Hmmh, verstehe ich das richtig, Lullaby: Du hast erkannt, dass Du mit Alkohol nicht "umgehen" kannst, und willst ihn deshalb dauerhaft aus Deinem Leben verbannen, aber als süchtig, also als Alkoholikerin und damit unheilbar krank magst Du Dich nicht sehen? Warum? Weil es so schwach oder furchtbar klingt?
Es geht ja nur um die eigene Einsicht, nicht um ein Schild auf der Stirn (außer beim Arzt).
Oder denkst Du, dass Außenstehende, die Du unter Alkohol angegangen bist, mehr Verständnis für Dich haben, wenn Du Dich als Problemtrinkerin bezeichnest? Hast DU dann auch mehr Verständnis für Dich?
Vielleicht hätten sie sogar mehr Verständnis, wenn Du zugeben könntest, dass sich aus dem anfänglichen Problemtrinken (Missbrauch) irgendwann eine Sucht entwickelt hat, deren zentrales Merkmal der Kontrollverlust ist, gegen den man mit bloßen Willen und Vernunft nicht ankommt, nur mit dauerhafter Abstinenz?
wäre es eine unheilbare Krankheit dann könnten Ärzte sie medizinisch lokalisieren und jeder der Alkohol trinkt würde abhängig werden und es würde nicht zwischen 1 bis 20 Jahre in meinem Fall fast 40 Jahre dauern bis man vom Konsum krank ist/wird.
Sucht, egal wovon, ist unheilbar, das ist keine Frage der Meinung, sondern der Wissenschaft. Je nach Suchtmittel kann sich aus dem Konsum früher oder später eine Sucht entwickeln, bei einigen illegalen Sachen wohl sehr schnell, aber das ist hier ja nicht das Thema.
Diagnostiziert wird anhand verschiedener Merkmale wie Kontrollverlust und Dosissteigerung. Eine komplizierte Untersuchung der Veränderungen im Hirn würde wohl keine Krankenkasse bezahlen, deshalb müssen meist die Leberwerte herhalten, die aber oft erst sehr/zu spät Alarm schlagen und deshalb schon so manchem Alkoholiker als Rechtfertigung dienten.
Alkoholkrank bedeutet ja auch nicht "durch den extremen Konsum krank geworden". Es ist einfach nur eine nette Umschreibung für Alkoholsucht.
Welche dauerhaften Schäden wir uns damit eingefangen haben, wissen wir doch noch gar nicht im Detail, die "Quittung" kann doch immer noch kommen, z. B. durch Krebs oder frühzeitige Demenz.
Und es gibt leider Krankheiten, mit denen man leben muss, die sich eben nicht nehr "wegheilen" lassen. Dazu gehört der erbliche, nicht angefutterte Diabetes und eben auch die Sucht.