Beiträge von NIKA.

    Ich war ca 5 Jahre alt als mir bewusst wurde, dass mit meiner Mutter etwas nicht stimmt, wenn sie aus diesen Flaschen trank. Sie wurde da echt komisch, mal ganz lustig, mal sehr traurig, ab und zu böse.

    Ich habe dann angefangen das Zeug zu verwässern, wenn sie schon so viel hatte, dass es ihr nicht mehr auffiel.

    Meine Schwester und ich haben still gelitten, mit uns hat niemand über diese Krankheit gesprochen, alles wurde vertuscht, verheimlicht.

    Tja so viel dazu, dass Eltern glauben, die Kinder bekommen nichts mit.

    Der typische Alkoholiker, deshalb will/kann ich mich nicht so benennen…..dies lese ich so oft und mein Bild eines typischen Alkoholikers ist ein völlig anderes.

    Aufgewachsen im Akademikerhaushalt. Mutter, Vater Alkoholiker. Beide in leitender Position.

    Es gab Feste bei uns zu Hause, da schlackern jedem die Ohren und die Augen fallen einem aus dem Kopf.

    Alles Professoren, Doktoren,….und alle besoffen. Nicht einmal nicht zweimal. Die Feste waren nahezu täglich, ich und meine Schwester mitten drinnen, als ich älter wurde haben wir mitgesoffen, egal ob am nächsten Tag Schule war.

    Der vermeintlich typische Alkoholiker war nie bei uns zu Hause. Ich kenne es so.

    Ich bin Alkoholikerin und werde das immer sein. Und nein ich schäme mich nicht, mich als Alkoholikerin zu benennen.

    Diese Krankheit betrifft alle.

    Vielleicht denkt sich aber das Suchthirn auch: Morgen will er sicher auch nicht trinken….und wird immer leiser und leiser.

    Für mich ist der Satz gerade am Anfang der Abstinenz sehr wichtig gewesen. Da habe ich mich sehr aufs jetzt und hier fokussiert. Kein aber, kein Morgen usw.

    Den Punkt musst aber vorher selbst erkennen, dann akzeptieren.

    Ab dann bin ich bei dir, dass die Sucht alles an sich reißt an Auslösern was auch immer. Denn dann wirds erst bewusst. Vorher bist doch in der Verleugnung.

    Braucht Sucht eigentlich eine Begründung?

    Nein, mit meinem heutigen Wissen nicht.

    Damals ja, wobei der Begriff Sucht, süchtig noch weit weg war aus meinen Gedanken.

    Denn ich hatte ja alles unter Kontrolle.

    Damals ich war 13, in einem Mädcheninternat. Die anderen waren alle sooo cool und ich wollte dabei sein. Nach den ersten Besäufnissen war ich es auch. Und ich wurde süchtig danach.

    Und erst 30 Jahre später, die klare Erkenntnis, dass saufen muss aufhören.

    Und da fängt das umlernen erst an, früher beim Kochen gesoffen, beim Putzen, in der Badewanne, eigentlich überall. Wir haben auch in der Arbeit gesoffen, war alles ganz normal. So viele Alltägliche Handlungen, die bei mir mit Alkohol verknüpft waren…

    Zu lernen, diese Gewohnheiten umzulenken, anders zu gestalten, das hat bei mir gedauert. Aber es funktioniert, nicht sofort, brauchte bei mir einige Zeit.

    Naja, es funktionierte 5 Jahre lang, danach wurde ich unaufmerksam, habe sehr vieles ignoriert. HALT, mein Köfferchen, Grundbausteine, alles eben.

    Ich war so was von überfordert und anstatt hier darauf zu sehen, Dinge zu ändern, musste ich mich allen beweisen, weil ich bin stark, ich kann das alles mit links. Mein Suchthirn applaudierte, bestärkte mich, und ich habe ihm gierig zugehört. Sechs Monate war ich wieder im Dauerrausch. Als ich mich Entschloss dass dies die dümmste Idee war, suchte ich nach Gründen, natürlich könnte ich so einige aufzählen, aber der Grund war ich, ich allein.

    Ich habe nicht mehr auf mich geachtet, ich habe mich vernachlässigt, mich fast wieder aufgegeben.

    Es sind jetzt fast wieder drei Monate, dass ich mich vom Teufelskreis befreien konnte.

    Hallo OG92

    Es wird sich bald ein Mod bei dir melden, aber schon mal eins vorweg

    Ja es wird definitiv besser, wenn du den Alkohol weglässt.

    Die Scham, den Selbsthass kenne ich. Tatsächlich habe ich das alles mit zunehmender längeren Abstinenz, anders beurteilen können. Das ist alles ein Prozess.

    LG und gut, dass du den Weg hierher gefunden hast.

    Ich kann deine Gefühle nachvollziehen. Ich selbst bin Alkoholikerin und meine Mutter war es auch. Seit ich mich erinnere kam es immer wieder zu sehr schlimmen Situationen mit ihr. Die prägendste für mich war als sie völlig betrunken das Bett verfehlte und mit dem Kopf in der Nachttischlampe, die völlig aus Glas war, landete. Ich war 6 Jahre alt, meine Schwester 5. Wir waren allein zu Hause, unser Vater in der Arbeit.

    Ich will das gar nicht näher ausführen, jedenfalls hat sich meine Mutter 10 Jahre später suizidiert. Meine Schwester meinte letztens, stell dir vor sie würde noch leben?

    Ich kann dich verstehen.

    Hallo JEB

    Ich bin wegen meiner Erkrankung durch Medikamente seit über 6 Jahren im Wechsel. Suchtdruck hatte ich deswegen nicht, aber meine Emotionen waren/sind deswegen oft sehr stark, natürlich auch körperliche Symptome. Sehr müde, sehr wütend, sehr traurig usw. das hat sich aber nach einem Jahr eingependelt.
    Vielleicht solltest du dass für dich überprüfen?

    Vielleicht führt das eine zum anderen?

    Ich find unser Forum deshalb so gut, weil hier so verschiedene Fraktionen da sind. Angehörige, Kinder und Alkoholiker.

    Ich bin Alkoholikerin und eins lass ich da, die Sucht ist wichtiger als alles andere.

    Ganz wenige schaffen es raus aus der Sucht und wenn ich von mir ausgehe, hatte ich den Weg rausgefunden, nicht mein Sohn, Partner, sondern ich allein.

    Ich wusste immer was ich anstelle, wenn ich trank, aber die Kommentare waren mir egal. Bis ich selbst nicht mehr wollte. Ich glaube, dass niemand jemanden dazu bringen kann, mit dem trinken aufzuhören.
    Er oder sie muss diese Erkenntnis selbst bekommen.

    Ganz schlimm die Sucht war mir wichtiger als mein Kind. Und mein Partner war mir noch mehr egal.

    Das bringt euch nichts zu hinterfragen, warum denkt er nicht an die Kinder oder an mich.
    Er denkt nicht, dass ist seine Suchtstimme. Das könnt ihr nicht reparieren.

    Also das verstehe ich jetzt überhaupt nicht.

    Wir möchten nicht, dass über Dritte hergezogen wird, die sich nicht äußern können

    Ich und auch viele andere haben schon ihren Unmut über Kollegen, Chefs, Männer, Frauen, Kinder …. hier lassen dürfen. Das hat doch nichts mit lästern zu tun. Wie ich schon schrieb, vieles was geschrieben wird, dient auch zum einfach nur Frust rauslassen.
    Und das hat nichts mit einem Läster Club zu tun.

    Ich verstehe das jetzt alles gerade überhaupt nicht.

    Naja, wenn es jemanden so beschäftigt, was ich hier bei Absti rauslese, kann es durchaus so sein, ohne dass derjenige das auch glauben mag, dass Suchthirn nimmt sich alles, was es braucht um „befreit“ zu werden.

    Aber ich schätze das Forum deshalb auch so sehr, dass ich meinen Frust auch rausschreiben kann.

    Nimmt auch viel Druck raus. Einfach zur Regulation, na klar sind dann auch andere Meinungen da, aber das macht es doch aus?
    Ist nur meine Meinung.