerade nicht einsichtig und er hat keine Therapie gemacht.
Liebe Catalina, im Grunde weißt du es doch und handelst sogar danach. Sorge für dich selbst. Er kann sich nur selbst helfen. Du musst auch kein schlechtes Gewissen haben. Du kannst nichts für seinen Lebenswandel.
Bleib bei deiner Selbstfürsorge.
Viele Grüße
Seeblick