Beiträge von Lanananana

    Seine letzte Nachricht an mich war, dass er sein Verhalten bereut und mich vermisst. Er hat es "verkackt". Er bereut es 24/7. Aber sein Handeln ist dann wieder ein anderes.

    Solche Nachrichten habe ich ebenfalls unzählige bekommen. Trotz zahlreicher vieler neuer Chancen, trotz Trennung … er trinkt immer weiter …

    Ich würde das alles gerne verstehen, um es für mich besser verarbeiten zu können.

    Leider ist das nicht zu verstehen. Versuch zu verstehen, warum du so lange an der Beziehung festhältst. Versuch Dich selbst zu verstehen und mach dich und dein Kind zum Mittelpunkt deiner Gedanken und deines Handelns.

    Ja, ich finde auch, dass Du die richtige Entscheidung getroffen hast. Leider habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass all die Entschuldigungen und Versprechen nicht viel Wert hatten und mal mehr mal weniger schnell vom nächsten Absturz übern den Haufen geworfen wurden. Und das, obwohl mein Ex-Freund durchaus eingesehen hat, dass er krank ist und währen der Therapien und Trinkpausen angeblich viel glücklicher war und sich besser gefühlt hat. Das hat mich lange immer wieder hoffen lassen … Er trinkt bis heute …


    Hol Dir Hilfe und schütz dich und dein Kind. Wenn du hier liest, wirst du viele solcher Geschichten finden. Ich wünsche Dir viel Kraft und einen hilfreichen Austausch hier.

    wir haben eine Tochter. Für sie wollten wir noch etwas zusammen wohnen bleiben, damit sie lernt mit der Trennung umzugehen.

    So wie du euer aktuelles Zusammenleben beschreibst, ist das extrem schädlich für deine Tochter!

    Ich kann hier gerade nur bedingt ausziehen. Ich wollte es mir nur mal von der Seele schreiben. Danke

    Vielleicht denkst du darüber nochmal nach, denn deine Tochter nimmt da gerade definitiv großen Schaden - sage ich, die ich in einem alkoholbelasteten Haushalt aufgewachsen bin.

    Er blockt sofort ab oder wird sauer und meint ich wolle ihn sein Bier nehmen. Gestern kam sogar, wenn er mich ein Glas Sekt trinken sieht, dann schmeißt er die Flasche zu Boden (ja nen Gläschen trinke ich auch mal).

    ich bin gefahren, da ich wusste er kann auf Alkohol nicht verzichten. Und ständig fragte er, soll ich dir was holen, kannst doch bißchen was trinken, Alkohol ist ja nach dem Konzert schon abgebaut.

    Er akzeptiert da kaum ein nein.

    Ist das eine Partnerschaft, wie du sie dir vorstellst?!?

    Ja, genau - deshalb ist es für einen Co aus meiner Sicht extrem wichtig, sich zurück oder endlich in den Mittelpunkt des eigenen Denkens zu rücken und daran zu arbeiten alternative Sichtweisen zu entwickeln, neue Verhaltensmuster zu erlernen, alte Glaubenssätze aufzudecken bzw. zu verabschieden und neue zu entwickeln. Also in ein „nicht-co-abgängiges“ Denken und Handeln zu kommen und das einzuüben.

    Beim Co sieht das anders aus, da ist einfach jeder Mensch ein potenzielles Suchtmittel.

    Nein - das sehe ich nicht so. Der Co hat Glaubenssätze und Muster, die es ihm schwer bis unmöglich machen, sich seines Wertes bewusst zu sein/werden und gesunde Grenzen zu ziehen. Nicht jeder Mensch ist für ihn eine Gefahr - nur diejenigen, die ihm nahe stehen und aus welchem Grund auch immer (Sucht, Personlichkeitsstörung etcpp.) manipulativ agieren. Denen kann er, wenn er nicht an seinem Selbstwert, seiner Selbstwirksamkeit, seinem Selbstbewusstsein und ggfs. Seinen Traumen arbeitet, nicht entgegentreten. Er arbeitet sich an ihnen ab, um die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen. Und er ist glücklich, wenn sein Engagement Früchte zu tragen scheint und der Partner/Angehörige sich auf den suchtfreien Weg macht (oder immFall einer Persönlichkeitsstörung) weniger toxisch agiert.

    Weißt Du Nova - ich gönne es Dir aus tiefstem Herzen, dass Dein Partner wirklich raus will aus der Sucht. Und ich hoffe, dass Du sonst tatsächlich so konsequent sein kannst, wenn er sich irgendwann doch nicht mehr so sicher ist. Aber aus meiner Sicht bist Du aktuell immer noch nicht unabhängig von ihm. Sonst würde sich in Deinem Leben und in deinem Schreiben nicht so viel darum drehen, wie es ihm gerade geht.

    Als Tochter eines Alkoholikers sage ich Dir, Du nimmst ihnen nicht den Vater weg, wenn Du gehst solange er nicht stabil trocken ist -Du bringst sie in Sicherheit. In diesem Auf uns Ab an der Seite eines nassen Alkoholikers aufzuwachsen ist traumatisch und beeinträchtigt sie in ihrer Entwicklung nachhaltig.

    Ich weiß ja wie heftig Sucht sein muss (ich habe mal irgendwo gelesen, dass der Suchtdruck vergleichbar sei damit ganz ganz dringend auf Toilette zu müssen oder in der Wüste kurz vorm verdursten zu sein ), aber ich denke dann: das mag ja so sein, wenn er wieder mitten drin steckt - aber doch nicht beim ersten Glas nach einer wochen- oder monatelangen Abstinenz. Da muss doch klar sein, dass dies eine Entscheidung gegen mich ist. Neee, ist es aber nicht. Ist ausschließlich eine Entscheidung für den Alkohol und alles andere wird ausgeblendet...also glaube ich jedenfalls. Was weiß ich schon.

    Eine Entscheidung für den Alkohol ist nach einer LZT oder längeren Abstinenz aus meiner Sicht eine Entscheidung für den Alkohol UND gegen das nüchterne Leben - in der Partnerschaft/der Beziehung! Also sehr wohl eine Entscheidung gegen mich oder dich als Partnerin.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand der sich weitgehend informiert und einliest keine Einsicht haben kann?

    Ist aber leider so. Ich verstehe das auch nicht. Aber die meisten Trinker (und Raucher) wissen, dass sie ihren Körper zerstören und machen trotzdem weiter. Das nennt sich Sucht.


    Und du hast Dich offenbar bislang co-abhängig verhalten - das kannst Du aber sofort ändern - und das gute ist: das hast Du selbst in der Hand! In jedem Fall bist Du weder eine Versagerin noch Schuld. Hör auf Teil des Systems zu sein und die zigste „letzteChance“ zu geben. Das zieht das ganze lediglich in die Länge.

    kennt ihr - als erwachsene Alkoholiker-Kinder - solche Momente? Bzw. ähnliche?

    Ich kenne das super gut. Ich war gerade selbst wieder für ein paar Tage in einem dieser Löcher. Und wie Du, komm ich inzwischen schneller wieder raus. Aber dafür hab ich viel an mir gearbeitet und wenn ich drin stecke bin ich trotzdem oft nahezu panisch, weil ich mich dann so allein und unverstanden fühle. Du bist definitiv nicht allein - und nein, deine Reaktion ist aus meiner Sicht auch nicht „überzogen“. Ich sehe darin eine Traumafolge. Für Kinder ist es traumatisch in einer Suchtfamilie aufzuwachsen. Ich finde, Du beschreibst das gut mit dem „Speißel“, der (noch) feststeckt. Ich hoffe, wir bekommen ihn irgendwann raus.