Mir wird immer klarer, dass ich wirklich gerade in einer guten Situation bin, die Trennung zu schaffen, weil er ja eben schon in der Klinik ist. Und ich ihn nicht auf die Straße setzen muss, und er besoffen in der Gosse liegt….
Zum Glück hat mich da die Hausärztin von Anfang sehr gut beraten. Als er noch im Krankenhaus zur Entgiftung war, wollte er unbedingt nach drei Tagen nach Hause kommen. Da war er noch überhaupt nicht clean gewesen… im Gegenteil, wie ich im Nachhinein erfahren hatte, haben sie ihm zum langsamem Abbau noch Alkohol gegeben. Die Hausärztin hatte gesagt, auf gar keinen Fall darf er heimkommen, dann geht es mit dem Saufen weiter… (Infos vom Krankenhaus hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht!!), sie meinte, er muss jetzt ganz tief fallen, ohne meine Unterstützung, sonst wird er die Reha und die Therapie nicht einsehen. Er darf keine andere Möglichkeit haben… genauso hatte ich es ihm gesagt, dass er nicht nach Hause kann, so lange er keine Therapie macht. Das ich ihn nicht abhole, nicht rein lasse.
Mein Glück war, dass er keinen Schlüssel und kein Geld dabei hatte. Und Bekannte habe ich schon informiert gehabt, dass sie ihn auf keinen Fall abholen.
So hat er dann die Therapie eingesehen. Die er ja wegen mir macht, laut seines Psychologen darf er ja angeblich schon nach Hause.
Aber nun zu jetzt: am Wochenende hat er mich wieder um Geld angebettelt, er sei ja schließlich von mir abhängig. Zum Kotzen finde ich das. Er hätte schon lange sein Krankengeld oder Sozialhilfe beantragen können.
Da hat er nichts gemacht. Das Geld habe ich ihm verweigert.
Gestern habe ich ihm gesagt, dass ich ihn am kommenden Freitag besuchen möchte und auch mit seinem Therapeuten reden will.
Da hat er es auch einmal kapiert, dass ich mich trennen will.
Die ganze Nacht Nachrichten, wo er auf die Tränendrüse drückt.
Aber heute morgen auf einmal hat er mit dem Sozialpädagogen der Klinik gesprochen, sich um das Krankengeld weiter bemüht, die Klinik unterstützt ihn da jetzt auch. Und er hat von Wohnungssuche gesprochen.
Auf einmal, und vor ein paar Tagen wollte er noch Geld und war abhängig von mir.
Zu dem Thema habe ich mal gelesen: die beste Hilfe ist, NICHT zu helfen. Er muss sich selbst aus der Sch… ziehen.
Vielleicht hilft das der/dem ein oder anderen, die/der sich immer verantwortlich fühlt, zu helfen.
So ging es mir ja die letzten Jahre auch immer. Aber ich habe das hoffentlich überwunden.