Beiträge von Lanananana

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    Wieder eine Woche geschafft. Es gab Tage, die waren ok - und welche die waren einfach nur entsetzlich. Ohne Energie. Einfach nur zum Heulen.


    Ich versuche den Schmerz zu akzeptieren, ohne mich hängen zu lassen und ich hoffe, dass es mit der Zeit besser wird. Ja, es ist nicht die erste Trennung in meinem Leben aber das macht es für mich gerade umso schlimmer. Wieder gescheitert.


    Ich hab viel darüber nachgedacht, warum viele es so lange an der Seite eines nassen Alkoholikers aushalten und einfach nicht sehen können oder wollen, was andere ganz klar zu erkennen scheinen.


    Bei mir hat das u.a. etwas damit zu tun, dass ich nicht in einer liebevollen Familie aufgewachsen bin, von der ich mich beschützt und angenommen gefühlt habe. Ich bin es gewohnt einzustecken und für ein bisschen Zuwendung Höchstleistungen zu vollbringen. Ich hab nicht gelernt, was eine gesunde Beziehung ist. Und ich fange erst allmählich an das wirklich zu verstehen. Zudem habe ich die Kraft meiner Liebe überschätzt.


    Bei der Übergabe der persönlichen Sachen hat er gesagt, dass er wieder angefangen hat zu trinken und zu rauchen, weil er sich nicht mehr fühlen konnte. Wie unfassbar traurig ist das? Kann das vom jahrelangem Suchtmittelmissbrauch kommen? Was war erst da - Henne oder Ei?


    Bei mir ist es gerade das totale Gegenteil. Ich spür die Verzweiflung meines Lebens gerade in jeder Zelle meines Körpers. Ja, ich bin erwachsen und ja, ich kann nicht nur für mich sorgen sondern auch für mich da sein und mich glücklich machen. Ich weiß was mir gut tut. Ich versuche mich so gut ich kann zu beschützen.


    Ich habe vieles aufgearbeitet, was mir in der Vergangenheit passiert ist. Ich versuche nach jedem Fall wieder aufzustehen. Und ich weiß, dass Selbstliebe die Basis für alles ist. Und dass jemand der exzessiv trinkt nicht mit sich verbunden ist und deshalb weder sich noch anderen ein guter Partner ist.


    Trotzdem sehne ich mich aus tiefstem Herzen nach einer Verbindung, nach dem Gefühl geliebt zu werden. Und ich glaube, das ist der Grund warum so viele so lang ausharren in Beziehungen, die nicht nährend sind. Die Hoffnung, dass man das Ruder doch noch umgerissen bekommt, dass der Acker doch noch Früchte trägt, wenn man noch ein bisschen mehr Arbeit reinsteckt, der unbewusste Glaubenssatz, dass der Spatz in der Hand besser ist als das ganz große Nichts.

    Hätte er Krebs, wäre depressiv etc würde ich ja auch nicht gehen.

    Aber er würde zum Arzt gehen und sich helfen lassen, um wieder gesund zu werden. Eigentlich lässt er dich im Stich! Er bringt sich um. Sich und eure Beziehung.



    Wenn alles so bleibt, wie es ist, wird alles so bleiben wie es ist. Wenn Du etwas veränderst, verändert sich was.


    Ich weiß, dass das schwer zu begreifen ist, wenn man mittendrin steckt, wenn man liebt, wenn man an Erinnerungen und Träumen festhält, festklammert und nicht loslassen mag und wahr haben will, dass die Realität - nüchtern betrachtet - zum Verzweifeln ist und man so verdammt machtlos zu sein scheint bzw. ist.


    Vielleicht ist die Veränderung am Ende auch anders, als Du Dir das erhoffst. Aber so wie es ist, macht es dich ja auch nicht glücklich - sonst wärst du nicht hier. Und Veränderung ist eine Chance, dich in den Mittelpunkt deines Lebens zu stellen und dich zu fragen: Will ich wirklich so leben?!

    Speranza Liebe Marie,


    nun sind wieder einige Tage vergangen und ich bin mir sicher, dass konsequent bleiben die einzige Option ist. Ich lese mir immer wieder eure lieben Reaktionen durch und auch eure Geschichten. Aber leider stellt sich bei mir nicht die Erleichterung ein, von der hier so viele von euch berichten. Die Freude darüber lieber allein zu sein und das Glücksgefühl den Terror hinter sich gelassen zu haben. Nicht falsch verstehen: Den Terror und die Abstürze und die Stimmungsschwankungen vermisse ich natürlich auch nicht. Aber die geplatzten Träume quälen mich, die Enttäuschung, die Fassungslosigkeit … Ich bin immer noch so unglaublich traurig, dass Alkoholsucht so stark und so zerstörerisch ist. Vom Kopf her weiß ich, dass es nichts mit mir zu tun hat. Aber trotzdem ploppt in mir immer wieder eine Stimme auf, die sagt: Warum kommt Liebe und die vielen schönen Momente und Aussichten nicht dagegen an? Wie bin ich da nur nochmal reingeraten. Ich bin ja schließlich schon mit einem Alkoholiker aufgewachsen und war so fest entschlossen, dass ein Mann der trinkt für mich nie in Frage kommt. Und vor allem: Warum ist es so schwer loszulassen? Und: Wie schaffe ich es, dass es nicht mehr so weh tut und ich auch so optimistisch in die Zukunft blicken kann?

    Als erwachsenes Kind alkoholkranker Eltern neigt man dazu, weiter in unbefriedigenden Situationen auszuharren, weil man es eben nicht anders kennt. Dabei vergisst man gerne, dass man jetzt erwachsen, handlungsfähig und in der Lage ist, seine Situationen positiv zu beeinflussen.

    Das stimmt leider total. Ich dachte, ich hätte das schon besser im Griff. Also auch praktisch - nicht nur theoretisch.

    Bei dir ist es nur Liebeskummer, oder besser, Trauer, um eine vergangene Beziehung, um eine Erinnerung, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat.

    Is schon mehr als „nur Liebeskummer“ … Ich hab echt viel darüber nachgedacht, wie ich da überhaupt (wieder) reingeraten bin. Am Ende scheine ich einfach komplett hilflos im Umgang mit Menschen, die es nicht gut mit mir meinen. Ich arbeite da nun wirklich schon lange dran und denke immer, ich hab’s jetzt verstanden … und dann - viel zu spät - fällt mir auf, dass ich es doch noch immer nicht wirklich drauf habe.


    Ich hab so derartig meine Ansprüche runtergeschraubt - und meine Toleranz … aber auch meine eigenen Anstrengungen so unglaublich hochgefahren, dass ich ein gefundenes Fressen bin, für Männer, die viel wollen und wenig zu geben haben. Mit wie wenig ich mich auch diesmal zufrieden gegeben habe, wird mir erst gerade richtig bewusst. Ich hab mir so vieles schön geredet, weil ich so gehofft habe endlich auch mal in einer liebevollen Beziehung zu sein.


    Bitte, sprich mit anderen, du wirst feststellen, du bist nicht allein, viele (wenn nicht alle) werden dir Recht geben

    Es beruhigt mich wirklich sehr, das zu lesen. Danke für deine/ eure Reaktion(en)!!!


    Tatsächlich fühl ich mich aber schon unfassbar allein in meiner (realen) Welt und hab das Gefühl, dass ich mit zunehmendem Alter immer weniger dazugehöre. In meinem Umfeld haben alle Familie oder einen Lebenspartner. Vor Corona war ich total oft tanzen. Damit habe ich verdrängen können, dass ich nicht nur oft allein sondern auch ziemlich einsam ich bin.

    Es ist seit dem Rückfall alles wieder wie vor der Therapie. Erst wortreiche Entschuldigungen: Er sei selbst geschockt von sich und versteht, dass ich nun endgültig aussteige aus unserem Beziehungs-„Karussell“. Wenige Tage später dann der Versuch wieder in Kontakt zu treten. Er hätte noch dies und das von mir in seiner Wohnung etcpp. Stimmt - aber ich schreibe es lieber alles ab als zu reagieren.


    Dann: Er sei verloren - von mir einfach fallen gelassen. Als ich konsequent nicht reagiere, setzt der Terror wieder ein: unzählige Anrufversuche und böse, anklagende und gemeine WA. Unterbrochen durch ein schlappes Sorry - ebenfalls per WA. Stundenlanges stehen vor meinem Küchenfenster. Und dann wieder Nachrichten, bei denen ich tatsächlich selbst kaum glauben kann, dass sie der gleiche Mensch schreibt, mit dem ich mich noch vor nicht mal zwei Wochen so verbunden gefühlt habe, dem ich vertraut habe … Die Feindseligkeit seiner Worte schockiert mich so sehr! Kann Alkohol wirklich so das Wesen verändern? Oder hab ich nur endlich die rosarote Brille verloren?


    Die letzte Nachricht war ein Abrechnung mit meinem Scheißverhalten das „gar nicht geht“ und der Ankündigung, dass er nun „raus sei“. Das würde ich wirklich hoffen, damit uns wenigstens die nächste Eskalationsstufe erspart bleibt.


    Übrig bleibe ich im Schock. Traurig und sehr alleine. Ich habe seit einer Woche mit niemandem gesprochen. Ich hab so viele Fragen. :cry:

    Das verstehe ich. Ich kann auch nicht begreifen, wie jemand seine Gesundheit ruiniert, seinen Job verliert, Schulden macht, seine Partnerschaft aufs Spiel setzt etcpp. … aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, es wird schon sehr schwierig, wenn sie es einsieht und versucht aufzuhören … es ist unmöglich, solang sie das Problem nicht selbst erkennt bzw. wahrhaben will. Wie lang möchtest Du warten, bis Du aufhörst zu hoffen? Bis sie gesundheitlich so angeschlagen ist, dass sie sich damit auseinandersetzen muss? Wenn Du jetzt etwas tust kommt Bewegung in eure eingefahrene Struktur - sonst bleibt wahrscheinlich noch lange alles wie es ist.

    Liebe Steffi, ich verstehe dich so gut. Ich konnte es auch nie fassen - und habe mich endlos oft ohnmächtig und überfordert und einsam und unverstanden gefühlt … und ich hatte auch so viel Hoffnung, dass doch noch alles gut wird … manchmal ist es allerdings verblüffend, was man hier so entdeckt bzw. zu entdecken glaubt, wenn man auf eine ähnliche Geschichte schaut - in die man aber nicht selbst emotional verstrickt ist.


    Du sagst: „Um zu gehen muss ich stabil sein und das bin ich noch nicht.“ Und dein Mann denkt vielleicht: „Um aufzuhören muss ich stabil sein und das bin ich noch nicht.“ Teufelskreis!


    Ich empfehle Dir sehr, sofort etwas zu tun, um stabil zu werden und zu schauen, dass Du da ganz schnell rauskommst. Vermutlich wird nämlich niemand kommen, Dich an die Hand nehmen und Dich retten. Und Du wirst leider auch nicht eines Tages aufwachen und plötzlich Bärenkräfte haben. Eher wirst Du noch weitere tiefe Tiefen durchschreiten und noch mehr Energie und Hoffnung verlieren …


    Als mein Freund seine Langzeittherapie angegangen hat, habe ich auch eine begonnen. Leider ist er nicht trocken geblieben und für mich ist es nun trotzdem unfassbar schwer konsequent zu bleiben - aber nicht mehr unmöglich!


    Und weil ich zudem selbst mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen bin, kann ich dir sagen: Dir mag es trotz der kriegsähnlichen Zustände ganz gut gehen. Deine Kinder werden aber vermutlich für den Rest ihres Lebens mit den Folgen der aktuellen Situation zu tun haben. Warte nicht länger! Ich wünsche Dir viel Kraft!

    Es ist nicht leicht - das kann ich bestätigen- ich kämpfe auch gerade sehr … aber wenn du jetzt schon sagst, „ich schaff es wieder nicht“ wird es unmöglich.


    Interessanterweise hast du da etwas mit deinem Mann gemein. Er schafft es offenbar auch nicht …


    Wie wäre es, wenn du dir stattdessen sagst, „ich entscheide für mich selbst, lasse mich von niemandem mehr bequatschen und werde mich ab jetzt darauf konzentrieren, alles daran zu setzen, aus der Falle wieder rauszutappen.“


    Ich wünsche dir viel Kraft! Du schaffst das, wenn Du willst!

    Ganz sicher ist aber, dass seine Sucht nichts mit dir als Frau zu tun hat. Du hast an nichts da Schuld, nichts falsch gemacht, nichts versäumt. Du bist liebenswert, liebevoll und wertvoll, so wie du bist. Wenn du das für dich verstehst tut es vielleicht nicht mehr ganz so weh. Er ist krank aber die Hilfen, die er bekommen hat und bekommen kann, konnte er bisher nicht wirklich annehmen und umsetzen. Klar tut das weh, das zu sehen. Es macht einen furchtbar traurig einen lieben Menschen zugrunde gehen zu sehen. Die eigene Hilflosigkeit zu spüren.

    Danke - ich hab mir das jetzt viele viele Male durchgelesen Danke für die lieben Worte und deinen Trost. ❤️

    Ich kann dich gut verstehen - ich hab auch so gefühlt und gedacht. Leider ist mein Freund gerade nach sechs trockenen Monaten rückfällig geworden und obwohl ich die Zeit super für mich genutzt habe und seitdem zweimal die Woche zur Therapie bin Ist der Rückfall wie eine Bombe in mein Leben eingeschlagen und hat mich ein paar Tage richtig aus der Bahn geworfen.


    Das Problem ist, dass du dich emotional weiter an den Süchtigen und seinen Therapie-Erfolg bzw. Misserfolg bindest - egal welches Etikett du dran klebst - Liebster, Freund, Lover. Und damit lieferst du dich emotional weiter einer unkontrollierbaren Situation aus. Du lässt ihn ja deshalb nicht fallen, weil er/sein Wohl dir wichtig ist. Also ist sein Scheitern auch weiter eine Bedrohung für Deine innere Balance.


    Zumindest mich hat es jetzt wieder sehr hart getroffen. Ich hoffe, dass ich keine weitere Runde mehr drehe - und das geht am besten wenn ich das tue, was ich eigentlich nicht wollte: die Beziehung beenden und auch den Kontakt.😢

    Vom Kopf her weiß ich genau, dass jetzt Schluss sein muss. Dante Die Therapie war meine große Hoffnung. Ich wünsche mir sehr, das Herz kommt diesmal hinterher… Es war seine dritte Therapie - nach einem unfassbar kräftezehrenden Auf- und Ab - die erste Therapie, die ich „mitgemacht“ habe - nach unendlichen Tiefen. Aber er weiß genau was Phase ist. Eigentlich hat er alles, was er braucht: professionelle Hilfe, Notfallstrategien, Unterstützung, die Erfahrung, wie viel besser er sich ohne Suchtmittel fühlt (bis dann der Suchtdruck sich doch wieder Bahn bricht) … Und es sah so gut aus in den vergangenen Monaten. Ich hab wirklich geglaubt, dass wir es diesmal gemeinsam schaffen, die scheiss Sucht zu besiegen und dass wir gemeinsam wachsen werden. Nun, irgendwie tun wir das ja auch - nur ganz anders als ich gehofft habe. Er schien so klar in seinem Wunsch, sein Leben zu verändern. Es lief so gut - scheinbar. Aber - und das ist das Unbegreifliche für mich - plötzlich ist der Schalter wieder gekippt und er wie ausgewechselt. Ich erkenn ihn nass kaum noch wieder. Ich dachte, ich hab mich durch Lektüre und Therapie in den vergangenen Monaten gut abgesichert und würde nicht mehr so aus allen Wolken fallen. Ich werde immer wieder aus allen Wolken fallen - das weiß ich jetzt. Und deshalb muss ich mich jetzt wirklich schützen.

    Und loslassen. Danke, dass ihr da seid. Danke für eure Worte und Tipps. Danke für die Erinnerungen an Dinge, die ich offensichtlich mehrmals lesen muss … Danke für die Geduld und die Impulse.

    Das ist eine gute Frage. Ich spüre eine schwer zu beschreibende Unruhe bis Angst in mir, wenn ich etwas nicht verstehe … und habe wohl auch die Hoffnung, die Kontrolle über die Situation - zumindest in Teilen - wieder zurück zu erlangen. Nicht weiter ins bodenlose zu fallen. Und ich will einfach nichts falsch machen oder interpretieren … und ich denke, wenn ich es verstehe, tut es vielleicht nicht mehr so unendlich weh.