Beiträge von Alex_aufdemweg

    Das einzige, was ich mir auch mal sage ist: "Alkohol ist keine Option!". Punkt, fertig, aus.

    würge ich sie ab,

    So habe ich es auch gemacht. Keine Diskussion mit dem Suchthirn.

    Ich weiß, dass ich nicht mehr trinken werde und fertig. Und jetzt ist es erst mal stumm. Schon sehr lange und das soll auch so bleiben. Tot ist die Suchstimme nicht. Sie schläft. Aber schön tief. Irgendwelche nasse Partys könnten sie vermutlich wecken.

    Kann es sein, dass Du Dich noch versuchst, selbst zu überzeugen? So liest sich das für mich. Warst Du noch nicht an dem Punkt, an dem Du entschieden hast, es geht so nicht mehr?

    Ich habe tatsächlich sogar 20 kg abgenommen. Das waren dann sogar 10 zu viel.

    War eine einfache Kalorienrechnung. Mindestens 7 Bier macht alleine schon über 1.400 kcal eingespart.

    jedoch sind fast alles Leute die gerne mal einen über den Durst trinken, es jedoch besser im Griff haben als ich. Das Verständnis gegenüber Nichttrinkern hält sich sehr in Grenzen.

    Hier kann ich Doro nur zustimmen. Wenn sich das Verständnis in Grenzen hält, würde ich auch nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sie es mehr im Griff haben. Wenn Du vom fehlenden Verständnis und dass deren Prioritäten auf dem Alkohol und nicht bei Dir liegen, enttäuscht bist. Dann liegt das daran, dass "enttäuscht" vom "Ende der Täuschung" kommt. Denn es war vorher auch schon so. Nur da hast Du es nicht gemerkt.

    Bei mir war es so. Ich habe praktisch alle "Freunde" aufgegeben. Nur, dass es gar kein Aufgeben war. Denn als ich sie z. B. nach einem halben Jahr zufällig getroffen habe, hatten wir uns nichts zu erzählen. Bzw. hat es sie null interessiert, wie es mir geht. Von sich wollten sie auch nichts erzählen. Es war in der Sauna und ich glaube, es war ihnen eher unangenehm. Vielleicht, weil ich fit aussah und mein Bauch weg war? Oder weil ich einfach deren schlechtes Gewissen war, ohne es zu wollen.

    Jedenfalls habe ich festgestellt, dass da nichts ist. Außer – wie Du es ausdrückst – zum "Party machen", waren sie zu nichts wirklich zu gebrauchen.

    Echte Freunde müssen in Deiner Gegenwart nicht trinken. Da kommst erst mal Du.

    Bei einem Forum geht es immer etwas, bis Antworten kommen. Dafür denken die Menschen auch in Ruhe nach, bevor sie irgendetwas raushauen.

    Gibt es hier auch Menschen die damit Erfahrung gemacht haben?

    Ich bin über ein Jahr jede Wochen zu den AAs und hatte nie einen Sponsor. Und ich brauche auch keinen. Die Gruppen sind sehr verschieden. Vielleicht findest Du bei Dir in der Nähe eine andere?

    Hast Du gerade Suchtdruck? Du liest Dich so sehr gestresst.

    Ich musste die ersten drei Monate auswärts immer etwas mit Zucker bei mir tragen. Am besten Traubenzucker. Weil ich recht schnell in den Unterzucker kam.

    Habe vorher auch gar nichts Süßes gegessen. Hatte mir die Kalorien für den Alkohol aufgehoben.

    Dann hat sich das normalisiert und inzwischen mache ich praktisch dauerhaft Intervallfasten. Aus dem Grund, würde ich es (anfangs) auch nicht ganz sein lassen.

    Tafelweise reinschieben ist dagegen halt schon wieder Sucht. Bzw. recht bald. Zu versuchen sich etwas zu mäßigen, ist nicht verkehrt.

    Was sind denn die Grundbausteine ? So wie die 12 Schritte bei AA ?

    Die Grundbausteine sind konkrete Anweisungen, wie es läuft. Sie helfen sofort und sind meiner Meinung nach unabdingbar für eine glückliche Trockenheit.

    Ich unterscheide zwischen „nüchtern“ und „trocken“. Ich sehe mich als trocken an, wenn ich nicht mehr trinken will. Das bedeutet, ich würde auch keinen Alkohol mehr trinken, wenn ich kein Alkoholiker wäre.
    Mein Mindset hat sich insoweit verändert, dass ich keinen Sinn mehr darin sehe, mir ausgerechnet ein Zellgift reinzuschütten.

    Es gibt ja wirklich genug andere Dinge, die ich im Leben machen kann.

    Dazu kommt auch noch, dass ich kapituliert habe. Das gibt es bei den AAs auch. Selbst wenn ich wollte, könnte ich eh keinen Alkohol mehr trinken, weil es wieder im Saufen enden würde. Da ich das jetzt weiß, brauche ich auch nicht mehr darüber nachzudenken.

    Kommen irgendwelche Gedanken in diese Richtung auf, erkenne ich sie als meine Suchtstimme. Die wird sofort gestoppt und durch "sinnvolle" Gedanken ersetzt.

    So lebe ich, was Alkohol angeht, sehr zufrieden.

    Angefangen habe ich mit den Grundbausteinen und ich halte mich auch heute noch daran.

    Wie es sich mit Feiern und so verhält, wenn Du zufrieden trocken bist, wirst Du dann ganz einfach selbst herausfinden. Am Anfang alles meiden, wo getrunken wird.

    So. Das war jetzt aber eine ausführliche Antwort. :)

    Dann lies Dir die Grundbausteine durch und schaue auch in die anderen Threads.

    Bis dann.

    mit Alkohol und Drogen zu tun habe, ist es nicht ausgeblieben das ich schon viele Therapien und Clean Phase erleben durfte,

    Willkommen Ceby,

    "zu tun habe" bedeutet, dass Du beides zu Dir genommen hast?

    Du schreibst, dass Du viele Therapien gemacht hast, aber dann wohl immer wieder rückfällig geworden bist.

    Was würdest Du heute sagen, woran das lag? Es liest sich für mich ein wenig so, als wäre es für Dich "normal", Rückfälle zu haben. Siehst Du das derzeit immer noch so? Oder hat sich da etwas geändert?

    Was möchtest Du dieses Mal anders machen? (Außer, dass Du Dich hier angemeldet hast. Was gut ist.)

    Hast Du bereits etwas von den Grundbausteinen umgesetzt? Bzw. kannst Du Dich mit ihnen anfreunden? Ich selbst bin mit ihnen optimal gefahren. Bin jetzt über vier Jahre trocken und es geht mir ausgezeichnet. Ich vermisse nichts. Im Gegenteil, ich habe so viel Leben dazugewonnen.

    Jedenfalls bist Du nicht der Erste, der mit der Nüchternheit feststellt, dass es auf Dauer so nicht weitergehen kann. In einer Beziehung, die eigentlich schon keine mehr ist, zu leben, fällt dann zunehmend schwerer.

    Ging mir auch so. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mein Leben insgesamt zu verbessern. Was anfangs mit einigen Hürden verbunden ist.

    Aber.

    1. Es lohnt sich
    2. Es geht auch nicht anders

    Damit meine ich z. B. Paarberatung, oder Trennung usw.

    Wichtig ist jetzt aber erst mal, dass Du für Dich und Deine Krankheit einstehst. Egal ob sie das derzeit einsehen möchte.
    Da steht die Abstinenz schon etwas über dem Harmoniebedürfnis. Denn sie ist die Grundvoraussetzung für alles.

    viel Tee getrunken

    Ich habe anfangs am Abend gut drei Liter getrunken. Wenn das Hirn meint, es will trinken, dann darf es das. Hauptsache ohne Alk.

    Das ist nur übergangsweise. Irgendwann wird es merken, dass das viele Getrinke nichts "bringt" und es lässt von selbst nach. Da fällt mir ein, mein Teebeutel hängt auch schon wieder seit drei Stunden in der Tasse... 8)

    Anfangs ist das Nüchternbleiben eben noch eine Ausnahmesituation. Dann wird es immer mehr zur Normalität und entspannter. Lass Dir die Zeit.

    Wenn ich denke, wie lange ich getrunken habe. Da kann es ja nicht in ein paar Tagen flutschen, als wäre das nie so gewesen.

    Dann erkläre ihr das mit der Alkoholikerin noch mal in Ruhe. Und dass es wichtig ist, dass nichts in der Wohnung ist.

    Anschließend lass es einfach in ihr arbeiten. Manchmal braucht es etwas Zeit, um das Neue zu verarbeiten.
    Bei mir ging auch nicht alles an einem Tag.

    Wechselmodel usw. sind gute Ziele. Aber immer einen Schritt nach dem anderen und das Wichtigste zuerst.

    Herzlich Willkommen melodyx,

    da kommt ja eine Menge zusammen bei Dir. Nüchtern hast Du die Chance aus diesem Sumpf wieder emporzukriechen.
    Gründe zum Trinken finden sich immer. Auch wenn es einem gut geht, ist das ebenfalls ein Grund.

    Da Du ganz am Anfang stehst, ist es wichtig Dich erst mal in Deinem neuen, nüchternen Leben einzufinden und Deine Abstinenz zu stabilisieren.

    Wie sieht es denn derzeit mit Alkohol in Deiner Umgebung aus?

    Ich lasse Dir hier gleich mal den Link für die Grundbausteine da. Daran konnte ich mich auch gut orientieren.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Konntest Du hier schon etwas umsetzen?

    Es hat ja viele Jahre gedauert, bis ich mir selbst eingestanden habe Alkoholiker zu sein.

    Ich kann mich aber noch gut erinnern. Eine Rettungssanitäterin in Insta sagte mal: "Wer mehr als fünf Bier in der Woche trinkt, ist Alkoholiker".

    Das hat mir schon zu denken gegeben (mit 7 Bier an einem Abend) und war ein weiterer Baustein für meinen Weg zur Erkenntnis. Nach ca. einem halben Jahr Trockenheit, habe ich mich übrigens dafür noch bei ihr bedankt.

    Ich denke manchmal kommt das Suchtgedächtnis auch ganz ohne äußeren Einfluss ums eck,

    Das ist nach den ganzen Jahren nicht ungewöhnlich. Bei mir hatte es schon ausgereicht, wenn ich einfach nur auf dem Weg nach Hause war. Wichtig war nur, dass ich es auch als Suchtstimme erkannt habe. Also, alles richtig gemacht :thumbup:

    Es wird mit der Zeit weniger. Da hilft nur Geduld. Ich bin jetzt vor allem hier, um nicht zu vergessen. Damit ich richtig reagiere, wenn es einmal passieren sollte.