Beiträge von seb24

    Melde mich auch mal wieder... Verrückt, ist schon wieder einige Zeit vergangen und ich hatte leider nur ab und zu Zeit hier zu lesen. Nächste Woche ist es endlich soweit und ein weiterer, für mich wichtiger Schritt zurück zu einem Stück Lebensqualität ist zum greifen nah. Muss "nur" noch die Untersuchung "bestehen". Auch für meine Family ist ist es eine große Entlastung, wenn ich wieder flexibel bin und nicht permanent geplant und abgesprochen werden muss, damit ich z.B auf die Arbeit komme.

    Ich bin guter Dinge. Ich bin stabil und meine Einstellung zu einer trockenen Zukunft ist mehr als gefestigt. Wenn alles gut geht, kann ich auch endlich ein Terminangebot von der Terminstelle für einen Psychologen wahrnehmen, der nicht gerade in unmittelbarer Nähe meines Wohnorts ist.

    dass ‚parallel neben‘ des Nüchternwerdens viele andere Projekte in Angriff genommen werden

    Guten Morgen,

    Ich finde es wichtig, sich neue Projekte zu Überlegen und diese anzugreifen. Nicht zu viel auf einmal, aber z.b. ein neues Hobby, oder ein altes wieder aufleben lassen, ist sehr hilfreich. Ich hatte plötzlich sehr viel mehr Zeit, und es war vor allem am Anfang extrem wichtig für mich, eine "Ablenkung" und keine Langeweile zu haben.

    Wenn man die Zeit dazu nutzt, um sich über seine Ernährung Gedanken zu machen, finde ich das Top. Man ist ja eh dabei, durch die Abstinenz seine gewohnte "Ernährung" über Bord zu werfen, warum dann nicht gleich da anknüpfen.

    Ich konnte in der Langzeittherapie viel ausprobieren. Da war ein sehr gutes und großes Angebot an Freizeitgestaltungen angeboten. Es ist zwar am Ende nichts davon geworden, aber interessant war's allemal und hat mir eben gezeigt, dass es für mich wichtig ist keine Langeweile aufkommen zu lassen und eine Beschäftigung/Projekt zu haben. Abstinenz und Trocken bleiben ist natürlich mein persönliches prio 1 Projekt, und ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema, daneben ist es auch sehr schön weitere Projekte und Aufgaben zu haben, denen man sich jederzeit auch widmen kann.

    Hallo Chewie,

    ich verstehe dich sehr gut. Mir ging es ähnlich. Meine Frau und ich haben uns dann eine Zeit lang immer ein Café als Ziel oder Zwischenstopp ausgesucht und haben dann bei einem leckeren Cappuccino und einem Stück Kuchen Pause gemacht.

    Inzwischen nehmen wir uns, wie früher keine konkreten Ziele mehr vor. Mir macht das auch nichts mehr aus. Ganz im Gegenteil... wenn ich es wirklich mal bewusst wahrnehmen, dass um mich rum alle Bier oder Wein auf den Tischen stehen haben, dann bin ich eher ein bisschen stolz auf mich, dass ich davon nicht getriggert werde und mir das meiner Gesundheit nicht antue.

    Ganz abgelegt habe aber auch ich das Gedankengut noch nicht... Es gibt Situationen... Bei mir ist das z.B. nach getaner Arbeit zusammen mit Freunden und Bekannten. Wenn alles erledigt und aufgeräumt ist und einer in der Runde sagt:" so und jetzt noch ein Feierabendbier", dass triggert dann doch schon noch ein bisschen, aber dagegen helfen angelernte Strategien und Freunde, die an mein Mineralwasser schon gedacht haben.

    oh nun mähst du zum 5. Mal nüchtern rasen

    Hallo DTH77,

    das Gegenteil wird der Fall sein. Du wirst denken, wie bescheuert war ich eigentlich... Immer mit Alkohol im Kopf Kopf den Rasen zu mähen. Bei mir ist das inzwischen oft so, das ich mich selber ertappe bzw. dann voll stolz auf mich bin. Früher habe ich die Arbeit mehr schlecht als Recht erledigt, um dann benebelt auf der Couch einzuschlafen. Wenn am späten Nachmittag noch jemand angerufen hat oder vorbei gekommen ist bin ich teilweise nicht hin, weil ich mich nicht blamieren wollte. Heute freue ich mich über jeden Anruf und jeden Besuch egal zu welcher Stunde und bin stolz auf mich, dass ich dem nüchtern und klar gegenüber trete und am nächsten Tag auch noch alles davon weiß.

    Bist du da nicht bei einem Psychologen in Behandlung? Oder wer verschreibt dir die Medikamente?

    Ich bin schon sehr lange bei einem Psychiater in Behandlung. Er verschreibt die Medikamente und stellt diese bei Bedarf um oder erhöht/verringert die Dosis, macht aber keine Gesprächstherapie.

    Vielen Dank, ja einen Notfallkoffer haben wir in der Klinik gepackt ;).

    Mitunter bzw. Indirekt, ja. Ich habe einen sehr ausgeprägten Perfektionismus und Zwänge wie z.b. Kontroll- und Ordnungszwang. In Verbindung mit Depressionen eine schlechte Mischung.

    Durch den Alkohol konnte ich das immer "vernebeln". Da war es dann "leicht" fünfe gerade sein zu lassen.

    Meine Antidepressiva wirken schon gut, aber ich denke eine Psychologin / ein Psychologe würde mir zusätzlich noch gut tun. Auch um die Gefahr zu minimieren, dass ich auf Dummheiten komme wenn ich mal wieder in den Seilen hänge.

    Die Alkoholsucht bleibt ja für immer da, sie geht nie wieder weg.

    Ja, es ist eine Krankheit, die bleibt und sein Leben lang begleitet. Aber man kann sie in schach halten, wenn man es wirklich will und es mal klick gemacht hat und verstanden hat, dass das Leben ohne Alkohol ein Gewinn und kein Verlust ist.

    Hast du in den letzten eineinhalb Jahren eine reale SHG besucht?

    Nein, ich "musste/durfte in der Klinik an 4 Gruppenstunden teilnehmen. Das war sehr gut. Aber nach dem Aufenthalt habe ich mich erstmal sehr mit mir selber beschäftigt und viele Gespräche mit meiner Familie geführt.

    Auch habe ich zusammen mit meinem Psychiater versucht eine Psychotherapie zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Nicht mal auf irgend eine Warteliste habe ich es geschafft. Ist echt hart/traurig, das es nahezu unmöglich ist einen Platz zu bekommen.

    Ansonsten habe ich schon mehrfach daran gedacht mich weder hier der online SHG anzuschließen. Zum einen bin ich eh ein "online-Mensch" und dann ist da aktuell noch das Problem mit der Mobilität :rolleyes:.

    Aber auch das ist absehbar ;)

    Vielen Dank Nayouk,

    ja, finde ich auch schön. Lustiger Weise befinde ich mich gerade mit meiner Family im Urlaub, genau an dem Ort an dem ich 2022 den Entschluss gefasst habe... Jetzt ist Schluss" ... Es hat zwar nicht gleich geklappt, ich musste noch tiefer in die sch.. rein um es endgültig zu kapieren, aber inzwischen ist es der zweite Urlaub hier ohne Alkohol. Ein richtig erholsamer super schöner Urlaub. So wie früher... Glücklich, entspannend, Lustig und voller Lebensfreude.

    Letztes Jahr war zwar auch schon kein Alkohol mehr im Spiel, aber es stand die Langzeittherapie kurz bevor und die Situation war eine andere.

    Jetzt wenn ich hier im Forum lese, schau ich irgendwie durch eine "ganz anderen Brille."

    Irgendwie als hätte sich die Rolle geändert. Ich habe sehr viel in der Therapie gelernt und mit genommen. Und das ist auch wichtig, dass ich nach der Therapie weiter an mir gearbeitet habe. In der Klinik ist man in einem geschützten Bereich. Danach kommt wieder die Realität und da gilt es das gelernte im Hinterkopf zu haben und umzusetzen.

    Meine Depressionen und Zwänge sind zwar immer noch da, aber sie müssen nicht mehr mit Alkohol "behandelt" werden.

    Selbstreflexion, den Selbstwert erkennen mich selbst wahrnehmen wenn ich mich in meine Zwänge Hineinmanövriere, das sind viel bessere Mittel und Wege als zur Flasche zu greifen.

    Ja, schön wieder hier zu sein und offen über diese Themen zu scheiben.

    wie kann ich stabil werden ?

    Hallo DTH77,

    Was du momentan machst ist kämpfen. Ein Kampf den viele nicht gewinnen. Ich hab am Anfang genauso gehandelt. Ich wurde eines besseren belehrt und das war bei mir der Auslöser für meinen jetzigen stabilen, zufrieden und mit mir im reinen Zustand.

    Die Kapitulation! Ich Kämpfe nicht mehr gegen den Alkohol, ich habe kapituliert. Ich weiß, das ich krank bin und nicht mit Alkohol umgehen kann, also lass ich die Finger davon.

    Es gibt doch bestimmt etwas in deinem Leben, dass du nicht kannst, und wovon du die Finger lässt und erst gar nicht darüber nachdenkst da hin zu langen. Bei mir ist das z.B. Kochen. Ich kann nicht kochen. Nicht mal Nudeln. Ich habe es aufgegeben zu Kochen. Ich mache mir lieber ein belegtes Brot, bevor es wieder schief geht. Ich habe kapituliert und es ist ok für mich.

    Jetzt habe ich noch was im Leben, was ich nicht kann... Alkohol konsumieren. Ich habe kapituliert und es ist OK für mich. Lieber trinke ich einen Kaffee bevor es wieder schief geht.

    Vielleicht ist es bei dir z.B. Reifenwechseln am Auto... nur als Beispiel... Das kannst du nicht, also holst du dir hilfe . Du versuchst es gar nicht, bevor du dich verletzt oder etwas kaputt machst...und es ist OK für dich.

    Das mal als Gedankenanstoß. So habe ich angefangen mit meiner Krankheit umzugehen und sie zu akzeptieren und damit zu leben. Und es ist absolut OK für mich.

    Viele Grüße Alexander

    Wenn eine Grenze erst einmal überschritten ist, dann wird ein Alkoholiker niemals wieder kontrolliert trinken können.

    Absolut! Ein "Bild" dazu, dass bei meiner Therapie aufgezeichnet wurde bleibt bei mir für immer im Kopf. Da wurde der Weg des Alkoholiker in 3 (Fortschritts) Phasen beschrieben. Man fährt mit dem Auto den Weg entlang und beschließt zu einem Zeitpunkt auszusteigen und Abstinent zu werden. Bei einem Rückfall geht es nicht etwa von vorne los, sondern man steigt direkt an der Stelle wieder ein an der man Ausgestiegen ist und fährt unweigerlich weiter in die nächste Phase. Einen Weg zurück gibt es nicht...

    Vielen Dank Linde,

    verrückt, in der Vergangenheit zu lesen und zu reflektieren was in der Zwischenzeit alles passiert ist und was ich seit dem alls angerichtet und meine liebsten durchgemacht haben... Wahnsinn!

    Ich freue mich, dass das "Kapitel" zu Ende geht und wir wieder glücklich sind.

    Hut ab vor meiner Frau, meinen Kindern, und meinen wahren Freunden, die mich trotz allem begleitet und unterstützt haben <3.

    Ich kann ihnen gar nicht genug danken.

    Hallo, mein Name ist Alexander und ich war Ende 2022 hier bereits im Forum. Ich hatte feste Vorsätze und am Anfang hat es auch so ausgesehen, als ob ich es schaffen kann. Leider kam die Abwärtsspirale in Form eines Rückfalls und es wurde immer schlimmer und heftiger. Ich hatte mir tatsächlich auch, wie so viele, eingebildet ich kann das kontrollieren. Ich war ja ne zeitlang Abstinent, also muss das ja funktionieren. Funktioniert nicht! Inzwischen bin ich seit ca. Eineinhalb Jahren trocken und kurz vor dem letzten Schritt, dass alles fast wieder wie früher ist...wie früher, als ich der Krankheit Alkoholsucht noch nicht verfallen war.

    Gerne tausche ich mich wieder hier mit euch aus, denn ich habe auf meiner Langzeittherapie sehr positiv erfahren dürfen, wie wichtig und gut auch noch nach Jahren der Abstinenz eine SHG ist.

    Hi Stefan,

    exakt die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann sind es bei mir jetzt 77 Tage. Auch bei mir ist es so, dass ich weiterhin auf die eine oder andere Veranstaltung / Feier gehe. Aber inzwischen ist das kein Problem mehr. Für diejenigen, mit denen ich immer weg gehe ist das inzwischen ganz normal, dass ich keinen Alkohol trinke und auch sonst brauche ich nur selten mal eine Ausreden oder ein deutliches Nein.

    Guten Morgen,

    sehr schön. Wir hatten super Glück mit dem Wetter. Es hat nur einmal ein bisschen geregnet, da sind wir dann in ein Museum und haben uns die Geschichte der Stadt angesehen. Ansonsten konnten wir sehr viel unternehmen und anschauen. Abends haben wir es uns in unserem Wohnwagen gemütlich gemacht. Es war wirklich ein sehr schöner Familien-Kurz-Urlaub. Wir haben uns bereits für die nächsten Herbstferien das nächste Ziel rausgesucht.

    Hi yasmin,

    vielen Dank, mir geht es sehr gut. Mein alkoholfreies Leben gefällt mir und es läuft gut. Der Urlaub steht noch bevor. Am Dienstag früh fahren wir los und sind dann ein paar Tage mit dem Wohnwagen unterwegs... ich freu mich schon voll drauf.

    Wie geht es dir und deinen Kindern? Hat sich deine Situation etwas entspannt / verbessert?

    Hallo Elly,

    danke der Nachfrage. Ja alles bestens. Hab momentan einiges um die Ohren (was sehr gut ist... dann komme ich schon nicht auf dumme Gedanken ;-)), lese hier im Forum aber immer fleißig mit.

    Ich würde gerne in den ein oder anderen Beitrag schreiben, aber ich kann ja noch nicht so viele Erfahrungen teilen, bin ja "erst" seit 33 Tage Abstinent.

    Übernächste Woche haben wir hier Herbstferien, da fahre ich mit der Family ein paar Tage weg. Da freue ich mich schon riesig drauf.

    Hallo,

    Mir geht's gut. Habe mich erfolgreich abgelenkt und war Abends zu Hause auf der Couch. Heute früh war dann wieder alles OK. Hatte heute den ganzen Tag zu tun und habe keinen Gedanken an Bier verschwendet.

    Ich bin froh und dankbar, dass ich hier jederzeit ins Forum schreiben kann und ihr mich immer wieder motiviert. Das hilft mir sehr. DANKE

    Jetzt verstehe ich das mit dem Druck... Ich habe heute schon den ganzen Nachmittag ein verlangen nach Bier.. Keine Ahnung warum... Ich versuche mich die ganze Zeit abzulenken, aber die ganze Zeit ist da eine "Stimme" die sagt... "eines kannste doch ausnahmsweise mal trinken... ist doch nur eines". Hatte ich bisher so in dem Ausmaß noch nicht... Aber ich stehe das durch. Viel Wasser und Kaffee.