Naira - ich stelle mich vor

  • Denn es gibt ja schon auch welche, die meinen Text nicht schlecht fanden... Warum hätte ich ihn dann nicht schreiben dürfen?

    Den Text habe ich so gelesen, als ob er Deine derzeitige Situation beschreibt. Hier soll es um Dich gehen und nicht um irgendwelche Thesen, die aus dem Internet genommen und umgeschrieben werden.

    Hier geht es um Dich, um Deine Entwicklung und Deinen Weg zu einer zufriedenen Abstinenz.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Es ist aber nun mal mein Weg, mich möglichst viel weiterzubilden. Ich habe den Text in einem anderen Bezug gelesen, und fand ihn aber auch für die Alkoholabhängigkeit gut. Ich masse mir nicht an, alles von mir selbst heraus zu wissen. Es gibt gebildete Menschen, die teilweise studiert haben, was sie schreiben. Es wäre doch eher dumm von mir, wenn ich das nicht für mich in Anspruch nehmen würde. Ich lerne so viel dabei und kann es dann für mich anwenden.

    Mir hat das mit der Verantwortung so extrem viel geholfen. In ganz vielen Bereichen. Deswegen habe ich es hier geschrieben.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Hallo Naira,

    Mir ist es wichtig, mich weiterzubilden und so viel Wissen- auch über Alkoholabhängigkeit- anzusammeln.

    Das mache ich genauso. Ich kann Dir sagen, dass ich auch eine ganze Weile gebraucht habe, um den richtigen Weg zu finden, wie ich das Forum für meine Selbsthilfe nutzen kann.
    Dein Text fand ich sehr gut und er hat mich zum Nachdenken angeregt, zur Reflektion auf meinen eigenen Stand, so wie Bolle geschrieben hat, und das ganz unabhängig von der Diskussion hier. Das habe ich heute in meinem Thread festgehalten.
    Darauf können alle hier reagieren und ich bekomme Hilfe zur Selbsthilfe oder auch nicht. Ganz am Anfang habe ich einen Text abfotografiert und hier rein gestellt. Er wurde sofort gelöscht, mit dem Hinweis auf mögliche Urheberrechte.
    Das ist bei Dir nicht der Fall, da es Deine Darstellung/Interpretation eines Inhalts war. Ich fand damals meinen Text als sehr treffend und sinnbildlich, die User im Forum konnten ihn gut oder schlecht finden aber über mich hat er nichts ausgesagt, weil ich ihn für mich nicht eingeordnet hatte. Also werde ich auch keine Hilfe zur Selbsthilfe bekommen.
    Aber genau darum geht es hier im offenen Bereich. Wenn Du diesen Text als Positionsbestimmung auf Dich reflektierst, dann hilft es Dir alleine schon durch das Niederschreiben und Du bekommst für Dich Reaktionen zurück, die Du für Dich mitnehmen kannst oder auch nicht.

    Ich lerne so viel dabei und kann es dann für mich anwenden.

    So soll es sein.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Dieses Forum hier ist der einzige Ort, an dem ich mich über Alkoholabhängigkeit und Abstinenz austauschen kann. Deswegen habe ich auch so viel Angst, etwas falsch zu machen hier. Denn ich möchte unbedingt abstinent bleiben. Aber ich habe Angst, es nicht alleine zu schaffen. Es ist sehr viel leichter, wenn man dabei nicht alleine ist und auch nicht der einzige Mensch weit und breit ist, der überhaupt so ein Problem hat. Und wenn ich dann hier das Gefühl habe, dass ich etwas falsches geschrieben habe, habe ich Angst, hier ausgeschlossen zu werden. Dies einfach zur Erklärung, warum ich dann manchmal so für euch komisch reagiere.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, war der Fehler nicht unbedingt, den Text zu schreiben- sondern nicht dazu zu schreiben, wo ich mich befinde? Stimmt das?

    Ich denke, dass ich mich mehrheitlich in der letzten Phase befinde. Es ist für mich keine Last auf Alkohol zu verzichten. Im Gegenteil: ich bin sehr froh, dass es mir ohne so viel besser geht! An sich spielt der Alkohol auch kaum eine Rolle in meinem Alltag. Es ist auch nicht so, dass ich gerne Alkohol konsumieren würde, wenn ich andere trinken sehe. Es stört mich auch nicht, wenn in Filmen oder sonstwo getrunken wird. Schwierig finde ich, wenn bei Firmenessen die Sauce mit Alkohol gekocht wurde, oder wenn dort alle Wein trinken und einen noch "blöd anmachen", wenn man keinen möchte. Wenn man sich ausgrenzt fühlt, was für mich aufgrund früherer Erfahrungen sehr schwer auszuhalten ist. Oder wenn man gar irgendwo nachfragen muss, ob es man auch etwas anderes haben kann. Dabei ist dann aber eigentlich nicht der Alkoholverzicht die Last, sondern dass es wirklich heute noch Orte gibt, an denen selbstverständlich erwartet wird, dass alle gerne Alkohol konsumieren. Aber der Gedanke wäre wieder die Phase mit der Schuldsuche bei der Gesellschaft.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • wenn dort alle Wein trinken und einen noch "blöd anmachen", wenn man keinen möchte.

    Wo ist denn das heute noch so? Ich trinke jetzt seit bald drei Jahren nicht mehr und mich hat noch nie jemand blöd angemacht. Ihm war es höchstens selbst peinlich und er hat sich erklärt. Ansonsten ist den Leuten doch recht egal, was ich trinke. Hauptsache sie haben, was sie wollen. Und genau so sehe ich es auch.

    Hauptsache ich habe was ich will. Es ist doch nur ein Getränk. Für andere ist das nicht so wichtig, wie für mich. Das habe ich anfangs nur gedacht, weil ich von mir ausgegangen bin.

    Ich glaube ich würde das Interesse bei einem schuldbewussten Blick eher "wecken".

    Ach ja. Mein Chef wollte mal, am Anfang, dass ich jetzt zwei Weizen für uns hole. Das hat er mehrmals gesagt. Ist mir aber auch klar warum. Nicht wegen mir. Sondern wegen sich. Ihm war es unangenehm vor mir zu trinken, wenn ich nicht mitmache. Inzwischen weiß er Bescheid.

    Es zwingt mich ja auch keiner irgend etwas zu essen, dass ich nicht möchte. Als Kind ging mir das so. Da stand der Rohrstock neben dem Tisch. Und genau deshalb lasse ich mir heute sicher von keinem vorschreiben, was ich zu essen, oder zu trinken habe.

    Oder wenn man gar irgendwo nachfragen muss, ob es man auch etwas anderes haben kann.

    In meinen Augen, schlechte Gastgeber. Mir wäre es wichtig, dass die Gäste etwas bekommen, was ihnen schmeckt.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, war der Fehler nicht unbedingt, den Text zu schreiben- sondern nicht dazu zu schreiben, wo ich mich befinde? Stimmt das?

    Du hast verallgemeinert und nicht von Dir persönlich geschrieben. Auch darum geht es, Naira.

    wenn dort alle Wein trinken und einen noch "blöd anmachen", wenn man keinen möchte. Wenn man sich ausgrenzt fühlt, was für mich aufgrund früherer Erfahrungen sehr schwer auszuhalten ist. Oder wenn man gar irgendwo nachfragen muss, ob es man auch etwas anderes haben kann.

    Es gibt Menschen, die vertragen keinen Alkohol, wollen keinen Alkohol trinken, nehmen Medikamente und wollen deswegen keinen Alkohol trinken und es gibt Menschen, denen schmeckt der Alkohol nicht. Wieso sollte ich mich vor irgendjemanden erklären?

    Bisher bin ich noch nirgendwo "blöd angemacht worden", nur weil ich keinen Alkohol trinken möchte. Ich trinke keinen Alkohol, das muss ich nicht begründen. Und Du genauso wenig.

    Und genauso ist es mit Essen, ich will kein Gericht, das mit Alkohol verkocht wurde, oder keinen Nachtisch, der mit Alkohol versetzt ist. Das schmeckt mir nicht und fertig. Entweder es gibt eine Alternative oder ich verzichte.

    Am Anfang der Abstinenz macht man sich viele Gedanken, was könnten andere denken, wenn man Alkohol verweigert. Aber sie denken sich so oder so ihren Teil und darauf habe ich keinerlei Einfluss. Lass sie doch denken, was sie wollen.

    Außerdem gibt es viele Menschen, die keinerlei Alkohol konsumieren, das ist einem selbst nur früher nicht so aufgefallen, als man noch mit den anderen mitgetrunken hat.

    Die Gesellschaft ist auch wieder eine Auslegungssache, wen will man da beschuldigen?

    Wir alle sind die Gesellschaft, Du gehörst ebenso dazu. Wir sind das, was wir daraus machen.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ach Naira. Ich mochte den Text und ich glaube er hat sehr viel mit dir zu tun, weil er dich angesprochen hat. Ich glaube niemand wollte dir verbieten etwas zu schreiben oder nicht, sondern man wird hier öfter mal auf Dinge gestupst, die man unbewusst zwischen den Zeilen schreibt.

    Und das war eben, dass du eine Distanz geschaffen hast zwischen dir und dieser blöden Phase des Bereuens, dass man nicht trinken ‚darf‘. Ich kann Dir nur persönlich von mir sagen, dass ich zwar durchaus froh bin, dass ich nicht mehr trinken muss- aber ab und zu erwische ich mich doch bei dem Gedanken ‚ach wenn ich jetzt ganz normal ein Glas Wein trinken könnte‘. Aber nein. Kann ich nicht. Weil es- selbst wenn es diesmal sogar bei dem einen Glas bleiben würde- sehr schnell sehr viele Gläser sind. Und das will ich nicht. Ich glaube du machst deine Sache gut. Aber vielleicht fällt dir genauso schwer wie mir diesen Zwiespalt auszuhalten. Einerseits Glück dass man raus ist und Freude über die eigenen Fortschritte und dann wieder diese bescheuerten ‚ich darf nicht‘ Gedanken. Vielleicht ist es ja bei dir manchmal auch so und einige hier hatten Sorge, dass Du es vor Dir selbst vielleicht schwer zugeben kannst- was völlig verständlich aber für dich risikobehaftet wäre. Aber das ist nur Spekulation- du allein weißt was in Dir vorgeht.

    Mit der Angst ausgeschlossen zu werden hast Du wirklich ein Thema. Da treffen wir uns wenn die Zeit dafür gekommen ist im geschützten Bereich und dann erzählst du da mal drüber, wenn es dir dort lieber ist. Bis dahin fühl dich mal umarmt!

  • Wo ist denn das heute noch so?

    Das war im Sommer bei einem Firmenessen. Dort war gar keine Frage, daß jeder ein Glas Wein mittrinkt. Das habe ich selbst noch getrunken. Aber ich erinnerte mich, daß ich in den Jahren zuvor öfter mal eine alkoholfreie Phase hatte und dann ablehnte. Was kopfschüttelnd und abwertend kommentiert wurde.

    Und das mit den Wein-Saucen gibt es sehr oft bei Firmenessen. Erst kürzlich wieder erlebt. Dort gab es jedoch zum Glück zwei Menüs, und ich konnte das andere wählen. Ich habe mir nur die Frage gestellt, was ich gemacht hätte, wenn es nur Wein-Sosse gegeben hätte. Das war nämlich im Sommer bei einem Firmenanlass der Fall. Zum Glück wusste ich es vorher und bin dann nicht hingegangen… obwohl das auch mehr als blöd war in meiner Funktion. Aber ich wollte das nicht ansprechen.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Danke AnnaBlume für deine Antwort!

    Bei mir ist das Problem gar nicht so sehr, dass ich nicht mehr trinken darf. Ich möchte gar nicht. Mich widert Alkohol total an. Heute Morgen habe ich eine Birne aufgeschnitten und gemerkt, dass diese schon alkoholisiert ist. Sie lag einfach zu lange herum. Der Geruch hat mich schon angeekelt.

    Mein Tief sitzendes Problem ist eher das mit der Angst vor Ausgrenzung. Oder damit, was andere denken könnten. Meine Angst, aufzufliegen (bezüglich Alkoholabhängigkeit aber auch andere Themen wie ADHS). Besonders natürlich im Job. Ich möchte nicht auffallen (ich esse und habe bisher getrunken, was angeboten wurde, egal ob ich es mag oder nicht). Ich möchte niemanden verletzen oder kompliziert sein (daher kamen Extrawünsche oder Trinken ablehnen nie in Frage). Aber das muss ich lernen. In Bezug auf Alkohol und in Bezug auf andere Themen.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Ja es erfordert manchmal Überwindung klar zu sagen ‚Ja ihr alle macht es so- ich eben anders‘. Wenn ich mich dazu durchringe ist es erstaunlicherweise so, dass das, was mir ein riesen Kopfzerbrechen bereitet hat, bei anderen gar nicht riesig ankommt und die Antwort ist oft ein völlig entspanntes ‚ok‘.

    Außerdem ist es gut und richtig sich den Raum zu nehmen der einem zusteht.

    Es ist heute so normal auf Veganer, Menschen die koscher oder halal essen und/oder Unverträglichkeiten haben einzugehen- da haben auch Menschen ihren festen Platz, die keinen Alkohol zu sich nehmen wollen. Orte wo das nicht möglich ist stelle ich mir sowieso recht ruppig vor (ich habe gerade ein Bild von stiernackigen Männern im Kopf die um ein Lagerfeuer sitzen, fleischkeulen aus der Hand essen und dazu Bier aus großen Krügen trinken- jo sollen sie machen… 😂).
    Nur Mut!

  • Mein Tief sitzendes Problem ist eher das mit der Angst vor Ausgrenzung. Oder damit, was andere denken könnten. Meine Angst, aufzufliegen (bezüglich Alkoholabhängigkeit aber auch andere Themen wie ADHS). Besonders natürlich im Job. Ich möchte nicht auffallen (ich esse und habe bisher getrunken, was angeboten wurde, egal ob ich es mag oder nicht).

    Da solltest du wirklich dringend ansetzen und dich wichtiger nehmen! Ich stelle mir das wirklich schlimm vor.

    Ich war als Kind sehr schwierig mit dem Essen und bin heute noch wählerisch und kompliziert. Ich gehe trotzdem gerne essen, bestelle aber fast nie ein Gericht so wie es auf der Karte steht, ich habe fast immer einige Sonderwünsche. Ja, das ist blöd und oft auch unangenehm. Da steh ich aber drüber, weil ich mir so wichtig bin, dass ich nie im Leben was essen würde, was mir nicht schmeckt.

    Da muss man vielleicht bei Bekannten oder bei Firmenveranstaltungen mal tricksen. Da ist man vielleicht gerade auf Diät oder hat Magenprobleme, weswegen man x und y nicht, nur wenig oder vielleicht auch mal gar nichts essen möchte. Aber wie gesagt, ich stehe da drüber und meistens fällt es auch gar nicht besonders auf, wenn ich wo bin und nur wenig oder bestimmte Sachen essen. Hauptsache, ich muss nichts essen, was ich nicht will.

  • Fremdbestimmung ist eben auch so ein Thema. Früher musste einfach gegessen werden, was auf den Tisch kommt. Und bevor der Teller nicht leer war, durfte ich nicht aufstehen. Genauso mit dem Alkohol. Dieser gehörte dazu. Ich war schon ein Exot (ab 14 Jahre!) zuhause weil ich Bier und Cognac nicht mochte. Es wurde dann für mich zuhause extra Sherry gekauft- den bekam ich runter und konnte dann mit anstossen. Limo wäre nicht erlaubt gewesen. Ich wäre sonst ausgegrenzt gewesen. Was ich sowieso immer war, da ich als Kind nicht in diese Familie passte und mir das auch häufig genug gespiegelt wurde. Oder wofür ich dann entsprechend gestraft wurde. Ich schreibe das ohne Bitterkeit oder Vorwürfe- aber es ist wichtig für mich zu verstehen.

    Und heute ist das eben auch oft Thema. Auf Arbeit. Zuhause. In der Familie. Hier im Forum teilweise. Ich fühle mich oft fremdbestimmt- und reagiere darauf mittlerweile allergisch. Natürlich auch, weil es mich krank gemacht hat (und damit meine ich nicht den Alkohol, sondern insgesamt meine Gesundheit). Ich möchte das nicht mehr. Klar geht es im Job nicht ganz ohne- aber zuhause und hier stört es mich (auch das ist kein Vorwurf, nur eine Beschreibung, was in mir abgeht). Ich habe überall das Gefühl, falsch zu sein, Fehler zu machen und deswegen nicht respektiert zu werden. Ich habe so sehr gelernt mich anzupassen, Emotionen von anderen wahrzunehmen, Bedürfnisse von anderen schon wahrzunehmen bevor sie geäussert werden- damit ich nicht ausgrenzt oder bestraft werde.

    Mir ist heute klar, dass das Quatsch ist. Es ist überhaupt nicht erwachsen. Ich übernehme in dem Moment eben nicht die Verantwortung für mich, meine Gesundheit und mein Leben. Sondern übergebe sie anderen, indem sie über mich bestimmen dürfen. Aber es ist für mich nicht ganz einfach, den Mittelweg zu finden zwischen "ich lasse niemanden mehr über mich bestimmen" und "ich habe meine Bedürfnisse und Grenzen und versuche sie so einhalten, dass der andere in Beziehungen aber auch seine Bedürfnisse und Grenzen einhalten kann". Und herauszufinden, was ist meine Komfortzone, wie weit kann ich diese übertreten ohne erneut krank zu werden und was sind Grenzen, die auf keinen Fall überschritten werden dürfen.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Was du von deiner Familie erzählst klingt traurig. Vielleicht ist es gut, dass du da nicht so rein passt und anders bist. Dieser schmale grad zwischen Abgrenzung und Harmonie ist glaube ich für jeden schwer und für dich mit deinem Hintergrund besonders. Aber Du scheinst da auf einem guten Weg zu sein.

    Sei dir bewusst dass dich hier niemand persönlich kennt, dich also niemand bestimmen kann. Und um wirklich ausgeschlossen zu werden muss man wahrscheinlich ordentlich Regeln verletzen- ich glaube das hast du nicht vor. Von daher ist dies ein sicherer Ort.

  • ich glaube, es gibt einen direkten weg von fremdbestimmung zu alkoholmissbrauch. zum einen sit alkohol der perfekte fremdbestimmer, alles dreht sich irgendwann um ihn und das ist dann das muster, das man aus seiner fremdbestimmtheit eh schon kennt.

    andererseits dämpft er das bewusstsein davon und dann merkst du's nicht merh, zumindest im rauschzustand. das aufwachen ist dann der große seelenkater.

    ich habe für mich festgestellt, dass der erste schritt zur selbstbestimmheit war, das trinken aufzuhören. damit ist nicht alles gelöst, im gegenteil, nüchtern merkst du j erst, wo du gerade stehst. das macht's nicht einfacher, aber mit der zeit, schrittchen für schrittchen, wird's besser. und es gibt ja dann nur noch dich, die entscheidet und entscheiden muss. das ist manchmal ganz schön schwer, aber es bist DU und nicht dein alkoholisiertes iregndwie-ich.

    muster zu verändern dauert lange, der erste schritt ist, sie zu erkennen, dann gehts meist automatisch voran.

    Abstinent seit dem 22.9.2023

  • Hi Naira, ich hab bei deinem Text auch direkt weitergescrollt. Nicht, weil ich dachte, das ist bestimmt nicht interessant, sondern weil ich lieber über selbsterlebte Dinge lese. Alles andere kann ich nämlich googeln. So Selbsthilfe-Ratgeber, Podcasts, Bücher etc kann man ja empfehlen, aber im diesem Forum hier, stehen hunderte verschiedene Menschen an hundert verschiedenen Punkten in ihrem Leben oder Prozess. Wie man Dinge erlebt, empfindet, gemeistert hat, was einem im Alltag als Co oder Alkoholiker passiert und wie man damit umgeht, sowas interessiert mich (persönlich). Deshalb klick ich manchmal schneller weg oder scrolle dann. Das ist nie was persönliches, nur für mich im Moment nicht relevant. Ich hoffe, das kommt richtig rüber.

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!

  • Ich hoffe, das kommt richtig rüber.

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!

    Ja Hera das habe ich so verstanden :)
    Dir auch ein schönes Wochenende.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Hallo Naira,


    ein spätes Willkommen auch von mir hier im Forum. Ich bin trockene Alkoholikerin und schreibe seit einigen Jahren hier. Es hat mir sehr geholfen, in Bezug auf meine Akzeptanz meiner Alkoholabhängigkeit, und dadurch (in der Stabilisierung meiner Trockenheit) auch allgemein bezüglich meines Umgangs mit mir selber, meiner Eigenwahrnehmung, meiner Entwicklung einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit usw.

    Daher spricht mich auch an, was du über deine Problematik schreibst, wie du dich von der Fremdbestimmung lösen willst.

    Ich fühle mich oft fremdbestimmt- und reagiere darauf mittlerweile allergisch. Natürlich auch, weil es mich krank gemacht hat (und damit meine ich nicht den Alkohol, sondern insgesamt meine Gesundheit). Ich möchte das nicht mehr.

    Da bist du - wenn ich mal meine eigene Erfahrung zugrunde lege - hier genau richtig aufgehoben. :)


    Ich wünsch dir weiter einen guten Austausch und heute einen schönen Sonntag.

    Viele Grüße

    Thalia

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