Beiträge von Anita

    Lieber Veru, gratuliere zu der 5. Wochen .. weiter so!!!!!!

    Frage: weil du schreibst ein großes Glas Fanta reicht, um den Gedanken zu ersticken. Lese das hier schön öfter, dass was intensives/zuckerhältiges dann getrunken wird. Hat das einen Hintergrund .. Zuckergehalt oder ist es bloß so?

    Sorry, vielleicht eine blöde Frage...

    GLG

    Lieber Egon!

    Ich finde es großartig, dass du deine Abstinenz durchziehst und ich finde es bewegend, wie du diese innere Leere beschreibst.

    Ich bin kein Profi, also keine Psychologin, aber ich habe mich selber mit mir beschäftigt und ich denke, dass jeder Mensch auf die eine oder andere Art und Weise Leere empfindet und/oder sich auch schwer tut, Freude zu empfinden und den Sinn zu verstehen. Zumindest durchgehend. Ich hatte nichts mit Alkohol am Hut, war aber 10 Jahre mit einem in einer Beziehung. Im Grunde war aber der Grund, dass ich selber mit einer Sucht zu kämpfen hatte. Magersucht/Bulimie. Ich konzentriere mich (oder versuche es) auf mich selber und empfinde auch oft diese Leere. Ich habe total liebe Menschen um mich, v.a. auch in allen Altersklassen und die frage ich dann ganz ehrlich, wie sie das machen, immer zufrieden zu sein. Bei diesem Gesprächen erfahre ich aber, dass es vielen, vielen, vielen anderen auch so geht. Menschen, die meines Erachtens ein tolles Leben führen, Hobbies haben, Freunde .. auch die fühlen das. Sie ziehen sich dann auch zurück und sind traurig, halten auch Fadigkeit aus. Ich glaube, weil wir so mit unserer Sucht beschäftigt waren (egal welche jetzt), das wir teilweise verlernt haben, wie das "normale Leben" auch sein kann.

    Natürlich kann auch eine Erkrankung dahinter stecken, eine echte Depression. Aber das was du geschrieben hast, das ist mir sehr bekannt vorgekommen, zumindest diese "down-Gefühle".

    Für mich ist es auch mühsam, in diesen Momenten dann zu überlegen, was brauch ich JETZT, was tut mir gut .. das ist oft so anstrengend, dass ich davon müde bin und nur noch mehr grantig werde. Und ungeduldig...

    Aber ich werde immer besser darin, es auszuhalten und als "normal" anzusehen!

    Alles Liebe und viele gute Gedanken und Idee, auf was du Lust hast -- und sei es nur eine gute Tasse Kaffee!

    GLG Anita

    Hi Florian!

    Danke, da kannst du auch Recht haben. Weil im Inneren muss er es gewusst haben. Vor allem in der Arbeit ist er viel vorm Computer gesessen, um ev. nicht oder weniger an das Trinken zu denken. Leider war er dann doch überfordert, im Stress und dann wieder getrunken.

    Ja, das mit Ablenkung wird wohl eher hinkommen.

    GLG

    Hello! Spannendes Thema .. kann das auch parallel auftauchen?

    Mein Ex-Partner (10 Jahre Beziehung) ist alkoholsüchtig, wenn auch ohne Einsicht. Er war im Grunde schon immer leicht im Umgang mit Geld, aber in den letzten Jahren, wo auch das Trinken noch auffälliger wurde, ist mir auch sein unkoordiniertes Kaufverhalten aufgefallen. Ständig hat er im Internet recherchiert und sämtliche Dinge, unnötigen Dinge gekauft oder in einem Ausmaß, das nicht einer normalen Notwendigkeit entspricht. Er hat dann zuletzt auch für mich gesucht und auch sein Umfeld und quasi "zwangsbeglückt", wenn auch gut gemeint, auch tlw. auf seine Kosten.

    LG

    Hello du .. ich denke mir, dass du innerlich auch alles aufarbeitest, was vielleicht der Grund fürs Trinken war.

    Das braucht Zeit .. meine Therapeutin sagt immer, dass ich Geduld haben muss .. ich sei oft viel zu schnell unterwegs, weil ich auch nicht mehr will, dass die Gefühle so intensiv hochkommen. Wobei bei mir nicht der Alk das Thema war, sondern was anders .. bin "nur" Angehörige, oder ehemalige.

    Aber Gefühle brauchen...also sei nicht zu streng mit dir, sei geduldig und gib nicht auf! Weiter so, Hut ab!!!!!!!!!

    GLG

    Guten Morgen und allen ein gutes neues Jahr!

    Danke für eure Tipps, ich habe mich über Silvester um meine Freundin gekümmert und wir haben in einer netten Runde quasi das letzte Mal Silvester gefeiert. Sie konnte nämlich am Fr. dann doch noch überraschend wieder entlassen werden, weil die Ärzte nichts mehr machen können. Dennoch hat mich auch mein Thema wieder eingeholt...

    Am 31.12. bin ich zwischendurch kurz Heim gefahren und dann wieder zu meiner Freundin. Aus einem Gefühl heraus bin ich dort vorbei gefahren, wo das Lokal ist, in welchem er trinkt, eine tiefe Absteige. Leider oder zum Glück, ich weiß nicht, wie ich es betrachten soll. Jedenfalls ist eine enge Gasse und als ich durchfuhr sah ich schon sein Auto, das war ca. 18 Uhr. Er stand sogar noch neben dem Auto und redete mit einem Mann. Mir wurde gleich übel und ich schaute, dass ich schnell weiterfuhr. Er drehte sich kurz und ich denke, dass er mein Auto sah und es wahrscheinlich auch erkannte. Aber es kam keine Reaktion. Um Mitternacht blieb es auch still, keine Nachricht v. ihm, so wie letztes Jahr. Ich war trotzdem sehr traurig und verzweifelt, einfach wg. allem. Und ich weinte auch wg. meiner Freundin. Plötzlich kam gg. 9 Uhr eine Nachricht v. ihm, dass er mir "halt mal ein gutes neues Jahr wünscht, auf dass es bald besser werde..". Er hat es auf Corona bezogen. Ich war in diesem Moment schwach und hab nur geantwortet, dass ich nicht glaube, dass es besser wird. Worauf er meinte, dass er schon glaubt, weil viel ärger als 2021 kann es für ihn nicht mehr werden. Hab dann nur geschrieben, dass mir 2022 eigentlich derzeit egal ist und es mir nicht so gut geht. Er fragte nach warum und ich erwähnte kurz, dass es wg. meiner Freundin (die er auch kennt und sie eigentlich nicht mag, weil er meinte, dass sie gg. uns gearbeitet hat) ist. Darauf kam dann nichts mehr.

    Ich gehe davon aus, dass er noch unterwegs war und sicher nicht ganz nüchtern. Und jetzt konnte er beruhigt sein, weil jetzt weiß er ja, dass es mir nicht gut geht und kein Mann im Hintergrund ist. Weil ein paar Tage zuvor kamen deshalb Vorwürfe, ob ich schon jemand hätte. Außerdem sieht er für 2021 nur, wie "Scheiße" es für IHN war. Was bzw. wie es mir gegangen ist, das realisiert er gar nicht.

    Würde ihm gerne etwas verbales "hinwerfen", von wegen, dass er immer nur noch sich sieht und es eigentlich traurig ist, dass er um 18 Uhr schon am Trinken ist und er an allem Schuld ist, was 2021 und davor passiert ist.. aber Ste55 hat wohl recht:

    Ja Anita - kenne ich >> Wunsch nach zurückschlagen … immer dann, wenn ich mich machtlos fühle - jedoch schliesst es keine Wunden und lässt keinen Abstand oder gar Freiheit zu, ich bleibe bleibe dann gefangen in der Sache. Sich davon lösen - sich auf sich besinnen, sich befreit und glücklich zeigen - weiter gehen ist die beste Rache.

    ... aber wenn es mir dabei besser ginge?

    Nicht einfach..

    Danke fürs Lesen und euch allen wirklich nur das Beste für 2022!

    GLG Anita

    Ich denke an dich und wünsche dir, dass du durchhaltest. Wenn der Druck da ist, denk daran, wie viel besser du dich ohne Alkohol fühlst und wie viel mehr du dich dann auch magst und wohl auch die Lieben um dich herum!

    Alles Gute, kommt klar und entspannt in das neue Jahr!!!!!!!!!!!

    Danke Lea!

    Bzgl. Klarheit .. womit ich mir eigentlich so schwer tu: ich habe den Übergang verpasst! Bzw. stelle ich fest oder komme drauf, dass er schon sehr lange nicht mehr sich selbst war. Und ich weiß nicht, wann ich es übersehen habe, dass es extrem wurde. Ich hatte immer einen eigenen Zugang zu ihm, manchmal hat er mich in seine Welt blicken lassen. Ich glaube, ich war zum Teil auch sein Halt, weil er es selber verdrängt hat. Es hat sich wirklich jeder von ihm abgewendet. Die, die noch bei ihm sind, die sind aus dieser Welt oder er spielt etwas vor. Ein kurze Zeit klappt das noch, bis dann auch diese aufmerksam werden. Meiner war er sich immer sicher, ich habe alles genommen, weil ich eigentlich dennoch die ganze Zeit meinen Weg gegangen bin. Ich habe mich nicht isolieren lassen, meine Freundeskreis ist gewachsen. Das hat ihm natürlich nicht gefallen, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen. Ich weiß, dass er mich nicht ernst nimmt und glaubt, dass es alles wieder so wird, nicht weil es ihm um mich geht, sondern um sich, weil er selber die Aufmerksamkeit braucht und/oder den Halt. Wie mal jemand aus diesem Forum geschrieben hat: ich war das perfekte Ventil für ihn und ich hab es mit mir machen lassen.

    Seit 1 Jahr aber ein komplett anderes Verhalten von mir. Für mich .. und ich ahne/weiß, dass kein Weg zurückführt.

    Ich vermisse den Menschen in ihm, der nicht v. Alkohol geprägt ist.

    Aber es ist einfach so unfassbar, was er alles aufgeführt hat. Sich selber etwas vorgelogen hat, weil er es in nüchternen Momenten wahrscheinlich auch glaubt. Wenn er betrunken ist, dann sieht man an seinen Augen wie er zu einem anderen Menschen wird, ich habe es immer als Fratze bezeichnet. Die frauenhassend wird, die mich nicht mal mehr erkennt und wenn ich in der Nähe war, den ganzen Frust abbekommen hat. Wenn er nüchtern war und ich das Gespräch suchte, dann durfte ich nicht weiterreden, weil ich sonst mit Ignoranz bestraft wurde. Als wir im Frühjahr nochmal kurz zusammen gekommen waren, da hat er sich sehr bemüht, aber auf mich hat er dennoch nicht authentisch gewirkt. Gekünstelt, obwohl er es in diesem Moment wohl auch so wollte, dass es klappt. Aber er konnte/kann nicht mehr. Ich bin auf seine Alk-Exzesse nicht gleich draufgekommen, aber zu verstecken waren sie dennoch nicht.

    Hier zu schreiben tut gut, es ist eine Möglichkeit, dass alles aus mir raus kommt. Vielleicht auf Etappen, weil wenn alles auf einmal kommt, dann beginne ich regelrecht nach Luft zu ringen, weil es so viel ist. Mach zwar auch eine Therapie, aber ich habe das Gefühl, dass hier einfach Menschen sind, die das auch kennen, die wissen, von was ich schreibe.

    Ich schwanke auch immer wieder zwischen "keinen Groll" haben, weil er krank ist und Wut, ganz viel Wut! Ich wüsste auch, wie ich ihn in seiner Situation treffen könnte, denn auch ich kenne ihn sehr gut. Manchmal hätte ich so derartige Lust dazu, aber was bringt es? Oder würde es mir dann zumindest leichter gehen? Das ist auch sie generelle Frage .. es einfach sein lassen oder auch ruhig endlich das aussprechen, worüber man solange geschwiegen hat, nur ohne Erwartungshaltung auf Klärung oder Gutmachung. Kennt jemand diesen Konflikt auch?

    .....danke.....

    Lieber Erik!

    Danke .. genau das tut gut, nämlich zu wissen, dass ich mit meinen Gefühlen, Ängsten und Unsicherheiten nicht alleine bin und vor allem, dass was ich mir denke, stimmt und auch meine Wahrnehmungen. Weil es andere auch so empfinden.

    Ich habe mein Handy immer auf lautlos, also von dem her kann nichts sein. Es ist nur so, dass ich die typischen Zeiten von ihm nach 10 Jahre kenne und nächstens automatisch munter werde. Ich versuche fest, mir nichts mehr vermiesen zu lassen, aber ich merke dennoch, dass viel Unruhe in mir ist. Manchmal wäre/ist es mir sogar lieber, wenn er "verbal per Nachrichten aushaut", weil dann weiß ich, dass er trinkt und bekäme es auch immer wieder realisiert. Weil damit tu ich mir eben schwer, es anzunehmen, obwohl ich weiß, dass es so ist. Er ist jetzt seit Wochen friedlich und eigentlich weiß ich, dass es f. ihn Beherrschung sein muss, weil er wird trinken und dann kommt seine Aggression und Wut. D.h. irgendwo muss er die derzeit wo rauslassen, irgendwer wir es abkriegen. Ich kenne das Spiel so gut und es erschüttert mich, dass ich dennoch so unsicher bin und manchmal sogar glaube, dass ja alles gut ist und ich es nur verkannt habe. Perfekte Manipulation über Jahre, ich weiß.

    Ich habe Gott sei Dank so viele liebe Menschen um mich, die mich auch die letzten Jahre begleitet haben und trotzdem geblieben sind. Ich werde mich auf diese konzentrieren und dass ich heute noch ein schönes Silvester, u.a. mit meiner Freundin, feiern kann. Denn es wird leider definitiv unser letztes.

    Ich denke auch fest an dich und wünsche dir auch einen schönen Abend und v.a. einen Spaziergang mit lauter guten Gedanken!!!!!!!!!!!!!

    GLG Anita

    Guten Morgen!

    Vielleicht kennen einige schon meine "Geschichte": 10 Jahre mit einem Alkoholiker zusammen, der es nie und nimmer zugibt, nur von erhöhtem Konsum spricht und immer wieder versprochen hat, es zu reduzieren, aber auch nie wirklich gemacht hat. Es gab gut und schlechte Phasen, wobei die letzten Jahre eher von schlechten Phasen gezeichnet waren, wo es auch zu eskalierenden Situationen gekommen ist. Ich weiß, dass ich neben der Co-Abhängigkeit auch in einer emotionalen Abhängigkeit zu ihm gesteckt bin/stecke. Seit 1 Jahr ist der Trennungsprozess, waren kurz wieder zusammen und aufgrund einer eskalierenden Situation bin ich im Sommer endgültig gegangen. Im Oktober habe ich eine Aussprache angestrebt, weil ich ihn im Sommer komplett blockiert hatte. Aber es tat mir selber weh und ich wollte noch einiges klären, v.a. ein Suchtverhalten. Zunächst hat er wieder versucht mich durch Beschimpfungen und Erniedrigungen nieder zu zwingen, das hat nicht geklappt. Ich habe dann aufgegeben, dass ich das Thema Alkohol anspreche und ihm nur gesagt, dass ich nicht mehr kann und er weiß warum. Wenn er mich im Rausch beschimpft (da kamen dann oft 50-80 Nachrichten), werde ich ihn ignorieren, sollte er mir etwas sagen wollen, dann bin ich da. Sagen konnte er bis jetzt nichts, nur neutrale Nachrichten schicken, nett, ich weiß aber, dass er weiter trinkt. Leider kennt er mich auch viel zu gut und dass ich eine "gute Seele" bin und gerade mit Ignoranz mir sehr weh tun kann. Das hat er jahrelang betrieben. Weihnachten hatte er sich zuletzt gemeldet, 1 Tag vorher war er wieder auf Tour (hab ich erfahren). Die Nachricht kam erst in der Nacht am 24.12. - ich habe mich nur bedankt und einen schönen Abend gewunschen. Seither Funkstille. Ich muss ehrlich sagen, ich habe für Silvester, also für heute kein gutes Gefühl bzw. weiß ich nicht, was ich tun soll oder ob es nicht wieder ein Taktikspiel für ihn ist, um mich aus der Reserve zu locken. Oder vielleicht ist er auch beschäftigt oder es geht ihm nicht gut, leider denke ich viel zu viel nach. Ich will einfach nur, dass die Zeit vergeht und diese "nachdenkliche Zeit" vergeht. Der Jahreswechsel einfach durch ist, weil 2021 für mich so viel Schmerz bedeutet hat. Und ich weiß nicht, wie ich reagieren soll, wenn er sich meldet. Ich rechne mit irgendeinem taktischen Zug. Wie soll ich reagieren? Kann jemand verstehen, was für einen emotionalen Schmerz ich in mir trage (das körperliche ist ja zum Glück schon verheilt). Manchmal würde ich ihm das alles schreiben, wie es mir geht, aber ich glaube, dass das überhaupt keinen Sinn macht .. im Gegenteil, es besser ist, wenn er nichts mehr weiß.

    Danke fürs Mitlesen und vielleicht ein paar aufbauende Worte, damit ich den 31-12-2021 gut hinter mich bringe, denn parallel begleite ich auch noch meine todkranke Freundin und würde derzeit einfach nur am Liebsten heulen.

    <3

    Liebe Kiki!

    Ich habe gerade deinen Beitrag gelesen und mir blieb die Luft weg, weil ich mich in die hineinfühlen kann. Vor allem wie du geschrieben hast, dass du seit 2 Stunden unterwegs bist, um nicht in die Wohnung zu müssen. Ich weiß leider nicht, wie ich dir helfen kann, was für eine Unterstützung du brauchst/bräuchtest .. ich kann dir nur schreiben, dass ich dich verstehe. Ich hatte zwar kein Kind mit ihm und war Gott sei Dank immer finanziell selbständig, aber die Stimmungsschwankungen kenn ich. Ich kenn es auch, ignoriert zu werden. Bin dann immer emotional eingegangen, hysterisch geworden, weil ich dieses Ignorieren und Warten nicht ausgehalten habe. In Urlauben bin ich oft stundenlang umhergirrt, weil ich nicht ins Appartement wollte, weil er betrunken war. Ich bin derartig beschimpft worden, dass ich einfach dicht gemacht habe und selber nicht mehr wahrgenommen habe, wie schlimm es war. Terror in der Nacht, weil er einfach seinen Frust abladen wollte. Vorrangig verbale Erniedrigungen und Verletzungen, aber es ging auch ins Körperliche über. Nach außen die perfekte Fassade.

    Ich wollte immer gehen, konnte es aber lange nicht. Jetzt bin ich gegangen und muss wieder lernen, mit mir klar zu kommen, weil meine Aufmerksamkeit viele Jahre auf ihn gelenkt war, v.a. auf meine Sinne. War immer wachsam, um die Situation einschätzen zu können oder zu überlegen, wie ich oft aus der akuten Situation komme.

    Ich verstehe deinen Kummer, Schmerz, Verletzung, Enttäuschung, Hoffnungsschimmer, Ziellosigkeit und das Gefühl, einfach nur schreien zu wollen.

    Du bist stark, denk dran. Du hast es bis jetzt ausgehalten, du hast ein Kind, entscheide dich auch für DICH!

    So wie es mir viele gesagt haben und ich es auch hier schon geschrieben bekommen habe, dass hast DU und DEIN Kind nicht verdient!!

    Habe den Mut .. und denk dran, du bist nicht alleine! Du musst den Weg zwar alleine starten, aber es gibt Begleiter und hier sicherlich viele, die dich einfach verstehen und mitfühlen!!!

    Alles Liebe!!!!!!!!!!!!!!!!!! <3

    Lieber Veru!

    Ich hab dir vorhin schon geantwortet und jetzt diesen Beitrag gelesen.

    Wie du ein klein-wenig dein Doppelleben beschreibst ..

    Ein bisschen weißt du ja auch schon von mir und dass ich es begreifen, verstehen will, was ich lange nicht gesehen habe.

    Darf ich dich daher fragen, wie oft du getrunken hast, wie lange dann das Trinken gedauert hat - warst du länger unterwegs, hast du bis zu einem gewissen Level nur getrunken oder bis du nicht mehr konntest? Wie lange haben nach dem Rausch deine Durchhänger gedauert? War das dann depressive Phasen?

    Ich hoffe, die Fragen sind nicht zu unangenehm...

    GLG Anita

    Lieber Veru!

    Als Betroffene "von der anderen Seite" erlaube ich mir zu schreiben, vielleicht ist zum Teil ihr Egoismus gut für sie, weil leider man derartig mit und geht ev. selbst zu Grunde. Aber ich habe auch oft die Erfahrung gemacht, dass viele nur härter tun, als sie wirklich sind. Vielleicht magst du ja dennoch das Gespräch mit ihr suchen, ich denke, dass das auch dir und einem Gefühlen gut tut. Auch eine Chance, dass die Beziehung eine neu Tiefe bekommt.

    Ich hätte es mir so gewünscht! Hätte mich nicht weggedreht bzw. hätte ich mir auch leichter getan, mich selber abzugrenzen, indem offen darüber gesprochen worden wäre. Aber dem war leider nicht so. Es hat zwar JEDER, wirklich jeder gewusst: Familie, Freunde (die dich distanziert haben), meine Familie, meine Freunde und auch ich! Es wurde auch immer über auffälligem Alk-Genuss gesprochen, aber es war lange Zeit schon viel, viel mehr! Sein Job hat er noch, weil er durchgetragen wird, aber bereits stigmatisiert. Der soziale Abstieg ist auch schon gegeben, verändertes Verhalten/Persönlichkeit. Ich glaube auch, dass er schon in seiner eigenen Scheinwelt lebt. Mir wird im Nachhinein nur so vieles klarer, wo eben überall schon Alk der Grund war und es damals einfach noch nicht sah. Damit beantworte ich auch deine Frage: ich bin gegangen! Es tut mir weh und ich hoffe noch immer, aber ich darf mir auch nichts mehr vormachen, sonst gehe ich eben zu Grunde!

    Schick dir viel Kraft! :thumbup:

    Liebe Lea!

    Deine klaren, direkten Worte passen! Du hast ja Recht!

    Und du hast auch bzgl. "meiner Sucht" recht oder wie immer man diesen Kreislauf der Selbstaufgabe bezeichnen will. Vielleicht das Ergebnis der CO-Abhängigkeit. Setze mich derzeit viel damit auseinander, einfach um mit mir ins Reine zu kommen, mir selber zu verzeihen und eben nicht zu streng zu mir zu sein bzw. streng genug, dass ich mir wichtiger bin.

    Und ja es tut weh .. aber ich denke, die Zeit wird für mich arbeiten.

    Danke für deine Zeilen nochmals, mir hilft da zur Zeit ganz viel!!!!!!!!!!!!

    LG Anita

    Hallo Veru!

    Ich habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen. Glaubst du wirklich, dass deine Frau nichts mitbekommt? Ich war auch so, Alkohol war zwar Thema, aber ich habe viel nicht sehen wollen/können und es mir "schön reden" lassen. Du hast geschrieben, dass du selber einen kalten Entzug gemacht hast und dann deiner Frau erzählt hast, dass du dir was eingefangen hast. Hierbei bin ich sehr nachdenklich geworden. Denn auch ich habe das oft gehört und jetzt denke ich mir, dass er vielleicht selber die Abstinenz versucht hat. Wie war das, wenn du dir was eingefangen hast. Wie lange hat das gedauert, wie hast du das angestellt, dass sie es geglaubt hat, wie hast du dich benommen, welche Symptome hattest du bzw. was hast du gesagt, dass du hast?

    Gib trotzdem nicht auf!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Das andere Leben - ohne Alkohol - ist es wert und ich glaube, deine Frau auch!!!!!!!!!!!

    Alles Liebe, Anita

    Lieber Dante!

    Danke für deinen direkten Worte, aber auch den Spruch v. Bert Brecht zur Motivation, dass nach dem Gebirge auch schöne/leichte Wege zu bewandern sind.

    Weißt du, ich bin nur noch immer so erschüttert. Zum Teil, dass ich diese Selbstaufgabe zugelassen habe und sie mir noch immer nachhängt. Ich mach hierzu auch selber eine Therapie, um mich wieder zu 100% zu finden. Leider erkenne ich halt auch, wie mich diese Zeit geprägt hat und es tut weh. Zu verstehen, anzunehmen und sich dennoch immer wieder die Frage zu stellen: welchen Tiefpunkt braucht er noch? Oder wird er je einen haben? Er trinkt seit über 20 Jahren, die letzten 10 Jahre hab ich ihn begleitet. Alkohol war immer Thema, aber ich hatte eben keine Ahnung v. Alkoholismus. Es ist schon so viel vorgefallen, auch für mich erniedrigende Dinge. Immer wieder bin ich zurück, er wusste es. 2018 hat er mich so schwer verletzt, dass ich mit ein bisschen weniger Glück sterben hätte können. Ich dachte damals, dass das der besagte Tiefpunkt ist. Leider nicht, 2 Wochen später hatte er wieder getrunken und es dargestellt, dass ich ihn ja auf die Palme gebracht hätte. Er hat keine Freunde mehr, beruflich wird er auch schon stigmatisiert, etc. Seit 1 Jahr lege ich eben "endlich" ein absolut anderes Verhalten an den Tag, ich komme nicht mir, bis auf das 1x im Sommer und hier ist es nach kurzer Zeit auch wieder derart eskaliert, dass ich abrupt den Kontakt abgebrochen hatte, weil andere Menschen Angst um mich hatten. Jetzt schleicht er sich auf nette Art wieder in mein Leben und meint, dass mich die Zeit wieder versöhnlicher macht. Die eine Seite würde es gerne, will es wirklich, sieht zwar den Alkoholiker in ihm, aber auch den Menschen. Die andere Seite hat aber auch weiterhin Angst, weil ich nicht weiß, was ihm auf seinem Weg zum Tiefpunkt noch alles einfällt. 10 Jahre hab ich vieles mit mir machen lassen. Ich war sein Aushängeschild und hab ihm viele Dinge geregelt.

    Ja, der Alkohol ist ihm wichtiger, Gefühle .. damit kann er wahrscheinlich gar nicht mehr umgehen. Und ich muss lernen, nicht mehr drauf reinzufallen und mich zu stärken.

    Dass Keime nicht zu Blüten werden, ach, das kommt vor.

    Dass Blüten nicht zu Früchten werden, ach, das kommt vor.

    (Konfuzius)

    ... darauf zu schauen, nicht in eine Illusion zu verfallen und v. Gebirge auf die Ebene zu finden.

    Liebe Lolo!

    Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Vor allem, weil du geschrieben hast .. wochenlang Pause, dann wieder wochenlang durchtrinken. Ich habe das 10 Jahre lang mitgemacht. Gerade so ein Trinkverhalten ist schwer zu verstehen und man erkennt fast nicht, dass Sucht dahinter steckt. Dachte lange Zeit, dass er einfach unwillig ist. Leider ist es mit den Jahre immer schlimmer geworden und sein Verhalten hat sich noch massiver verändert. Er ist nüchtern ein toller Mensch, den ich noch immer liebe. Der alles für mich gemacht hätte. Betrunken hat er mich geschimpft, bedroht und auch schwer verletzt. Er war oft bis zu 48 Stunden abgängig. Aus dem Bauch heraus würde ich daher sagen .. geh, es wird nicht besser! Aber ich weiß auch, wie schwer das ist, weil man Hoffnung hat und glaubt, selber die Kraft hierfür zu haben. Egal für welchen Weg du dich entscheidest, gib DICH nicht auf, schau auf dich, hole dir jetzt schon professionelle Hilfe und beobachte gut, wie sich die Dinge verändert. Und wenn sie das tun, dann sei überzeugt, es liegt nicht an DIR! Ich wünsche dir viel, viel Kraft und alles Liebe! Anita