Mensch, heute ist ja tatsächlich schon der Erste Advent. Kinners, wie die Zeit fliegt ...
Da ja auch ein paar Christen anwesend sind, wünsche ich als alter Atheist einen gesegneten und frohen Ersten Advent.
Mensch, heute ist ja tatsächlich schon der Erste Advent. Kinners, wie die Zeit fliegt ...
Da ja auch ein paar Christen anwesend sind, wünsche ich als alter Atheist einen gesegneten und frohen Ersten Advent.
Ich mache mir bei Werbung den Spaß, die Sache weiterzudenken. Wenn da irgendwelche Bacardi-Nixen, die keiner offensichtlichen Arbeit nachgehen müssen, am Strand rumhüpfen, dann stelle ich mir vor, wie sie 20 Jahre später in der Betty-Ford-Klinik einchecken, im Jogginganzug und mit einer Zahnbürste in der Hand. Bei "Heute ein König" denke ich mir "Morgen ein Penner". Und so weiter und so fort ...
Diese Softdrinks wie Cola, Fanta und Konsorten sind mir alle zu süß. Ich bin jetzt bei Cappuccino und Leitungswasser mit Sprudel aus der Kartusche. Das sind ganz hervorragende Getränke. Bei Steak mit Pommes gibt's entweder so eine Bio-Brause mit wenig Zucker oder auch mal ein Malzbier. Alkoholfreies Bier kommt für mich nicht infrage und ist tabu.
Bei der Gelegenheit: Wie ist denn die Forumsmeinung zu Malzbier?
Liebe Hoffnung,
Du bist mir ja ein Stückchen voraus. Herzlichen Glückwünsch nachträglich zu vier nüchternen Monaten! Das ist ein toller Erfolg, nicht wahr? Hast Du denn manchmal so Deine wackeligen Momente? Was machst Du dann?
Grüße,
H.
Da gibt es zwei Möglichkeiten, Carl Friedrich: Entweder die Brille endlich mal wieder aufsetzen, sonst Strg-Taste gedrückt halten und mit dem Rausrad spielen. Mit Strg+0 geht's wieder zurück auf Normalgröße.
Auch von mir Dank für Deinen Mut und für Deine Ehrlichkeit. Das ist natürlich eine traurige Geschichte, aber vielleicht hilft es, sie einfach mal für sich und andere hinzuschreiben.
"Ich wollte das Saufen aufhören, auch wenn mich meine Frau nicht mehr aufgenommen hätte und auch wenn mein Chef mich rausgeworfen hätte."
Ich glaube, das ist genau der Knackpunkt: Familie und Arbeitgeber können natürlich Druck aufbauen und helfen, aber solange nicht der Wille da ist, für sich selbst etwas zu ändern, dann reicht das alles nicht. Von der Reha habe ich auch noch so einige Mitmenschen in Erinnerung, die nur auf Druck des Arbeitgebers da waren und die Sache nicht so wirklich ernst genommen haben.
Nochmal danke für Deine Zeilen.
Nach dem, was Du schreibst, kommt für ihn "kontrolliertes Trinken" nicht mehr infrage. Der Begriff ist sowieso in sich widersprüchlich, denn wer kein Problem mit dem Trinken hat, der muß da auch nichts kontrollieren. Ich kontrolliere ja auch nicht meinen Nudelkonsum.
Als Ziel bleibt für ihn nur die dauerhafte Abstinenz. Für mich klingt das alles ein bißchen so nach dem Motto, er kümmert sich jetzt erstmal um seinen Psycho-Kram, dann wird sich das mit Alkohol und Drogen auch wieder regeln. Das glaube ich nicht. Vielleicht sollte er die Probleme in anderer Reihenfolge angehen. Aber ich bin nicht sein Arzt.
Das ist gut und richtig so, wie Du Dich abgrenzt, Catalina. Nur wenn jemand schon zu einer Therapie bereit ist, dann würde ich ihm persönlich immer helfen. Wie es mit Eurer Beziehung aussieht, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Das klingt für mich sehr hart und ungewöhnlich. Das würde ich mir so auch nicht gefallen lassen. Ich kann mich erinnern, daß es während meiner Reha auch zu Krankenhausaufenthalten kam, die nicht zum sofortigen Abbruch geführt haben.
Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst und wie Deine Kollegen so sind. Bei mir auf der Arbeit schwätzt keiner vom Saufen. Warum auch? Könnte es nicht sein, dass diejenigen, die solche Geschichten erzählen, selbst ein gestörtes Verhältnis zur Droge haben?
Ich arbeite jetzt zwar nicht unbedingt in einem Säuferumfeld, aber natürlich hört man da im Büro diese typischen "Wochenendgeschichten". Naja, die stören mich nicht, außerdem war ich wegen Corona sowieso schon lange nicht mehr im Büro.
Schwieriger wird es, wenn mal privat was unternommen wird. Egal, ob Squash oder Billard oder mal zum Fußballspiel, es ist wirklich immer der verdammte Alkohol dabei. Wie es auf dem Sommerfest oder auf der Weihnachtsfeier aussieht, muß ich wohl niemandem erzählen.
Ich weiß nicht, wie das jetzt mit der Therapie im Detail gelaufen ist. Das ist natürlich ärgerlich, wenn man plötzlich ins Krankenhaus muß. Die Therapieplätze sind teuer und begehrt, da gibt es Wartelisten, und wenn ein Patient selbstverschuldet nicht kommt, dann fliegt er. Vielleicht hat hier die Behandlung einfach zu lange gedauert, ich weiß es nicht. Einfach nochmal 'ne neue Runde drehen und neuen Antrag stellen, oder mal vor Ort anrufen ... Entweder er macht das selbst, was das beste wäre, oder Du hilfst ihm, falls Du dazu noch bereit bist.
Ich will ihn - aber ohne die Exzesse.
Das lese ich hier im Forum so nicht zum ersten Mal. Das geht vielen so. EIgentlich könnte das schon passen, wenn da nur der Alkohol nicht wäre. Ja, wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär ...
Der Alkohol ist aber nunmal da, und wenn der Süchtige keine Einsicht zeigt, dann wird er bleiben und, so sagt es die Statistik, im Laufe der Zeit ein immer häufigerer Gast werden. Alkoholismus ist eine Krankheit, die ungestoppt zum Tod führt. Alkoholiker sterben nicht schnell, sondern langsam und nach einer langen Zeit des Siechtums.
Außerdem finde ich den Gedanken noch aus einem zweiten Grund merkwürdig: Angehörige von Alkoholikern kennen ihren Partner ja gar nicht ohne Alkohol. Da kann man natürlich alles nicht so Schöne bequem auf den Alkohol schieben und sich denken, naja, eigentlich ist er ja gar nicht so, das macht er nur, wenn er wieder seine Phase hat. Das kann natürlich auch ein Trugschluß sein.
"Alk" von Borowiak ist wirklich zu empfehlen, das liefert auch einen gutverständlichen wissenschaftlichen Hintergrund.
Ich muß aber die Gelegenheit nochmal nutzen, Werbung für das unglaubliche Buch "Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein" von Catherine Gray zu machen. Dieses Werk möchte ich allen frisch Trockenen ans Herz legen. Es ist nicht nur gut und witzig geschrieben, sondern war mir auch neben diesem Forum eine große Motivationsquelle in diesem Sommer, um erfolgreich und mit Lebensfreude durch die ersten Wochen zu kommen.
Am besten gleich beide Bücher bestellen und lesen, Zeit dazu hat der trockene Mensch ja wieder dafür.
Der erste Schritt wäre mal, daß er klipp und klar sagt, daß er Alkoholiker ist. Therapie, Ärger mit der Justiz, wochenlanges Verschwinden ... hallo, ist da jemand?
Wenn er diesen Schritt nicht geht, wird das nie was für ihn.
Ich danke Dir, lieber Hanseat. Es ist wichtig, solche Dinge in dieser Klarheit gesagt zu kriegen.
Jetzt müsste er es also eigentlich nur noch selber so sehen, dann könnte alles gut werden...
Was sagt er denn zu seinen Eskapaden?
So der echte Fachmann bin ich da auch nicht. Bei zwei bis vier Monaten ist er dann ein echter Quartalstrinker, das ist individuell. Mein Alkoholkonsum war über die letzten Jahre eigentlich auch eher mehr oder weniger konstant geblieben, ich könnte da nicht von einer Verschlimmerung berichten. Da findet wohl jeder irgendwo seinen Rhythmus. Wenn die Arbeit wegfällt, können natürlich alle Dämme brechen.
Deine letzte Frage kann ich wohl mit einem klaren Nein beantworten. Ich habe Deine Beiträge gelesen und bin mir sicher, daß Dein Partner absolut und schwer alkoholabhängig ist. Zu dem Pulverkonsum kann ich jetzt so aus der Ferne nichts sagen, aber es ist gut möglich, daß er auf solche schwachsinnigen Ideen nur kommt, wenn er säuft. Das ist erstmal das Hauptproblem, denke ich.
Hallo Catalina,
eigentlich weiß ich schon seit etwa 2003, daß ich schwerer Alkoholiker bin. Jetzt muß ich mal grob überschlagen: In den letzten 20 Jahren hatte ich wohl so meine 300 Exzesse. Es klingt vielleicht ein bißchen doof, wenn ich das schreibe, aber für mich waren das immer "Rückfälle". Jetzt muß ich ehrlich sagen, das waren wohl eher "Normalfälle". Die Tatsache, daß ich ohne Probleme mal zwei oder in seltenen Fällen auch sechs Wochen ohne Alkohol auskommen konnte, hat mich immer wieder zu der Annahme verleitet, ich könne mal am Abend zwei Bier trinken, und das ist es dann. Und in einem von zwanzig Fällen hat das auch geklappt. Da war ich tatsächlich so bekloppt, mir einzureden, ich könne das irgendwie kontrollieren. Aber tief in mir drin war mir schon klar, daß das Quatsch ist, da habe ich mich selbst belogen. Ich habe eine Reha erfolglos abgebrochen und mir Jahre danach immer noch eingeredet, das sei alles nicht so schlimm. Das zeigt wohl, wie sehr ich von der Realität entfernt war.
Das jetzt ist nicht der erste Versuch in diesem Jahr. Ich war schonmal neun Wochen nüchtern und hab das dann aus Lust und Laune wieder einfach so weggeworfen. Dann trinken bis zur Besinnungslosigkeit, meine Wohnung sah aus wie eine Hubschrauberabsturzstelle. Ich war zwei Wochen lang nicht rasiert und hatte keine Ahnung, was für ein Wochentag oder für ein Datum ist. Meine Arbeit war in höchster Gefahr. Da hab ich in den Spiegel geguckt und mir gedacht: Dieses trübe Gesicht will ich nie wieder sehen. Es lag noch eine volle Dose Jackie-Cola in der Wohnung rum, die hab ich feierlich ins Waschbecken gekippt und bin seither tapfer geblieben. Drei Wochen später habe ich mir angemeldet.
Für mich ist einfach klar, wenn ich weitertrinke, dann werde ich alles verlieren, und das will ich nicht.
Grüße,
H.
Gestern waren es übrigens genau vier Monate. Peter, bekommt man da bei den AA schon eine Murmel oder eine Anstecknadel oder irgendwas? ![]()
Wo bekommt er denn alles auf die Reihe? Er bekommt seinen Job hin, noch, und ansonsten trinkt, quatscht und rackert er die ganze Zeit. Du und die Familie, für Euch ist da doch gar kein Platz. Vielleicht kommt ihm die Arbeit am Haus sogar ganz gelegen, da kann er nämlich trinken und muß sich nicht mit Euch abgeben. Zwei Stunden Fernsehen am Sonntag mit der Kleinen, das soll reichen, um ein guter Vater zu sein?
Fabienne, lies Dir einfach nochmal Deine eigenen Posts durch, was Du alles hier geschrieben hast. Wie sehr dich Dieses Leben unglücklich macht, wie Du Freitage, Wochenenden, Weihnachten und Urlaub inzwischen nur noch haßt. Daß es gar kein richtiges Familienleben für Dich gibt. Du solltest Dich gerade jetzt mal von Deinem Kopf und Deiner Vernunft leiten lassen, nicht von Deinen Gefühlen, die wieder hochkommen, sobald er mal fünf Minuten nett zu Dir ist.
Ich bin auf der Arbeit auch noch nicht so maximal ehrlich. Ich werde da sagen, daß ich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich das so für mich beschlossen habe. Ich werde da nicht damit hausieren gehen, daß ich trockener Alki bin. Ehrlich gesagt finde ich die Bezeichnung nach vier Monaten auch noch etwas voreilig. Wenn ich dann mal ein Jahr durchgehalten und vielleicht einen neuen Kunden habe, dann werde ich auch mit offenen Karten spielen.
Familie, Freunde und Ärzte wissen jedenfalls alle Bescheid.
Ich freue mich immer über gute Nachrichten von Dir, Fee. Alles Gute und viel Spaß im neuen Leben!