Danke Lea!
Bzgl. Klarheit .. womit ich mir eigentlich so schwer tu: ich habe den Übergang verpasst! Bzw. stelle ich fest oder komme drauf, dass er schon sehr lange nicht mehr sich selbst war. Und ich weiß nicht, wann ich es übersehen habe, dass es extrem wurde. Ich hatte immer einen eigenen Zugang zu ihm, manchmal hat er mich in seine Welt blicken lassen. Ich glaube, ich war zum Teil auch sein Halt, weil er es selber verdrängt hat. Es hat sich wirklich jeder von ihm abgewendet. Die, die noch bei ihm sind, die sind aus dieser Welt oder er spielt etwas vor. Ein kurze Zeit klappt das noch, bis dann auch diese aufmerksam werden. Meiner war er sich immer sicher, ich habe alles genommen, weil ich eigentlich dennoch die ganze Zeit meinen Weg gegangen bin. Ich habe mich nicht isolieren lassen, meine Freundeskreis ist gewachsen. Das hat ihm natürlich nicht gefallen, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen. Ich weiß, dass er mich nicht ernst nimmt und glaubt, dass es alles wieder so wird, nicht weil es ihm um mich geht, sondern um sich, weil er selber die Aufmerksamkeit braucht und/oder den Halt. Wie mal jemand aus diesem Forum geschrieben hat: ich war das perfekte Ventil für ihn und ich hab es mit mir machen lassen.
Seit 1 Jahr aber ein komplett anderes Verhalten von mir. Für mich .. und ich ahne/weiß, dass kein Weg zurückführt.
Ich vermisse den Menschen in ihm, der nicht v. Alkohol geprägt ist.
Aber es ist einfach so unfassbar, was er alles aufgeführt hat. Sich selber etwas vorgelogen hat, weil er es in nüchternen Momenten wahrscheinlich auch glaubt. Wenn er betrunken ist, dann sieht man an seinen Augen wie er zu einem anderen Menschen wird, ich habe es immer als Fratze bezeichnet. Die frauenhassend wird, die mich nicht mal mehr erkennt und wenn ich in der Nähe war, den ganzen Frust abbekommen hat. Wenn er nüchtern war und ich das Gespräch suchte, dann durfte ich nicht weiterreden, weil ich sonst mit Ignoranz bestraft wurde. Als wir im Frühjahr nochmal kurz zusammen gekommen waren, da hat er sich sehr bemüht, aber auf mich hat er dennoch nicht authentisch gewirkt. Gekünstelt, obwohl er es in diesem Moment wohl auch so wollte, dass es klappt. Aber er konnte/kann nicht mehr. Ich bin auf seine Alk-Exzesse nicht gleich draufgekommen, aber zu verstecken waren sie dennoch nicht.
Hier zu schreiben tut gut, es ist eine Möglichkeit, dass alles aus mir raus kommt. Vielleicht auf Etappen, weil wenn alles auf einmal kommt, dann beginne ich regelrecht nach Luft zu ringen, weil es so viel ist. Mach zwar auch eine Therapie, aber ich habe das Gefühl, dass hier einfach Menschen sind, die das auch kennen, die wissen, von was ich schreibe.
Ich schwanke auch immer wieder zwischen "keinen Groll" haben, weil er krank ist und Wut, ganz viel Wut! Ich wüsste auch, wie ich ihn in seiner Situation treffen könnte, denn auch ich kenne ihn sehr gut. Manchmal hätte ich so derartige Lust dazu, aber was bringt es? Oder würde es mir dann zumindest leichter gehen? Das ist auch sie generelle Frage .. es einfach sein lassen oder auch ruhig endlich das aussprechen, worüber man solange geschwiegen hat, nur ohne Erwartungshaltung auf Klärung oder Gutmachung. Kennt jemand diesen Konflikt auch?
.....danke.....