Beiträge von Lea

    Hallo Jada, ich antworte mal bei dir im Tagebuch, um es nicht aus dem Kontext zu reißen.

    Darf ich fragen ,wer sich letztendlich um deinem Vater gekümmert hat ?

    Du bist glücklicherweise ausgestiegen aus der Verantwortung.

    Wer ist dann "eingesprungen"?

    Die ehrliche Antwort ist, ich weiß es nicht, vermutlich niemand. Natürlich gab es diese Momente, in denen ich ein schlechtes Gewissen hatte oder dachte, ich sollte mich vielleicht doch kümmern. Es gab immer mal einen Mitbewohner oder eine Freundin in seinem Leben, aber die Familie hatte sich bereits lange abgewendet bzw. auf sich selbst fokussiert.

    Das klingt so herzlos, aber ich weiß heute, dass ich ein sehr warmherziger mitfühlender Mensch bin, deshalb kann ich es auch so offen sagen. Nach meiner Entscheidung damals, habe ich aufgehört mir sein Leben und Leiden vor zu stellen. Es muss Unmenschlich und grausam gewesen sein, denn es war schon gruselig und schrecklich, bevor ich den Kontakt abbrach und berg auf ging da ja nie mehr irgendwas.

    Das wollte ich nicht mit ansehen. Und ich finde auch das niemand es verdient hat, tatenlos zusehen zu müssen, wie jemand aus freien Stücken so elendig verreckt. Es ist grausam, das den Menschen an zu tun, die man irgendwann (hoffentlich) einmal geliebt hat.

    Die Grenze, was man sich selbst zu traut mit ansehen zu können, ist natürlich individuell. Leider kann aber an einem Tag diese Grenze gewahrt sein und am nächsten findet man einen zusammengebrochenen geliebten Angehörigen in einem Zustand, den man nie mehr vergessen kann.

    Ich wünsche dir, liebe Jada, den Mut und die Klarheit deinen Weg zu gehen. Seine Gedanke hier auf zu schreiben, sich sortieren, der Austausch… alles kann dir dabei etwas Erleichterung verschaffen. Du bist nicht allein mit diesen Problemen und egal wofür du dich entscheidest, du darfst für dich selbst frei entscheiden und Handeln.

    Alles liebe, Lea

    Liebe Jada, als man mich irgendwann anrief, weil mein Vater im Krankenhaus lag und anschließend in eine Kurzzeitpflege sollte, war er in dem Moment nicht mehr selbst zurechnungsfähig. Er war es aber vorher lange Zeit und er hatte sich bei voller Zurechnungsfähigkeit selbst in diese Situation gebracht. Ich hatte ihm weder die Flasche in die Hand gedrückt, noch irgendwie Einfluss auf seinen Weg nehmen können.

    Es waren einige sehr schwere Tage, an denen ich entscheiden musste, ob ich nun die Vormundschaft für ihn übernehmen wollte oder nicht.

    Mein Verantwortungsgefühl und auch meine Liebe als Kind, haben mich schrecklich gequält und wollten mich dazu bringen sich um ihn zu kümmern. Aber das hätte ja nichts geändert, für den Moment hätte ich entscheiden können und kurze Zeit später wäre er vermutlich in sein altes Leben zurück gegangen.

    Ich habe mich damals schweren Herzens entschieden mich komplett raus zu halten. Das war keine Entscheidung gegen ihn sondern ein Ja zu mir selbst.

    Dieses Ja zu mir selbst, habe ich nie bereut!

    Er hat noch über 15 Jahre weiter vor sich hin vegetiert. Ich habe es mir nicht weiter angesehen und darüber bin ich heute unheimlich froh.

    Es hätte mich mein eigenes Leben gekostet und glückliche Lebenszeit hatte er mir schon viel zu viel gestohlen.

    Viel Kraft und Mut und Selbstliebe wünsche ich dir, Lea

    Liebe Sanni, also wenn es mir nicht gut gehen würde auf einem Spaziergang, dann würde mein Mann vorschlagen heim zu gehen. Er würde sich um mich kümmern und gucken, wie wir trotzdem eine möglichst gute gemeinsame Zeit haben könnten.

    Völlig egal was da aus ihm spricht, es ist auf jeden Fall kein liebevoller und dir zugewandter Umgang.

    Aus meiner Perspektive kann jemand dem egal ist was du denkst, grundsätzlich kein Partner auf Augenhöhe für dich sein. Von fehlender Liebe möchte ich gar nicht erst anfangen.

    Sammle diese Momente und überleg dir genau, ob du dir deine Zukunft wirklich so vorstellst.

    Liebe Grüße, Lea

    Hallo Lara, ich erinnere mich noch gut daran, als ich meinen Eltern Essen gekauft habe, weil ich zu 100% wusste, dass sie ansonsten Hungern.

    Ein furchtbares Gefühl!

    Das Gefühl, als ich damit aufgehört habe, war noch um einiges furchtbarer. Aber irgendwann kam auch das Gefühl von Freiheit dazu. Die Erkenntnis und darauf folgende Akzeptanz, dass sie selbst entscheiden können wie sie ihr Leben führen wollen. Irgendwann hatte ich mich sogar mit dem Gedanken ausgesöhnt, selbst dann nicht ein zu greifen, wenn sie Obdachlos würden. (Ist vermutlich nicht passiert, wäre aber auch nicht meine Baustelle geworden)

    Du bist nicht allein mit diesen Sorgen und Gefühlen und du wirst einen Weg für dich finden.

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Erdbeersonnenmilch,

    wie schön das du hier her gefunden hast, herzlich willkommen!

    Du bist mit deinen Gedanken und Gefühlen nicht allein und hier gibt es viele Menschen mit ähnlichen Geschichten. Allein dieses Gefühl damit nicht alleine zu sein, hat mir schon sehr oft geholfen.

    Ich habe auch zwei suchtkranke Elternteile, sie haben allerdings getrennt von einander gelebt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass mit einer Schwangerschaft, wenn man dann selbst Mutter wird, alte Wunden aufbrechen oder sich ein ganz neuer Umgang mit der alten Problematik ergibt.

    Bei mir selbst ist damals die Sehsucht nach einer heilen Familie so unfassbar schmerzhaft auf gebrochen und es folgten einige sehr schwere Jahre, bis ich endgültige Klarheit für mich und meine Kinder gefunden hatte.

    Ich kann dich so gut verstehen, deine Wünsche, deine Sehnsucht und die bittere Realität.

    Aus meiner Perspektive als erwachsenes Kind von Suchtkranken und als erfahrene Liebende Mutter kann ich dir sagen. Du musst deinen Eltern überhaupt gar nix erklären, denn es geht um dein Leben und um das Wohl von deinem Kind. Du wirst die einzige sein, die entscheidet wer Umgang mit deinem Kind haben wird und wie dieser Umgang aussehen kann.

    Was du jetzt wirklich tun musst, ist deine Schwangerschaft genießen, denn diese wundervolle Zeit kommt nie wieder. Lass dir diese Zeit nicht von deinen Eltern rauben, sie haben dich in deinem Leben schon um so vieles betrogen.

    Was du tun kannst, ist dir selbst darüber klar werden, was du dir für die Anfangszeit vorstellen kannst und was dich nur unnötig belasten würde. Das muss nicht in Stein gemeißelt werden, denn deine Bedürfnisse können und dürfen sich ändern.

    Du darfst es dir wert sein komplett auf deine eigenen Bedürfnisse zu hören! Die Familie nach der du dich sehnst, die wird es so vermutlich niemals geben.

    Aber du gründest gerade deine eigene Familie, schenkst einem winzigen Menschlein sein Leben.

    Nur du bist wichtig und dein Baby.

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Zoe, das gute Gefühl kommt von der verdrehten Chemie, weil du deiner eigene Sucht nachgegeben hast.

    War er nicht auch einen kurzen Moment „friedlich“ nachdem er dir die Rippen gebrochen hatte 😔 Als er, genau wie jetzt, sicher war, dass du nicht zur Polizei gegangen bist, sondern weiterhin unter seiner Kontrolle bleibst.

    Bestimmt gibt es unzählige dieser Situationen in euer Vergangenheit. Und es wird so lange auch in euer Zukunft welche geben, bis zu aussteigst und aus diesem euch ein du machst. Oder bis er dich im Wahn umbringt.

    Du hast ein Leben ohne Angst und Schmerz, Misshandlung und Beleidigungen verdient.

    Du bist mehr wert, als er dir immer wieder einreden wird.

    Seit Mutig, sei stark und kämpfe um deine Freiheit.

    Wenn das Frauenhaus oder die Polizei eine zu große Hürde für dich sind. Dann kannst du auch bei der Suchtberatung für Angehörige oder direkt bei Vereinen/Organisationen zum Thema Frauen/Gewalt gucken. Am wichtigsten ist es, die passenden Ansprechpartner vor Ort zu suchen und so viel Hilfe und Begleitung wie irgend möglich in Anspruch zu nehmen.

    Vielleicht versuchst du nochmal im Frauenhaus an zu rufen. Manchmal gibt es Leute die ehrenamtlich begleiten können, zb wenn du das umgemeldete Auto abholst oder deine Sachen aus dem Lagerhaus geholt werden (es ist super wenn er einlagert, dann musst du nicht ins Haus) auf jeden Fall kannst du dort erfragen, was es für Hilfsmöglichkeiten bei dir in der Gegend gibt.

    Lass ihn aufs Band sprechen oder noch besser Nachrichten schreiben. Beides musst du nicht selbst oder alleine angucken und es dient vielleicht mal als Beweis. Vor allem kostet es aber nicht deine Kraft.

    Falls er weiß wo du bist… geh nicht alleine auf ihm bekannten Wegen spazieren und begib dich grundsätzlich in nächster Zeit nicht an Menschenleere Orte.

    Saphira hat es schon Sonderzone beschrieben

    Durch den ständigen Wechsel zwischen guten Phasen und der Entwertung deiner Person produziert das Gehirn einen Cocktail an Hormonen, das dich süchtig nach ihm werden lässt.

    Es ist eine Sucht und nun bist du endlich auf dem Weg da raus.

    Sei nicht so hart mit dir selbst, guck lieber nach vorn.

    Hier und jetzt hast du dich entschieden da raus zu kommen. Jetzt bist du soweit 😊

    Liebe Zoezoe, die erste Nacht ist geschafft 💪🏻

    Niemand muss in einem solchen Leben verharren und du hast eine freies und glückliches Leben verdient!

    Bitte geh nicht zu ihm zurück, die nächste Begegnung könnte die letzte sein, in seinem Wahn ist es immer möglich das er dich umbringt.

    Vielleicht traust du dich heute, weitere Unterstützung für zu suchen. Das Frauenhaus könnte ein wertvoller Ansprechpartner für dich werden. Dort kannst du zum einen Schutz suchen, aber auch nach weiteren Ansprechpartnern und Hilfsangeboten fragen. Ein erster Kontakt geht immer auch anonym.

    Auch hier wirst du weiterhin Menschen finden die dir zuhören, du bist nicht allein.

    Bleib mutig, bleib stark und hol dir dein Leben zurück 😊

    Lea

    Du hast es dort weg geschafft, sei nicht so hart zu dir selbst. Versuch zur Ruhe zu kommen und ein wenig zu schlafen.

    Morgen kannst du weiter überlegen, was du noch tun kannst.

    Hauptsache du bist da raus und gehst auch auf keinen Fall nochmal alleine dort hin. Am besten gar nicht mehr.

    Dein Handy kannst du übrigens auch aus schalten 😉

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Jada, ich weiß gar nicht, ob überhaupt jemand aus meinem nahen Umfeld das komplette Ausmaß meiner Familiengeschichte kennt 🙈

    Es ist ja auch auch nicht gerade etwas, dass man in einer gemütlichen Runde mit Freundinnen oder Kollegen einfach so raus haut.

    Trotzdem habe ich es als sehr befreiend empfunden, mit ein zwei engen Freundinnen oder meinem Mann darüber zu sprechen.

    Früher bin ich innerlich zusammen gezuckt, wenn ich zum Beispiel gefragt wurde „Und was machen deine Eltern so?“ „Fahrt ihr ihn den Ferien gar nicht zu deinen Eltern?“

    Aus einem zaghaften „der Kontakt mit meinem Vater ist leider sehr selten“ oder „unser Verhältnis ist schwierg“ ist auch gerne mal ein „mein Vater ist Alkoholiker und wir haben seit Jahren keinen Kontakt mehr“ geworden.

    Mit erschrockenen Blicken oder fassungslosen Nachfragen komme ich heute ganz gut zurecht, aber das war ein langer Weg.

    Was ich hier im Forum besonders genieße, ist es einfach drauf los schreiben zu können. Es gibt ein grundsätzliches Verständnis und sehr oft gibt es auch jemanden mit einer sehr ähnlichen Geschichte. Das ist für mich traurig und tröstlich zugleich.

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe E.M.97, ein Satz in deinen Erzählungen hat mich ganz besonders tief berührt

    Wo gebe ich die Hoffnung für das Licht in seinem Herzen auf?

    Wenn du deine Kinder mit einem Mann aufwachsen lässt, der gerade eine weniger beängstigende Phase hat, wenn er „nur“ Türen aushängt und sich einer geliebten Person in den Weg stellt, aber immerhin nicht damit droht jemanden zu töten oder ähnliches…

    Wenn du deine Kinder ein solches Leben führen lässt.

    Dann tötest du damit das Licht in den Herzen deiner Kinder!

    Ich hoffe du rettest deine Kinder und wünsche dir Mut und Klarheit, Lea

    Hey Marli, warst du nicht erst neulich an dem Punkt endlich zu gehen, wenn er diesmal nicht ernsthaft versucht trocken zu werden 🤔

    Gründe vor zu schieben, anderen die Schuld zu geben trinken zu müssen, das ist das Gegenteil von trocken werden wollen!

    Es tut mir richtig weh das zu lesen, denn anstatt hin zu gucken und Konsequenzen aus seinem Nichthandeln, seinem Nichtwollen zu ziehen, überlegst du ihn durch dein Verhalten zu ändern.

    Aber du hast nicht die Macht deinen Partner zu ändern und schon gar nicht die Macht einen Alkoholiker von der Flasche weg zu bekommen.

    Du hättest die Möglichkeit dein Leben und das Leben deiner Kinder zu verbessern, aber auch du bist nicht bereit aus deiner Abhängigkeit aus zu brechen.

    Wenn meine Liebesbeziehungen schlecht läuft und die einzige Lösung meines Partners darin liegt die Beziehung durch Alkohol/sein Verhalten zusätzlich noch mehr zu verschlechtern. Dann ist das doch die beste Antwort darauf, wie wenig ihm an der Beziehung liegt.

    Deine Zeit und deine Energie kannst du besser den Kindern schenken, sie treten deine Bemühungen wenigstens nicht mit Füßen und Pfeifen auch nicht darauf, was aus eurer Beziehung wird.

    Sei mutig, sei stark und guck darauf wer deine Aufmerksamkeit wirklich verdient hat!

    Lea

    es gibt ja nicht nur mich in diesem schwierigen Beziehungsgeflecht, sondern noch meinen Mann mit seiner Beziehung zu seinen Eltern.

    Genau mein Argument und das über Jahre, was habe ich deshalb die Zähne zusammen gebissen 🙈

    Jetzt langsam, beginne ich die Worte eines Psychologen (vor Jahren) und der Suchtberaterin (erst neulich) überhaupt an mich ran zu lassen und sogar anzuerkennen. „Was haben sie denn mit der Beziehung von ihrem Mann und seinen Eltern zu tun? Das ist deren Beziehung, die können sie völlig losgelöst von ihnen oder den Kindern haben“

    Ich weiß ja nicht wie alt dein Kind ist. Aber ich fühle mich bereits jetzt schon um unzählige unbeschwerte Feiertage, Weihnachten, Ostern, Geburtstage mit meinen Liebsten betrogen. So viele schöne Momente, die ich verpasst habe oder nicht richtig genießen konnte, weil der Elefant im Raum alles überschattet hat oder weil es sogar offen ausgetragene Konflkte oder Streit zwischen uns Eltern gab.

    Diese besonderen Momente mit meinen Kindern und meinen Mann, die bringt mir niemand zurück. Die sind jetzt für immer verloren!

    Ich will das nicht mehr und ich kann durchaus entscheiden, das sämtliche besonderen Tage zukünftig ausschließlich der Kernfamilie gehören und Begegnung nur zu anderen Zeiten und unter bestimmten Bedingungen stattfindet. (Dabei mischen wir uns Null in den Alkoholkonsum der Schwiegereltern ein, bei uns daheim gibt es halt nix.) Ausnahmen wird es sicher geben, aber nur wenn ich als Mutter bereit bin den Preis dafür zu zahlen.

    es ist halt so schwer, einen Kontaktabbruch damit zu begründen, dass etwas "nur" ungesund ist, weißt du wie ich es meine?

    Na klar verstehe ich das, es ist ein furchtbares Dilemma und als Schwiegertochter ist man wenn’s doof läuft eh der Arsch 😬

    Du willst aber ja auch gar keinen kompletten Kontaktabbruch oder?

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Kaffeetante, ich kann es nachfühlen und sehe vor meinem inneren Auge die Situation.

    Wir selbst hatten in Herbst und Winter einige wenige Begegnungen mit den Schwiegereltern und ich bin inzwischen nicht sicher, ob ein lauter Aufschrei nicht sogar die einzig logische und angemessene Reaktion wäre.

    Es kostet so viel Engergie, das kindgerecht zu vermitteln- am liebsten würde ich brüllen und schreien "ihr seht uns nie wieder"...Ich wünschte, ich müsste dort nie mehr hin und dass sie uns auch nicht mehr besuchen, aber das kann ich nicht fordern

    Ist es nötig etwas zu fordern, was du als Mutter durchaus entscheiden kannst 🤔

    Ich selbst lasse mich auch immer wieder auf neue Versuche ein, nur um dann im Anschluss völlig erschöpft und enttäuscht zu sein.

    Ganz frisch jetzt hatte ich ein Gespräch in der Suchtberatung, dort wurde mir nochmal sehr deutlich der Zahn gezogen, ich hätte irgend welche Verpflichtungen den Schwiegereltern gegenüber.

    Man hat mich auch daran erinnert:

    Es ist völlig egal ob der Schwiegervater Alkoholiker ist oder nicht. Was zählt ist wie es mir als Mutter mit seinem Konsum (auch mit dem nur vermuteten) geht.

    In mein Zuhause muss ich niemanden rein lassen, der mir unangenehm ist. Mein Zuhause ist mein Rückzugsort, dort sollte es nur Begegnungen geben mit denen ich mich wohl fühle.

    Wenn ich mich mit meinen Schwiegereltern unwohl fühle, dann ist es auch Unsinn mit meinen Kindern dort zu Besuch zu gehen oder sie von ihnen Betreuen zu lassen. Sollte es auch nur den kleinsten Vorfall geben, würde ich mir das nie verzeihen und mit den Folgen von größeren Vorfällen oder gar einem Unfall müsste ich dann für immer Leben.

    Mir waren diese Worte teilweise sehr unangenehm, weil sie viel weiter gingen und härter waren, als ich mich bis dahin getraut hatte es zu formulieren. Und erzählt hatte ich noch so gut wie gar nichts, außer das mit der Alkoholkonsum der Schwiegereltern bedenklich erscheint.

    Unsere persönlichen Konsequenzen als Familie werden von Begegnung zu Begegnung auch immer distanzierter. Wir fahren schon lange nicht mehr hin. Vielleicht wird es einen Versuch im Sommer geben, wenn das Leben draußen stattfindet und wir die meiste Zeit Ausflüge machen können.

    Hier zu uns ins Haus kommt so bald auch niemand mehr. Wir werden uns außerhalb treffen, auf neutralem Boden.

    Und wir spekulieren null an einer Einschätzung rum. In solchen Momentaufnahmen bekommt man eh kein Bild darüber wieviel wirklich getrunken wird. Ganz ehrlich kann das NIE jemand außer dem Konsumenten beantworten, Alkoholiker oder nicht, was er wirklich trinkt kann ja keiner sehen. Wir spekulieren nicht mehr und ich habe vor Ewigkeiten mal das - vermutlich Alkoholiker- ausgesprochen, da zuckt mein Mann zusammen und guckt traurig. Wenn wir jetzt darüber sprechen, dann sage ich sowas wie: für mich ist das zu viel, gesund kann das nicht sein. Aber eigentlich ist das Thema durch, es geht nur noch darum wie wir einen Umgang finden, bei dem ich mich gut fühle und weiterhin der Mutter treu bleiben kann, die ich meinen Kindern sein möchte.

    Mein Mann könnte ja seine Eltern alleine besuchen, wann immer es will.

    Liebe Kaffeetante, ich hab jetzt mal einfach von mir geschrieben, vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen.

    Sonnige Grüße, Lea