Beiträge von Lanananana

    All deine Gedanken verstehe ich sehr gut, weil ich sie auch hatte in meiner Beziehung mit einem süchtigen Partner. Auch ich habe lange selbst gar keinen Alkohol mehr getrunken… ihn beraten, ihm versucht zu helfen … Rückblickend hat es leider nichts genutzt und kritisch betrachtet hab ich mich mehr und mehr 24/7 gedanklich damit beschäftigt, wie ich ihn unterstützen, schützen, motivieren, bei Laune halten kann. Du musst für dich den richtigen Weg finden - aber sei achtsam: Verlier Dich dabei nicht selbst aus den Augen. Er muss für sich sorgen und Entscheidungen treffen und du für Dich. Wenn er in die Gaststätte will, dann kannst du das nicht verhindern - aber du kannst gehen, wenn er dort wieder anfängt zu trinken.

    Dein Verzweiflung verstehe ich gut. Wenn man nicht süchtig ist, kann man diese selbstzerstörerische Abhängigkeit schwer verstehen. Aber es ist nicht deine Aufgabe gewesen, ihn zu retten! Wenn du ein bisschen zur Ruhe gekommen bist, wäre es aus meiner Sicht gut, die Frage einmal umzudrehen: Warum konntest du Dich (und deine Kinder) nicht retten? Warum hast du sein Wohl vor Dein eigenes gestellt? Warum hast Du ein Leben ausgehalten, das sicher ganz anders war als Du es Dir für Dich und deine Kinder ersehnt hast? Ich wünsche

    Dir viel Kraft, um diese schwere Zeit durchzustehen und einen hilfreichen Austausch hier.

    Liebe Petra, ich mache Dich darauf aufmerksam, dass die Auswirkungen auf die Psyche der Menschen, die in so einem Umfeld aufwachsen, enorm sind. Auch wenn die Betroffenen später sagen, alles ok, ich hab das halbwegs gut überstanden. Ich möchte als Betroffene, die auch lang dachte, ich hab das soweit gut weggesteckt (hab ich nicht!) darauf aufmerksam machen, weil Co-Abhängige Mütter gern sagen „ich wollte dir das Elternhaus/den Vater/die gewohnte Umwelt nicht nehmen“ und damit ihr „Nicht-Handeln“ rechtfertigen. Rückblickend sagt auch meine Mutter: Ich hab das, was du von deinem Vater nicht bekommen hast, doch ausgeglichen. Aber das funktioniert nicht und neutralisiert auch nicht die Traumen, die entstehen, wenn man als Kind Zeuge von Szenen wird, wie auch du sie beschreibst.

    Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern. Und ich glaube Dir, dass Du versucht hast das Beste zu tun und selbst überfordert warst mit der Situation. Nachträglich ein Etikett drauf zu kleben: „Bei uns haben die Kinder keinen Schaden“ genommen finde ich aber - für alle die mitlesen, ein fatales Signal, weil du das gar nicht beurteilen kannst!!! Deshalb habe ich mir erlaubt, das zu kommentieren.

    Liebe Petra, jemand der nicht an der Seite eines süchtigen Vaters aufgewachsen ist, kann sich offenbar nicht im Ansatz vorstellen, wie sehr sich das auf die persönliche Entwicklung eines Kindes auswirkt und wie schwer es ist noch als Erwachsene damit klar zu kommen. Meine Mutter redet sich das ebenso schön.

    Ich habe das Gefühl….da ich seit bald 5 Wochen nur noch das mache was mir gut tut…….und Ihn eigentlich komplett ignoriere er immer bösartiger und beleidigender wird 😔 er kommt besoffen nachhause und jammert und schreit rum…..er braucht Harmonie aber hier bekommt er sie ja nicht…

    Ist dir bewusst, dass das eine nicht ungefährliche Situation ist? Alkohol enthemmt und ist ein Nervengift- zusammen mit Verzweiflung und Frust eine schwierige Kombi, die auch aus dem friedlichsten Zeitgenossen einen impulsiv handelnden Aggressor machen kann.

    Ich habe die vergangenen Monate versucht, mich umzuprogrammieren: Liebevoller und wertschätzender mit mir selbst zu sprechen, destruktive Glaubenssätze umzuformulieren und ins Konstruktive zu wenden, mir eine gute Zeit zu machen, schöne Aktivitäten zu planen etcpp. Ich würde auch sagen, all das durchaus mit Erfolg … und trotzdem bleibt diese bodenlose Traurigkeit, dieses Gefühl, niemanden zu haben und auch nicht zu finden, dem ich etwas bedeute... Ich versuche dem nicht zu viel Raum zu geben, damit es nicht zu groß wird - aber ich kann auch nicht so tun, als wenn es nicht da wäre. Vielleicht kennt ihr das? Ich suche noch immer nach Inspiration.

    Was, wenn das exakt das ist, was dein Mann sich sagt, wenn Es darum geht, Gründe zu finden, warum es nicht möglich ist mit dem Trinken aufzuhören? In irgendeinem Profil steht ein Spruch, den ich wirklich sehr schätze: Wer will, findet Wege - wer nicht will Gründe … ich bin sehr sicher, die Kraft kommt zurück, wenn Du nicht mehr mit so schwerem Gepäck unterwegs bist.

    Eins noch Pamela 71 - je öfter Du sagst „es ist so schwer“, „ich kann nicht“ , „ich bin so fertig“ desto mehr wirst Du Dich so fühlen. Du denkst, schreibst und sprichst Dich ja geradezu nieder. Versuch dir lieber selbst Mut zuzusprechen. Und für den Anfang reicht es auch, kleine Schritte zu machen aber mach was. Dann kommt das Selbstvertrauen Stück für Stück zurück.

    Aber du bist doch extrem unglücklich! Und um es mit den Bremer Stadtmusikanten zu sagen: „Was besseres als den Tod findest Du überall!“ Lass los! Bevor Du wirklich mit unter gehst. Oder setz ihm ein letztes Ultimatum und wenn nichts passiert geh. Ich kenne diese „verwirrend vielen Gesichter“ übrigens auch und bestätige Dir, dass Dich das über kurz oder lang in den Wahnsinn treibt, wenn Du Dich nicht um Dich kümmerst, bevor Du gar keine Energie mehr hast. Wer sagt denn, dass Du alle Freunde verlierst? Und wenn wirklich - wer sagt denn, dass dann nicht Platz für neue ist - Freunde, die Dir unter Umständen viel besser tun? Wer sagt denn, dass nicht ganz viele neue Erfahrungen auf Dich warten, die viel besser sind als Du Dir das jetzt vorstellen kannst. Nur Mut! Du bist stärker als Du denkst und die Welt ist nicht so bedrohlich, wie Du Dir das ausmalst. Ich wünsche Dir von Herzen einen „Mutausbruch“!

    Auch wenn es sich besch.... anhört, es wäre wahrscheinlich das Beste, das euch passieren könnte, wenn er zumindest mal ins Kh oder die Psychiatrie eingeliefert wird.

    Nein! Das Beste ist, wieder in die Kraft zu kommen und für sich zu sorgen! Und zwar für den Alkoholkranken und für den Co. Machen! Handeln! Entscheidungen treffen und umsetzen! Selbstwirksamkeit gibt Selbstbewusstsein!

    Symptome hat er einige starken Husten und fast täglichen Durchfall…….aber zum Arzt geht er nicht 😞😞😞 ich schweige lieber bevor es Krach gibt…….😢😢😢

    Liebe Pamela, du kannst es nicht „wegschweigen“ - wenn Du Dir wirklich Sorgen um ihn machst und selbst leidest, musst Du aktiv werden. Selbst wenn es dann ungemütlich wird. Und auch wenn ihr evtl. keinen gemeinsamen Weg da raus findet. Aber so geht ihr beide vor die Hunde.

    Mein Vater ist übrigens an den Folgen seines übermäßigen Bierkonsums mit 50 ziemlich elendig verstorben.