Beiträge von Saphira

    Liebe Eldamalu,

    ich möchte dich einladen dir deine Geschichte noch mal selbst durchzulesen und sie dabei als nicht von dir geschrieben zu betrachten.

    Ich kann die Hoffnung, die du noch hegst, so gut verstehen. Ich musste für mich irgendwann feststellen, dass meine Hoffnung zwar meinem Exmann viele Bonuspunkte einräumt und mich andauernd nur Entschuldigungen für sein Verhalten hat finden lassen, aber für mich war sie leidensverlängernd.

    Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde es schlicht zur Gewohnheit in diesem ungesunden Karussell weiterzumachen. Da auszusteigen ging nur mit dem Verstand und absolut gegen meinen Willen und vor allem gegen mein viel zu verständnisvolles Gefühl.

    LG, Saphira

    Ich habe mich heute auf Jobsuche gemacht. Ich bin berufstätig, verdiene aber im Verhältnis zu meinem Studienabschluss viel zu wenig. War mir bisher Wurscht, da mein Mann gut verdient und es uns finanziell gut geht. Das reicht mir aber nicht mehr. Ich möchte finanziell besser aufgestellt sein, für den Fall, dass sich all seine Ankündigungen in Luft auflösen, wovon ich erfahrungsgemäß jetzt erstmal ausgehe. Ich möchte nicht mehr finanziell von ihm abhängig sein. Denn, wenn ich ehrlich zu mir bin, ist das einer der Hauptgründe, weshalb mir der Gedanke an Trennung extreme Bauchschmerzen bereitet. Ich bastele ein wenig an einem Plan B.

    Das ist eine megagute Idee! Ich finde das stark von dir und wünsche dir, dass du einen tollen Job findest.

    Sollte dein Mann wirklich trocken werden, ist ein besser bezahlter Job trotzdem von Vorteil. Du hast einfach mehr Handlungsspielraum.

    Und ich kann dir sagen wo ich jetzt stehe: ich bin frei und glücklich und den Kindern geht es super! Wir haben eine gemütliche Wohnung und unsere Ruhe. Mein Ex säuft immer noch. Ja, die Trennung ist kein Zucker schlecken. Es gibt viel zu regeln. Jugendamt, Sorgerecht, Umgang, Unterhalt,...ABER es ist kein Vergleich zu der Beziehungshölle (das beschreibt es meiner Meinung nach am besten). Ich habe nicht alles auf einmal wissen oder lösen müssen. Habe mir Hilfe gesucht wo es nur ging. Therapeutische Unterstützung, Anwalt, Sozialarbeiter...

    Das kann ich genau so bestätigen.

    Ich habe wirklich 10 Monate Hölle hinter mir, wobei mein nunmehr Exmann schon ein sehr spezielles Exemplar ist.

    Ich habe mit den Kindern eine schöne Wohnung, es muss niemand mehr auf rohen Eiern laufen, ich kann da tun und lassen, was ich will, ohne dass der Mann schon wieder meckert und die meiste Zeit der Woche habe ich meine Ruhe von ihm. Es ist mir egal, ob er trinkt oder nicht. Es ist nicht mehr mein Problem. Mein Umfeld hat sich ein bisschen geändert, denn ich habe neue Freunde gewonnen, die ich ohne die Trennung und diese irre Geschichte nicht gefunden hätte.

    Als übermäßig glücklich kann ich mich noch nicht bezeichnen, ich bin noch in der Erholungsphase von der wirklich verrückten Scheidung. Aber ich bin zuversichtlich. Die Scheidung war erst vor 3 Wochen und es geht mir von Tag zu Tag besser.

    Es gibt viel Hilfe, wenn man danach fragt und man glaubt gar nicht, wie stark man selbst ist, wenn Starksein die einzige Möglichkeit ist.

    Du warst mutig, Marli - das wird sich bezahlt machen, auch wenn du es jetzt vielleicht noch nicht sehen kannst.

    Ich war in den letzten 10 Monaten auch ein paar Mal ziemlich mutig und ich kann dir sagen: ich habe es keinmal bereut!

    Du schaffst das!

    LG, Saphira

    Darf ich dich Fragen ob dein Ex Mann sich mittlerweile um die Kinder kümmert bzw ihr noch in Kontakt steht?

    Natürlich darfst du fragen. Es war jetzt nicht so, dass er sich vor der Trennung nicht gekümmert hat - immer halt dann, wenn es ihm in den Kram gepasst hat. Nach der Trennung ist er aber von heute auf morgen zum Übervater mutiert. Er hat die Kinder mit Geschenken, kostspieligen Unternehmungen, Süßigkeiten und Medienzeit überhäuft. Er wollte sogar anfangs, dass die Kinder bei ihm wohnen und ich hätte ihm Unterhalt zahlen sollen. Das war aber zum Glück relativ bald vom Tisch. Inzwischen gibt es eine gerichtliche Regelung. Er manipuliert die Kinder aber fröhlich weiter.

    Ich vertraue nach wie vor darauf, dass sein Interesse an den Kindern nicht die nächsten 10-15 Jahre anhalten wird.

    Kontakt zwischen uns gibt es nur mehr in schriftlicher Form und von meiner Seite aus nur mehr, wenn es unbedingt sein muss. Es ist einiges anderes auch noch vorgefallen, sodass ich eigentlich gar keinen Kontakt mehr wünsche.

    Ich kann dir nur sagen, dass ich sehr lange um diesen Mann gekämpft habe und alles versucht habe um ihn zur Einsicht zu bringen. Ich hätte mir alles sparen können. Aber gleichzeitig kann ich mir genau das selbst nicht vorwerfen: ich habe alles versucht um unsere Familie nicht zerbrechen zu lassen. Manchmal reicht das aber nicht und es ist kein Scheitern deinerseits. Es ist nicht alles deine/meine Verantwortung!

    Liebe 4fachmama,

    es tut mir sehr leid, was du gerade durchmachst. Einiges davon habe ich selbst durchgemacht. Es ist erschreckend, was sich manche Partner leisten können und wie viel der Co bereit ist zu schlucken. Er legt einfach immer noch eins drauf und man selbst erstarrt wie in einer Schockstarre, weil sich alles so ausweglos anfühlt. So ist es zumindest mir gegangen.

    Auch ich habe es vor etwa einem Jahr erlebt, dass ich einfach mit allen (für mich allein) viel zu hohen Kosten im Stich gelassen wurde. Auch mein - inzwischen - Exmann hat jede Aufforderung etwas zu zahlen ignoriert. Auch wenn du es dir im Moment vielleicht nicht vorstellen kannst, du bist so viel stärker als du denkst. Wenn du wirklich nach außen gehst und um Hilfe fragst, wirst du auch Hilfe bekommen. So war es bei mir.

    Bei mir ist es nach der Trennung wochenlang nur bergab gegangen und wenn ich dachte, es kann nicht mehr schlimmer kommen, hab ich noch eins drauf bekommen. Ich habe in den ersten Wochen noch so gehofft, dass er aufwacht und er nicht alles wegwirft, was wir hatten und dass er auch auf unsere Kinder schaut. Es gab dann einen Moment, an dem ich nur noch in Panik war, was mir noch alles widerfahren wird und so habe ich mir, dem Universum, dem Leben - keine Ahnung, wem genau - versprochen, dass ich nun endlich einsehe, dass mir dieser Mann nicht mehr gut tut und dass ich ihn loslassen muss. Ich hatte zu dem Zeitpunkt echt das Gefühl, wenn ich noch länger an ihm festhalte, gibt mir das Leben so Gas und es geht noch weiter abwärts. Ab diesem Versprechen ist es langsam bergauf gegangen.

    Du kannst deinen Mann leider zu nichts bewegen, was er nicht will. Wenn er nicht einsieht, kannst du nichts machen. Für mich war diese Aussage lange so unvorstellbar. Es war kaum zu begreifen. So ist es aber leider tatsächlich. Die beste Hilfe ist keine Hilfe (für ihn!) und für dich jede Hilfe in Anspruch zu nehmen, die du kriegen kannst.

    Auch wenn der Berg, vor dem du gerade stehst absolut unbezwingbar erscheint, mit kleinen Schritten und etwas Hilfe von außen, wirst du eines Tages drüber sein. Es wird eine Möglichkeit geben, wie du mit deinen Kindern über die Runden kommst. Dein Mann kann sich nicht ewig von seinen Zahlungsverpflichtungen drücken. Ich weiß, dass diese Zeit dazwischen megahart sein kann, wenn man monatelang Zahlungen vorausstrecken kann. Ich frage mich eigentlich noch immer, wie ich das geschafft habe. Aber es ging. Es wird auch bei dir gehen!

    Genauso stellt sich mir die Frage, wenn er nix mehr für mich und die Kinder empfindet, warum er uns nicht "frei" gibt. Denn darauf gibt er mir keine Antwort. Oder macht es ihm Spaß uns zu quälen...

    Du musst ihn nicht danach fragen, ob er dich frei gibt. Wenn du nicht mehr willst, willst du nicht mehr. Mach dich bitte nicht so von seinen Entscheidungen abhängig. Triff eigene!

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft! Hier findest du jede Menge Geschichten, die deiner ähnlich sind. Mir hat das sehr geholfen mich nicht so allein mit meiner Geschichte zu fühlen.

    LG, Saphira

    Juli - die richtigen Beweise können Gold wert sein.

    Du darfst ihn verlassen, wenn du dich in der Beziehung nicht mehr wohl fühlst.

    Mit einem psychisch gesunden Partner trifft das bestimmt zu. Mit einem psychisch kranken Partner klingt das u.U. nur in der Theorie ganz nett. Ich könnte ein Buch schreiben.

    Kintsugi

    Ich gebe mal aus eigener Erfahrung den Rat: sammelt Beweise nicht als Co, sondern als Mutter, die nachher eine Umgangsregelung im Sinne der Kinder finden muss. Und vor Gericht brauchts Beweise!

    Stimmt leider zu 100%.

    Manchmal lernt man jemanden leider erst richtig kennen, wenn man sich mit ihm in der Trennung befindet.

    Hallo Lotta,

    ich habe mir über sehr lange Zeit auf 5357844689 Arten mein Hirn zermartert, wie ich meinen Exmann erreichen könnte, damit er versteht, dass er ein Alkoholproblem hat. Es genau Null gebracht.

    Zum Sichern der Beweise möchte ich dir 2 Dinge sagen.

    Erstens:

    Außer dass ich die Kontrolle verliere.

    Die hast du ohnehin nicht (also über ihn). Du kannst nur dich selbst kontrollieren und für dich etwas ändern. Er lässt sich nicht kontrollieren.

    Zweitens: Alles, was an Beweisen für eine Scheidung relevant sein könnte, das heb dir gut auf. Mein Exmann wollte mich mit lauter Lügen bei der Scheidung so richtig in die Pfanne hauen. Das ist ihm dann Dank der Beweise nicht gelungen. Es ging dabei um sehr viel psychische Gewalt mir gegenüber.

    Lösen wir uns doch von der Schuldfrage! Es geht um Verantwortung! Die übernimmt nämlich zunächst, solange alles schön nass dahin plätschert niemand.

    Der Alkoholiker schon mal gar nicht. Der kreist nur um sich und die Flasche und schiebt nur zu gern die Schuld (oder Verantwortung) auf den Co, den schließlich treibt ihn ja angeblich der Co zum Trinken.

    Ich als Co habe lange gedacht, ich übernehme so viel Verantwortung, weil ich mich ja tatsächlich um so vieles im Alltag ausschließlich alleine gekümmert habe. Aber für die untragbar Situation an der Seite eines Suchtkranken habe ich erst sehr viel später wirklich Verantwortung übernommen. Verantwortung bedeutet in dem Fall "Wenn du nichts an deiner Sucht änderst, ändere eben ich mich und für die Kinder und mich das Umfeld, in dem du nicht mehr so präsent bist, wie vorher." Also Trennung, nicht mehr schönen, kein Eierlauf mehr, keine Ausreden mehr, loslassen und den anderen schlicht aufgeben.

    Außerdem hatte ich gehofft, dass der eigene Partner nicht zu 100% dem statistischen Mittel entspricht, weil der eigene Partner ja keine Statistik, sondern ein Individuum ist.

    Die Hoffnung ist in dem Zusammenhang leider ein mieser Verräter. Die Hoffnung hält einen in einer ziemlich hoffnungslosen Situation viel zu lange gefangen.

    Ich habe auch lange gehofft und wollte die Realität nicht wahrhaben. Auch mehrere Tiefpunkte haben meinen Exmann nicht zum Umdenken bewogen - dafür aber glücklicherweise mich.

    Die Realität hier im Forum mit einer großen Anzahl an trockenen Mitgliedern spiegelt nicht die Realität da draußen wider. Leider!

    ist der Schuldvorwurf nicht etwas bequem und alles sehr über einen Kamm geschoren?

    Ich beziehe mich nun dabei auf Leas vorangegangenen Kommentar:

    Ich behaupte kein alkoholkranker Elternteil hat die bewusste Absicht das Leben seiner Kinder mal so richtig zu versauen. Die Empathie, mit der der coabhängige Partner dem Trinker die gefühlten 1000 Chancen gibt, müsste sich der Co sehr viel früher selbst zuteil werden lassen. Wir Cos halten es doch 1000 mal leichter aus, wenn es uns schlecht geht, bevor der Alki mit Unwegsamkeiten zurecht kommen muss. Wir selbst muten uns doch zu gern 1000 mal mehr Unangenehmes zu als dem trinkenden Partner. Wie oft lebt dann der Co auch noch den gemeinsamen Kindern den Eierlauf rundum den alkoholkranken Partner vor?

    Liebe Lotta,

    auch ich möchte dir sagen: Du trägst KEINE Schuld!! Er ist selbst für seine Sauferei verantwortlich!

    Du darfst sagen, wenn es dir mit ihm nicht mehr gut geht und du darfst für dich etwas ändern!

    Deine Erzählung über den Knoblauch-Alkgeruch hat mich in die Endzeit meiner Ehe zurückkatapultiert. Erstens ist es rücksichtslos jemandem solche Ausdünstungen im Schlafzimmer zuzumuten und zweitens hatte ich damals den Verdacht mein Ex isst extra viel Knoblauch um seine Fahne zu überdecken.

    Genau - wenn er nicht will, dass eure Ehe so endet, dann kann er ja gern etwas verändern und sich um dich bemühen. Du bist nicht Schuld für seinen Alkoholkonsum!! Kein bisschen! Das ist nur die Masche der meisten Alkoholiker um den Partner wieder auf Spur zu bringen. Zieh dir seinen Schuh nicht an!

    Viel Kraft weiterhin!

    Liebe Orangeblau,

    mein Exmann hatte, nachdem wir wegen dem Alkohol wiederholt Streitigkeiten hatten, oft wochen- oder manchmal sogar monatelange Trinkpausen und er begann immer nach demselben Muster wieder zu trinken.

    Diese langen Pausen ließen mich immer daran zweifeln, ob es wirklich so schlimm ist, wie ich vermutete. Auch sich selbst konnte er damit wunderbar vormachen, dass er kein Problem hat.

    Früher habe ich mich oft so über das viele Leergut aufgeregt. Irgendwann hatten wir kein öffentliches Leergut mehr. Stattdessen versteckte er die leeren Flaschen an dafür nicht vorgesehenen Orten (im Kleiderschrank, im Keller in irgendwelchen Kartons, im Schuhschrank etc). DAS ist NICHT normal!

    Mein Exmann hatte aus meiner Sicht in seinem Leben nicht nur einen Tiefpunkt. Nachhaltig geändert hat er bis heute nichts. Stattdessen waren es vielmehr MEINE Tiefpunkte, die aber für mich eine gute Wirkung hatten.

    Wenn dein Mann wirklich etwas ändern will, wird er es dir über lange Zeit beweisen. Momentan versucht er in meinen Augen nur dich schnellstmöglich wieder auf Spur zu bringen, damit er bald wieder wie gewohnt weitertrinken kann.

    LG, Saphira

    Ich hab nur manchmal das Gefühl dass sie uns ‚zusammenbringen‘ will.

    Beispiele:

    Möchte Fotos von uns 3en machen,möchte dass wir zu dritt auf einer Bank sitzen.

    Alle zusammen tanzen…usw.

    Wenn Kinder spüren, dass die Eltern auseinander tendieren, lassen sie sich unbewusst oft ganz spannende Sachen einfallen um die Eltern wieder zusammen zu bringen. Da kann es durchaus passieren, dass sie plötzlich eine Krankheit entwickeln oder einen Unfall haben. In der Sorge ums Kind rücken die Eltern unter Umständen wieder näher zusammen und das Kind hat somit zumindest für einen Moment das erreicht, was es sich sehnlichst gewünscht hat.

    Die vom Kind selbst gewählte Aufgabe die Eltern wieder zusammenzubringen ist dem Kind aber viel zu schwer zu tragen.

    Hallo RedFlag,

    deine Situation klingt sehr belastend. Als ich dieses Forum gefunden habe, war ich auch auf der Suche nach den Erfolgsgeschichten. Die gibt es leider nur sehr selten.

    Ich möchte dir eine ganz wichtige Sache dalassen: du musst dich für gar nichts schämen und im Grunde dein Mann auch nicht. Alkoholismus ist eine Krankheit und dafür muss man sich nicht schämen. Es gibt genug Hilfe. die Voraussetzung dafür ist aber, dass jemand diese Hilfe will....der Süchtige und genauso der Co. Löse dich von dem Gedanken, dass du etwas machen könntest um ihm zu helfen. Das kannst du nicht. Er kann sich nur selbst helfen bzw professionelle Hilfe annehmen. Du selbst kannst nur DIR helfen - und deinen Kindern. Die beste Hilfe ist, wenn schon, gar keine Hilfe. Kein Decken, keine Sorge um seine gesellschaftliche Rehabilitation oder sonstiges. Für ihn verhältst du dich am besten, wenn du keine Ankündigungen machst, die du hinterher nicht einhalten kannst. "Drohe" ihm nur jene Konsequenzen an, die du auch durchziehen kannst. Wechsle ihm nicht sein Bett! Lass dir das nicht von ihm zumuten! Wecke ihn nicht, wenn er verschläft, räume ihm keine unangenehmen Dinge aus dem Weg, rette ihn mit nichts. Lass ihm seine Verantwortung - er ist alt genug!

    Stattdessen kümmere dich so gut es geht um dich und deine Kinder! Lass dir bitte keine Schuldgefühle einreden - die Schuld auf alle anderen abwälzen ist eine typische Masche um von sich selbst abzulenken und in Ruhe weitertrinken zu können - genauso wie Trinkpausen einzulegen um dich und sich selbst anzulügen.

    Bei manchen Alkoholikern gibt es den berühmten Tiefpunkt, an dem sie sich für ein trockenes Leben entscheiden und sich auch darum kümmern. Bei manchen kommt dieser Punkt aber erst sehr spät oder gar nicht. Frage dich - wo liegt dein Tiefpunkt? Wie oft hast du ihn schon überschritten?

    Du kannst dich nur um dich selbst kümmern und er sich um sich (oder eben nicht).

    LG, Saphira

    Yuna, ich kann sehr gut verstehen, dass du dich mies fühlst, weil du denkst, du hättest deinen Mann im Stich gelassen. In Wahrheit bist du nur zu dir und deinem Kind zurückgegangen. Denn du hattest dich schon lange verlassen.

    Ich habe auch sehr lange mit meinem Mitleid für meinen Ex-Mann gekämpft. Dieses Mitleid war aber nur ein mieser Verräter und es hat rein gar nichts gerettet oder besser gemacht - im Gegenteil! Es hat einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass überhaupt erst alles so schlimm werden konnte.

    Du warst gestern extrem mutig! Du bist eine Löwenmama! Zum Glück hast du deine Eltern. Deine Schwiegermutter ignorierst du am besten.

    Ich weiß, momentan ist es bei dir echt hart, aber es wird besser werden. Ganz bestimmt!

    Aber irgendwie hatte ich mir hier mehr erhofft als die simple unterschwellige Aussage : lass ihn fallen

    Er ist ja kein abgrundtief böser Mensch sondern Suchtkrank

    Ich will ihn ja gar nicht fallen lassen sondern irgendwie dazu beitragen, dass er sein Problem ernst nimmt

    Gibt es da gar keine Möglichkeiten?

    Es tut mir leid, dass ich so schnell so weit nach vorne presche. Ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil ich auf der Suche nach Erfolgsgeschichten war. Ich wollte Hoffnung und Möglichkeiten.

    Es ist sehr gut, dass du seine Probleme ernst nimmst. Leider ist es so, dass die beste Hilfe für einen Suchtkranken KEINE Hilfe ist.

    Dein Freund scheint nach deinen Beschreibungen schon ein besonderes Exemplar zu sein. Es erinnert mich einiges an meinen Ex und bei dem ist der Alkohol nur eine Randerscheinung - alles bestens getarnt hinter sehr viel Unehrlichkeit.

    Ich war immer der Mensch, der ganz fest geglaubt hat, dass es für alles eine Lösung gibt und dass jeder Mensch alles überwinden kann, sofern er es will. Nun habe ich dazu gelernt. Es gibt Fälle, da gibt es keine Hoffnung. Da hilft nur zu akzeptieren, dass es so ist, wie es ist.

    Ich habe Jahre (!!) darum gekämpft, dass mein Ex versteht, dass sein Verhalten nicht gesund ist. Die vermeintlichen Tiefpunkte, die ihn in meinen Augen zum Erkennen bringen hätten sollen, waren in erster Linie MEINE Tiefpunkte. Mich haben sie zum Glück endlich aufgeweckt. Wenn ich in deinem Fall so schnell vorpresche und mit so viel Empörung ob seines Verhaltens reagiere, dann weil ich mir für dich wünsche, dass du nicht Jahre deines Lebens wegwirfst - so wie ich. Ich stehe momentan in einem zermürbenden Gerichtsprozess (wir sind leider noch verheiratet) und bezahle gemeinsam mit unseren Kindern noch immer mit sehr viel psychischem Kummer.

    Auch mein Ex hatte positive, angenehme Seiten. Die negativen Seiten sind genauso sein wahres Gesicht wie die anderen.

    Weißt du, auch andere Menschen haben ein Alkoholproblem und verhalten sich trotzdem nicht so toxisch in ihrer Beziehung.

    Hier rät niemand leichtfertig zu einer Trennung. Aber du findest hier einige sehr erfahrene Menschen, die wissen, dass es nur in den allerseltensten Fällen Grund zur Hoffnung gibt.

    Eines der wichtigsten Learnings, seit ich hier bin, war die Erkenntnis, dass meine Hoffnung und mein Mitgefühl für meinen Ex miese Verräter sind.

    LG, Saphira

    Hallo Paula,

    ich habe gerade deine Geschichte mit Fassungslosigkeit gelesen. Es tut mir sehr leid, was du mit deinem Freund erlebst. Ich bin leider erst nach vielen Jahren Beziehung draufgekommen, wie sehr mich mein Ex belogen und betrogen hat. Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass es nicht so einfach ist sich mit Kindern zu trennen. Du beschreibst aber deine Lage sehr detailreich. Da liegt so unfassbar viel im Argen. Worauf hoffst du genau? Jemand, der nur lügt, wird damit nicht aufhören. Jemand, der für seine Kinder von Anfang an nicht sorgt, wird eher nicht plötzlich damit anfangen. Er lässt dich von Beginn an hängen. Er lebt nur sein Leben.

    Du schreibst, er ändert nichts und will keine Hilfe. Warte nicht darauf, dass er es doch irgendwann macht! Möglicherweise wartest du darauf Jahrzehnte und am Ende passiert es nie.

    Aber du kannst für dich und deine Kinder etwas ändern. Das hast du in der Hand!

    Auch ich war mit meinem Ex beruflich eng verbunden und hatte nach der Trennung extreme Existenzängste - es war nicht einfach, aber nun geht mein Beruf ohne ihn weiter und das besser als zuvor.

    , leben zusammen und ich liebe ihn, trotz allem was im letzten Jahr geschah , und das war viel.

    In einer solchen Situation wird Liebe nur zu gern mit der Sucht nach dem Partner verwechselt. Ich glaube gar nicht, dass du ihn, nach allem was er dir in einer so kurzen Zeit angetan hat, liebst. Er ist nur der, mit dem du in der ersten Verliebtheit ein paar Höhenflüge hattest und der dir durch seine Lügen und Manipulationen viele tiefe Abstürze beschert hat, die wahnsinnig weh getan haben und die du nur durch neuerliche Höhenflüge bekämpfen möchtest.

    LG, Saphira

    Hallo Yuna,

    es tut mir sehr leid, dass du gerade so etwas Schweres durchmachst, dass dir dein Mann so eine Bürde auferlegt und du noch immer das Gefühl hast, du würdest ihn im Stich lassen. Dabei verhält es sich genau umgekehrt. Er hat dich und euer Baby schon lange im Stich gelassen. Bitte lenke dein schlechtes Gewissen, das du seinetwegen hast, auf dich und dein Baby. Ihr beide braucht dein ganzes Mitgefühl! Ihr beide befindet euch in einer unerträglichen, zerstörerischen Situation. Ich kenne es selbst so gut, wie es ist, wenn man keinen Ausweg sieht und glaubt, bleiben zu müssen oder aus Mitleid für den kranken Partner immer wieder auf die eigene Gesundheit und das eigene Glück verzichtet. Yuna, es wird nicht besser, wenn du bleibst. Ich kenne auch die Angst vor den Konsequenzen so gut. Mich hat diese Angst auch lange gelähmt. Ich glaube, dass der Zeitpunkt, an dem man keine Angst mehr hat und wirklich bereit ist zu gehen, nie kommt. Man muss es einfach machen. Vielleicht kennst du die Aussage, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern die Überzeugung, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst. Ihr beide - du und dein Baby und euer Leben in Gesundheit und Sicherheit - ihr seid wichtiger! Du stehst an einer Klippe und du kannst nur springen! Unten im Wasser warten in einem Boot deine Eltern und fischen dich und dein Baby aus dem Wasser. Deinem Mann kannst du nicht helfen. Du hast NICHTS davon in der Hand, was er macht.

    Lies dir bitte deinen Text von gestern immer wieder durch.

    Auch wenn es nicht angenehm für dich ist: Wenn ich die Mutter seines Sohnes wäre, würde ich mir von dir erwarten, dass du mir Bescheid gibst, wenn der Vater des Kindes so neben der Spur ist. Er ist in einem Zustand, in dem er nicht die Verantwortung für einen 8-Jährigen übernehmen kann.

    Yuna, es ist wirklich schlimm bei euch! Denk nicht lange nach - gehe einfach! Du musst nicht jetzt schon wissen, wie du Schritt für Schritt vorgehen musst um ans "Endziel" zu kommen. Es reicht, wenn du einen Schritt nach dem anderen machst und nach und nach entscheidest, wie du weiter vorgehst.

    Du bist nicht deinem Mann verpflichtet, sondern nur mehr dir und deinem Baby!

    Ich drück dich aus der Ferne,

    Saphira