Beiträge von Alex_aufdemweg

    ich hab mich das erst jetzt nach einem Jahr getraut.

    Und ich nach zwei. Dann aber mit radikalem Rauchstopp. So wie ich es auch beim Alkohol gelernt hatte. Also, entweder rauchen oder nicht.

    Und ca. zwei Wochen hat es ohne Ende getriggert. Ich hatte gedampft und das geht praktisch immer und überall. Also hat mein Suchthirn auch immer und überall "hier" gerufen. Ich war sehr froh, dass ich es nicht in etwa gleichzeitig versucht hatte.

    Übrigens. Wahrscheinlich durch das viel häufigere "der Suchtstimme eins drüber bügeln" war diese Zeit auch schneller durch. Nach zwei Wochen plötzlich, wie weggeblasen. (Nur nicht der Dampf ;)) Müsste jetzt dann ca. zwei Jahre sein. Habe mir das Datum irgendwo aufgeschrieben. :/

    und ich glaube, das ist ein sehr belastender Punkt, wenn man diesen täglichen Kampf gegen den Alkohol hat.

    Also, ich weiß, dass das ein sehr belastender Kampf ist. Solange ich noch getrunken habe. Für Psyche und Körper. Und es wurde auch immer schlimmer.

    Jetzt habe ich keinen Kampf mehr.

    dass du das weiterhin so gut durchstehst.

    Ich muss nichts durchstehen. Zumindest nichts, was Alkohol betrifft. Ich trinke ja nicht mehr.

    Aber ich verstehe, was Du vielleicht meinst. Aus meiner Sicht habe ich mich früher schon gefragt: Wenn ich tagelang nicht trinken müsste, würde ich es einfach lassen. ^^

    Wollte nur das mit dem „Durchstehen“ hier nicht so im Raum stehen lassen.

    Ich hoffe auch, Du musst nichts durchstehen. Außer Deinem Trennungsschmerz.

    Tut mir auch leid mit deinem Freundeskreis,

    Oh, das ist aber nett. Braucht es aber nicht.

    Anfangs habe ich mich nicht mit ihnen getroffen, um mich zu schützen. Sie wollten sich melden, wenn sie etwas machen, wo Alkohol nicht im Mittelpunkt steht. Das war vor guten 3 1/2 Jahren. ^^

    Ich habe sie mal zufällig dazwischen getroffen und... wir hatten uns nichts zu sagen. "Richtige" Fragen sind nicht so ihr Ding. Aneinander interessiert waren wir wohl nie so richtig. Immer schön chillen und bechern. Kenne ich ja noch.

    Mit meinem damals besten Freund ein wenig gewandert. Für ihn war es halt nichts ohne Alkohol. Außerdem hat er fast nie etwas erzählt. Ich hatte vorher immer bedudelt gelabert und er hat sich belabern lassen. Ein Win-Win-Team X/ Nachdem ich nüchtern anfing, wirklich konkret Dinge zu fragen, wurde es (ich) ihm wohl auch zu stressig.

    Es gäbe für mich, mit oder ohne Alkohol, keinen Weg mehr zurück. Das wird mir immer zu oberflächlich bleiben. Darum empfinde ich es auch nicht als Verlust. Sondern als Erkenntnis.

    da muss ich meine Freundin in Schutz nehmen,

    Brauchst Du nicht. Ich weiß es ja nicht und habe einfach nur nachgefragt. Ausgezeichnet, dass es da so läuft. Wenn das nämlich nicht so ist, ist es wirklich schwer. Das sind (leider) Erfahrungswerte von mir.

    den Verlust des Freundeskreises

    Ich habe alle verloren. Mein damals bester Freund war auch dabei. Einer ist mir noch geblieben. Der hat keine Probleme mit Alkohol.

    Bei mir ist es halt so, dass ich introvertiert bin und eher keine Lust habe, mich zu treffen.

    Gibt es in Deinem, ich sage mal früheren, Freundeskreis vielleicht welche, die auch ohne Alkohol auskommen? Vielleicht kannst Du Dir ja jemanden raus picken?

    Ich sehe hier noch zwei Möglichkeiten.

    Erstens: Die SHG ist nicht die richtige. Bei mir machen die das nicht so. Es gibt auch andere.

    Zweitens: Dein Umfeld ist grottenschlecht. Alle ziehen ständig ihre Joker. Sprich. Da wird getrunken, was das Zeug hält. Solange Du mit ihnen in Kontakt bleibst, wird Dein Suchthirn nie Ruhe geben.

    Da Du den Geburtstag Deiner Freundin mit aufgezählt hast. Gehe ich recht in der Annahme, dass sie Dich nicht unterstützt? Anscheinend wurde auch an ihrem Geburtstag gebechert. Hier wäre ein klärendes Gespräch vonnöten. Oder trinkt sie ohnehin regelmäßig?

    durch Spaziergänge etc., die ich nur gemacht hab, um nicht zu saufen, schon mehr Zeit vergeudet hab als ich im gleichen Zeitraum verkatert auf dem Sofa vergeudet hätte

    Zeit vergeudet durch Spaziergänge?

    Das ist tatsächlich nasses Denken. Alleine schon das Vergleichen.
    Ggfs solltest Du Dir etwas anderes ausdenken?

    Bei mir vergingen die Gedanken an Alkohol auch ohne Ablenkung. Es macht ja keinen Sinn an etwas zu denken, dass ich sowieso nicht mache.
    Du scheinst noch nicht richtig damit abgeschlossen zu haben. Kann das sein?

    Das hast Du schön geschrieben R/no.

    Wenn ich durch den Supermarkt gehe, interessiert mich Alkohol nicht mehr. Genauso wie die Windeln, oder Kosmetik.
    Da gehe ich doch nicht extra hin und schenke ihm auch noch meine Aufmerksamkeit. Damit würde ich nur meine Suchstimme locken.

    So ist das Leben viel entspannter. Der Kampf ist vorbei.

    Versucht Euren Blick auf die Dinge zu richten, die interessant für Euch sind.

    im zweifel hab ich jemanden angerufen der mich begleitet hat.

    Gut. Dann ist das ein sehr guter Hinweis.

    Wenn ich vor dem Bier stehe und überlege, ob ich welches kaufe, muss ja irgendetwas anders laufen. Dann ist alleine einkaufen, wohl noch zu gefährlich.

    Also, wenn Einkaufen "noch" so gefährlich ist, ist eine Begleitung ggfs. eine gute Idee.

    ich war kurz davor Bier zu kaufen, doch im letzten Augenblick, habe ich mich umentschieden und stattdessen Nahrungsmittel und Süßigkeiten gekauft

    Wie kommt das? Hast Du nicht den Entschluss gefasst, ein abstinentes Leben zu führen?

    Es liest sich bei Dir, als wäre das eine "Entscheidung", ob Bier kaufen oder nicht.

    Als ich beschlossen habe abstinent zu leben, weil ich Alkoholiker bin, war das meine Entscheidung gewesen. Danach brauchte ich mir im Supermarkt keinen Kopf mehr zu machen. Die Option Alkohol zu kaufen gibt es nicht mehr.

    Nix mehr mit "Qual der Wahl". ;)

    Ich habe es in Tablettenform. Mit Magnesium. Das soll dafür helfen, dass man nachts nicht ständig aufwacht. Da ist sicher kein Alkohol enthalten.

    Bei mir sind es jetzt 4 - nur Jahre - ohne Alkohol und ich brauche immer noch längere Zeit zum Einschlafen.

    Es hängt also gar nicht damit zusammen. Es war mit oder ohne Alk gleich bei mir. Nur bin ich jetzt dennoch ausgeruhter. Weil die Schlafqualität natürlich besser ist. Sprich, ich komme locker mit einer Stunde weniger aus.

    Das liest sich doch schon sehr gut. Du machst dir die richtigen Gedanken. 👍🏼

    Bei dem Satz ist eine Erinnerung bei mir aufgeploppt.

    Es stört mich zwar aktuell nicht, wenn er trinkt

    Hier wurde mir geantwortet, dass es mich mit der Zeit immer mehr stören würde. Und es war so.

    Nach einiger Zeit war der Gedanke an den Alkohol tagsüber kaum mehr da. Ich war zufrieden. Dann öffne ich das Eisfach, um mir ein Eis rauszuholen und Zack liegt da ein Weizenbier drin. Das passierte öfters. Auch beim Kühlschrank, oder so.

    Es war nicht mal, dass ich das jetzt trinken wollte. Aber es ist, als wäre da eine Flasche mit Gift in einem Fach, wo Nahrungsmittel rein gehören.
    Und es hat mich in Alkohol erinnert. Und den will ich in meinem Leben nicht mehr haben.

    Ich habe anfangs auch gedacht, nur weil ich jetzt trocken werde, muss meine Partnerin das nicht und kann weitermachen, wie sie will.
    Aber so funktioniert das nicht.

    Wenn dein Partner kein Alkoholproblem hat, ist es auch kein Problem für ihn nicht mehr vor dir zu trinken. Und wenn es ein Problem für ihn ist, dann kann er über sein Problem nachdenken.

    Auf Dauer wird das mit einem regelmäßig dringenden Partner nichts. Das wurde mir auch gesagt, und ich wollte es nicht hören. Aber dann habe ich es lernen dürfen.

    Ich fing also an, mich in der Hinsicht immer mehr durchzusetzen. Aber auch nicht am ersten Tag. Aus dem Grund schau erst mal auf die wichtigeren Dinge.

    „Das wichtigste zuerst“ ist ein guter Leitsatz.