Hey Kalinka,
toll, dass du deine Gedanken so strukturiert herunter geschrieben hast.
Du siehst das vollkommen klar und meiner Meinung nach richtig.
Ich merke, dass meine Liebe ertrinkt und dass mein Respekt ihm gegenüber immer weniger wird. Ich habe versucht, mit ihm darüber zu sprechen. Und ich habe ihm erklärt, was das mit mir macht, wenn er jeden Tag Alkohol trinkt.
Ich kenne das sehr gut, das ist ein schleichender Prozess. Was ich gut finde ist, dass du ihm gesagt hast, was es mit dir macht. Du hast deine Botschaft damit gesendet. Wie es DIR damit geht. Das habe ich bspw. erst sehr spät kommuniziert. Nun kannst du schauen, ob er Rücksicht auf das nimmt, was du ihm gesagt hast. Vermutlich kennst du die Antwort bereits. Daran erkennst du die Prioritäten.
Ich habe mich oft in Diskussionen verwickeln lassen und war mir am Ende unsicher, ob ich nicht doch übertreibe.
Ich glaube, wir Partner kennen alle die Diskussionen, die du beschreibst. Wir gehen aus einer Diskussion heraus und zweifeln, ob es wirklich so schlimm ist. Wir kommen ins Zweifeln und drehen uns so im Kreis. So wie du es auch beschrieben hast, kannst du deiner Wahrnehmung glauben. Lass dich in diesen Diskussionen nicht beirren.
In diesem Moment bin ich wohl aufgewacht und kann seither nicht mehr ausblenden, dass unsere Beziehung ein Ablaufdatum hat, weil er trinkt und ich nicht damit leben kann. Ich will nicht mehr gegen seine Sucht kämpfen. Ich will meinen Mann NÜCHTERN; aber diesen Mann gibt es nicht. Ich will unser Kind beschützen und es tut mir im Herzen weh, dass ich unserem Kind den Vater wegnehmen muss. Ich möchte nicht, dass es eine Bierfahne für normal hält. Und ich möchte nicht, dass etwas passiert, weil sein Vater getrunken hat.
Als ich ihn kennen gelernt habe, standen für mich seine tollen Eigenschaften als Mensch, als Mann und als Partner im Vordergrund. Und mittlerweile ist das in meiner Wahrnehmung alles hinter dem Alkohol verschwunden.
Das hast du stark und prägnant geschrieben.
Ich verstehe deinen Schmerz, das alles zu realisieren tut unglaublich weh. Du hast dir das in deinem Leben sicher alles anders vorgestellt. Leider hat man da nur bedingten Einfluss darauf.
Was du damit meinst, dass der Mensch hinter deiner "Alkohol-Wahrnehmung" verschwindet, kann ich gut nachvollziehen. Das ging und geht mir auch so. Es nimmt einfach immer mehr Raum ein.
Hast du eine Idee, was du nun machen willst?
Liebe Grüße
Volka