Beiträge von achelias

    Hallo HE,

    ähnliches habe ich bereits hinter mir, mit meinem Vater.

    Du suchst … ja was eigentlich? Schmerzlinderung?

    Ich muß dich enttäuschen, du mußt da durch.

    Entweder du hoffst, begleitest weiter bis zum Ende oder du distanzierst dich – selbstschützend.

    Das klingt nicht nur hart, es ist hart.

    Mein Vater verfiel mehr und mehr dem Alkohol. Anfangs versuchte ich zu helfen, zu lindern … nach Jahren zog ich mich völlig zurück. Ich konnte diese/ seine Selbstzerstörung nicht mehr ertragen!

    Er soff dann noch etliche Jahre weiter, irgendwann versagte der Körper nach und nach, so daß er kaum noch Alkohol trinken konnte … und starb.

    Ich möchte nicht näher ins Detail gehen.

    Gern würde ich dir Hoffnung machen, doch mich lehrte die Realität...

    Ich wünsche Dir viel Kraft!

    Im Grunde ist es auch so, ich weiss auch nicht so recht, was mich hemmt. vermutlich ein Familienstreit, habe schon genug Kummer und sorgen und mit mir zutun, aber belasten tut mich das trotzdem..... Zwickmühle

    Neben dem „Absturz“ deines Mannes kam ein weiterer Konflikt hinzu, wie mit der Krankheit/ dem Entzug deines Mannes in der Öffentlichkeit umgehen – und nun musst Du entscheiden.

    Die Schwiegermama will alles vertuschen, dein Mann hält sich weites gehend raus, drückt sich um eine klare Ansage und du hast alles an der Backe. Erschwerend, dazwischen euer Kind.

    Im Grunde willst Du offen mit der Situation umgehen, wäre da nicht das Umfeld.

    Entweder bespricht man einen Konflikt mit allen Parteien und diskutiert alles (!) oder man tut es eben nicht und es werden weitere Konflikte entstehen. Über kurz oder lang wird daraus ein kriegsähnlicher Zustand.

    Man hat also die Wahl, eine schmerzliche Wahl, man muß die Parteien zwingen, sich zu äußern, eine Position zu beziehen, nicht nur für heute, sondern für eine längere Zeit. Das Für und Wider abwägen.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie belastend das alles ist, ist man doch „nur“ Vermittler.

    Bin irgendwie wirklich zwischen den Stühlen... er hat mal gesagt, wenn der kleine es "ausplappert" dann ist es eben so...

    Ja, verstehe ... dann ist das eben so - der Papa hat einen Drehwurm und ist deshalb im Krankenhaus.

    Da es ja nur eine Frage der Zeit ist, bis "der Kleine es "ausplappert" " - kannst Du auch die Last von euch nehmen. Es kommt über kurz oder lang sowieso ans Tageslicht. Wenn Du es "ordentlich verpackst" wird es nicht soooooo schlimm werden - trau` Dich. Du merkst doch selbst, wie belastend diese Herumgeeierei ist, deinem Mann wird es ähnlich gehen.

    Hallo NudelTante,

    ich kann sehr gut verstehen, was dich bedrückt!!! Du sitzt zwischen den Stühlen.

    Frage deinen Mann, was Du sagen sollst. Du kannst doch mit ihm reden (?) , er kann doch klar denken und befindet sich nicht im komatösen Zustand.

    Ich kann mich nur wiederholen.

    Du kannst ja schließlich nicht deine gesamten sozialen Kontakte herunterfahren!

    Rufe ihn an. ... schönen Sonntag.

    „Es gilt eben "einfach", solche Situationen zu überstehen. „

    Mit der Zeit vergehen „ solche Situationen“ und man muß selbst darüber schmunzeln – so war/ ist es bei mir.


    „… die Sucht selbst … „

    In unserer Erinnerung ist noch immer gespeichert: Trinken, berauscht sein und alle Probleme verschwinden, man fühlt sich wohl.

    Wenn man begriffen hat, daß es ein Selbstbetrug ist/ war, vergeht dieses „Verlangen“ mit der Zeit, wir trainieren es uns ab.

    Wir vermeiden doch auch so viele Dinge, wo wir schon vorher wissen, daß es uns schadet, wir Nachteile erleiden.

    Das sagt uns unsere Vernunft, die im Sinne von Alkohol wieder neu erlernt werden muß.

    Nach über 60 Wochen gelingt es mir immer besser, 100%ig weg werden wir es wohl nie bekommen

    Hallo JuSe.

    Dein Mann soll weiter trinken. Dieses ständige hin und her, bringt doch nichts! Innerhalb von 4 Wochen mehrere Vorfälle, das grenzt doch schon an groben Vorsatz.

    Mal will er aufhören = Vorfall, dann trinkt er wieder und so weiter. Wie lange soll das noch so gehen?

    Das er sich damit fertig macht, verletzt - ist seine Sache. Doch du bist immer wieder die Leidtragende.

    Entweder kommt er zur Vernunft mit begleiteten Entzug/ Entgiftung unter ärztlicher Kontrolle oder er säuft weiter.

    Diese ständige Verschleppung ist für mich unverständlich.

    Bitte Augen aufmachen, Gehirn einschalten (Gefühl aus!) und handeln. Notarzt oder sonst was, Hautsache etwas tun!

    Hallo NudelTante,

    dein Mann, um den geht es ja schließlich, muß entscheiden wie er damit umgeht. Sicherlich ist ihm bewußt, daß die Familie Bescheid weiß, daß er zu viel trank. Dein Mann schämt sich.

    Auf der anderen Seite, kann er nicht von dir verlangen, alles „geheim“ zu halten!

    Frage deinen Mann, was du sagen sollst und mache ihm gleichzeitig klar, daß es für dich nicht in Frage kommt herum zu eiern und dich in Lügen zu verstricken.

    Natürlich ist das peinlich (erstmal) zuzugeben, daß man ein Problem mit Alkohol hat und deshalb in der Klinik ist. Noch peinlicher ist aber auch, nichts dagegen zu tun und weiter zu saufen.

    Die Familie ist wichtig, keine Frage, auch die Oma. Manchmal helfen kleine Notlügen, die nicht alles so dramatisieren.

    Es nützt nichts „die Wahrheit“ zu sagen, wenn man für immer und ewig stigmatisiert und verurteilt wird. - leider sind die Menschen oftmals so -

    Wenn Kinder mit im Spiel sind, rutscht denen sowieso irgendetwas heraus und dann steht man doof da.

    Innerhalb der Familie sollte es doch aber möglich sein, mit der lebt man ja.

    Wenn dein Mann ein Leberproblem hätte, deshalb ins Krankenhaus müsste und auf Alkohol verzichten muss, wäre das doch auch für alle verständlich und akzeptabel.

    Nun kann man weiter saufen und ein Leberproblem bekommen. Dein Mann hat sich dagegen entscheiden – Glückwunsch.

    Es ist doch besser von Anfang an nichts zu verheimlichen (zu lügen), als wenn irgendwann das ganze Verheimlichungs-/ Lügenkonstrukt zusammenbricht.

    Man muß es nicht gleich in die Welt hinausposaunen!

    Dein Mann wird es (hoffentlich) verstehen – sprich mit ihm! Frage ihn. ... auch die Mutter, es bringt doch nichts, wenn das Alkoholproblem erfolgreich gelöst wird und ein neues Familienproblem geschaffen wird.

    Ihr habt doch alle ein gemeinsames Ziel!! Da muß man doch zusammen arbeiten und sich nicht entzweien.

    Irgendwann kann man Mal an die Nachbarn denken - doch sind die soooo wichtig?

    Viele Grüße

    P.S. Wenn ich gefragt werde, warum ich keinen Alkohol trinke - antworte ich: Ich vertrage keinen Alkohol! , ohne Diskussion, ich muß ja niemanden auf die Nase binden, daß ich seit einem Jahr trocken bin. Meine Freunde (Familie) wissen es sowieso.

    Hallo Maria,

    ich habe eine Frage, vielleicht kannst Du mir helfen.

    Was ich nicht verstehe, warum tut man sich das immer wieder an? Über Jahre?

    Aus Liebe?

    Sind Liebende ähnlich krank wie Alkoholiker? Die Symptome scheinen ähnlich zu sein: Wahrnehmungsstörungen, Realitätsverlust, Verdrehen der Wahrheit, Depressionen, sich im Leid gefallen, Hoffen … das man nicht süchtig ist, das alles ja nicht so schlimm ist, Verharmlosung, Verdrängung, irgendwann (!) wird sich etwas ändern …

    - Trink ein Partner nicht und benimmt sich fürchterlich – trennt man sich, weil es irgendwann unerträglich wird.

    - Trinkt ein Partner und benimmt sich fürchterlich – trennt man sich nicht, obwohl es bereits unerträglich ist.

    Kannst du mir bitte helfen, es zu verstehen.

    Hallo Skjaldar,

    willkommen.

    Auch ich fühlte mich nicht so wohl bei den AA, war zwar mehrmals dort, doch konnte ich außer Zeitvertreib, kein Weiterkommen für mich erkennen. Also blieb ich fern, für mich bleibt wichtig, daß ich mich mit dem Thema beschäftige und meine Abstinenz festige.

    Alkoholfreies Bier schmeckte mir schon nicht, als ich noch aktiver Biertrinker war, mir wurde klar, daß ich Bier wegen seiner Wirkung trank.

    Anfangs kostete es mich unheimliche Kraft, die Zeit die ich zuvor mit Trinken verbrachte sinnvoll zu füllen, Hobbies waren da eine gute Idee. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mir die zuvor „liebgewonnene Gewohnheit“ zu trinken abtrainierte und die Gedanken endlich aus dem Kopf waren. Selbst heute noch, nach über einen Jahr, werden sie noch hin und wieder wach. Aber es wird merklich schwächer und das ist toll.

    Nach ca. einem dreiviertel Jahr waren meine Leberwerte auch wieder normal und nicht „nur“ erhöht, wie es mein Hausarzt ausdrückte.

    Hallo Veru,

    auch bei mir schleicht sich manchmal, mittlerweile immer seltener, das „Sucht-Teufelchen“ ein... wie schön wäre es doch …

    Dann kommt fast schon automatisch, die Vernunft, die mich fragt: warum? Was ändere ich, wenn ich jetzt … ein Bier trinke? Die Antwort kommt prompt: NICHTS !

    Im Gegenteil, ich zerstöre meine abstinente Zeit und würde wieder bei Null anfangen und, was glaube ich, das Schlimmste ist, ich müsste mir eingestehen, daß ich so unsäglich schwach bin – wieder.

    Viele Grüße

    Hallo JuSe,

    als ich noch trank, war ich Meister im Vorgaukeln gegenüber anderen und mir selbst. Sobald sich Besuch ankündigte war alles pipisauber, es gab sogar Lebensmittel, die ich mir sonst nie kaufte, ich trank plötzlich Tee und tat allerlei andere Sachen … . Ich log auch das Blaue vom Himmel.
    Natürlich war ich ein „Einzelfall“ , ich konnte mich ja zusammenreißen.
    Je mehr Hoffnung, Vertrauen ich erwarb, desto nachlässiger wurde ich.
    So doof, wie`s klingt, lass dich nicht täuschen, weder von der Momentan-Realität, noch von deinen hoffnugsschwangeren Wünschen.
    Dein Mann wurde gezwungen, nicht mehr zu trinken (Entgiftung), kaum war der Zwang weg, begann er wieder zu trinken und das ganze Theater begann von neuem.
    Was glaubst du, hat sich was geändert? Ist das ein gutes Zeichen? Entscheiden kannst nur Du allein.
    Zitat

    ... dass er etwas Einsicht zeigt, dass er nüchtern erscheint ...

    Wenn Du damit zufrieden bist, probiere es.

    Er muss zufrieden sein ohne Alkohol, dann kann es auch funktionieren.

    Mit Informationen über grundlegende Veränderungen (Wohnung, Wegzug u.ä.) wäre ich sehr vorsichtig. Damit nicht eventuelle Rosenkriege entstehen.

    Versuche doch einmal, Dich als Außenstehende zu betrachten, ganz objektiv ohne diese ganze „Gefühlsduselei“ und dir selbst einen Rat zu geben. Das Ergebnis wäre interessant.

    Definitiv, ist dem Alkoholiker nicht bewußt, was er alles zerstört für sich und für andere.

    Das wirft doch die Frage auf, warum benötigt er Alkohol, um sich zu befriedigen, sich „nur durch Alkohol in diese gute Stimmung“ bringen kann? Seine Defizite durch Alk ausgleichen kann?

    Ist es Schwäche? Kommt man allein nicht klar mit seiner Umwelt? Was passiert da im Kopf?

    Hallo Skjaldar,

    ich kann es sehr gut nach vollziehen, wie es dir momentan geht! Mir ging es vor ca. 1 Jahr ähnlich, wenn nicht genau so. Auch ich, ähnlicher Konsum wie bei dir, hörte auf mit dem Trinken, weil es mächtig aus dem Ruder lief. Bei mir war es eine reine Kopfentscheidung, bevor ich gänzlich abrutschte, entschloss ich mich, mit dem Alkohol gänzlich aufzuhören.

    Gerade in den ersten Tagen … Wochen, besonders am Abend „tropfte mir gehörig der Zahn“ , das war auch immer die Zeit, wo ich mit dem Trinken begann.

    Der Gedanke an Alkohol war fast übermächtig und wurde zusätzlich befeuert durch den Alkoholkonsum im Fernsehen, da musste ich immer wegschalten. Auch im Supermarkt machte ich anfangs einen großen Bogen um die Alk-Regale. Ich vermied alles, was mich irgendwie ans Trinken erinnerte und es half!

    Ich sagte mir immer, es gab doch schon mal eine Zeit, als ich nicht trank, da ging es doch auch! Warum soll es jetzt nicht funktionieren? Bei anderen funktioniert es auch.

    Ja, es war ein schwerer Kampf. Ich entschied mich, die Sucht entsteht im Kopf und genau da muss ich ansetzen. Ablenken!! Bloß nicht an Alk denken und besonders am Abend sich beschäftigen, bloß keine Zeit schaffen, um Bier etc. zu trinken und ganz wichtig (!!!) sein Umfeld/Wohnung alkoholfrei halten.

    Es war eine reine Trainingssache, meinem Gehirn diese Gewohnheit abzugewöhnen. Die ersten 4 … 6 Wochen waren nicht sehr einfach, ein ständiger Kampf. Dann wurde es immer einfacher und ich entspannter. Und da muss man durch.

    Viele Grüße