Beiträge von Rennschnecke

    Prima, Michl, jetzt fehlt nur noch der Arztbesuch zum Begleiten der Entgiftung, und dann können die Moderatoren Dich bestimmt bald für den Austausch freischalten. Bis dahin kannst Du Dich hier schon in Ruhe einlesen. Alles Gute!

    Die Frage ist ja auch, ob Dir der Start in die Abstinenz nicht wichtiger sein sollte als ein möglichst "neutral-distanzierter" Begriff, Michl.

    Alkoholiker sind und bleiben nicht nur die, die sich vielleicht schon um Familie, Job, Haus und Hof gesoffen haben.

    Auch ich gehöre dazu, auch wenn es mir nicht gefällt und ich diesen Begriff in Bezug auf mich nur in der Reha, hier in der SHG und gegenüber Ärzten nutze. Aber da ist es eben wichtig.

    Ist das ein Problem für Dich?

    Ich finde es auch sehr stark von Dir, Maeron, dass Du alle diese Gedanken hier aufschreibst, das ist Selbsthilfe!

    Wie damit umgehen, das ist nun die Frage.

    Dadurch, dass ich abhängig geworden bin, ist mir vieles schönes genommen wurden. Ich kann nicht mehr entspannt Alkohol trinken. Kein entspanntes Feierabendbier mehr. Ich kann nicht mehr ausgelassen Feiern, mit Freunden richtig großartigen Spaß haben. Das macht mich wütend und traurig.

    Kannst Du diese "Grüße von Suchthirn" Evtl. Stück für Stück mit dem klügeren Teil deines Hirns für Dich entkräften und dann in die innere "Ablage Papierkorb" schieben, sobald sie wieder auftauchen?

    Z. B. So:

    "Ne, ist klar, Suchthirn, dass Du mich jetzt als armes Opfer hinstellst, das auf "so viel Schönes" verzichten muss...

    Ich habs doch lange genug ausgelebt, so toll war es auch wieder nicht, wirklich entspannend auch nicht, und ich kann froh sein, dass ich noch nicht alles verloren habe.

    Alles im Leben hat seine Zeit und seinen Preis - und andere Krankheiten bringen noch ganz andere Einschränkungen mit sich. Jetzt bin ich endlich nüchtern und das ist gut so, und die Vorteile überwiegen ganz klar.

    Also hör auf, rumzuheulen, und verzieh dich gefälligst in den Tiefschlaf, olles Suchthirn!"

    Oder so ähnlich....

    PS: Es hat mich daran erinnert, dass ich neulich, als es so heiß war, bedauert habe, auch kein alkoholfreies Bier mehr trinken zu können, bestimmte Sorten und Marken habe ich richtig gern gegen den echten Durst getrunken, um dann mit echtem Bier weiterzumachen.

    Vielleicht ist auch das nur ein Trick des Suchthirns, mich auf Umwegen wieder mit Verzichtsgedanken an den Haken zu holen.

    Ich versuche, diesen Gedanken nicht zu viel Raum zu geben, sondern es zu akzeptieren ("ist eben so, dumm gelaufen, jetzt leb damit, gibt Schlimmeres") und noch mal nach leckeren Getrânken für Hitzetage zu forschen, evtl. Bitterstofftropfen ohne Alk in die Schorle kippen, also eher auf die zahlreichen verbliebenen und neuen Möglichkeiten zu schauen.

    Wenn ich noch ergänzen darf: Es geht nicht darum, dass Du Dir ein Schild auf die Stirn tackerst und jedem "da draußen" davon erzâhlst, Michl (nur den behandelnden Ärzten, wg. Auswrkungen auf Medikamente und Narkose).

    Vielnehr geht es darum, sich selbst die ganze traurige Wahrheit schonungslos einzugestehen und mit dieser Erkenntnis klar und kompromisslos in die lebenslange Abstinenz zu starten.

    Darum ist dieses Eingeständnis am Anfang "Ja, ich bin Alkoholiker" hier die "Eintrittskarte".

    Hallo, ich schreibe als Alkoholikerin mit eigener Co-Erfahrung (in Bezug auf andere Suchtmittel).

    Was ich mich frage: Wieso kann Dein Herz ihn nicht loslassen, obwohl er Dich immer wieder so schlecht behandelt und auch schon eine neue "Betreuerin" gefunden hat? Hast Du eventuell solche Beziehungsnuster in Deiner Kindheit gelernt?

    Und vor allem: Erlebt Dein eigenes Kind das alles hautnah mit?

    (Bitte nicht als Vorwurf auffassen, sondern als Verständnisfrage und Denkanstoß.)

    Gut, dass Du hierhergefunden hast. Alles Gute!

    Auch wenn ich lange nicht mehr geschrieben habe lese ich täglich hier im forum. Um meine Abstinenz zu stabilisieren? ist eine gute frage so wie es im moment aussieht hab ich wohl nichts getan um sie zu stabilisieren

    Mit Deinem ersten Satz hast Du den letzten schon widerlegt, Chewie.

    Das Wichtigste hast Du getan: Durch das tägliche Lesen hier bist Du am Thema dran geblieben. So konntest Du Dir, als es brenzlig wurde, hier Hilfe holen, statt Dich dem Suchtdruck zu ergeben. Respekt!

    Und darauf kannst Du aufbauen. Dazu musst Du keine Romane schreiben, aber gern öfter Deine Gedanken und Nöte rund ums Trockenwerden teilen.

    Denn die goldene Regel kennst Du ja bestimmt schon:

    Nur nicht trinken reicht nicht.

    Das ist sicher auch für Deine Frau eine Umstellung.

    Wie kam es denn dazu, dass Du dir vorgestern Abend Bier gekauft (und dann zum Glück wieder entsorgt) hast? Schwelt da schon länger eine Unzufriedenheit bei Dir oder ein Ungleichgewicht?

    Du schreibst, dass Du Menschen gerade meidest. Weil Du nur Leute kennst, die bei Treffen Alk konsumieren? Fühlst du dich dadurch einsam?

    Das sind so Fragen, mit denen Dich hier beschäftigen kannst - und wodurch du übrigens auch andere bei ihrer Selbsthilfe bereicherst.

    Einen guten Start in die nächste Abstinenzphase und einen neuen trockenen Tag!