Beiträge von Hera

    Bei deinem Vorhaben, für immer mit dem Trinken aufzuhören, können wir dich unterstützen, dein erster Schritt, dich hier anzumelden, war richtig und wichtig.

    Hast du Schwierigkeiten, dich als Alkoholikerin zu bezeichnen? In unserer Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschliesslich bekennende Alkoholiker aus.

    Hi Nadine, gut, dass du uns gefunden hast und dir Gedanken über deinen Alkoholonsum machst.

    Hier bei uns im Forum findest du viele hilfreiche Tipps aus einem großen Erfahrungsschatz.

    Du bist also Alkoholikerin und möchtest aufhören zu trinken?

    Lieber Gruß,

    Hera

    Ich schreib immer mal wieder, dass das Gute am Nicht-Trinken ist, dass man wieder etwas fühlt. Und das Schlechte am Nicht-Trinken, ist, dass man wieder etwas fühlt.

    Klingt paradox, aber ich habe etliche Gefühle betäubt, um mich nicht damit auseinander zu setzen. Nüchtern musste ich das. Andererseits, kamen bei mir diese auch erst durchs Trinken hoch oder zustande.

    Als ich nüchtern durch eine nicht ganz so einfache Zeit durchgehen musste, war ich so froh, dabei klar zu sein. Ich, ausgerechnet ich, konnte anderen eine Stütze sein. Zu Saufzeiten hätte ich nicht mal physisch immer anwesend sein können, konnte ja ab spätestens 17 Uhr sowieso nimmer fahren, aber ich war einfach Tag und Nacht zur Stelle und konnte auch besser in mich hineinhorchen.

    Was ich sagen will, Gefühle ungefiltert zuzulassen ist inzwischen total normal. Aber meine Reaktionen darauf und mein Umgang damit sind viel durchdachter und auch angemessener als damals.

    Liebe Grüße

    Hi Estragon und herzlich willkommen!

    Vielleicht schaffst du es irgendwann, deinen Titel zu ändern. Scham und Schuldgefühle hatte ich auch. Aber je länger ich nüchtern lebe, desto mehr verblasst alles. Es lohnt sich wirklich. Ich blicke jetzt, nach über 4 Jahren zurück und bin einfach glücklich, diese Zeit hinter mir gelassen zu haben und zufrieden darüber, wie was für ein Mensch ich ohne Alkohol bin.

    Lieber Gruß,

    Hera

    Hi Aki,

    mein Mann hat mir sehr lange Halt gegeben und hat mich gedeckt. Er war immer loyal und stand hinter mir, auch als ich es mir mit fast allen Menschen in meinem Umfeld verscherzt habe. Ich hatte das aber nie gesehen, mich zeitweise auch gewundert, wie er das mit mir aushält. Schlimmer noch, ich habe einmal zu ihm gesagt, ich hätte die Kinder geschnappt und wäre gegangen, wenn es andersrum gewesen wäre. Dann war er am Ende seiner Kräfte und konnte eines morgens nicht mehr aufstehen. Meine Krankheit war daran schuld. Ich war oft wütend, hab ihm eine Mitschuld an meinem Zustand gegeben und lebte in meiner Blase, jahrelang.

    Als ich trocken wurde, wollte ich von heute auf morgen alles verändern, mich, mein Leben, meine Zukunft und hab sogar mit dem Gedanken gespielt, IHN zu verlassen. Ein Mitglied meiner SHG, der schon über 25 Jahre trocken war, hat mir damals den Rat gegeben, im ersten Jahr, keine weitreichenden Entscheidungen zu treffen. Ich hab mich daran gehalten.

    Ich bin dankbar, dass mein Mann mich nicht alleine gelassen hat. Er hat in einem unserer vielen nüchternen Gespräche zu mir gesagt, er hatte sich vorgenommen, zu warten, bis es mir wieder gut geht und hätte mich dann vermutlich verlassen. Aber dass er mich in dieser schlimmen Zeit nie alleine hätte lassen können, weil er wusste, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, für die niemand etwas kann.

    Ich schreibe dir das jetzt, damit du vielleicht verstehen kannst, dass ich nüchtern ganz viele Dinge niemals getan hätte und unvorsichtig und zu impulsiv gehandelt habe. Ich hatte meine Gefühle null unter Kontrolle und war zu oft sehr verletzend. Die Krankheit hatte mich so sehr im Griff. Trinkt deine Frau noch?

    Hi und guten Morgen,

    die beiden Situationen Café und Ex waren vielleicht etwas viel auf einmal und du hast ja geschrieben, wie sehr du unter der Trennung gelitten hast. Dass da dann Suchtdruck aufkam, ist nachvollziehbar. Wie du siehst, kann dieser auch nachträglich kommen und folgt nicht immer direkt. Aber gut, dass du dem nicht nachgegeben hast. Dass Alkohol nichts besser macht, weißt du selbst, du kannst dich für eine kurze Zeit betäuben, aber die Realität holt dich sowieso wieder ein.

    Du bist schon über einen Monat abstinent, sei stolz auf dich. Ich wünsche dir, dass diese Suchtstimme bald leiser wird.

    Lieber Grüße

    Das ist ein gutes Vorhaben, Morgaine.

    Manchmal tut genau das gut - zu schreiben, was einem im Kopf herumgeistert. Nach der anfänglichen Trockenheits-Euphorie, ist es manchmal so, dass du in ein Tief kommst. Das Aussprechen beim Arzt oder Psychiater kann super befreiend sein. Wenn es einmal auf dem Tisch ist, fällt es auch leichter, darüber zu sprechen, weil du es nicht mehr "alleine" tragen musst. Und wir hier sind auch immer da. Schreib einfach, wenn dir danach ist, du wirst gelesen!

    Hab einen guten Tag!