Beiträge von Lanananana

    Ich habe mir vorgenommen, den Kontakt einzuschränken bzw. einzustellen

    Sehr gut!

    Falls mein Mann sich dazu entschließt weiter zu trinken, wird er seinen Job verlieren.

    Das kenne ich leider auch zu gut. Allerdings sollte es Dich motivieren, Dich ggfs. finanziell unabhängig von ihm zu machen, indem Du eine Beratungsstelle suchst und schaust, ob Du nicht von anderer Stelle Unterstützung bekommen kannst.

    Ich weiß auch einfach nicht, ob ich die Kraft habe ihm das zu verzeihen.

    Auch das kann ich sehr gut verstehen. Ich vermute, das kommt nun auch stark darauf an, wie er sich in den nächsten Tagen verhält: trinkt er weiter oder zieht er sofort wieder die Reißleine und arbeitet an seiner neuen Abstinenz.

    Ja, es ist eine Krankheit aber vor dem Rückfall gibt es immer die Möglichkeit, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oder eben die Entscheidung zu treffen, wieder zu trinken. Seine Verantwortung. Ich nehme an, ihr habt vor Jahren darüber gesprochen, was ein Rückfall für Dich/Euch bedeutet?

    Die SHG von meinem Mann habe ich auch angerufen um Unterstützung zu bekommen. Dort wurde mir gesagt, das mein Mann so suchterfahren ist, dass er genau weiß, was er tun muss und das es an ihm liegt, welchen Weg er geht. Ich sollte gut für mich und die Kinder sorgen und ihn alkoholisiert nicht reinlassen. Ich bin wütend, traurig und verzweifelt zugleich. Vielleicht mag sich jemand mit mir austauschen.

    Ich finde das super wichtig! Wie gut, dass du dort angerufen hast! Lass dich bitte nicht von den Schwiegereltern verunsichern. Die Verantwortung für sein Verhalten trägt allein Dein Mann. Du musst jetzt schauen, wo Du Hilfe bekommen kannst. Da weiß ich leider keinen konkreten Rat! Aber es ist absolut notwendig und richtig, dass Du konsequent gehandelt hast und Dich und deine Kinder schützt!

    Ich denke, dass bei Menschen, die in so einer ungesunden Situation verharren, etwas mit dem Selbstwertgefühl nicht ok ist. Etwas, das heilen muss - und dabei kann professionelle Hilfe unterstützen. Oft liegen die Gründe für die Wunde in der Ursprungsfamilie. In meinem Fall ganz sicher. Mir hilft professionelle Unterstützung durch eine Therapeutin aktuell (nochmal), besser zu verstehen, warum ich so anders handel und fühle - wie zum Beispiel meine Freundinnen - die längst die gesunde Flucht ergriffen hätten, wo ich noch immer festgehalten, gehofft und entschuldigt habe - was eigentlich gar nicht zu entschuldigen war. Und was ich tun kann, um neue, bessere Verhaltensmuster zu etablieren und bei mir zu bleiben.

    Ich bewundere Euch, die ihr es geschafft habt, den Alkohol hinter Euch zu lassen. Eure Stärke, eure Entschlossenheit! Eure Dankbarkeit nüchtern zu sein!!! Diese Dankbarkeit liest sich so wunderbar. Das berührt mich wirklich sehr. Und manchmal bin ich auch traurig, dass mein Ex-Freund nicht so entschlossen gewesen ist. Dass für ihn die nüchterne Zeit keine Chance auf ein besseres Leben war - sondern nur eine weitere Trinkpause. Dass er einfach lieber säuft.

    Und ich bin erschüttert darüber, was wir Angehörige, wir Co-Abhängige uns bisweilen alles bieten lassen und trotzdem noch auf ein Wunder hoffen - auf einen Sinneswandel und ein Happy-End. Wie wir uns selbst belügen. Welche Schwere wir hinnehmen. Wie klein wir uns machen. Wie wir uns selbst verlieren.

    Mit Abstand wirklich schwer zu verstehen. Wir haben mehr verdient! Mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuneigung, mehr Empathie, mehr Liebe! Von unseren Partnern und auch von uns selbst! Lieber allein als in schlechter Gesellschaft.

    Und trotzdem gibt es Abende, da kann ich es einfach alles nicht fassen … da schwappt so viel Traurigkeit über mich …

    … aber wenn ich dann in mich spüre muss ich zugeben, dass die besser auszuhalten ist als die Verzweiflung und die Ohnmacht und das Entsetzen … morgen ist ein neuer Tag! Ich bin immer noch auf einem guten Weg!

    Ich finde nicht, dass das „dämlich“ ist. Es ist bedürftig - und das in einem sehr ungesunden Maße. Und bedarf deshalb ebenfalls einer professionellen Hilfe/Unterstützung. Ich kenne das Gefühl auch sehr gut. Diesen sehr großen Wunsch anzukommen. Auch endlich irgendwo dazuzugehören. Aber der Preis für wenige Momente, die man sich ja auch noch schön redet ist, ist immens hoch und alles führt leider auch nicht zum ersehnten Ziel. Ich „arbeite“ gerade sehr daran, mir selbst zu genügen. Mir jetzt und rückwirkend das zu geben, was ich von meiner Familie und den Partnern nicht bekommen habe. Mich selbst zu lieben. Und das verträgt sich tatsächlich nicht so gut damit, dass man sich freiwillig so ungesunden Beziehungen und/oder Familienstrukturen aussetzt.

    Ich möchte mir aber auf jeden Fall angucken wie er "nüchtern" ist und ob seinen Worten Taten folgen.

    Pass auf Dich auf. Desto länger Du da mir drin hängst, desto schwerer wird es unter Umständen loszulassen … und bis er wirklich nüchtern ist, dauert es noch sehr sehr lang … selbst wenn er es schafft, ab jetzt jedes Glas stehen zu lassen.

    Denn für ihn steht fest das ich ihn betrüge und verarsche und ihn nur ausnutze. Das sind immer so die Situationen wo ich mich frage, warum? Warum denkt man so von mir?

    Ich glaube, dass das Ablenkungsmanöver von ihm sind - und vielleicht steigert er sich auch in seinem alkoholvernebelten Gehirn in was rein. Ich jedenfalls kenne so absurde Vorwürfe auch und erinnere mich gut daran, wie ich versucht habe zu erklären, was nicht zu erklären ist. Und wie sehr mich das frustriert und geschwächt hat. Wie ohnmächtig ich mich deswegen gefühlt habe.

    Warum hab ich nicht die Kraft dagegen anzugehen? Weg zu gehen? Dann ärgere ich mich über mich selber, das ich es immer wieder mit mir machen lasse. Und bin unendlich traurig. Ich bin jetzt fast 46 Jahre alt. Wieder von vorne bei Null anfangen? Schaffe ich das alles?

    Du hast nicht die Kraft, weil du im Moment noch mittendrin steckst und das wahnsinnig Energie zieht. Mit Abstand wird das besser. Da merkt man erst mal, wie komplett absurd die Tänze sind, die man da tagtäglich „tanzt“. Wenn du es schaffst, dich aus dieser ungesunden Situation zu befreien, musst Du nicht bei Null anfangen. Du hast die Chance auf einen Neuanfang - aber du startest nicht bei Null.

    Du definierst die Grenze für Dich. Und ja, wenn keine Einsicht da ist, würde ich jetzt die Koffer packen. Es wird nämlich mit jedem Tag schwieriger loszulassen und evtl. auch schlimmer. Alkohol verändert. Die Menge, die Du nennst, ist bereits ausreichend, um großen körperlichen Schaden anzurichten. Aber noch viel wichtiger: Es stört Dich ja bereits jetzt etwas - sonst wärst du nicht hier.

    Wenn Du an der Beziehung festhalten möchtest, wie sie ist, wird es so weitergehen - vermutlich schlimmer werden. Mein Vater ist mit 50 an den Folgen des Alkoholkonsums gestorben. Er hat nur Bier getrunken. Aber im Laufe der Jahre eben immer mehr davon. Ich erzähle Dir das, weil du dein Kind erwähnst. Du kannst sicher sein, dass es mehr mitbekommt als Du denkst. Und das ist wirklich ein schweres Los. Ich leide noch heute unter der Situation unter der ich aufgewachsen bin.

    Hallo Angy, willkommen hier. Das, was Du da beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Habe ich über meinen Ex-Freund gesagt und viele Male so oder ähnlich hier gelesen: „nüchtern ist er so toll“ - „nur wenn er betrunken ist wird er sauer, doof und aggressiv“. Aber kann man den nüchternen Partner wirklich trennen von dem, der Alkohol konsumiert und sich dann total verändert? Ich fürchte nein!

    Ja, er lässt es an Dir aus, weil,Du ihn beim Trinken störst.

    Ich weiß genau wie sehr dieses Auf und Ab an den Nerven zehrt. Wie sehr es einen verunsichert und runterzieht. Was genau erhoffst Du Dir hier?

    Bevor ich zur Suchtberatung ging fühlte ich mich entschlossener. Das hat mich jetzt irgendwie zurück geworfen.

    Das kann ich sehr gut verstehen - während ich den Rat des Suchtberaters überhaupt nicht verstehen kann. Was ich mich frage: Hat er vielleicht gar nicht verstanden, dass du für dich bereits einen Schlussstrich gezogen hattest? Denn ich wundere mich auch über deine Reaktion: Warum hast du xxx überhaupt angerufen? Weil du insgeheim hoffst, dass der Berater den richtigen Knopf bei xxx drückt und doch noch ein Wunder geschieht? In dem Moment, wo du ihn anrufst, um ihn zu fragen, ob er mit zur Suchtberatung geht bist du auf jeden Fall wieder mittendrin in der Beziehung und dem Auf und Ab mit deinem nassen Alkoholiker.

    Liebe MaBee, vielleicht hilft es Dir, so wie mir, Dich 100% auf Dich und Deine Perspektive zu konzentrieren und auf das Jetzt. Denk nicht darüber nach, ob „er“ es rafft - sondern frag Dich, was braucht es noch, damit du verstehst, dass das so niemals zu einer glücklichen Beziehung führt (nicht zu verwechseln mit glücklichen Augenblicken auf die dann umso schlimmere Augenblicke folgen). Frag dich nicht, ob er gerade Sehnsucht hat, oder leidet oder an Dich denkt sondern frag dich, kann mich die Situation, so wie sie mit einem nassen Alkoholiker ist, auf Dauer glücklich machen. Usw. Immer wenn meine Gedanken weg von mir gewandert sind und weg aus dem gegenwärtigen Moment, bin ich abgerutscht in Traurigkeit, Sehnsucht oder ZukunftsFANTASIEN … in Mitgefühl, in falsche Schuldgefühle etcpp.

    Wenn du bei Dir bleibst, merkst Du wie viel Energie das Hin und Ger mit einem nassen Partner zieht und wenn Du im Jetzt bleibst, fällt dir auf, dass es viele Möglichkeiten gibt, sich selbst etwas Gutes zu tun, wenn man seine Energie nicht anderweitig verschenkt.

    Ich geb dir mal ne andere Perspektive drauf zu schauen: Es ist wirklich sehr gut, dass sie sich nicht meldet. Das gibt dir die Chance in Ruhe Abstand zu gewinnen, zu trauern und dich zu sammeln. Würde sie weiter schreiben, wäre es als würde sie immerzu an einer Wunde rumpulen auf der gerade Schorf gewachsen ist. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das wirklich sehr belastend ist. Verabschiede dich von dem heimlichen Wunsch, dass dich noch ein Wunder geschieht und sie plötzlich so ist, wie du es Dir wünschst. Das raubt dir nur Kraft und Energie auf deinem Weg in ein besseres Jetzt. Lieben Gruß!

    Also, die Sorge, dass die nächste Frau „Lorbeeren einsammeln“ könnte, verstehe ich nicht. A) ist das mehr als unwahrscheinlich, denn offenbar gibt es ja nicht wirklich eine Krankheitseinsicht. Und sollte es B) doch so sein, dass er sein Leben nach eurer Trennung umkrempelt und glücklich mit jd anderem wird, umso besser. Dann hat er noch eine gute Zeit vor sich und du auch. Ich finde schon, dass du an einer Situation festhältst, die dich ganz offenbar nicht erfüllt - also redest du dir da sehr wohl etwas schön. Wer sagt denn, dass du überhaupt einen Mann brauchst? Vielleicht stellst Du fest, dass du allein viel weniger Stress hast und dich ganz und gar darauf konzentrieren kannst, dich selbst zu verwöhnen. Vielleicht lernst du aber auch einen anderen Mann kennen, mit dem du viel glücklicher bist. Alles ist möglich, wenn du dich traust den ersten Schritt zu gehen.

    die Zitate sind irrtümlich bei mir gelandet, anstatt bei Lana.

    Wenn ich nachher meinen Laptop zur Hand habe, kann ich den Beitrag an die richtige Stelle verschieben :)

    Liebe Cadda, die Zitate beziehen sich auf ein Statement in deinem Faden. Eine Reaktion auf Hartmut zum Punkt, ob man Abhängigkeit und Co- Abhängigkeit vergleichen kann. Sie sind also eigentlich dort wo sie hingehören. Du musst sie nicht umtopfen 😊 Lieben Gruß!

    Die durch und durch traurigen Tage sind tatsächlich seltener geworden und manchmal erwische ich mich sogar in glücklichen Momenten - mit mir ganz allein. Das ist wundervoll und gibt mir echt Hoffnung. Aber es gibt auch noch Momente tiefster Traurigkeit.

    Mein Ex-Freund ist leider nicht allzu lang auf Tour geblieben. Sein Plan habe nicht geklappt, hat er geschrieben - und vieles andere mehr, um wieder in Kontakt zu kommen. Gelesen habe ich das alles - beantwortet nicht - aber es hat mich zwischendurch nochmal ganz schön belastet. Auch weil es nicht meinem Bild von mir entspricht, Bitten und Betteln zu ignorieren.

    Vorwürfe, Flehen und Hilfeschreie haben wieder an mir gezerrt und es war wirklich schwer, nicht zurück in die alte Perspektive zurück zu rutschen. Allerdings ist mir durch den Abstand aber auch viel klarer, dass ich mir viel zu viel gefallen lassen habe und mir ebenfalls viel zu viel schön geredet habe. Mir das immer wieder bewusst zu machen, hat mir geholfen, konsequent zu bleiben.

    Meine Grenzen waren im Rückblick in der Beziehung - leider - stets verhandelbar. Ebenso meine Werte. Und ich hab mich viel zu schnell bequatschen lassen, weil ich so sehr an ein Happy End glauben wollte.

    Fakt ist: Ich habe jetzt wieder mehr Kontrolle darüber, ob es ein guter oder ein schlechter Tag wird. Ohnmacht und Verzweiflung sind weg! Das ist wirklich ein Segen! Fassungslosigkeit winkt manchmal noch um die Ecke - dann winke ich eher ablehnend zurück und überlege mir schnell etwas, was mir gut tut und mich ablenkt von den traurigen Gedanken.

    Ich bin auf einem guten Weg. Sehr glücklich darüber, wieder klarer zu sehen und gleichzeitig immer noch traurig, dass er und damit auch wir als Paar es nicht geschafft haben. Und das ist auch ok so. Schließlich habe ich ihn sehr geliebt - und tu das immernoch- deshalb wünsche ich ihm, dass er es trotzdem noch packt.

    Aber ich habe auch begriffen, dass es so, wie es war, absolut aussichtslos gewesen ist. Für ihn, für uns und für mich. Ich bin zurück bei mir - und neugierig darauf, wie es weiter gehen wird.