Beiträge von Seeblick

    Hallo Hanseat,

    Wie mit Rückfälligen umgegangen wird, weiß ich noch nicht, das muß ich dann mal beobachten, noch habe ich ja keinen Rückfall mitbekommen.

    So viele habe ich auch noch nicht mitbekommen, aber was ich bisher gelesen habe, da wurde hier niemand "rausgeschmissen". Natürlich bekommt man keinen Blumenstrauß, und man muss sich auch die Frage gefallen lassen, warum sich nicht vorher hier gemeldet hat. Aber auch hier die Hilfe, sich auszutauschen und den Rückfall zu verarbeiten.


    Hallo Linde,

    vielen Dank in den Einblick auf die Seite der Angehörigen. Sich aus der Position Hilfe zu suchen ist sicherlich kein leichter Schritt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    in letzter Zeit fallen mir hier immer mal wieder einige Bemerkungen auf. Es wird geschrieben, dass man schroff ist oder zu wenig Hilfe anbietet. Gerade für diejenigen, die frisch hier aufschlagen.

    Ich empfinde das gar nicht so. Jeder, der sich hier meldet, wird erstmal begrüßt, die individuelle Situation wird hinterfragt und Vorschläge unterbreitet.

    Es ist nur leider nicht immer das, was das Gegenüber hören möchte.

    Nun schreibe ich mal kurz von mir. Als ich 2016 erkannte, dass ich ein Alkoholproblem habe, habe ich dieses Forum gefunden und still mitgelesen. Ich lernte die Schicksale, Lebenswege und Erfahrungen der User kennen. Trotzdem hatte ich in meinem Kopf „bei mir ist es anders“. Es ist doch jeder Mensch anders? Es muss doch Ausnahmen geben.

    Also habe ich das Trinken eingestellt und nach 7 Monaten gedacht, ich könne es ja wieder probieren. Wenn es nicht klappt, kann ich ja wieder aufhören. In der Beziehung war ich nicht anders als die anderen. Ich habe weiter Runden gedreht, konnte nicht so leicht wieder aufhören und trank (mal mehr mal weniger) noch bis ins Jahr 2020. Auch vor meinem (hoffentlich) letzten Glas in dem Jahr, war ich wieder stille Mitleserin in diesem Forum. Es hat mich motiviert, dass es zu schaffen ist.

    Was ich damit sagen will: viele, die hier aufschlagen, sind wahrscheinlich so wie ich im Jahr 2016. Problembewusst, aber noch nicht bereit. Daher empfinden vielleicht einige Neuankömmlinge die ersten Worte als schroff oder passen eben noch nicht zum eigenen Denken. Aber was kann die Selbsthilfegruppe sonst tun also zu sagen: Willst du aufhören? Dann geh zum Arzt, krempel dein Leben um. Tu was. Du kannst es schaffen. Es lohnt sich. Wir unterstützen dich, wenn du es willst. Bei einem Rumeiern ist weiter erstmal nichts hinzuzufügen. Damit kann man ja nicht arbeiten. Auch wenn sich einige dann nicht mehr melden (abgeschreckt sind), dann führen vielleicht aber die Beiträge dazu, dass nach und nach die Einsicht kommt. Dass das ein Prozess ist, ist normal. Jeder, der die Hilfe annehmen möchte ist willkommen. So ist mein Eindruck.

    In erster Linie bezieht sich das auf die Alkoholiker-Seite, aber ich lese auch viel bei den Angehörigen und auch da ist es doch so, dass man nur helfen kann, wenn eine Basis da ist und eine Bereitschaft, sich mit der eigenen Situation auseinander zu setzen, Hilfe anzunehmen und Dinge zu ändern.

    So, genug von meinen Gedanken.

    Einen trockenen, zufriedenen Tag

    wünscht Seeblick

    Wenn aber der Partner Einsicht zeigt, oder wenn vielleicht noch nie mal ernsthaft eine Entgiftung probiert wurde, dann gibt es, glaube ich, eine ganze Menge, die man als Angehöriger erstmal versuchen kann.

    So sehe ich das auch. Ich bin so froh, dass mein Mann mich unterstützt und mir geholfen hat, die richtigen Schritte einzuleiten. Oder auch einfach mich zu trösten.

    Seeblick

    Hallo Hanseat,

    ich glaube, dass der Partner nichts tun kann, wenn der Betroffene nicht aufhören will. Meistens wurde ja schon erfolglos probiert, auf das Trinkverhalten einzuwirken. Selbst wenn man dem Partner zuliebe in die Entgiftung geht, hat man nicht zwingend eine Krankheitseinsicht und bleibt dann trocken.

    Das was der Partner tun kann ist die Unterstützung, wenn der Betroffene eine Abstinenz anstrebt. Dann kann man sehr wohl helfen. Es heißt ja auch nicht, "dein Partner trinkt, also verlass ihn". Es muss nur klar sein, dass der Alkoholiker von sich aus aufhören muss.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Welsh-Dragon,

    schön zu hören, dass du noch am Ball bist. Die meisten fühlen sich in trinkender Gesellschaft nicht mehr wohl, also warum hingehen/lange beliben.

    Bei der letzten "Party" auf der ich war, hätte ich auch viel früher gehen sollen. Irgendwann sind die Leute nur noch anstrengend. Nunja, im Nachhinein ist man immer schlauer. Man sollte sich nur bewusst machen, dass es beim nächsten Mal auch schief gehen kann und vielleicht Suchtdruck aufkommt.


    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Carmen,

    erstmal willkommen im Forum. Leider wirst du ihm nicht viel helfen können. Die Einsicht muss von ihm kommen - und zwar die Einsicht, komplett aufzuhören und nicht nur weniger zu trinken. Das wird nicht funktionieren.

    Wenn er mit dem Trinken aufhören möchte, muss er als erstes zum Arzt, um die Entgiftung zu besprechen. Ein Kalter Entzug kann gefährlich werden und sogar tödlich enden. Er sollte sich auch mit seiner Krankheit auseinandersetzen, um sich eine zufriedene Trockeenheit aufzubauen.

    Du kannst ihn natürlich bei seinem Vorhaben unterstützen, aber das ist die einzige Hilfe, die du ihm geben kannst. Ansonsten kannst du sehen, wie du dir selbst helfen kannst, damit es dir gut geht.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Cadda,

    dass man sich wieder auf die Arbeit freut, ist ein gutes Zeichen, dass man sich auch erholen konnte.

    Ich mag zwischendurch gern freie Tage haben, an denen man zwar einige Dinge erledigen muss, aber alles nicht so gehetzt ist. Im Alltag muss man alle Termine unter einen Hut bringen und ist schneller gestresst. Bei einer lockeren Einteilung findet man zwischendurch Zeit für einen Kaffee oder ein Stündchen auf dem Sofa. Man ist produktiv und faul zugleich. :)

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Pepi,

    schön zu hören, dass es dir gut geht.

    Es gibt ja verschiedene Strategien, die man bei Suchtdruck anwenden kann. Manchmal kann man situationsabhängig handeln (Wasser trinken) oder auch im Laufe der Abstinenz anders damit umgehen. Das muss man für sich herausfinden.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Walter,

    willkommen im Forum und Glückwunsch zu den drei Jahren. Ein offener Umgang mit der Krankheit ist wichtig. Etwas, bei dem bei mir noch Verbesserungsbedarf besteht - auch wenn mein engster Kreis Bescheid weiß.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Tom,

    willkommen im Forum. Der Austausch wird dir auf deinem Weg sicherlich helfen.

    Man lernt ja nie aus. Es ist durchaus gut, wenn man etwas Neues lernt und es einen weiter bringt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Ohnemich,

    willkommen im Forum. Ich bin ganz gespannt: Wie sieht denn dein Konzept aus? Was machst du anders als bei den vorherigen Versuchen?

    Schön, dass nun schon ein Jahr dabei bist. Glückwunsch!

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Myo,

    das hört sich toll an!

    Leider gibt es Menschen, die zur Entgiftung gehen, um wieder fit zu werden, damit sie weitersaufen können. Aber das wird dich sicherlich nicht von deinem Weg abhalten.

    Ich hoffe, dass du in der Therapie viel für dich mitnehmen kannst. Auch dort sind manchmal Patienten, die nicht zum ersten Mal da sind und die Hilfe nicht annehmen können. Man bekommt in der Reha nichts übergestülpt, sondern muss sich mit seiner Situation auseinandersetzen.

    Man kann dort viel lernen.

    Weiterhin viel Erfolg

    Seeblick

    Hallo Finsch,

    Glückwunsch zu den 2,5 Monaten.

    Dass du so oft an Alkohl denkst, zeigt eigentlich schon, dass du in der Sucht gesteckt hast. Ein Nicht-Süchtiger würde sich gar nicht so viele Gedanken machen. Der Suchtdruck, auch so wie du ihn beschreibst, geht meistens relativ schnell wieder vorbei. Du hast dir eine Strategie ausgesucht, die bei dir gut funktioniert. In dem Artikel zum Notfallkoffer findest du noch mehr Möglichkeiten, falls du den Gedanken nicht so schnell wie bisher los wirst.

    Bei deiner Beschreibung, dass die Abstinenz eine Strafe ist, läuten bei mir die Alarmglocken. Warum ist das so? Wie kannst du eine zufriedene Trockenheit erreichen? Es lebt sich besser, wenn man sich mit der Entscheidung wohl fühlt und es minimiert die Rückfallgefahr.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Welsh-Dragon,

    erstmal Glückwunsch zu 128 Tagen. Weiter so!

    Der Besuch der Kneipe war ganz schön riskant. Das hätte auch schief gehen können. Ich kann verstehen, dass man sein soziales Umfeld nicht aufgeben will, aber gerade in der ersten Zeit musst du auf dich achten, auch wenn man erstmal alleine ist. Vielleicht eine Gelegenheit, neue Hobbys auszuprobieren. Auch da kann man neue Leute kennenlernen.

    Ich weiß nicht, ob man sich gleich einen Hund anschaffen sollte, aber du könntest im Tierheim nachfragen. Dort werden oft Leute gesucht, die mit den Hunden Gassi gehen und spielen. Vielleicht wäre das eine Zwischenlösung?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Nutshell,

    das ist doch genau die EInsicht, die man braucht. Jeder Mensch ist anders und auch die Sucht kommt unterschiedlich zum Vorschein. Aber was gleich ist: Wir können mit dem Alkohol nicht umgehen und der einzige Weg ist die Abstinenz.

    Seeblick

    Hallo Welsh-Dragon,

    willkommen hier bei uns. Klasse, dass du gleich Nägel mit Köpfen gemacht hast und dir eine Therapiemöglichkeit gesucht hast. Mir hat meine sehr geholfen zu verstehen und zu lernen.

    Fällt dir die Umsetzung im Alltag schwer oder kommst du da ganz gut voran (Hobbys, Freundeskreis)?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Nutshell,

    schön, dass die Bewerbung nun geklappt hat ;) Willkommen im Forum.

    Ja, die „erlaubniserteilenden Gedanken“. Die hatte ich vor allem in der Phase nach meiner Trinkpause, als ich dachte, ich könnte wieder „normal“ trinken. Heute darf ich doch, war ein harter Tag, ein schöner Abend, eine besondere Feier,…

    Mir hilft, dann zu sagen: Moment mal! Was ist denn jetzt der Grund und was kann ich stattdessen tun? Also Entspannung, Schokolade, Sport, eine Umarmung? Trinken wird nicht funktionieren.

    Das Suchtgedächtnis meldet sich zwar immernoch hier und da, aber eine Erlaubnis bekommt es nicht mehr.

    Also, bleib standhaft!


    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    durch die letzten Anmeldungen einiger Neuankömmlinge habe ich wieder viel über meine Anfangszeit nachgedacht.

    Nach nun 21 Monaten Abstinenz ist es mir klar, was man machen kann, um aus der Sucht herauszukommen: Hausarzt, Suchtberatung, loslegen.

    Beim Schreiben erinnere ich mich aber an meine Gefühle und damalige Situation. Vor meinem nun endgültigen Entschluss, das Trinken sein zu lassen, hatte ich schon mal eine abstinente Phase, Trinkpause.

    Ich damals war ich beim Arzt, aber ich hatte keine weiteren Schritte unternommen. Unbewusst habe ich nur gedacht, wie lange ich wohl aushalten muss, um wieder trinken zu können – so wie „normale“ Menschen. Ich wollte heimlich und unbemerkt nichts trinken, bloß nicht an die Öffentlichkeit und dann, als ich mich bewusst entscheiden hatte, wieder Alkohol zu probieren, mich wieder in die trinkende Gesellschaft integrieren.

    Dass das in die Hose gegangen ist, könnt ihr euch denken.

    Dann der neue Anlauf. Mir war klar, dass ich etwas ändern muss. Nun stand ich da und wusste aber nicht, wie ich das Ganze angehen kann. Ich habe bei der städtischen Beratungsstelle angerufen. Die Ansprechpartner waren zu Tisch oder im Urlaub oder rufen zurück (was sie nicht getan haben). Andere Beratungsstelle – Anrufbeantworter. Eine weitere – gerade keine Sprechzeit. Für eine Krankenhaus ging es mir nicht schlecht genug, ich konnte ja auch einige Tage ohne. Aber mir ging es schlecht. Ich war verzweifelt. Ich habe auch bei der Telefonseelsorge angerufen (erst beim zweiten oder dritten Versuch ging jemand ans Telefon), aber viel mehr als zuhören konnten die dort auch nicht. Was tun? Ich bin froh, dass mein Mann an meiner Seite war, der mit mir nach Möglichkeiten gesucht hat. Also sind wir zu einer Psychiatrie gefahren. Auch dort war ich kein akuter Fall, ich war nüchtern und nicht suizidgefährdet.

    Allerdings konnten die mich zu einer Beratungsstelle schicken, die gerade Sprechstunde hatte. Dort wurde mir geholfen. Ich habe einen Antrag gestellt und nach der Bewilligung wurde der Antrittstermin aber immer verschoben. Wegen Corona. Ich habe alle paar Tage angerufen, wann es denn nun los geht. Entgiftet war ich schon, wollte aber unbedingt die Therapie beginnen. Außerdem musste mein Arbeitgeber ja nun wissen, wann ich für mehrere Wochen ausfallen würde.

    Warum schreibe ich das alles? Jetzt mit klarem Kopf ist es leicht, die Lösung zu kennen. In der Verzweiflung ist der Weg nicht so klar. Ich möchte den Mut machen, dran zu bleiben und nicht aufzugeben, wenn alles nicht sofort klappt. Wer mit dem Trinken aufhören will, bekommt Hilfe. Aber man muss auch selbst etwas dafür tun.

    Das ging mir die letzten Tage so im Kopf herum.

    Allen einen sonnigen Tag (bei mir ist herrliches Herbstwetter)

    Seeblick