Danke euch sehr für eure Antworten und ich gehe mal auf ein paar Punkte ein, weil ich das Bedürfnis habe einige Dinge zu erklären:
Was mir aber auffällt, ist, dass du hier gar nicht viel geschrieben hast.
Ich hatte mich angemeldet und hier viel gelesen, aber nicht richtig connecten können. War dann Jahrelang nicht mehr hier und schaue jetzt, ob es nicht doch passen könnte.
Warst du in der Vergangenheit in einer realen SHG?
Nein, ich habe nochmal 1,5 Jahre Therapie gemacht und habe auch nichts getrunken. Inhaltlich ging es in der Therapie nicht vordergründig um Sucht, sondern um soziale Isolation, Fehlgeburten, Depressionen, falls interessant für jemanden. Heute hatte ich ein erstes online-meeting einer SHG in der es um Suchtverhalten ging und ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl und konnte viel für mich mitnehmen. An dem nächsten Meeting werde ich wieder teilnehmen und schaue aber parallel auch nach anderen Gruppen, da ich etwas langfristiges suche, um am Ball zu bleiben.
Ich wollte nicht dazugehören ….zu den Alkoholikern.
Das ist es nicht bei mir. Ich gehöre nur "leider" nicht ausschließlich zu den Alkoholikern dazu, sondern auch zu den Menschen, die illegale Substanzen missbrauchten (jetzt viele Jahre clean), zu den Menschen, die Medienabhängig sind, die eine Essstörug hatten, exzessiv Sport trieben... Kurz, ich bin ein Suchtmensch und muss das ganze Paket angehen, mein Verhalten. Darum identifiziere ich mich nicht ausschließlich mit dem Term Alkoholiker, das liest sich bestimmt an der einen oder anderen Stelle heraus, aber ich hoffe, dass es nachvollziehbar ist. Nun ist dies hier eine Gruppe für bekennende Alkoholiker und nicht für bekennende Suchtmenschen, aber da ich obendrauf auch Alkoholikerin (!!!) bin, halte ich es trotzdem für eine gute Idee hier zu sein.
Was genau dauert jetzt wieder Monate?
Das ist schwer zu erklären. Ich sage, dass meine erlaubniserteilenden Gedanken dann wieder auftauchen können. Damit kein Missverständnis entsteht: ich weiß, dass ich Abstinent leben will und werde. An dem Punkt war ich aber schon. Ich habe meinen Job mit vollem Bewusstsein gewechselt und auch den Kontakt zu allen Menschen abgebrochen, die ich aus dem Nachtleben kannte, stationäre Suchttherapie gemacht. Das war mit viel Anstrengung und Herzschmerzen verbunden. Ich traue mir nun aber selbst nicht mehr seit letzter Woche. Und nun ist mir wieder alles völlig klar und ich kann mir nicht vorstellen den Fehler zu wiederholen, aber das habe ich ja schon mal gedacht? Monatelange Abstinenz ist normal für mich. In der Zeit ist es nicht schwer, das kommt später, zu einem Zeitpunkt, zu dem ich garnicht mehr daran denke. Genau darum ja nochmal herzlichen und lieben Dank, dass ich hier wieder schreiben und lesen darf
Hoffe ich konnte ein paar Dinge erklären und ich hoffe, es wird nicht als Rechtfertigung aufgefasst, es soll nur zeigen, wo ich gerade stehe ![]()