Beiträge von Matsu

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    Sollte das soweit kommen, empfehlt sich echt der Gang zum Notar der gleichzeitig Anwalt ist!

    Geht es um das versoffen des Elternhaus , kann ich hier etwas Ruhe reinbringen . Jeder der mit intriegriet ist , ist verpflichtet auch zum Wohlbefinden der Angehörigen zu handeln , das zwar an zweiter Stelle, aber sie sind verpflichtet.

    Das Berliner Testament ist da eine sehr gute Idee!

    Klingt schon mal beruhigend.

    Liebe Lea,


    erst einmal herzlichen Dank für deine „Anteilnahme“ und deine ausführlichen Zeilen. Du hast mit deiner Einschätzung den Nagel auf den Kopf getroffen und unsere Situation exakt erfasst.


    Bislang war mein Bruder durch die elterliche Unterstützung durchaus noch in der Lage, im nüchternen Zustand rationale Entscheidungen zu treffen und sogar einen qualifizierten Beruf auszuüben, so dass ich ihn zur Zeit durchaus noch nicht als unzurechnungsfähig einschätzen würde.

    Aber inzwischen ist der Job weg, die Trunkenheitsexzesse werden häufiger und länger und in diesem Zustand (der meist tagelang anhält) ist er natürlich zu nichts zu gebrauchen und kümmert sich buchstäblich um gar nichts mehr. Nach der Ausnüchterung ist der Katzenjammer dann so groß, dass die Trinkerei gleich weitergeht. Wem erzähl ich das, diese Art Geschichten gibt es ja hier zuhauf zu lesen...

    Es wäre höchste Zeit, in der Familie mal gemeinsame Gespräche zu führen und Pläne für verschiedene Szenarien zu überlegen.

    Aber wie so oft, hoffen meine Eltern von Mal zu Mal auf Einsicht oder ein gütiges Schicksal, und nötige Entscheidungen werden gerne auf die lange Bank geschoben.

    Die Testamentsgeschichte ist zumindest schon geklärt.


    Es ist keine einfache Entscheidung, aber emotional Drinhängen tut man so oder so, und wenn man von den wiederkehrenden Eskapaden erfährt, steigt der Blutdruck und die Nachtruhe ist wieder mal dahin.

    Was ich allerdings tun werde, ist, meinen Bruder direkt selbst zu fragen, wie er ggf. zum Thema Betreuung steht und sich das vorstellt. Aber im nüchternen Zustand sieht er ja die Problematik nicht einmal.


    LG Matsu

    Hallo Lea und Sunny,


    das Problem ist, dass ein Betreuer sehr weitreichende Rechte auch in Geldangelegenheiten hat. Ich kenne einen Fall, in dem ein Betreuer das Haus der von ihm betreuten dementen Frau weit unter Wert verkauft hat, als diese ins Pflegeheim mußte, ohne dass der entfernt lebende Sohn (und spätere Erbe) auch nur ein Mitspracherecht dabei gehabt hätte. So eine Situation möchte ich gerne vermeiden.


    Für die therapeutische Seite oder Grundversorgung fühle ich mich nicht zuständig, das kann und will ich auch gar nicht.

    Meines Wissens regelt eine Betreuung nur die „Lebensformalitäten“: Behördenkram, Krankenkasse, Unterbringung, Rentenantragstellung, Sozialhilfe, Taschengeld etc., wenn der zu Betreuende dazu selbst nicht in der Lage ist.

    Das zu tun, könnte ich mir vorstellen und das würde auch nicht allzuviel persönliche Nähe erfordern. Gelegentliche Besuche alle paar Wochen sind da auch nicht das Problem, wenn die Randbedingungen dann geklärt sind und entsprechende räumliche Distanz hergestellt ist.


    Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt ;)

    Hallo Sunny,


    herzlichen Dank für deine Infos. Die geben mir schon einmal einen Überblick bezüglich der Zuständigkeiten und auch der Möglichkeiten.

    Der Erbfall ist ja zum Glück noch nicht eingetreten. Bei ihm steht jetzt wieder eine Therapie an, und das heißt erstmal für uns nur Aufschub der Entscheidungen bzw. Verschnaufpause für die Familie. Elternseits will natürlich auch niemand dieses heiße Eisen anpacken, bis zu dem Punkt, wo es unausweichlich wird. Schaun mer mal ...

    Liebe Sunny,


    wo ich bin, das ist relativ einfach zu sagen: ich stehe zwischen meinem schwer abhängigen Bruder und meinen co-abhängigen Eltern und schwanke emotional zwischen Wut, Abscheu, Mitleid und schlechten Gewissen. Ich habe meinen Bruder bereits abgeschrieben, sehe meine Eltern aber an der Situation zerbrechen, was mir am meisten zusetzt.

    Mich selbst halte ich für emotional stabil und auch mit der entsprechenden Distanz ausgestattet, hänge aber im Familienverbund natürlich voll mit drin, vor allem bei den Überlegungen einer Zukunftsgestaltung unter pessimistischen Erwartungen.


    Ich habe ein gutes eigenes Leben, das für mich an erster Stelle steht und mir Kraft gibt, und versuche jetzt, möglichst viele Informationen zum Thema Sucht und auch den Perspektiven eines Lebens mit derselben zu finden (für alle Beteiligten).


    Liebe Grüße


    Matsu

    Hallo mexico,


    da hast du natürlich in allen Punkten recht. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass erst etwas Schlimmes passieren muss, bevor eine Betreuung unausweichlich wird.

    Die Übernahme der Betreuung durch (einen) Familienangehörige(n) wäre sogar die bevorzugte Variante, allein um eventuell spätere erbrechtliche Auseinandersetzungen nicht durch einen Außenstehenden abwickeln lassen zu müssen.

    Der Interessenskonflikt ist da natürlich vorprogrammiert...


    Aber mal anders gefragt: angenommen, mein Bruder würde wohnungslos (weil rausgeschmissen) und sozialhilfeabhängig. Wer wäre denn dann verantwortlich, wenn sich aus der Familie niemand mehr zuständig fühlt? Vermutlich erstmal das Sozialamt mit Beschaffung einer Wohnstätte etc..

    Wenn sich dann aber noch herausstellt, dass er selbst mit seinen Alltagsangelegenheiten total überfordert ist und Verwahrlosung droht, was passiert dann?

    Würde dann nicht „von Amtswegen“ Antrag auf Betreuung gestellt werden?


    Dies sind momentan für mich erstmal nur worst-case-Szenarien und noch nicht aktuell.

    Könnte aber theoretisch bald der Fall sein, aber natürlich kann es auch ganz anders kommen. In solchen Situationen gehen einem viele Dinge durch den Kopf...

    Danke für dein Interesse und deine Überlegungen.


    Liebe Grüße

    Matsu

    Hallo Aurora, Lea und mexico, danke für eure Zeilen und euer Willkommen!


    mexico: Ja, so etwas wie eine amtliche Betreuung ist angedacht und muß jetzt mal intensiver durchgesprochen werden, auch im Hinblick auf die Kosten für eine etwaige Unterbringung in einer betreuten Einrichtung.

    Daher ist dein Hinweis mit dem Sozialdienst gut, daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

    Allerdings stehen wir auch erst am Anfang mit dieser Überlegung und ich bin nicht sicher, ob unsere Eltern das jetzt schon durchziehen werden. Ich halte das eher früher als später für unausweichlich, spätestens wenn sie nicht mehr in der Lage sind, hinter meinem Bruder her zu räumen oder er Schlimmeres anstellt als bisher schon.


    Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und mit jeder Entgiftung hoffen sie auf ein Wunder. Und ob die Krankheitseinsicht meines Bruders dann tatsächlich so weit reicht, einer Unterbringung zuzustimmen, wage ich zu bezweifeln.

    Das wird uns wohl noch einiges an Kraft und Nerven kosten.


    Liebe Grüße


    Matsu

    Danke, Morgenrot, für deine Begrüßung.

    Für mich ist die Situation glasklar, aber auch bei meinen Eltern stirbt die Hoffnung zuletzt. Jede Trinkpause ist ein neuer Hoffnungsschimmer, und ich kann es ihnen nicht verdenken.

    Sie sind mit der Situation überfordert und haben keinerlei Einblicke in das Thema Alkoholsucht, weil sie damit nie zu tun hatten. Sie denken halt, dass es eine Frage des guten Willens wäre. Inzwischen setzt sich aber auch bei ihnen die Erkenntnis durch, dass die familiäre Unterstützung allein nicht ausreicht. Was sie nicht sehen wollen, ist, dass ihre Unterstützung eher kontraproduktiv ist.

    Bei den Überlegungen zu einer Unterbringung stehen wir noch ganz am Anfang und es wird viel zu klären geben.


    LG Matsu

    Hallo an alle im Forum,


    ich freue mich, dieses Forum gefunden zu haben und möchte mich kurz vorstellen, nachdem ich in den letzten Tagen hier schon einige Stunden lesend verbracht und unglaublich viele hilfreiche Informationen gefunden habe.

    Ganz nebenbei: Aurora‘s Geschichte hat mich derartig gepackt und berührt, dass ich kaum unterbrechen konnte.

    Was für eine Lebensgeschichte! Herzlichen Dank für die Einblicke und mein tiefempfundenes Mitgefühl zu ihrem Verlust.

    Zur eigenen knapp gehaltenen Situation: ich bin „nur“ die Schwester eines Alkoholabhängigen. Mein Bruder steckt in tiefer Abhängigkeit fest, wobei die Substanzabhängigkeit nur die halbe Geschichte ist. Er ist außerdem schwer kaufsüchtig.

    Die Leidtragenden sind in vollem Umfang unsere greisen Eltern, die - ohne den Begriff zu kennen - sich den Stiefel der Co-Abhängigen angezogen haben und vergeblich versuchen, das Lebenschaos meines Bruders aufzuräumen.

    Mein Bruder ist alleinstehend und wird über kurz oder lang von Sozialhilfe abhängig sein, wenn er den Absprung nicht schafft.

    Trotz Krankheitseinsicht fehlt ihm der Wille, ein trockenes Leben zu führen. In seinen nüchternen Phasen hat er „natürlich alles im Griff“. In der Realität läßt er alles schleifen. Er wird gehätschelt und bekocht, alle Unannehmlichkeiten werden elternseits beseitigt, Behördenangelegenheiten, Krankmeldungen etc. übernommen.

    Der Begriff „Drehtürpatient“, den ich hier im Forum gefunden habe, trifft es gut. Entgiftungen im Dutzend und abgebrochene Langzeittherapie sprechen eine eindeutige Sprache.

    Mein Mitgefühl gilt unseren Eltern, die in ihren letzten Lebensjahren keinen unbeschwerten Tag mehr haben.

    Inzwischen sind wir uns familiär ziemlich einig, dass die Zukunft meines Bruders bestenfalls in einer betreuten Einrichtung liegen könnte, da es bald niemanden mehr gibt, der ihm seine Angelegenheiten regelt.

    Zu diesem Zweck würde ich mich zum gegebenen Zeitpunkt gerne im geschlossenen Bereich mit euch austauschen.

    Ein Angehörigengespräch mit der Caritas, welches meine Mutter im letzten Jahr fest vorhatte, ist leider bis zum heutigen Tag pandemiebedingt nie zustandegekommen.


    Es grüßt


    Matsu