Beiträge von Volka

    Hey Kalinka,

    toll, dass du deine Gedanken so strukturiert herunter geschrieben hast.

    Du siehst das vollkommen klar und meiner Meinung nach richtig.

    Ich merke, dass meine Liebe ertrinkt und dass mein Respekt ihm gegenüber immer weniger wird. Ich habe versucht, mit ihm darüber zu sprechen. Und ich habe ihm erklärt, was das mit mir macht, wenn er jeden Tag Alkohol trinkt.

    Ich kenne das sehr gut, das ist ein schleichender Prozess. Was ich gut finde ist, dass du ihm gesagt hast, was es mit dir macht. Du hast deine Botschaft damit gesendet. Wie es DIR damit geht. Das habe ich bspw. erst sehr spät kommuniziert. Nun kannst du schauen, ob er Rücksicht auf das nimmt, was du ihm gesagt hast. Vermutlich kennst du die Antwort bereits. Daran erkennst du die Prioritäten.

    Ich habe mich oft in Diskussionen verwickeln lassen und war mir am Ende unsicher, ob ich nicht doch übertreibe.

    Ich glaube, wir Partner kennen alle die Diskussionen, die du beschreibst. Wir gehen aus einer Diskussion heraus und zweifeln, ob es wirklich so schlimm ist. Wir kommen ins Zweifeln und drehen uns so im Kreis. So wie du es auch beschrieben hast, kannst du deiner Wahrnehmung glauben. Lass dich in diesen Diskussionen nicht beirren.

    In diesem Moment bin ich wohl aufgewacht und kann seither nicht mehr ausblenden, dass unsere Beziehung ein Ablaufdatum hat, weil er trinkt und ich nicht damit leben kann. Ich will nicht mehr gegen seine Sucht kämpfen. Ich will meinen Mann NÜCHTERN; aber diesen Mann gibt es nicht. Ich will unser Kind beschützen und es tut mir im Herzen weh, dass ich unserem Kind den Vater wegnehmen muss. Ich möchte nicht, dass es eine Bierfahne für normal hält. Und ich möchte nicht, dass etwas passiert, weil sein Vater getrunken hat.


    Als ich ihn kennen gelernt habe, standen für mich seine tollen Eigenschaften als Mensch, als Mann und als Partner im Vordergrund. Und mittlerweile ist das in meiner Wahrnehmung alles hinter dem Alkohol verschwunden.

    Das hast du stark und prägnant geschrieben.

    Ich verstehe deinen Schmerz, das alles zu realisieren tut unglaublich weh. Du hast dir das in deinem Leben sicher alles anders vorgestellt. Leider hat man da nur bedingten Einfluss darauf.

    Was du damit meinst, dass der Mensch hinter deiner "Alkohol-Wahrnehmung" verschwindet, kann ich gut nachvollziehen. Das ging und geht mir auch so. Es nimmt einfach immer mehr Raum ein.

    Hast du eine Idee, was du nun machen willst?

    Liebe Grüße

    Volka

    Guten Morgen Embudu,

    ich kann gut nachvollziehen, was du mit einer bedrückenden Lage meinst, auch dass du dich hilf- und machtlos fühlst.

    Wie wäre es, wenn du deine Anmeldung hier als ersten Schritt raus aus dieser Lage ansiehst?

    Suche dir weiter Hilfe und versuche Stück für Stück vorwärts zu kommen. Ich selbst habe mich zwar auch noch nicht aus der ganzen Situation lösen können, aber ich habe inzwischen zumindest das Gefühl der hilf- und machtlosigkeit hinter mir gelassen. Denn das sind wir nur, wenn wir wirklich nichts tun. Alleine das tut wirklich gut.

    Es klingt bei dir, als hättest du dich emotional bereits aus der Beziehung gelöst. Darf ich fragen, wie lange das schon so geht?

    Warst du schonmal bei einer Suchtberatung für Angehörige? Dort kannst du dich im Gespräch öffnen, alleine das tut gut. Im Idealfall bekommst du dort auch weitere Wege aufgezeigt.

    Es ist nie leicht, sich von der Vorstellung einer gemeinsamen Zukunft zu verabschieden. Da bricht einiges zusammen.

    Ist es "nur" die Hausfinanzierung, die dich am gehen hindert?

    Es soll auf keinen Fall abwertend klingen, ich weiß, was da im Einzelfall dranhängen kann. Jedoch denke ich, dass man das persönliche Glück vor das finanzielle stellen sollte.

    Hast du das weitergedacht, was im schlimmsten Fall mit der Finanzierung und dem Haus passieren würde?

    Liebe Grüße

    Volka

    Hey liebe Simsala,

    puh, das stimmt natürlich extrem nachdenklich. Da heisst es tatsächlich mit Vorsicht heranzugehen. Eigentlich unfassbar, wenn man sich überlegt, welche Verantwortung diese Stellen/Berater eigentlich haben. Bei deinem Mann war der Besuch ja sogar noch kontraproduktiv.

    Sein Angebot dich zu therapieren liest sich wie Hohn.

    Vielen Dank für deine Ermunterung, auf meine Wahrnehmung und meine Einschätzung zu vertrauen.

    Ich fühle mich gerade nur nicht (mehr) in der Lage, die richtigen, Schlüsse daraus zu ziehen. Ich nehme wahr, dass sie sich zusammennimmt, ich nehme wahr, dass sie aktuell nichts trinkt. Ich nehme wahr, dass sie toll mit den Kindern umgeht und auch auf mich eingeht.

    Ich bin aber auch nicht gänzlich naiv, sie verhält sich erst seit 4 Wochen so und ich weiß, dass sie keine Abstinenz anstrebt. Entgegen meiner Wahrnehmung steht eben die Einschätzung, auch durch die Berichte hier, dass das vermutlich nur eine Phase ist. Sie reicht aber aus, um mich zu verunsichern. Es ist alles so kurios, so konträr, so schwer zu fassen.

    Liebe Grüße

    Volka

    Das glaube ich dir gerne Panama.

    Der Unterschied ist allerdings, dass ihr darüber offen kommuniziert und auch die klare 0,0 Grenze habt. Das erscheint mir insgesamt etwas klarer.

    In der Kommunikation ist das bei mir etwas schwieriger, da ich mit "ich schaff das schon - mit dem Rauchen aufhören hab ich schließlich auch geschafft" abgekanzelt wurde und wir aktuell nicht weiter darüber sprechen. Keine Ahnung, ob es ihr leicht- oder schwerfällt, ob sie Suchtdruck verspürt, o.ä. .

    Und ja Bolle, das glaube ich auch, dass es sehr viel Zeit braucht, das wieder aufzubauen. Gerade auch den Respekt, den hatte ich tatsächlich zusehends verloren.

    Mal schauen, ob ich die Gelegenheit bekomme, das alles wieder herzustellen. Ich für mich freue mich einfach gerade, dass der erste Blick zu Hause nicht zur Bierkiste geht. Klingt bescheuert...

    LG

    Volka

    Guten Morgen,

    danke für deinen Beitrag Mercedes, ich glaube nicht, dass die Beraterin das so meinte.

    Es ging auch nicht in die Richtung, dass ich sie konkret bei ihrem Trinkverhalten unterstützen soll.

    Vielmehr hatte ich ihr erzählt, dass meine Frau sich vorgenommen hat, positiver zu denken, mehr auf sich zu achten, sie möchte abnehmen und hat sich neu eingekleidet. Find ich ja alles super, hab ich aber bisher nicht wirklich kommentiert, weil ich skeptisch bin, ob das alles von Dauer ist. Sie meinte, dass ich da schon immermal was positives fallen lassen sollte. Im Rahmen einer BEziehung macht das ja auch durchaus Sinn.

    Auch dir, Marli, danke ich für die Mitteilung deiner Erfahrung, die sich ja so oder ähnlich auch in anderen Themen wiederfinden. Du hast schön dargestellt, wie sich die "ruhigen Phasen" bei euch gesteigert haben. Wenn in einer "ruhigen Phase" Vodka konsumiert wird, finde ich das schon krass.

    So eine Phase wie aktuell bei uns, kenne ich tatsächlich noch nicht. Es wurde zwar schon tageweise nichts getrunken, aber nicht über diesen Zeitraum. Fiel der Blick nachdem ich von der Arbeit nach Hause kam sonst immer gleich auf die Bierkiste und ins Weinregal um zu checken was "offiziell" fehlt, spare ich mir das aktuell. Irgendwie ein gutes Gefühl. Ob das nun ein kleiner Fortschritt ist, kann ich selbst nicht beurteilen. Vermutlich nicht.

    Irgendwie liegt man auf der Lauer, nur die nächste Ungereimtheit aufzudecken. Wobei ich nicht ausschließen würde, das auch dieses Gefühl vergehen könnte, wenn über längere Zeit nichts vorfällt.

    LG

    Volka

    Guten Morgen zusammen,

    ich danke euch allen für eure Zeit und eure Antworten.

    Ich muss das alles ersteinmal in Ruhe sacken lassen.

    Bzgl. der Beraterin bin ich auch skeptisch. Der erste Termin war da ganz anders, der zweite hat mich wirklich verwirrt, weil vollkommen konträr zum ersten Termin und zu den vielen Berichten hier.

    Mercedes : Das sind klasse Anregungen, vielen Dank!!

    @Linde: Ich gebe dir vollkommen recht in deiner Auslegung des "normalen Konsums". Sorum betrachtet haben alle einen unnormalen Umgang mit Alkohol, die nichts trinken. So habe ich es noch nie gesehen.

    Ich denke ich bin soweit, dass ich nicht zulassen werde, dass meine Kinder das Saufen vorgelebt bekommen.

    Hartmut : Nein, meine Frau war noch nicht bei der Beratung dabei. Das sind alles Annahmen aus meinen Erzählungen heraus. Die vorherigen Jahre werden nie ganz wegzuwischen sein. Das ist mal Fakt. Aber ich würde darüber sicher hinwegkommen, wenn es zukünftig anders laufen würde. Ich weiß, es ist etwas wie Erbsenzählen. Gedanklich ist es halt so, wenn sie keine Alkoholikerin wäre, hätte ich mehr Hoffnung, dass wir das wieder hinbekommen. Das sind sicher alles nur Strohhalme... Ich bilde mir ein, dass ich es merken würde, wenn sie heimlich trinken würde.

    Aurora : Vielen, vielen Dank für deinen Beitrag!

    Morgenrot : Ich bin mir auch nicht sicher. Wir haben einen neuen Termin in 5 Wochen vereinbart. Ich muss mir auch überlegen, ob ich den dann tatsächlich wahrnehme.

    Ich werde mir nun nochmal Zeit geben um darüber nachzudenken und das alles zu reflektieren. Überlegen ob ich noch Gespräche mit ihr führe und wenn, mit welchem Inhalt.

    Ich weiß nur, dass ich gerade jetzt in dieser positiven Phase eine Trennung nicht übers Herz bringen werde.

    Das Thema des Sorgerechts beschäftigt mich halt auch zusätzlich in dem Zusammenhang. Und dafür ist es nicht gerade unerheblich, ob sie ihren zukünftigen Konsum unter Kontrolle bekommen kann. Wenn nicht, dann ist es für mich undenkbar, dass die Kinder bspw. im Rahmen eines geteilten Sorgerechts bei ihr sind.

    Nochmal lieben Dank an euch. Unfassbar, dass ihr euch so geduldig mit widerspenstigen Cos herumschlagt :-/

    LG

    Volka

    Also sagt deine Wahrnehmung, dass sie Alkoholikerin ist, da du die Fragen im Test ( AUDIT ? ) nach bestem Wissen und Gewissen ehrlich beantwortet hast ?

    Das sagt der Test. Ich kenne nun die Zuverlässigkeit des Tests nicht.

    Ich vermute, dass sie es ist, aber nicht frei von Zweifeln.

    Hey Elly,

    ich tippe mal darauf, dass es ihr schmeckt und es auch ein Stück Gewohnheit ist.

    Die Definition eines normalen Umgangs ist natürlich schwierig/schwammig.

    Das Thema hatte ich gestern auch mit der Beraterin. Sie war da recht entspannt und redete von dem begleitenden Getränk zum Essen, oder dem gemütlichen Getränk auf der Terrasse. Das wäre so ein normaler Umgang. Eben im Rahmen der empfohlenen maximalen Tagesmengen unter Einhaltung der zwei alkoholfreien Tage pro Woche als Richtfaden.

    Damit gehe ich selbst nicht ganz konform. Wie soll ich das beschreiben. Neutral betrachtet mag das so eine Richtung sein, die man ansetzen könnte. Wenn jemand allerdings darauf aus ist, diese Mengen immer voll auszunutzen, dann würde ich das wiederum als problematisch sehen, dann ist es aus meiner Sicht ein kleiner Schritt zu sagen, naja, wenn ich diese Mengen ein klein wenig überschreite, dann ist das auch noch in Ordnung. Schon ist der schleichende Prosess im Gange.

    Also deine Frage ist vermutlich gar nicht zu beantworten, was ein normaler Umgang bedeutet.

    Mich stört vor allem, wie sie ist, wenn sie Alkohol getrunken hat, bzw. wenn ich die Auswirkungen spüre. Dieser Effekt tritt bei einem oder über den Tag verteilt zwei Bier nicht auf. Deswegen konnte ich damit nun noch verhältnismäßig gut umgehen.

    Deswegen kann ich deine Frage leider nicht wirklich beantworten.

    LG

    Volka

    Hallo Linde,

    ich habe Online sozusagen in ihrem Namen die "Alkoholiker-Tests" in der Vergangeheit gemacht, da war das Ergebnis eigentlich immer eindeutig.

    Wonach mir ist?

    Keine Ahnung.

    Ich bin innerlich zerrissen.

    Ich hatte mich ja eigentlich gedanklich darauf vorbereitet, den Notaus zu nehmen, weil wir uns immer im Kreis gedreht haben. Nachdem ich viel Geduld aufgebracht habe und wir keine wirkliche Veränderung erzielen konnten.

    Nun keimt doch wieder Hoffnung. Wir sind seit fast 17 Jahren ein Paar und hatten auch tolle Zeiten, sonst hätten wir auch keine zwei Kinder. Es liegt mir fern, das alles leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Ich weiß nicht, ob ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann, wenn ich ihr/uns diese Chance nicht einräume.

    LG

    Volka

    Hallo zusammen,

    ich bin wiedermal in einem Zustand maximaler Verwirrung.

    Wir haben inzwischen wieder einen recht guten Umgang gefunden. Ich wahre weiterhin weitestgehend meine emotionale Distanz, ein wenig habe ich mich aber schon wieder ihr gegenüber geöffnet.

    Wir hatten einen echt tollen Urlaub in der letzten Woche. Bestes Wetter und als Familie eine wirklich gute Zeit.

    Ich weiß das alles einfach nicht einzuschätzen. Ich habe ihr beim ersten Abendessen den Vortritt bei der Getränkewahl gelassen. Da hatte sie sich ein Bier bestellt. Somit hatte sich die Frage für mich erledigt, ob sie zukünftig gar keinen Alkohol mehr trinken möchte. Insgesamt hielt sich das aber alles in Grenzen, ab und zu trank sie ein, max. zwei Bier, dann auch tageweise nichts.

    Seit wir zu Hause sind, hat sie auch nichts getrunken.

    Wie verhält sie sich? Unfassbar gut und gefestigt. Sie ist fröhlich, positiv, geduldig. Lieb zu den Kindern, aufmerksam und zuvorkommend zu mir, sucht Nähe. Ich fühle mich um Jahre zurückversetzt.

    Das freut mich einerseits riesig, andererseits verbietet mir das Misstrauen und die Skepsis, mich vorbehaltlos zu freuen.

    Nach allem was ich hier gelesen habe, vermutlich zu Recht.

    Nun war ich gestern wieder bei der Suchtberatung, es tut immer gut, die Gedanken zu teilen und ein Feedback zu bekommen. Das fand ich beim ersten Termin schon klasse.

    Das Feedback fiel für mich überraschend aus:

    Die Beraterin sagte, sie sieht bei meiner Frau einen Prozess, da sie sich ja schon seit Monaten in einer Veränderung befand. Also sie trank ja seit einiger Zeit schon insgesamt weniger, verlagerte den Konsum, der noch da war auf den Abend, sah eine Veränderung in der Regelmäßigkeit des Konsums. Auch den abendlichen Konsum stellte sie ja dann ein.

    Die Gespräche, die wir anfang August geführt haben mit meiner Position, dass eine Trennung für mich nicht auszuschließen ist, könnte der berühmte Schuß vor den Bug gewesen sein, den es manchmal braucht um Veränderungen hervorzubringen.

    Den Konsum im Urlaub fand sie unproblematisch und sagte, dass sie denkt, das es möglich sein könne, dass sie sich fängt und wieder einen normalen Umgang mit Alkohol finden kann.

    Danach sagte sie mir wiederum, nach meinen Schilderungen klingt es so, als wäre sie Konflittrinkerin. Ihr würde es eher Sorgen machen, wenn es weiterhin dieser regelmäßige Konsum wäre.

    Da musste ich ersteinmal schlucken, ist das ein Widerspruch?

    Meinte die Beraterin nun, sie ist vielleicht doch keine Alkoholikerin und die Rückkehr zu einem normalen Konsum ist möglich? Sie sagte noch, vielleicht war es nur eine Trinkphase. Kann eine Trinkphase über so einen langen Zeitraum gehen? Es ist erst ca. 2 Monate her, als ich Weinflaschen gefunden habe, bei denen ich nicht wusste, wann die getrunken wurden. Und letztendlich geht es bereits seit fast 6 Jahren.

    Sie sagte, wenn es mir möglich ist, solle ich ihr die Chance einräumen. Offener sein, meine Distanzierung weiter abbauen um sie zu stärken. Ihr Mut zusprechen, honorieren, dass sie sich Mühe gibt, mir selbst Zeit lassen, einen Zeitpunkt festlegen (bspw. das Jahresende), an dem ich zurückschaue um die Situation neu zu bewerten. Ich hätte schließlich nichts zu verlieren.

    Ich bin mir so unsicher, weil das so ganz anders klingt, wie die Erfahrungen hier. Andererseits stimmt es, was habe ich zu verlieren?

    Verwirrte Grüße

    Volka

    Hallo zusammen,

    ich habe mir ja vorgenommen über den Urlaub hin die Bälle flach zu halten und danach meine Schritte weiter zu verfolgen.

    Allerdings ist das echt schwierig. Sie greift tief in die Emotionstrickkiste um mich auf Linie zu bringen.

    Es ist gerade ein echtes Wechselbad, das man erlebt und durchstehen muss. Mal ist sie traurig, dann resigniert und fragt, wie viel Zeit ich denn noch brauchen würde um mich wieder zu öffnen... da denke ich: Hä? Unsere Gespräche sind erst ca. eine Woche her, was denkt sie denn? Dann verstehe ich, dass sie Druck aufbauen will.

    Dann ist sie überschwänglich positiv und übermotiviert, da denke ich mir: das ist nicht meine Frau. :-/

    Dann wieder kurz genervt, bis sie sich erinnert, dass sie das ja nichtmehr sein möchte.

    Es geht mir dabei nicht gut und ich merke, wie sich das in den Rückenschmerzen manifestiert.

    Nichts desto trotz denke ich, es ist so der beste Weg, nach dem Urlaub meine weiteren Schritte zu gehen.

    Gestern hielt sie eine Motivationsrede, dass sie nun zukünftig ganz anders ist. Sich über Stressbewältigung belesen hat, für die Nerven nun irgendwelche Mittelchen nimmt.

    Alkohol möchte sie nicht mehr zur Kompensation nutzen, das will sie anders kompensieren. Wie, sagte sie nicht.

    Mit dem Rauchen hätte sie schließlich auch so aufhören können.

    Leider hab ich verpasst zu fragen, ob sie damit meint, dass sie überhaupt kein Alkohol mehr trinken wird. Das glaube ich nämlich nicht.

    Ich bin mir recht sicher, dass sie nun seit ca. 10 Tagen nichts getrunken hat.

    Es ist aber leider nicht so, dass das Gedankenkarussell nicht läuft und die Zweifel vollkommen weg sind. Die sind parallel noch immer im Kopf.

    Dies mal als Zwischenbericht.

    LG

    Volka

    Hey,

    ich weiß, was du meinst mit den pausenlosen Gedanken. Das geht mir auch so.

    Das kann aber kein Dauerzustand werden. Das habe ich für mich festgelegt. Und die Forenmitglieder haben mir die Augen geöffnet, dass genau das für die Kinder ebenso schädlich ist. Ich würde nie sagen, dass ich für die kinder emotional nicht erreichbar bin.

    Dennoch verschwende ich zu viele Ressourcen daran, mir Gedanken zu machen. Und daher glaube ich schon, dass es Barrieren gibt, die wir aber nicht bewusst wahrnehmen.

    Darauf zu warten, dass die Kinder älte werden: das dachte ich zu anfangs auch, Aushalten, Augen zu und durch. Das ist aber keine echte Option.

    Ich verstehe deine Gedanken bzgl. des Gartens schon, dennoch würde ich sagen, wenn man gegeneinander abwägt, zieht der Garten den kürzeren - meine Meinung.

    Ich weiß auch, was du mit der Hoffnung meinst... ich wünschte mir auch, ich hätte überhaupt keine Hoffnung mehr, dann wären die Entscheidungen leichter und klarer.

    Ich für mich habe beschlossen, mich weiter zu erkundigen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Hast du einen Plan im Hinterkopf, wie es werden könnte, sollte es zur Trennung kommen?

    Wir beide haben es in der Hand, das Warten zu beenden. Und das schaffen wir auch.

    Ich habe bei dir viel Mut und Kraft gelesen. Ich wünsche dir, dass du sie noch einmal aufbringen kannst. Für dich und die Kinder.

    Ich kann nachvollziehen, dass dir die letzte Entschlusskraft fehlt, gerade weil es in letzter Zeit keine Abstürze mehr gab. Das lässt wieder Zweifel aufkommen, das alles nicht so schlimm ist, und es das kleinere Übel ist, es einfach weiter auszuhalten...

    Glaub mir, dein Handeln/Nichthandeln ist für mich gedanklich nachvollziehbar. Absolut. Aber ist es auch richtig??

    Ich zweifle...

    Was ist denn aus deinen Bewerbungen geworden?

    VG

    Volka

    Hallo Marli,

    ich habe heute dein gesamtes Thema gelesen.

    Es ist wirklich Wahnsinn, wie sich die Situationen und Denkweisen doch ähneln.

    Ich konnte deine Gedankengänge, Hoffnungen, Ängste, die Knoten im Kopf, die innere Zerrissenheit, die Verwirrtheit ob der eigenen Gefühle zu 100% nachvollziehen. Ich habe das auch schon Erfahren und stecke auch noch in diesem Prozess drin.

    Gerade dieses nervöse Gefühl, wenn der Konsum ausbleibt. Ja, ich fühle die eigene Enttäuschung, weil ich mich bestätigt fühlen möchte, dass ich nicht falsch liege. Diese Phase erlebe ich gerade auch - völlig verrückt.

    Wenn man an einem Tag dein Thema liest, was ja nun schon seit Jahresanfang geht, ist es wie in einem Zeitraffer. Ich finde deine Entwicklung und deine Erkenntnis klasse.

    Was aber in diesem Zeitraffer auffällt: Du schriebst anfangs von einer letzten Chance.

    Findest du, er hat sie ergriffen?

    Auf was wartest du?

    LG

    Volka

    Hey Violet,

    ich verfolge dein Thema schon eine Weile.

    Ich kann mich nur den Ermutigungen einer Trennung anschließen.

    Ich glaube du weisst selbst, dass du das nicht mehr so willst. Wenn ich das so lese, bemüht er sich ja auch kein Stück um etwas zu ändern. Da ist ja nichtmal ein Funken.

    Auch die verbalen Entgleisungen, wie hälst du das aus? Das tut doch weh, wenn das die Person ist, die dir mit am wichtigsten sein soll.

    Ich kenne das gut, in der Anfangszeit des Alkoholmissbrauchs meiner Frau hat sie auch kreative Beleidigungen ausgepackt. Ich weiss gar nicht, warum sie damit aufhörte :-/.

    Aber dennoch: das hätte ich nicht länger ausgehalten. Das trifft bis ins Mark.

    Aus meiner Sicht, macht er es dir mit seinem benehmen leicht, dass du dich trennst. Nimm wahr, was er dir antut. Du siehst es ganz konkret im Alltag.

    Ich weiß, was du mit dem Mitleid meinst, das plagt mich auch. Aber das müssen wir abschütteln. Die Situation/Vergangenheit unserer Partner darf uns nicht auf Dauer herunterziehen. Es ist auch keine Entschuldigung mehr für das Trinken.

    Ich finde es übrigens gut, dass du runterschreibst was war und dich beschäftigt. Nimm dir die Zeit für deine Entscheidung :-).

    Ich wünsche dir alles alles Gute und viel Entschlusskraft.

    LG

    Volka

    Hey Panama,

    ich gebe dir Recht.

    Das ist für die Kinder eine schreckliche Situation. So ist es aber sonst nicht.

    Sicher ist die Stimmung unterschwellig schon angespannt. So wie gestern war es aber noch nie.

    Nachdem die Kinder dann im bett waren, haben wir erneut geredet. Der Verlauf war seltsam.

    Ich war wieder recht deutlich, ich wünsche, dass sie in eine Therapie bzgl. Ihrer Vergangenheit geht, und das sie eine Therapie bzgl. Ihres Alkohols macht.

    Da sagte sie, ich gäbe ihr ja keine Chance. Darauf erwiderte ich, dass ich das tue und das die Chance ist, die ich ihr gebe.

    Sie nannte es Erpressung, ich Selbstschutz.

    Nunja. Dann legte sie den Schalter um und war ganz liebenswürdig.

    Zur Vergangenheitsbewältigung würde sie nochmal Hilfe in Anspruch nehmen. Mit Alkohol hat sie kein Problem, da braucht sie keine Hilfe. Ich solle ihr eine Chance geben, das zu beweisen.

    Ja, hier bin ich davon abgewichen konsequent zu sein. :-/

    Ich habe dieser Chance zugestimmt.

    Mehr aber wieder, um Zeit zu haben, mich weiter vorzubereiten und zu informieren. Denn, nach all dem was ich hier gelesen habe, habe ich kein Vertrauen darauf, dass es möglich ist, von alleine aufzuhören.

    LG

    Volka

    Lieben Dank euch!

    Vielen Dank für eure Ermutigung, dass ich richtig gehandelt habe. Das tut gut.

    Die Situation ist einfach Mist. Aktuell bewegen wir uns wie auf rohen Eiern. Ich schrieb ja, ich will versuchen es noch zusammen zu halten. Gestern hab ich mich echt bemüht, es fühlt sich an wie schauspielern. Es ist kein schönes Gefühl.

    Ich habe nun drei Wochen Urlaub und kann leider keine Termine machen in dieser Zeit. Wenn ich arbeite kann ich mir das leichter und unauffälliger einrichten.

    Sie ist heute nur am weinen, sie weiß nicht, wie sie sich mir gegenüber verhalten soll. Ich bin hin und hergerissen. Mal tröste ich sie, mal lasse ich sie in Ruhe.

    Trinken tut sie nicht. Ist das bei dem Frust eine Bemerkung wert?

    Es könnte tatsächlich sein, dass sie die Trennung vollzieht. Ich habe recht viel auf den Tisch gebracht beim letzten Streit.

    Deswegen: ich möchte die bälle flach halten und meinen weg weiter gehen, könnte aber sein, dass es anders läuft, das kann ich dann schlecht beeinflussen. Die drei Wochen Urlaub werden schwer. Eine Woche fahren wir weg. Die Kinder freuen sich riesig drauf. Ich weiß noch nicht, wie das werden soll. Wir haben alle Lockerheit im Umgang gerade miteinander verloren. Wir wissen nicht, wie wir miteinander umgehen sollen.

    Und ja: ich kündige nur an, was ich auch bereit bin durch zu ziehen. Das ist ein Prinzip, dass ich in Punkto Kindererziehung verinnerlicht habe :-/.

    Sie tut mir nur so unfassbar Leid. :cry: Alles tut mir so unfassbar leid.

    Und ihr Vorwurf, ich würde alles zerstören nagt an mir, so sehr ich mich auch dagegen wappne.

    Ich weiss: Mission Manipulation war erfolgreich.

    Bei der Suchtberatung war ich ja schon. Ein Gespräch mit dem Jugendamt schreibe ich mir wohl auch mal auf die Agenda.

    VG Volka

    Guten Morgen,

    vielen Dank euch beiden.

    Wir haben gestern abend noch ein Gespräch geführt. Lieben Dank Saphira für deine Hinweise.

    Ich war leider nicht immun gegen ihre Schuldumkehr und Stichelei :-/. Oh Mann.

    Das Gespräch ging von meiner Seite dennoch in Richtung Trennung. Sie hat mich mit Vorwürfen wegen meinem Verhalten überhäuft. Mir nochmal vor Augen geführt, wie schlecht es ihr geht und wie überladen sie sich fühlt.

    Ich habe ihr dann meinerseits vor Augen führen wollen, wie es mir die letzten Jahre ergangen ist.

    Das ich so viel geschluckt (blödes Wort in dem Zusammenhang) habe, um sie nicht noch mehr zu belasten. Das ich mich hilflos fühlte und fühle. Das sie ein Alkoholproblem hat. Das es mir nicht gut geht. Ich raus will aus der Hilflosigkeit.

    Ihre Reaktion war natürlich, dass sie geweint hat. Aber nicht aus Einsicht, sondern weil ich alles wegwerfen und zerstören würde. Sie kann nicht nachvollziehen was ich meine. Nicht einmal, dass sie mich verstehen kann. Ich wäre selber Schuld, dass ich nichts gesagt habe. Wenn man sich hilflos fühlt, solle man was dagegen unternehmen... nunja, darauf hab ich gesagt, dass ich das mit der Distanzierung ja tue.

    Also, da stand Trennung sehr präsent im Raum.

    Ich fühlte mich allerdings noch nicht bereit dazu. Ich weiß selber nicht, wie ich mich damit fühle.

    Ich sagte ihr, dass ich Zeit brauche, mich an die "neue" Situation zu gewöhnen. Wie ich schon schrieb, nimmt sie sich seit Wochen im Alltag zusammen. In Bezug auf ihrer Launen und auch dem Alkohol.

    Ich sagte ihr zu, dass ich versuchen werde, sie weniger wie Luft zu behandeln.

    Jetzt wird wieder eine Phase beginnen, in der sie so gut wie nichts trinken wird.

    Es ist so unglaublich schwer. Ich werde von meinem Weg nicht weichen. Ich werde weiter zu der Suchtberatung gehen und mich wappnen. Vielen Dank Mercedes, ich werde auch mal aus dem Gedächtnis eine Niederschrift über vergangene Ereignisse machen.

    Ich werde wohl auch mal einen Termin bei einem Anwalt machen.

    Ich hoffe, ihr versteht was ich meine. Wenn ich mich mit einem Schnellschuss wie gestern abend trenne, ist mir die Unsicherheit zu hoch, dass es mit den Kindern nicht so läuft, wie ich das möchte.

    Ich möchte besser vorbereitet sein um die Chancen zu erhöhen, dass die Kinder dann auch bei mir sind.

    Wie ich das hinbekommen soll, nun wieder annähernd "normal" zu sein, weiß ich nicht. Das wird nochmal alle Kraft brauchen.

    Ich bin mir alles andere als sicher, ob ich das richtig gemacht habe.

    LG

    Volka

    Hey Lütte,

    nein, ich habe tatsächlich noch nicht mit ihnen gesprochen.

    Ich weiß, dass du recht hast.

    Ich kann halt derzeit nicht sicherstellen, dass die Kinder zu mir kommen.

    Das ist eine meiner größten Sorgen.

    Wir haben heute früh gestritten. Gestern abend haben wir was besprochen, heute früh stellte sie mir wieder die gleichen Fragen.

    Ich habe genervt geantwortet, weil das häufiger vorkommt.

    Daraufhin sagte sie, ich bin so gefühlskalt, distanziert und fahre sie nur noch an.

    Seitdem ignorieren wir uns.

    Nun ist meine Befürchtung, dass sie die Beziehung vielleicht von sich aus beendet und die Kinder mitnimmt.

    Ich will mich Schritt für Schritt informieren, wie ich am geschicktesten vorgehen und brauche noch Zeit. Aber ich kann auch nicht wieder schauspielern um zu deeskalieren.

    Es ist verzwickt.

    Sie benimmt sich gerade so provokant positiv gestimmt und hält sich beim Konsum zurück um mir in Streitgesprächen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Nach dem Motto: "Ich habe mich doch im Griff - du bist derjenige, der sich hier von der Familie distanziert."

    Sie sagt dann immer, ich würde mich von der Familie distanzieren. Das stimmt aber ja nicht.

    VG

    Volka