Beiträge von Panama

    Du hast geschrieben, dass er schon öfter mal entzogen hat und dann Entzugserscheinungen hatte. Das spricht sehr dafür, dass er Alkoholiker ist, und dann gibt es für ihn kein kontrolliertes Trinken mehr. Entweder er sieht ein, dass er Alkoholiker ist und er nie wieder trinken kann. Dann kann er sich Hilfe suchen. Wenn er weiter trinken will, wird alle Hilfe nichts bringen.

    Du kannst da dann leider auch nichts machen. Bist du schon mal bei einer Suchtberatungsstelle gewesen? Die bieten auch Hilfe für Angehörige an. Ich war damals da und es hat mir sehr gut getan, mal mit einer neutralen Person über alles reden zu können.

    Die Vorwürfe und das Abstreiten sind typisch für Alkoholiker. Hat mein MAnn auch gemacht. Alle haben gesehen, dass er betrunken war, sogar die Kinder haben mitbekommen, dass er nach Wein gerochen hat. Und er steht vor mir und sagt, er hätte nichts getrunken. Er hat sich selbst angelogen in dem Moment, er wollte einfach nur seine Ruhe und weitertrinken.

    Deine ersten Schritte sollten sein, dir Hilfe von externen Beratungsstellen zu suchen und dich eventuell auch mal anwaltlich beraten lassen. Fakt ist, du bist für dich und die Kinder verantwortlich. Sie können sich nicht selbst helfen. Er ist erwachsen und muss sich selbst um Hilfe kümmern, wenn er welche will. Wenn er trinken will, lass ihn trinken. Aller Streit und alle Vorwürfe nützen eh nichts.

    Das ist so bitter Summer.

    Mein Mann war und ist ja immer viel und lange auf Geschäftsreisen unterwegs, ich war auch immer viel mit den kleinen Kindern alleine, auch mal 10-12 Tage am Stück. Was mir wirklich auch geholfen hat, ist ein gutes Netzwerk vom Kindergarten an aufgebaut. Erst Treffen mit Müttern und Kindern und irgendwann geht das auch mit den Kindern alleine. Dann hab ich oft die Kindergartenfreunde mitgenommen, aber oft konnten meine Kinder dann auch zu den Freunden. So hatte ich dann auch mal nachmittags Entlastung für mich und Zeit für Termine etc. Ab vier Jahren ging das sogar schon mit Übernachtungen.

    Für dein Kind wird es auch einfacher, wenn die Verhältnisse wirklich geklärt und umgesetzt sind.

    Richtig Zotti, da wäre nichts andes gekommen. Allerdings wäre es wahrscheinlich trotzdem besser für dich gewesen, gar nicht erst zu versuchen, mit ihm ernsthaft zu sprechen, da das in einer hoch-exzessiven Zeit, wie du schreibst, eh nichts bringt. Er hat auch nicht nach Hilfe gerufen, Hilfe hätte er sich ja selbst suchen können. Im Prinzip hast du ihn ja bei seiner Sauferei unterstützt, in dem du für ihn gesprungen bist, wenn er das wollte.

    Gespräche mit meinem Mann haben gar nichts gebracht, wenn er betrunken war. Auch "nüchtern" nicht wirklich, da er ja quasi auch mehrere Tage gebraucht hat, um nach einem Exzess runterzukommen und wieder halbwegs fit zu sein. Dann war er zwar einsichtig, aber trotzdem noch lange nicht bereit, nie wieder Alkohol zu trinken.

    Mein Tief sitzendes Problem ist eher das mit der Angst vor Ausgrenzung. Oder damit, was andere denken könnten. Meine Angst, aufzufliegen (bezüglich Alkoholabhängigkeit aber auch andere Themen wie ADHS). Besonders natürlich im Job. Ich möchte nicht auffallen (ich esse und habe bisher getrunken, was angeboten wurde, egal ob ich es mag oder nicht).

    Da solltest du wirklich dringend ansetzen und dich wichtiger nehmen! Ich stelle mir das wirklich schlimm vor.

    Ich war als Kind sehr schwierig mit dem Essen und bin heute noch wählerisch und kompliziert. Ich gehe trotzdem gerne essen, bestelle aber fast nie ein Gericht so wie es auf der Karte steht, ich habe fast immer einige Sonderwünsche. Ja, das ist blöd und oft auch unangenehm. Da steh ich aber drüber, weil ich mir so wichtig bin, dass ich nie im Leben was essen würde, was mir nicht schmeckt.

    Da muss man vielleicht bei Bekannten oder bei Firmenveranstaltungen mal tricksen. Da ist man vielleicht gerade auf Diät oder hat Magenprobleme, weswegen man x und y nicht, nur wenig oder vielleicht auch mal gar nichts essen möchte. Aber wie gesagt, ich stehe da drüber und meistens fällt es auch gar nicht besonders auf, wenn ich wo bin und nur wenig oder bestimmte Sachen essen. Hauptsache, ich muss nichts essen, was ich nicht will.

    Deine Kinder schauen ihrem nassen Vater zu, der wiederum als Kind seinem nassen Vater zugeschaut hat.

    Genauso ist das leider oft. Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder, egal ob gute oder schlechte. Sie lernen von ihren Eltern und gucken sich das Verhalten ab.


    Was meinst du, warum so viele Eltern, die als Kinder geschlagen wurden, später selbst ihre Kinder schlagen? Weil sie das so toll fanden, geschlagen zu werden? Oder weil sie in völlig ungesunden Strukturen groß geworden sind und nichts anderes gelernt haben?

    Hi Willowtree,

    erstmal ist der Hauptuntschied zwischen Alkohol und Zigaretten, dass Rauchen nicht das Wesen eines Menschen verändert. Gesundheitsschädlich ist beides, das ist klar. Aber Alkohol hat eben eine ganz andere Wirkung auf das Verhalten und die Persönlichkeit eines Menschen.

    Beim Alkohol ist die psychische Abhängigkeit das Problem. Die körperliche Abhängigkeit ist nach zwei Wochen Abstinenz vorbei, aber es ist eben die Psyche bzw die Sucht, die einen Menschen immer wieder zum Trinken bringt.

    Hast du schon mal einen Termin bei einer Suchtberatung gehabt? Die bieten auch Hilfe für Angehörige an. Mir hat das damals sehr geholfen, mal mit jemandem über alles reden zu können.

    Na klar erzählt er dir sowas, um dich bei der Stange zu halten.

    Warum sollte er denn aus seiner Sicht aufhören zu trinken? Er hat doch gar kein Problem aus seiner Sicht. Für ihn läuft es super, okay, du meckerst zwar hin und wieder etwas rum, aber er kriegt dich ja immer wieder auf Spur.

    Mir hat es sehr geholfen, hier im Forum bei den Angehörigen die Geschichten zu lesen, die sich leider häufig ähneln.