Hallo Nutshell,
ich habe dich freigeschaltet und deinen Thread in den zuständigen Bereich verschoben. Ich hoffe das war OK für dich?
Hallo Nutshell,
ich habe dich freigeschaltet und deinen Thread in den zuständigen Bereich verschoben. Ich hoffe das war OK für dich?
Ach super! Ja vielen, vielen Dank ![]()
Hallo Nutshell,
schön, dass die Bewerbung nun geklappt hat
Willkommen im Forum.
Ja, die „erlaubniserteilenden Gedanken“. Die hatte ich vor allem in der Phase nach meiner Trinkpause, als ich dachte, ich könnte wieder „normal“ trinken. Heute darf ich doch, war ein harter Tag, ein schöner Abend, eine besondere Feier,…
Mir hilft, dann zu sagen: Moment mal! Was ist denn jetzt der Grund und was kann ich stattdessen tun? Also Entspannung, Schokolade, Sport, eine Umarmung? Trinken wird nicht funktionieren.
Das Suchtgedächtnis meldet sich zwar immernoch hier und da, aber eine Erlaubnis bekommt es nicht mehr.
Also, bleib standhaft!
Viele Grüße
Seeblick
Hallo Seeblick,
du sagst es, keine Verhandlungen! Wenn sich das Suchtgedächtnis meldet, dann wird nicht darauf gehört. Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Aber schön zu lesen, dass es immer leichter wird mit der Zeit. Bei mir war allerdings auch ein großer Knackpunkt, dass ich mich nicht für wirklich abhängig gehalten habe. Zwar war ich schon auf einer Suchtstation und habe dort Therapie gemacht, aber konnte mich absolut nicht mit meinen Mitpatienten identifizieren. Das lag ein bisschen an meinem schrägen Konsumverhalten (lange nichts und dann plötzlich alles) aber auch daran, dass ich mir vorgegaukelt habe, alles voll im Griff zu haben. Ich meine, niemand wird versehentlich auf einer Suchtstation aufgenommen!! Dachte ich aber ab und zu
Rückblickend sehe ich keinen Unterschied mehr zu mir und meinen damaligen Mitpatienten. Sucht ist Sucht, egal in welchem irren Muster sie sich zeigt. Da hat es einfach nochmal klick gemacht und ich hoffe, die Einsicht bleibt.
Liebe Grüße,
Nutshell
Hallo Nutshell,
das ist doch genau die EInsicht, die man braucht. Jeder Mensch ist anders und auch die Sucht kommt unterschiedlich zum Vorschein. Aber was gleich ist: Wir können mit dem Alkohol nicht umgehen und der einzige Weg ist die Abstinenz.
Seeblick
Hallo Nutshell,
gehts dir gut?
Wie bist du ins neue Jahr gekommen?
Das ist für viele keine einfache Zeit.
Schreib einfach wie es dir geht, auch wenn du Probleme hast oder hattest.
Viele liebe Grüße, Linde
Hallo zusammen,
ich war lange nicht mehr hier und möchte mich zurückmelden. Nach einer längeren abstinenten Phase stehe ich gerade wieder am Anfang und sortiere mich neu. Ich kann nicht glauben, dass wieder bei 0 Anfange. Ich bin jetzt bei Tag 7 meiner Abstinenz. Davor waren es 8 Monate, davor Leugnung eines Problems. Davor über 1 Jahr Abstinenz und ich habe Angst, dass ich wieder in die Leugnung rutsche. Vielleicht ging es jemandem ähnlich und ich freue mich über Hinweise, was euch in dieser Phase geholfen hat.
Hallo Nutshell.
Ich habe deinen neuen Beitrag in deinen alten Thread verschoben, damit es übersichtlich bleibt.
ch war lange nicht mehr hier und möchte mich zurückmelden. Nach einer längeren abstinenten Phase stehe ich gerade wieder am Anfang und sortiere mich neu.
Hallo und willkommen zurück. Und auch mein Dank – es ist nicht selbstverständlich, dass jemand nach einem Rückfall wieder auftaucht. Genau das macht es aber ehrlich, und auf Ehrlichkeit kann man aufbauen.
Was heißt „8. Tag“ bei dir. Warst du beim Arzt wegen der Entgiftung? Und die Leugnung eines Problems ,mwar das auf den Punkt bezogen, Alkoholikerin zu sein?
Hallo Hartmut,
danke für die freundliche Rückmeldung.
Beim Arzt war ich nicht, da ich keine starken körperlichen Entzugssymptome hatte. (Falls sich das bei mir ändern sollte, würde ich sofort ärztlich abklären lassen.) Ich war Karneval auf einer Party und bin in meine selbstgestellte Falle getappt. Seit dem versuche ich mental wieder auf die Beine zu kommen. Scham und Ärger sind seit dem Abend wieder meine täglichen Begleiter. Mit „Leugnung“ meine ich genau das Thema „habe ich wirklich ein Problem / bin ich Alkoholikerin?“. Ich habe immer wieder so lange Phasen der Abstinenz und dann schleichen sich diese Gedanken bzw. das Gefühl ein, dass eigentlich kein Problem besteht. Doch. Das Problem ist immer da, ich sehe bloß weg. Ich bin seitdem wieder abstinent (Tag 7) und ich weiß, dass ich lange abstinent sein werde, weil genau das mein Muster ist. Und genau darin liegt für mich das Risiko, dass die Leugnung irgendwann wiederkommt. Rückblickend erkenne ich diesmal Warnsignale, Gefühle und Situationen, die den Rückfall eingeläutet haben. Ich will daraus lernen und diesmal früher gegensteuern, nur kann es wieder Monate dauern, bis es soweit ist. Das ist macht es so schwer für mich, bewusst am Ball zu bleiben.
Hallo Nutshell.
Gefühle oder Situationen lösen ja keinen Rückfall aus. Sie drücken nur den Knopf, der das Suchtgedächtnis aktiviert. Und das Suchtgedächtnis bietet dann genau eine „Lösung“ an: saufen. Mehr ist das nicht. Deshalb ist es entscheidend, die Orte und Situationen zu meiden, an denen Alkohol griffbereit steht. Wenn man sie nicht meide läuft das alte Programm weiter.
Das hast du selbst erlebt.
Doch. Das Problem ist immer da, ich sehe bloß weg. Ich bin seitdem wieder abstinent (Tag 7) und ich weiß, dass ich lange abstinent sein werde, weil genau das mein Muster ist. Und genau darin liegt für mich das Risiko, dass die Leugnung irgendwann wiederkommt.
Genau da liegt nach meiner Erfahrung der Haken. Wer sich auf alte Muster verlässt, bekommt alte Muster zurück. Muster wiederholen sich, weil sie nichts anderes können. Und wer die Leugnung schon als Möglichkeit ausspricht, hat sie nicht in der Zukunft, sondern jetzt im Kopf. Leugnung „kommt“ nicht, sie ist da, sobald man sie einkalkuliert. Oder ?
Man sollte schon sicher sein, Alkoholiker zu sein. Nur dann kann man dem Suchthirn etwas entgegensetzen, wenn es wieder anfängt zu leugnen.![]()
Hier mal etwas wie es funktionieren kann.
Artikel
Grundbausteine für ein nüchternes Leben
Viele Menschen, die alkoholabhängig sind, wünschen sich, nicht mehr trinken zu müssen. Dieser Wunsch schwankt emotional – mal ist er stärker, mal schwächer und hängt oft von den Umständen ab, unter denen der Betroffene seiner Sucht nachgeht.
Das Forenteam
Danke für den Link. Ich nehme mit: nasse Situationen meiden und klare Haltung. Bei mir sind zusätzlich innere Zustände als Warnsignale wichtig, weil sie das Risiko erhöhen, dass mein Kopf wieder verharmlost. Ich will daraus lernen, mein Netz stärken und bin deshalb zurück.
Hi nutshell, darf ich fragen, ob du die ganzen Monate vor deinem Rückfall alkohollastige Orte komplett gemieden hast?
Bei mir sind zusätzlich innere Zustände als Warnsignale wichtig, weil sie das Risiko erhöhen, dass mein Kopf wieder verharmlost
Ich verstehe, was du meinst.
Aus meiner Erfahrung – oder wenn ich zurückdenke – gab es keinen festen „inneren Zustand“, der wie ein Warnsignal aufgeleuchtet hätte. Wenn überhaupt, war das bei mir wechselnd. Wenn ich früher Suchtdruck oder Gedanken an Alkohol bekam, dann nicht, weil ich irgendeinen bestimmten Modus erreicht hatte, sondern weil alte Muster angesprungen sind und die waren variabel.
Für mich war wichtig zu wissen, dass sowas auftauchen kann und was ich dann tue. Zu merken, wann die Sucht aus mir spricht, und mit meinen trockenen Strategien gegenzuhalten. Und je weniger Aufmerksamkeit ich dem gegeben habe, je mehr ich es einfach nur eingeordnet habe, desto seltener kam überhaupt etwas hoch , heute gar nicht mehr.
Respekt für deine Aufrichtigkeit, Nutshell .
Ich habe immer wieder so lange Phasen der Abstinenz und dann schleichen sich diese Gedanken bzw. das Gefühl ein, dass eigentlich kein Problem besteht. Doch. Das Problem ist immer da, ich sehe bloß weg.
Dieses Forum ist deine SHG. Sie kann, wenn du es zulässt, deinen Weg mit vielen Jahrzenten abstinenter Erfahrung begleiten.
Wenn du es zulässt heisst, wenn du dich ehrlich und ungeschönt mitteilst, und wenn du dich selbstkritisch mit den Rückmeldungen auseinandersetzt, die du bekommen wirst. Nicht alles wird dir gefallen oder wird deinen Erwartungen entsprechen, das war bei mir auch so, aber genau da wo es gepickt hat, da habe ich genauer hingesehen und das hat mich weiter gebracht.
In meiner Reha wurde mein Therapeut nicht müde mir zu sagen, dass ich als Alkoholiker eine Selbsthilfegruppe haben muss, nicht haben sollte, sondern haben muss.
Er hat mir nicht ganz getraut und wollte von mir Nachricht erhalten, sobald ich eine passende gefunden hätte. Eine Woche nach Ende meines Reha-Aufenthalts habe ich ihm berichtet. Er wusste warum er das so eindringlich gefordert hat, er ist als Psychologe in der Suchthilfe tätig und selbst seit fast 30 Jahren trockener Alkoholiker.
Ich weiss nicht, ob du eine reale SHG hattest oder hast. Egal ob real oder online, ob woanders oder hier, eine regelmässige Teilnahme stellt bei mir sicher, dass ich meine Sucht nicht aus den Augen verliere.
Schreibe hier deine Gedanken und das, was dich beschäftigt. Du wirst gelesen und du bekommst Rückmeldung. Die Langzeiterfahrenen spüren, wenn ein Weg, eine Einstellung oder Haltung in gefährliches Fahrwasser kommt. Nutze diese Chance und die Möglichkeit um deine Abstinenz zu stabilisieren.
Scham und Ärger sind seit dem Abend wieder meine täglichen Begleiter.
Wie wäre es damit, "eine (diese) SHG ist seit dem Abend wieder mein täglicher Begleiter"![]()
Viele Grüsse
Nayouk
Habe die letzten Tage hier gelesen und nachgedacht.
Und auch eure Nachrichten an mich mehrmals gelesen und denke auch immer noch darüber nach, aber ich versuche mich trotzdem schonmal zu äußern.
Es ist vielleicht etwas unsortiert.
Alkohollastige Orte habe ich seit 2018 weitgehend gemieden. Da hatte ich meine erste stationäre Therapie wegen Alkohol (und anderen Substanzen). Es war nicht meine erste Therapie generell, sondern meine fünfte, nur die erste in der ich mich mit dem Thema Sucht auseinander gesetzt habe... Ich habe damals auch zu allen Menschen Abstand genommen, die mit Alkohol zu tun hatten und siehe da: Es blieben wenige soziale Kontakte übrig. Auch meinen Partner, der gelegentlich in Bars auflegt, besuchte ich seit dem nicht mehr dabei, was er vielleicht nicht schön findet, aber akzeptiert. Neuer Job, neues Umfeld, alles gemacht. Aber meine Gründe zu konsumieren habe ich nicht geändert. Das ist das Problem. Ich habe damals (Teenager) angefangen zu trinken, um an gesellschaftlichen Treffen teilzunehmen. Ich fand das Zeug ekelhaft, aber die Wirkung sorgte dafür, dass ich Kontakte hatte. Das zog sich so durch.
Ich habe es nicht geschafft, mir ein stabiles Netz aufzubauen und mir fallen soziale Kontakte auch heute noch unglaublich schwer. Es ist mir schnell zu viel und ich fühle mich fehl am Platz. In meiner Freizeit bin ich gerne zu Hause und auch wirklich gerne alleine. Ob das gesund ist, weiß ich auch nicht. Ich wurde dann seit Jahren das erste mal wieder zu etwas eingeladen. Zu einer Karnevalsparty und ich dachte ernsthaft, wie schön! Ich schaue wenigstens für eine Stunde vorbei, trinke meine Coke Zero und bin sozial. Ich musste mich dann sogar zwingen hinzugehen, weil ich eigentlich mal lieber wieder alleine zu Hause geblieben wäre. Als ich da war, hab ich den Schalter sofort umgelegt. Totale Eskalation. Eingeladen werde ich dorthin auf jeden Fall nicht mehr.
Morgen nehme ich an einem online Meeting einer SHG teil und bin froh die gefunden zu haben. Ich habe bereits abgeklärt, dass es ok ist, wenn ich erstmal nur zuhöre. Ich bin auch froh, dass ich den Weg hierher wieder zurückgefunden habe. Auch wenn ich nicht froh um die Umstände bin...
Srvus Nutshell,
Es nützt keine Therapie, keine Risikominimierung und keine Sicherheitsmaßnahme, trocken zu bleiben, wenn die Bereitschaft dazu nicht da ist. Diese Erfahrung mache ich hier immer wieder. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, ist es wie beim "Neujahrssyndrom": Man hat Vorsätze, zieht los – aber unterwegs fehlt die Konsequenz, weil man sich am Anfang noch nicht wirklich sicher war.
Die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, reicht nicht. Wenn die Bereitschaft fehlt, trocken werden zu wollen, bleibt es Theorie.
Dass du rückfällig geworden bist und dich hier mitteilst, davor ziehe ich den Hut. ![]()
Und dass du ehrlich sagst, du hast dir "eine Ausnahme" erlaubt – an Karneval – zeigt, wie schnell das Suchtsystem wieder anspringt. Alte Muster starten wie ein Motor, der lange stillstand und trotzdem sofort anspringt.
Ein Rückfall löscht aber nicht die "Basic" für deine bisherigen Weg . Du hast ja nicht alles falsch gemacht. Es heißt nicht neu anfangen bei null, sondern wieder ansetzen – und die Fehler von gestern heute korrigieren.
Dafür viel Erfolg.
Hallo Nutshell
Du fängst ja nicht wieder bei 0 an.
8 Monate hast du schon abstinent geschafft.
In meiner Freizeit bin ich gerne zu Hause und auch wirklich gerne alleine. Ob das gesund ist, weiß ich auch nicht.
Das ist gesund. Das Gegenteil hast du ja gerade hinter dir.
Wo gebechert wird halte ich mich auch heute noch fern. Warum sollte ich mich auch dazusetzen und beobachten wie andere sich zuschütten und langsam aber sicher die Kontrolle verlieren. Mit allem was dann noch kommt.
Es ist für mich ein Gewinn mir das nicht mehr geben zu müssen.Es gibt tausend Dinge die ich stattdessen tun kann, die mir wirklich gut tun.
Schön das du wieder hier bist
LG Bolle
Hallo Nutshell
Danke, dass du dich mitteilst und Teil dieser SHG bist.
Vieles was du schreibst spricht mir aus der Seele. Soziale Kontakte sind auch für mich schwierig 😞 und tatsächlich sitze ich am liebsten zu Hause auf der Couch.
Als ich da war, hab ich den Schalter sofort umgelegt. Totale Eskalation. Eingeladen werde ich dorthin auf jeden Fall nicht mehr.
Damit bist du nicht alleine. Meine Abstinenz geht noch nicht so lange wie deine und daher sind diverser Eskalationen noch sehr frisch. Provokationen bis hin zu fast Schlägereien in fast allen sozialen Bereichen wie Bars, Treppenhaus zu Hause, Firmenfeier etc.
Wenn du magst kannst du dazu mal ein bisschen eingehen, wie du dich fühlst und damit umgehst. Nur wenn du magst und es hier nicht fehl am Platz ist.
Liebe Grüße 🖖🏻
Hallo Lullaby_76,
ich wünschte ich hätte gute Ratschläge, aber ich habe ich keinen guten Weg gefunden mit meinem schlechten Verhalten umzugehen.
Früher hat eine Eskalation die nächste "überschattet" und da ich irgendwann die Reißleine gezogen und mit meinem nassen Umfeld gebrochen habe, ist die Scham über vieles mit der Zeit verblasst. Es kommen aber immer mal wieder unangenehme Gefühle auf und ich bin erschrocken über manche, teils nicht ungefährliche Aktionen.
Ich bin heute über einen Satz gestolpert: Die betrunkene Person begeht das Verbrechen, während die nüchterne Person die Strafe absitzt. Nicht, dass ich mich von meinen betrunkenen Taten distanzieren möchte, aber ich bin nüchtern ein anderer Mensch. Vielleicht nicht zufriedener, aber ausgeglichener und vor allem kontrolliert. Mit der ganzen Frustration in mir drin ist es ganz logisch, dass ich als betrunkene emotionale Dampfwalze alles um mich herum zerstören möchte. Nüchtern gehe ich anders damit um und bin für mich alleine Unzufrieden und richte dies nicht gegen andere. An meinen letzten Supergau von von Karneval, kann ich mich nicht einmal erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich plötzlich gebeten wurde zu gehen und ohne meine Sachen heim bin. Ich traue mich noch nicht nachzufragen. Wie gehst du damit um?
Hey Nutshell,
ich will dir ganz bewusst Mut machen, weil ich weiss, wie viel es kostet, sich ehrlich zu zeigen und dran zu bleiben. Ich habe in meinem Leben und besonders im Suff unendlich viel Mist gebaut – und oft war es nicht nur ein Fehler, sondern eine ganze Kette davon. Ein Mist hat den nächsten gejagt und ausgelöst, und gefühlt wurde jede Eskalation schlimmer als die davor. Es war so schlimm, dass ich fast zu mir gesagt habe so langsam gewöhne ich mich dran mich endlos zu blamieren und ein weiterer Eklat macht nun auch keinen Unterschied mehr, dann denkt eben der Rest der Welt ich bin geisteskrank, gefährlich, psychopathisch und will nichts mit mir zu tun haben, mir doch egal. Was natürlich keine zielführende Denke ist und eher Resignation statt Aufarbeitung nahe kommt. Lange habe ich gedacht, ich müsse da allein durch oder könne das irgendwie „aushalten“. Das hat es nur noch verschärft.
Was mir heute wirklich hilft, ist, darüber zu sprechen. Diese Online-SHG ist für mich ein extrem wichtiger Anker. Zu lesen, verstanden zu werden und zu fühlen, dass man nicht alleine ist. Genauso meine reale SHG gibt Kraft und auch die Gespräche mit meinem Arzt und meinem Psychologen/Therapeuten. In diesen Gesprächen lerne ich langsam, meine Situation klarer zu sehen, meine Eskalationen zu verstehen, sie nicht jedes Mal komplett über mich bestimmen zu lassen und vor allem nicht so streng zu mir zu sein und mir zu verzeihen. Ich merke, dass ich dadurch nicht mehr ganz so hilflos bin, wenn es innerlich hochkocht – und das ist für mich ein riesiger Schritt.
Es ist kein gerader Weg und ich stolpere immer wieder. Die Scham kommt immer mal über mich her und ich würde mich am liebsten unterm Teppich versteckt. Aber allein zu wissen, dass ich das alles aussprechen darf und ernst genommen werde, macht einen Unterschied. Es hilft mir, Verantwortung zu übernehmen, statt mich weiter selbst zu zerstören.
Genau deshalb möchte ich dir sagen: Du machst es richtig. Dass du hier bist, dich meldest und nicht wegdrückst, ist Stärke – auch wenn es sich oft nicht so anfühlt. Bleib bitte dran. Es ist schwer, ja, aber es ist ein Weg, der wirklich etwas verändern kann.
Wenn du magst, gib mir gern Rückmeldung, wie es dir gerade geht. Das hilft mir auch, dran zu bleiben.
Liebe Grüße 🖖🏻
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