Beiträge von Coco

    Panama Ja genau, diesen Tipp habe ich von dir übernommen, dass funktioniert sehr gut. Auch wenn ich es bisher noch nicht aufgeschrieben habe.

    Nachdem ich ihn in die Klinik gebracht hatte, ging es mir sehr schlecht, weil er hier zuhause (auch laut der Hausärztin) beinahe gestorben wäre und ich dann auch über zwei Tage im Ungewissen war.

    Da habe ich auch unglaublich schlecht ausgesehen, so schlecht wie noch nie in meinem Leben. Als Erinnerung daran, habe ich Selfies von mir gemacht, jeden Tag abends eins, um meinen Weg zur Besserung zu dokumentieren. Wenn ich jetzt diese Fotos sehe- dann bekomme ich selbst so einen Schreck. Da sehe ich auch halbtot aus.

    Hallo an alle, erstmal möchte ich sagen, dass es mir viel viel besser geht, seitdem der Entschluss zur Trennung fix ist. Und dabei haben mir die Tipps hier und das Schreiben hier sehr geholfen.

    Mein Ex hat es leider noch nicht ganz verstanden, befürchte ich, er schreibt weiter viele Nachrichten. Die ich aber mittlerweile gut ignorieren kann und großteils auch nicht beantworte.

    Klar, geht es mir phasenweise auch mal nicht so gut, aber dann rufe ich mir all die schlimme Erlebnisse ins Gedächtnis. Das hilft enorm. Und bestärkt mich wieder bei meinem Entschluss.

    Stattdessen versuche ich mich auf das positive zu fokussieren, wie: ich kann am Wochenende oder auch ganz allgemein viel ruhiger schlafen, niemand poltert rum, schnarcht, stinkt oder weckt mich.

    Diese Ruhe ist großartig.

    Dann kann ich endlich in meinem Rhythmus leben, ich esse wann ich Hunger habe, und das auf was ich Hunger habe…. Gut, dass sind jetzt auch allgemeine Dinge, die bei jeder Trennung wären.

    Es geht mir nervlich viel viel besser, ich merke, wie ich die letzten Monate immer unter Dauerstrom stand. Auch wenn ich von seinem Rückfall (oder weiterem Trinken, wie auch immer) erst seit zwei Monaten weiß. Aber auch die ganze Zeit davor war einiges im Argen. Jetzt merke ich erst, wie ich wohl die Zähne zusammen gebissen habe und meine Augen verschlossen habe, um das gemeinsame Leben aufrecht zu halten. Das hat mir aber nicht gut getan.

    Meine Motivation für die Zukunft ist für vieles zurückgekehrt, da möchte ich einiges nach meinem Urlaub in Angriff nehmen.

    Manchmal fühle ich mich aufgrund dieser Befreiung geradezu euphorisch und sehr glücklich. Obwohl ja noch einiges auf mich zu kommt.

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    Gut ich zucke hier gerade noch immer bei jedem kleinsten Geräusch zusammen aber ich verstehe so wenigstens für mich selbst, daß ich auch große Angst hatte weil er immer wieder laut los gepoltert hat. Ob das jetzt die pure Wut oder Angst war, weiß ich nicht..Schön ist das nicht und trotzdem genieße wirklich die himmlische Ruhe.

    Meine Nerven lagen so blank das ich erstmal einen kompletten Tag lang geschlafen habe nachdem er weg war. Ich war mit meiner Kraft einfach am Ende.

    genauso ging es mir auch, nachdem mein Ex in die Klinik gegangen war.

    Wenn er dann wirklich weg ist, also auch seine Sachen usw. wird meine Erleichterung bestimmt noch größer sein…

    Hallo Vivien, gratuliere dir zu diesem Schritt. Das war bestimmt nicht einfach. Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine.

    Auch wir (mein seit dieser Woche Ex) und ich sind umgezogen und es hätte alles so schön sein können.

    Er ist Moment in einer Rehaklinik, muss also leider noch seine Sachen holen.

    Wünsche dir viel Kraft die Trennung durchzuziehen, denn bestimmt kommt er noch mal bei dir an…. Alles Gute für dich!

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    ich kenne das schreckliche Gefühl, wenn der Partner in der Klinik ist, und man keine oder wenig Infos bekommt. Furchtbar. Ich habe vor fast einem Jahr meinen damals noch Ehemann sturzbetrunken selbst in einer Klinik abgegeben, ja so hat sich das angefühlt, nicht "eingeliefert", sondern "abgegeben"

    Zabeth ja, genauso fühlt es sich an… Habe mich jetzt doch dagegen entschieden, ihn zu besuchen. Ich wollte auch mit seinem Therapeuten sprechen, aber der wäre nicht da.

    Ich werde der Klinik jetzt schreiben, dass wir getrennt und und er nicht mehr bei mir wohnen kann und er absolut mittellos ist.

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    Vielleicht müssen wir Angehörigen durch einen Trauerprozeß gehen, als ob unsere Liebsten verstorben wären und vielleicht macht es die Sache halt so schwer, dass sie eben nicht verstorben sind und wir sie ja auch gerne davor bewahren würden. Das Nicht-Trauern-Können hält sie in uns untot und sie suchen uns heim wie Gespenster.

    ja, wir müssen trauern. Um die Menschen, Partner, die sie hätten sein können, ohne den Alkohol. Der Mensch, den man glaubte zu kennen existiert ja auch nicht. Oder nur bedingt. Um diesen Menschen trauern wir, die durch den Alkohol zerstört sind. Körperlich wie psychisch.

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    P.S. Ich glaube nicht daran, dass jemand tief fallen muss - ethisch und auch logisch, denn der Tiefe Fall wird ja nur in der nachträglichen Erzählung ein solcher gewesen sein. Außerdem nimmt dich die Hausärztin mit dem, was sie da sagt, ja auch nur wieder in die Pflicht: du sollt etwas tun oder nicht tun, damit er .... Das ist doch nichts weiter als wieder nur eine Abhängigkeitsbeziehung, die da aufgebaut wird und du kommst nie raus zu überlegen, was du am Besten tust oder unterlässt, damit er ....

    ja ich verstehe deine Meinung total, nur mir selbst hat diese Aussage von der Ärztin geholfen, konsequent zu bleiben. Deswegen war dieser Tipp für mich gut.

    Und anhand seines ganzen Verhaltens sehe ich, dass es bei ihm anders auch nicht funktioniert.

    Aber das mag bestimmt nicht für alle Menschen zutreffen.

    Ich wünsche dir viel Kraft dafür, wenn dein Mann vor der Tür stehen sollte…

    Und ja, zum Glück hatten wir schon vor ein paar Monaten einen baldigen Urlaub geplant, den ich jetzt natürlich allein wahrnehme. Ich freue mich schon sehr, und brauche das auch dringend…😉

    Mir wird immer klarer, dass ich wirklich gerade in einer guten Situation bin, die Trennung zu schaffen, weil er ja eben schon in der Klinik ist. Und ich ihn nicht auf die Straße setzen muss, und er besoffen in der Gosse liegt….

    Zum Glück hat mich da die Hausärztin von Anfang sehr gut beraten. Als er noch im Krankenhaus zur Entgiftung war, wollte er unbedingt nach drei Tagen nach Hause kommen. Da war er noch überhaupt nicht clean gewesen… im Gegenteil, wie ich im Nachhinein erfahren hatte, haben sie ihm zum langsamem Abbau noch Alkohol gegeben. Die Hausärztin hatte gesagt, auf gar keinen Fall darf er heimkommen, dann geht es mit dem Saufen weiter… (Infos vom Krankenhaus hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht!!), sie meinte, er muss jetzt ganz tief fallen, ohne meine Unterstützung, sonst wird er die Reha und die Therapie nicht einsehen. Er darf keine andere Möglichkeit haben… genauso hatte ich es ihm gesagt, dass er nicht nach Hause kann, so lange er keine Therapie macht. Das ich ihn nicht abhole, nicht rein lasse.

    Mein Glück war, dass er keinen Schlüssel und kein Geld dabei hatte. Und Bekannte habe ich schon informiert gehabt, dass sie ihn auf keinen Fall abholen.

    So hat er dann die Therapie eingesehen. Die er ja wegen mir macht, laut seines Psychologen darf er ja angeblich schon nach Hause.

    Aber nun zu jetzt: am Wochenende hat er mich wieder um Geld angebettelt, er sei ja schließlich von mir abhängig. Zum Kotzen finde ich das. Er hätte schon lange sein Krankengeld oder Sozialhilfe beantragen können.

    Da hat er nichts gemacht. Das Geld habe ich ihm verweigert.

    Gestern habe ich ihm gesagt, dass ich ihn am kommenden Freitag besuchen möchte und auch mit seinem Therapeuten reden will.

    Da hat er es auch einmal kapiert, dass ich mich trennen will.

    Die ganze Nacht Nachrichten, wo er auf die Tränendrüse drückt.

    Aber heute morgen auf einmal hat er mit dem Sozialpädagogen der Klinik gesprochen, sich um das Krankengeld weiter bemüht, die Klinik unterstützt ihn da jetzt auch. Und er hat von Wohnungssuche gesprochen.

    Auf einmal, und vor ein paar Tagen wollte er noch Geld und war abhängig von mir.

    Zu dem Thema habe ich mal gelesen: die beste Hilfe ist, NICHT zu helfen. Er muss sich selbst aus der Sch… ziehen.

    Vielleicht hilft das der/dem ein oder anderen, die/der sich immer verantwortlich fühlt, zu helfen.

    So ging es mir ja die letzten Jahre auch immer. Aber ich habe das hoffentlich überwunden.

    Du hast schon recht. Soweit ich eben kurz gelesen habe: Wenn er Sozialhilfe beantragt und wir weiterhin zusammenleben und zusammen sein würden, dann würde vom Sozialamt geprüft werden, inwiefern er wie viel Geld bekommen kann, weil er ja durch mich unterstützt werden würde, gemeinsamer Haushalt usw.

    Aber eben das möchte ich ja nicht mehr. Ich möchte nicht mehr mit ihm zusammen leben und ihn ich nicht mehr unterstützen. Von mir bekommt er kein Geld mehr. Wir sind ja auch nicht verheiratet. Und wenn ich ihn „rausschmeiße“ und er nicht mehr zurück kann, dann hat er ja keine Unterstützung mehr von mir.

    Zabeth Danke dir! Ja mittlerweile bin ich da wirklich beruhigt, dass er vom Staat aufgefangen wird. Wenn er denn die Hilfe annimmt. Ich werde ihn sobald wie möglich besuchen, und mit ihm persönlich über die Trennung sprechen. Und das dann auch seinem Therapeuten mitteilen.

    Und diesem auch sagen, dass er dringend finanzielle Unterstützung braucht.

    Wenn er nicht mehr bei mir wohnen wird und wir auch getrennt sind, warum denkst du, wird sich das Sozialamt bei mir melden? Dann bilden wir ja keine Lebensgemeinschaft mehr. Er ist ja dann für sich allein verantwortlich. Oder muss es vielmehr sein.

    Unter anderem deswegen wirst du nie zur Ruhe kommen, wenn du den Kontakt nicht ganz abbrichst. Und selbst dann, wird es unter Umständen lange dauern, bis er dich wirklich in Ruhe lässt. Mein Ex-Freund ist „nüchtern“ auch ein liebenswürdiger, sensibler Mann (gewesen?) - aber betrunken ein unnachgiebiger Stalker, der mich noch lang nach der Trennung terrorisiert. Alkohol macht aus Menschen ganz andere Charaktere. Wenn keine Einsicht da ist und bereits so viele Grenzen überschritten sind, hilft aus meiner Sicht und Erfahrung wirklich nur noch Null Kontakt. Du bist nicht für ihn verantwortlich - aber dafür, dass es DIR gut geht. Viel Kraft.

    Danke dir, er ist alkoholisiert bis auf das Lügen und Verheimlichen bzgl. seiner Sucht, eigentlich kein schlechter Mensch, er wird sehr müde und interessiert sich für nichts mehr. Er ist ja jetzt in Therapie und momentan voll einsichtig. Dennoch kommt das für mich zu spät.

    Vielleicht hast du aber recht, dass ich nicht zur Ruhe komme, wenn ich den Kontakt nicht abbreche.

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    Ich wünsche Dir dass du den Absprung schaffst und nicht wie ich in einer ON - Off Beziehung lebst. Ich denke auch dass er vom Staat aufgefangen wird und nicht auf die Straße gesetzt wird. Vielleicht wäre es für dich Möglich mit der Klinik ein Gespräch zu führen und deine Situation schildern dass er nicht mehr nach Hause zu Dir kann?

    Laila ja, ich habe das bald vor, erst mit ihm persönlich über die Trennung zu sprechen, und dann auch die Klinik zu informieren.

    Warum kannst du dich nicht von deinem Partner trennen? Was hält Dich noch, wenn du ja bestimmt auch schon viel mitgemacht hast?

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    In meiner SHG ist jemand der langzeit Therapie macht und wohnungslos ist. Er wollte die Therapie und vom Alkohol weg. Jetzt ist er in einer sogenannten „Adaption“.

    Wenn dich interessiert was das genau ist kannst du bei Google nachsehen die Adaption schließt sich an die stationäre Therapie an und wird von der Rentenversicherung der Krankenkasse oder der Sozialhilfe finanziert.

    Was ich dir damit sagen will: dein Lebensgefährte wird nicht auf der Straße sitzen nur weil du ihn rausschmeißt und er mittellos ist.

    zuerbiswolke ganz lieben Dank für diese Information. Das erleichtert mich sehr, denn meine große Sorge war schon, dass er auf der Straße landet.

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    Wie sieht es mit deinem Umfeld aus, hast du Freunde/ Verwandte, die eingeweiht sind und dich unterstützen können?

    Es wird sicher hart werden, wenn er versucht, dich wieder in die Spur zu bringen. Bleib bei dir und deinem Standpunkt. Mir hat eine Liste mit den schlimmsten Erlebnissen geholfen, mit immer wieder klar zu machen, wie schlimm es war, dass ich das nicht mehr will.

    Ganz lieben Dank für deine Tipps.

    Jetzt in den ersten Wochen nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus musste ich selbst erstmal auf die Spur kommen. Alleine für mich zuhause.

    Aber ich habe mit meinen Eltern und Freunden darüber gesprochen. Mein Opa war auch alkoholabhängig und meine Oma hat wohl das Gleiche durchgemacht. Leider ist sie schon tot. Sonst hat niemand Erfahrung mit sowas.

    Das mit der Liste ist eine sehr sehr gute Idee. Ich wollte mir auch all seine WhatsApp Nachrichten, die mich aufgeregt haben, abspeichern. Um mir immer wieder klar zu machen, dass es nicht mehr geht. Aber die Liste werde ich auch schreiben. Man verdrängt ja irgendwie doch ganz gern.

    Ich merke auch schon, dass das Schreiben und lesen hier im Forum mir sehr hilft.

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    sie ist tiefer abgestürzt, sie lebt mittlerweile in einer (kleinen) Wohnung im selbst verursachten Chaos...aber auch hier musste ich erkennen, dass es nicht in meiner Hand liegt, wie sie ihr leben weiter meistert.

    böse ausgedrückt, Trennungen passieren...und für (mindestens) einen ist es immer schlimm. und Zeitpunkte dafür sind immer scheisse!

    ja genau das befürchte ich bei ihm auch. Vor allem, weil seine finanzielle Situation auch sehr schlecht ist.

    Aber dennoch muss man ja auf sich selbst achten.

    Sonst ist wirklich ein Burnout nicht mehr weit.

    Es es hilft mir schon, hier zu schreiben, da merke ich, dass ich das wirklich durchziehen muss.