Rina : Alles gut, ist doch ein wichtiges und spannendes Thema ...
Bei mir war es ähnlich wie bei Oskar, egal, wie lange und ungeschönt ich es betrachte: ich habe viele Jahre lang, bis ca. Ein halbes bis Dreivierteljahr vor dem geplanten Abstinenzbeginn, noch mit einem Gefühl Genuss getrunken. Rausch habe ich eher gefürchtet, ich wollte immer Herrin meiner Lage bleiben (ist mir bis auf eine Handvoll Partys in meinem Leben auch gelungen).
Dabei war es mir auch nicht egal (das änderte sich auch erst in der Schlussphase), was (Bier, nach einer Zwischenphase mit Rotwein)und welche Marke ich getrunken habe, ich habe meinen Konsum über die Jahrzehnte auch nur so langsam steigern müssen, dass ich es (bis auf die Schlussphase) am nächsten Tag nicht bereuen musste.
Ich bin wohl vom Typ eher "genussorientiert" und bequem: Ich war immer überzeugt, nicht von Tablettensucht oder Magersucht bedroht zu sein: schmeckt nicht, viel zu anstrengend, zu viel Selbstkasteiung usw. Dann schon "lieber" zu viel Alk und Süßes...
Bei mir war es auch ein Feierabendritual: Nach dem langen Arbeitstag nach Hause kommen, vielleicht noch Einkauf, Wäsche erledigen, und dann ab mit Essen und Pulle aufs Sofa, wenn sonst schon keiner auf mich wartet...und ab und zu (das ist erst durch das zwischenzeitige Zusammenleben mit dem Ex zur täglichen Gewohnheit geworden und geblieben) was Süßes dazu.
Deshalb hab ich mir anfangs den ambulanten Entzug gar nicht zugetraut, weil der ja in meiner gewohnten Trinkumgebung stattfinden musste. Und dann war es (dank meiner langen mentalen Vorbereitung, bin ich mir sicher) so einfach, geradezu feierlich, und statt Alk trinke ich seitdem "einfach " 2 verschiedene Tassen Tee, das ist mein neues Abendritual (auch wenn ich oft das Austrinken vergesse und weiterhin viel zu viel Süßes esse).
Schorle trinke ich tagsüber nebenbei, auch zu nassen Zeiten, um nichtvzu viel Koffein zu mir zu nehmen und weil ich leider kaum Obst essen mag. Aber auch die stark verdünnte Schorle ist mir manchmal noch zu süß.
Ist die Geschmacksrichtung "bitter" jetzt auch tabu für mich, weil ich sie früher mit Bier befriedigt habe? Ist es nur das Suchtgedächtnis, das sie manchmal vermisst?