Beiträge von orangeblau

    Ja irgendwie hast du ja schon Recht. Ich Male mir dann immer das worst Case Szenario aus.

    Wir sind wieder zu Hause. Der Druck auf der Brust ist wieder etwas größer. Die Kinder sind unten bei ihm. Ich versuche irgendwas zu machen im mih abzulenken.

    Vorhin wollten sie nicht mit ihm telefonieren. Hatte sie extra beide gefragt. Es fühlt sich halt blöd an, weil ich viele Momente nur mit den Kindern alleine gemeistert habe. Der einwöchige Urlaub jetzt, wenn Familie zum Essen eingeladen hat, was richtig letztens oft alleine mit den Kids. Fußballspiele oder Ausflüge würden nicht mitgemacht. Ich bin's gewohnt alles alleine zu wuppen und die Kinder um mich rum zu haben.

    Es fühlt sich für mich einfach unfassbar komisch an. Ein Teil will sie gar nicht runter schicken und der andere Teil weiß, dass ich damit den Kindern nichts Gutes tue. Es ist so schwer.


    Kenn ich. War bei mir genauso.

    Habe alles alleine gemacht. Null Interesse an den Kindern oder am Familienleben gehabt. Eine Einstellung wie aus dem Mittelalter, er geht ja arbeiten was ich eigentlich will :S

    Wenn es dann doch mal gemeinsam Ausflüge gab, hat er jedes Mal eine Laune geschoben. :rolleyes:
    Wenn er mal abends auf die Kinder aufpassen musste, wurde ich nach 20 Minuten angerufen weil er überfordert war :S


    Das fühlt sich jetzt komisch an, Aber du kannst hoffen dass es nach der Trennung anders wird und er sich kümmert. Versuch es positiv zu sehen: die Kinder werden einen Papa haben der sich bemühen und anstrengen muss, und du wirst auch etwas wertvolles davon haben, wenn er sie hat: Zeit für DICH <3


    Ist am Anfang komisch und gewöhnungsbedürftig und natürlich wirst du die ersten Paar Male betend zuhause sitzen und hoffen das alles gut geht. Vielleicht wird es auch nicht gut gehen. Manche Väter interessieren sich nicht mehr für die Kinder (tun mir die Kinder und die Mutter leid)


    Bei uns hat’s geklappt. Ich bin immer noch überrascht. Habe ihm das ehrlich gesagt nicht zugetraut.
    Meine Kinder gehen gerne zum Papa, freuen sich immer, kommen glücklich zurück und quatschen mir die Ohren voll wie toll das Wochenende war. Und ich hab wieder Zeit für Dinge, die ich vorher jahrelang nicht machen konnte und auch einfach mal RUHE. Mit der Zeit kann man das tatsächlich genießen, wenn sie weg sind.

    Ich kenne keine Erkrankung, bei der das Verhalten stabil bleibt, wenn die Symptome Vollgas geben. Warum sollte ausgerechnet eine Suchterkrankung die große Ausnahme sein?

    Natürlich verändert Alkohol das Verhalten. Aber daraus gleich zwei Persönlichkeiten zu basteln – Dr. Jekyll und Herr Korn – ist genau dieses Schubladendenken. Praktisch, aber daneben.

    Und wenn ich mir die Fragen der letzten Tage anschaue, nicht nur deine, und wir das inzwischen mehrfach durchgekaut wurde , ohne dass sich am Kern irgendwas bewegt, dann sieht das langsam nach der klassischen Co‑Schleife aus ;)

    Irgendwo noch eine Restlücke suchen, um die Sucht des anderen so hinzubiegen, dass ein Zusammenleben damit doch irgendwie noch passen könnte. Co‑Denke, Co‑Suche, Co‑Hoffnung – das ganze Paket.

    Wenn’s nicht passt, dann passt’s nicht. Egal, wie viele Erklärungen man noch drüberklebt.

    Genau. Danke.

    Ich erkenne meine Co-Schleife selbst. Dieses an der Wahrnehmung zweifeln, ob vielleicht die eigene Einschätzung doch übertrieben ist, der Konsum noch im Rahmen war, ob ich zu unentspannt war, ob ich wirklich so eine Dramaqueen bin, dass die nächste Frau vielleicht cooler damit umgeht etc.

    Dann sieht man wieder Männer, die auch viel und oft trinken und trotzdem „glücklich“ sind miteinander, weil sie still bleibt und keinen Stress macht usw. Und man fragt sich warum man selbst nicht gelassener sein konnte usw.

    Und die Beweissuche, dass man schon alles richtig erkannt hat, die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Wobei eig, ists egal, ob normaler Konsum oder nicht, mir wars zu viel


    Muss meine Gedanken umlenken auf andere Themen.

    Inwiefern "richtig"? Um den Nassen aus eigener Sauferfahrung zur Umkehr zu bewegen? Auch das funktioniert nicht.

    Ich habe weder den Anspruch noch die Kraft oder Macht, aktive Alkoholiker oder Missbräuchler zu bekehren.

    Ich lebe zufriedene Trockenheit vor, und wer Fragen dazu hat, kann mich gern fragen. Offenkundigen Alkoholmissbrauch schaue ich mir aber auch nicht an, mochte ich früher schon nicht, hab ja "gesittet" abends zu Hause gesoffen ...

    Wenn ich mir so Deine aktuellen Fragen anschaue, Orange-Blau: Bist Du vielleicht gerade mit Deinen Gedanken mehr bei Deinen saufenden Ex-Partnern als bei Dir?


    Richtig erkannt. Seit ein paar Tagen wieder sehr stark am grübeln. Ich weiss, nicht gut. Kenne jemand, der vermutlich bald dran stirbt.

    Wie handhabt ihr das eigentlich selber mit dem Alkohol. Habt ihr nie Alkohol getrunken? Trinkt ihr jetzt weniger? Und wenn ihr euch trennt auch? Hat da jemand Erfahrungen?

    Ich trinke so gut wie nichts. Wenn aber doch mal ein Glas Weinschorle getrunken wird denke ich immer hmm, ist das jetzt richtig?!

    Kennt ihr diese Gedanken?

    Aktuell trinke ich gar nichts. Alkohol ekelt mich aktuell an.


    Ich habe in meiner Jugend und während meines Studiums oft getrunken. War gerne in Kneipen und so wie es eben ist.
    Gedanken gemacht darüber: keine.


    Mit den Kindern habe ich so gut wie aufgehört. Vielleicht 4-5 Mal im Jahr ein Glas oder im Urlaub.


    Seit der Trennung war ich öfter mal in Kneipen oder auf Festen auch immer was getrunken. Manchmal auch über den Durst. (Ich hatte einen Mann kennengelernt der ebenfalls Alki ist und es nicht gecheckt)


    Aber ehrlich, ich bin seit meiner Beziehung extrem kritisch und je mehr ich mich mit Alloholismus beschäftige und je mehr Alkoholiker ich kenne, desto mehr graust es mich.

    Bin trinke ich seit Monaten sehr gemäßigt, halt bei Anlässen oder im Urlaub Abends mal ein Aperol oder eine Weissweinschorle, das war’s. Keine Besäufnisse auf jeden Fall und schon gar nicht täglich oder jedes Wochenende und zuhause auch nicht.

    Ein Nachricht von ihm (nichts schlimmes) und Zack geht das Gedankenkarussell wieder los. Braucht das einfach nur Zeit oder habt ihr Tipps dagegen.


    Was ich gerne mache um nicht selbst zu beruhigen:

    Ich höre mir sehr gern irgendeine Meditation/Hypnose bei YouTube an.

    Malen (gibt solche Ausmalbücher für Erwachsene)

    Stricken


    Puzzlen


    Putzen (komischerweise) äußere Ordnung gegen inneres Chaos

    Ich habe auch schon einiges ausgemistet und weggeräumt. Ich wäre blöd wenn ich bleibe. Aber das muss noch zu 100% bei mir ankommen. Danke für die lieben Worte.

    Ich habe seine Sachen in große Tüten gepackt und ihm runter gerbracht. Das mache ich die nächsten Tage weiterhin usn mußte aus soweit ich es schaffe. Dann will ich noch Umzugskartons kaufen.


    Ich verstehe das schon mit dem Grübeln. Wenns schon richtig „klick“ gemacht hätte, dann hättest Du die Trennung schließlich ausgesprochen.

    Ich war nach der Trennung erleichert, hab nicht gegrübelt und gezweifelt, war mir meiner Entscheidung sicher. Ich habe auch das Haus ausgemistet, den kompletten Alkohol ausgeschüttet und alle Flaschen weggebracht, bisschen renoviert und neu dekoriert, Grundputz. Finanzen neu regeln, etc.
    Ich war gut beschäftigt über Monate. Es war pure Erleichterung.

    Wenn du hoffentlich bald in deiner eigenen Wohnung sitzt kommt das auch.

    Das Aufarbeiten der ganzen Beziehung inkl. Erneuter Grübelphasen hat bei mir dann etwa 1,5 Jahre nach der Trennung angefangen

    Ich verstehe, dass die Trennung für dich gerade viel Raum einnimmt. Das ist normal und gehört zu deinem Prozess. Trotzdem möchte ich dich dezent daran erinnern, dass wir hier kein Beziehungsforum sind.

    Der Schwerpunkt liegt auf deiner Co‑Abhängigkeit – also auf deinen Mustern, deinen Grenzen und deinem Weg. Dafür musst du nicht jedes einzelne Detail davon kennen, was dein Partner tut oder nicht tut.

    Entscheidend ist, was es in dir auslöst und wie du dich aus dieser Dynamik befreist.


    Ich finde, dass es voll okay ist was sie schreibt und total was mit dem Thema zu tun hat.


    Es ist enorm schwierig nicht an seiner Wahrnehmung zu zweifeln und standhaft zu bleiben.
    allein die Möglichkeit darüber zu schreiben kann helfen seiner eigenen Wahrheit treu zu bleiben.

    Nächster morgen.

    Auf emotionaler Ebene ist es noch etwas schwer. Aber es macht einfach keinen Sinn mehr. Ich Frage mich aktuell ob meine komplette Ehe auf einer Lüge aufgebaut wurde und wie naiv ich sein konnte. Es fühlt sich an wie das aus mit jemanden der eine Affäre hatte und man es erst nach 10 Jahren oder so rausbekommt. Es ist krass wie man versucht sich alles immer schön zu reden.

    Und dann am Ende die Kleinigkeiten dazu führen dass es bei einem Klick macht.


    Ich bin bei dir. Habe mich genauso gefühlt.

    Fühl dich umarmt

    Hallo!

    Es tut mir leid, dass du dich missverstanden fühlst.

    Du beschreibst sehr gut, was auch mein Problem ist. Im Kopf weiß man das alles, aber auf anderer Ebene irgendwie nicht. Dieses „warum?“ beschäftigt auch mich nach wie vor, obwohl ich mich schon getrennt habe und obwohl ich bereits seit Monaten in Therapie bin um genau diese Fragen/meine Muster zu lösen.

    Co-abhängige unbewusste Muster und Verhalten ändern sich ja nicht mit der Trennung. Das habe ich vor Jahren hier mal gelesen und es nicht verstanden.


    Es ist eben die Co-Abhängigkeit.

    Dein Mann weiß auch, dass er zu viel trinkt und es nicht gesund ist. Trotzdem schafft er die Veränderung nicht. Genauso wie du weißt, dass die Beziehung nicht gesund für dich ist und die Veränderung trotzdem (noch) nicht schaffst.

    Als ich mich getrennt habe, war es ein ganze normaler Tag. Ich wusste nicht, dass ich mich an diesem Tag trennen werde.

    Ich bin normal aufgestanden, habe meinen Tag gelebt wie immer, bin abends ins Bett gegangen. Dann kam er gegen Mitternacht sturzbetrunken nach Hause wie so oft. Und dann hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Meine Schmerzgrenze war sozusagen erreicht. An diesem „Klick“ hat sich dann nichts mehr geändert, ich habe die Trennung durchgezogen und wusste, ich werde diesmal meine Meinung nicht mehr ändern. Das habe ich dann auch keine Sekunde mehr getan, bereut oder bezweifelt. Ich wussten wenn ich es nicht durchziehe, bin ich verloren.


    Und ja, ich habe min 2 Jahre vorher scho gewusst, dass ich mich eigentlich trennen muss, weil ich sonst untergehe und die Kinder auch….habe es oft angedroht, dann wieder so erschrocken gewesen und zurückgerudert usw usw


    Nach der Trennung war ich dann erstmal erleichtert. Ich wollte mir der ganzen Thematik Sucht/Co-Abhängigkeit nichts mehr zu tun haben. Was co-Abhängigkeit ist habe ich zum damaligen Zeitpunkt ehrlichbgesagt auch nicht verstanden. Bin dann auch hier aus dem Forum verschwunden zB. Dachte mit der Trennung ists erledigt und dass es sowieso seine alleinige Schuld war, weil er sein Saufen nicht in den Griff bekommen hatte.

    Erst 1,5 Jahr später und im eine weitere Erfahrung reicher, hat es erneut „klick“ gemacht, dass nämlich ICH auch ein Problem habe, ein Muster das mir schadet und habe mich in Therapie begeben. Da bin ich immer noch.

    Es gibt Menschen, die trennen sich, weil „man andere Vorstellungen von Freizeitgestaltung hat“ aus Banalitäten, und dann gibt es Menschen, die enorm viel einstecken, viel Leiden auf sich nehmen, ihre Bedürfnisse und Wünsche hinten anstellen, immer wieder über ihre Grenzen gehen, sich viel gefalle lassen bis hin zur Gewalt und sich trotzdem nicht trennen, man fragt sich „was muss denn noch alles passieren?“ - in diese Kategorie gehören wir….


    Ich verstehe dich schon. Wir waren ja alle in dieser Situation, sonst wären wir nicht hier.

    Ich habe gerade einen aktuellen Fall wo man jetzt schon klar sagen kann, dass er daran sterben wird.

    Er itrinkt seit bestimmt 40 Jahren.

    Jeder wusste es, immer.

    Er hat es ein Leben lang abgestritten, nie nach Außen Einsicht gezeigt. Nie einen Entzug gemacht.
    Man hat es akzeptiert und ihn gelassen, was soll man auch sonst tun?


    Bei ihm fällt mir auf, dass er sich sehr stark in der Opferrolle befindet und die Schuld immer im Außen sucht. Für absolut alles, Hauptsache er ist nie Schuld. Er lügt auch stark, immer schon.


    Mittlerweile lebt er in seiner eigenen Welt. Er macht nichts mehr außer täglich Alkohol kaufen, trinken, Flaschen wegbringen.
    Erzählt Geschichten die nicht stimmen.

    Er isst schon länger nichts mehr.

    Fallen gelassen wird er nicht. Akzeptanz dass sich nichts mehr ändern wird und er daran wahrscheinlich bald sterben wird. Das ist klar, lässt sich nicht ändern.
    Eine Belastung für alle Angehörigen und Freunde. Aber alle akzeptieren es, keiner versucht mehr ihn zu retten, im Gegenteil jeder hofft dass er es bald geschafft hat.

    Wegen ihm denke ich, dass der Zug in die Abstinenz wirklich ab einem gewissen Punkt abgefahren ist.

    Meinst du er macht das wirklich um mir eins auszuwischen. Ich denke so ist er nicht. Ich will ihm nichts unterstellen.

    Gut die Kinder sind heute bei ihm. Sind jetzt unten vll macht er deswegen so sauber.

    Ach scheiß Gedankenkarussell.

    Ja ich suche massiv den Fehler bei mir. Mein Selbstwertgefühl hat noch ganz viel Luft nach oben.

    Boah ich bin auch gespannt wie es bei uns weitergeht. Momentan Versuche ich jeden Tag einfach zu überleben (übertreiben gesagt) 😕


    ne, er macht das weil er krank ist.

    Es geht auch nicht darum warum er es tut oder ihm irgendwas zu unterstellen. Es geht darum dass dir diese Beziehung nicht gut tut. Das sollte Grund genug sein um auszusteigen.


    Auch egal, was alle denken. Dann sollen sich alle denken, dass dein Gemecker schuld war. Und? Du hattest ja Gründe für dein Gemecker oder? Du hast nicht gemeckert weil du so glücklich mit ihm warst richtig?

    Niemand war dabei, nur er und du. Bei mir kamen aus dem Umfeld auch Aussagen wie „es trinken doch alle Männer Bier“ oder „‚Männer brauchen das einfach gelegentlich“ oder „Du übertreibst doch“ egal. Es geht darum was Dir gut tut, nicht wo andere ihre Grenzen haben. Deine Grenzen zählen für dich. Hauptsache du bist frei und dir geht es gut.
    Das ist deine Priorität.

    Das ist so schwer. Ich suche gerade so die Schuld bei mir. Hätte ich nur das und wäre ich nur dies. Ich weiß es ist bescheuert.

    War es bei dir auch so? Er ist glaub seit 1 oder 2 Wochen "trocken".

    Ich hab das Gefühl er will allen beweisen, dass er es ohne mich schafft und nur mein meckern am scheitern der Ehe schuld ist.


    War bei mir genauso. Ist zum Teil immer noch so.


    Er ist seit der Trennung auch der tolle Papa der sich soo geändert hat und alles so super macht. Ich freue mich für die Kinder. Und auch für mich. Denk ist es auch für mich ein Vorteil, dass er sie jedes zweite Wochenende nimmt.


    Ich stehe drüber. Ich weiß was passiert ist, was ich gesehen habe und wie er ist und wie perfekt er lügen, tarnen und tricksen kann. Meine Wahrnehmung war und ist 100% richtig. Ich brauche keine Beweise mehr. Mir hat die Beziehung nicht gut getan. Egal ob er ein Alkoholproblem hat oder nicht und ich will NIE wieder sehen ob sich etwas geändert haben könnte. Die Tür ist zu, für immer.

    Ich verstehe mich mit ihm, wahre aber Distanz und lass ich mich nicht mehr einlullen oder an meiner Wahrnehmung rütteln.

    Er trinkt angeblich nicht mehr. Die Trennung hätte ihn wachgerüttelt. Immer und immer wieder sagt er das. Ich antworte „das freut mich für dich“ mehr nicht. Keine Diskussion, kein Gespräch darüber. Ich lasse mich darauf nicht mehr ein. Insgeheim glaube ich ihm kein Wort.