Beiträge von *Rina*

    Guten Morgen Zusammen,

    Stern

    Ich bin wohl etwas empfindlich, weil mein Geschriebenes nicht so verstanden wird, wie ich es möchte. Das ist wohl der Nachteil, wenn das persönliche Gespräch fehlt. Jeder hat ja seine eigenen Gedanken im Kopf.
    Suchtbewältigung habe ich so gar nicht gesehen. Bewältigung impliziert ja ein Suchtende, das es ja nicht gibt. Ich meinte das eher in Richtung Alltagsbewältigung, also Leben mit der Sucht.

    @ Dagmar

    Ich hatte damals von Deinem Rückfall gelesen. Was für ein schreckliches Erlebnis. Und wie toll für Dich, dass Du den Absprung geschafft hast, nicht weiter zu trinken.

    Mein Satz mit der Selbstkontrolle bezog sich ausschließlich auf meinen Keller. Ich finde die Situationen lassen sich nicht miteinander vergleichen. Du wusstest ja nicht was im Kühlschrank steht und bist ganz übel überrascht worden.
    Ich müsste ja erst den Gedanken haben ‚jetzt gehe ich in den Keller und mache eine Flasche Wein auf‘, oder ich gehe 150 Meter weiter und einkaufen.

    Um genau so ein Trinken ohne Denken zu vermeiden bin ich hier im Forum, damit nicht eines Tages mir jemand ein Bier vor die Nase stellt und ich es ‚aus Versehen‘ trinke.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    rina

    @ Stern

    Ich meine den Moment bevor Du auf den Notfallkoffer zurück greifst. Oder Deiner Suchtstimme Einhalt gebietest.

    Ich hatte über meine Antwort einen halben Tag nachgedacht, bitte trete sie dann nicht in die Tonne. Und ja, natürlich habe ich gesoffen.

    Hi Hartmut, hi Alex,

    So ganz richtig verstehe ich die Fragen nicht. Ich glaube da vermischen sich verschiedene Themen.

    Ich habe 35 Jahre lang regelmäßig ein suchterzeugendes Mittel konsumiert. In der letzten Zeit merkte ich, das was schief lief und meine Suchtstimme meldete sich, um die Trinkabstände zu verkürzen und die Trinkmenge zu erhöhen.
    Deswegen habe ich aufgehört, anfangs zum Testen, dann für 100 Tage und jetzt bin ich ernsthaft dabei.
    Also, ich bin ganz klar Alkoholikerin, psychisch abhängig.
    Meiner Meinung nach funktioniert eine Suchtbewältigung ohne Selbst- und Impulskontrolle nicht. Ich wohne in einer Großstadt, nächste Möglichkeit zum Einkaufen 150 Meter entfernt.
    Mein nächstes Ziel ist es Alkoholgeschenke gar nicht mehr anzunehmen, weil es nicht mehr zu mir passt. Dann stehe ich auch hinterher nicht mehr doof mit den Flaschen da.

    Liebe Grüße

    Rina

    Hi Zusammen,

    @Alex und Hartmut

    So einen großen Suchtdruck, dass ich jegliche Impulskontrolle verliere, kann ich mir bei mir nicht vorstellen. Aber man ja auch schon Pferde kotzen sehen….
    Für mich ein viel wichtigerer Aspekt ist, dass in meinem neuen alkfreien Leben in meinem persönlichen Umfeld kein Alkohol gehört. Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Trockenheit.
    Also der Wein kommt weg.

    @ Stern

    Ich denke, dass meine Suchtstimme meine Trinkerei klein reden könnte, weil die Sucht nach Schwachstellen in der Abwehr sucht und sich für kein Argument zu blöd ist.

    Ich arbeite an meiner Akzeptanz ein Leben lang Alkoholikerin zu sein, weil ich weiß, wie wichtig die Einsicht ist, um nicht wieder in die Sauffalle zu stolpern.

    Carl Friedrich

    Genau! Das sehe ich genauso! Deswegen lese ich hier fast täglich. Ich versuche nicht übermütig zu werden, sondern schön vorsichtig zu handeln und mir genau zu überlegen, was geht und was geht nicht.

    Liebe Grüße

    Rina

    Nööö, der Keller ist bei mir absolut safe, da habe ich überhaupt keine Verknüpfung. Ich hatte früher, also damals als ich noch trank, einen Kasten Bier im Keller vergessen, da ist tatsächlich das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. (War aber nicht schlecht)
    Vom Keller geht für mich keine Gefahr aus. Meine Gefährdung ist, dass ich eines Tages meine Trinkerei klein rede und meiner Stimme Gehör schenke, das doch alles gar nicht so schlimm war und das Aufhören so einfach war, dass ich es jeder Zeit wieder kann.
    Zur Zeit fühle ich mich aber so gut und ich habe jeden Tag Spaß an meiner Entscheidung nicht mehr zu trinken, dass meine Stimme gerade still ist.
    Und genau da sehe ich die Gefahr, dass ich denken könnte, meine Stimme gäbe es gar nicht…… und zack schlägt die Sucht zu.

    Liebe Grüße
    Rina

    Liebes Forum,

    Vielen Dank an die Moderatoren, an Alex als Admin und an unsere Community. Ich lese hier fast täglich und kann sehr viel für mich mitnehmen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag 🎉! Weiter so bitte<3<3<3

    Carl Friedrich , Vielen Dank!

    ich werde darüber nachdenken. Auf der Feier waren Kinder und 80ig Jährige. Es war wirklich kein Besäufnis.
    Ein Sektglas in die leere Hand gedrückt zu bekommen ist wirklich der Hammer.
    Ich glaube, alles der eigenen Abstinenz und Gesundheit unterzuordnen geschieht mit der Zeit.
    Ich bin froh, das ich mir ein alkfreies Leben überhaupt vorstellen kann, also bin ich noch ganz weit am Anfang auf meinem Trampelpfad. Diesen Trampelpfad möchte ich mir austreten zu einem passablen Weg und ich möchte dann auch auf 8 Jahre Abstinenz blicken.

    Vielen Dank!

    Elly , vielen Dank für Deine Hinweise.
    Ich habe mir darüber auch Gedanken gemacht und folgende Strategie ist dabei rausgekommen. Ich biete mich erst kurz vor knapp an, damit ich sicher sein kann, einen stabilen Tag zu haben. An Stimmen Diskussionstagen bleibe ich zu Hause. ;)
    Ich gebe vorher die früheste Startzeit bekannt und die wird nicht diskutiert. Sollte mich irgendwas plötzlich so trigger, dann fahre ich nach Hause. Notfalls kann ich ja das Taxi für die anderen bezahlen.
    Soooo oft kommt das ja auch nicht vor. Ich bewege mich ja jetzt mehr in alkoholfreien Kreisen.


    @ Linde, ich bin auch mal gespannt, wie lange mein Spaß daran vorhält. Momentan stört es mich nicht wenn andere angetrunken sind. Aber das kann sich noch ändern, beim Zigarettenrauch war es so.
    Ich sehe meine alten Freunde so selten, da freue ich mich über das Wiedersehen mehr, als das der Alk mich nervt.

    Hallo Zusammen,

    Heute sind es auf den Tag 8 Monate. 8). Ich bin sehr stolz und fühle mich pudelwohl. Desto längere Zeit ich kein Nervengifte konsumiere, desto besser wird mein Allgemeinempfinden.
    Mein Freundeskreis reagiert darauf mit Ungläubigkeit und Stirn runzeln. Solange man sich regelmäßig zuschüttet, kann man sich ein Leben ohne Alk nicht vorstellen. Hört man auf, versteht man nicht warum man solange zur Abstinenz gebraucht hat. Komische Sache.
    Ich war auf einer Rein-Feier-Party. Ich habe nicht an das Anstoßen gedacht und die Fragen nach Sekt nicht verstanden, weil ich ja mein volles Wasserglas in der Hand hatte. Nein kein O-Saft, auf keinen Fall Alkfreien Sekt. Noch vor ein paar Wochen hätte ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht, womit ich denn anstoße. Das werte ich als Fortschritt.
    Momentan biete ich mich bei Ausgeh-Aktivitäten als Fahrerin an. Das wäre mir früher nicht im Traum eingefallen. Aber es macht mir tatsächlich Spaß.
    Ich freue mich schon sehr auf meinen ersten Jahrestag, Unvorstellbar! Aber ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin. 8)

    Ich wünsche Euch ein schönes entspanntes Wochenende

    Rina

    Guten Morgen,

    vielen Dank für Deine Antwort Alex.

    Eine Diskussion, ob ich trinke, gibt es bei mir auch nicht. Das öffnet ja Tür und Tor, und macht mein Suchthirn immer stärker.

    Was mich überrascht, sind die zum Teil starken Gefühle, die auf einmal da sind. Die muss ich dann erstmal verdauen und nach einer Zeit schwups sind sie weg.

    Seit ich kein Alkohol mehr trinke, fühle ich mich, als wären meine Konturen schärfer geworden. Wäre ich eine Zeichnung waren die Ränder vorher etwas verschwommen. Jetzt fühle ich mich viel klarer, mehr Ruhe im Geist und ein viel besseres Körpergefühl. Das gebe ich auf keinen Fall mehr auf, für das bisschen Gezeter vom Suchthirn.

    Ich wünsche Euch einen schönen gemütlichen Sonntag.

    Liebe Grüße

    Rina

    Hallo Ihr Lieben,

    meine ‚Stimme‘ ist verstummt. Gerade keine Diskussionen, kein Gemäkel und kein Genöle. So ist es recht, also freue ich mich aufs Wochenende und werde es sehr genießen.

    Bin gespannt bei welchem Anlass mein Suchthirn wieder anspringt. ?(

    Manchmal sind es völlig abstruse Gedanken. Am Anfang hat mich mal eine Woche lang der Gedanke beschäftigt, dass ich jetzt keinen Sonnenuntergang am Strand mit einem Cocktail in der Hand mehr erleben werde.

    Als würde das eine Rolle in meinem Leben spielen. Da kann ich selbst nur mit dem Kopf schütteln. Das Suchthirn ist sich echt für nichts zu schade. :/

    Liebe Grüße

    Rina

    Hallo Elli,

    vielen Dank fürs Mut machen. Ich glaube ich werde Karten kaufen für eine Veranstaltung, Theater oder Klassik. Das macht nüchtern total viel Spaß. Das Geld, das ich sonst für Wein oder Bier ausgegeben hätte, möchte ja unter die Leute ;)

    Liebe Grüße

    Rina

    Hallo Zusammen,

    Seit letzter Woche nervt meine ‚Stimme‘.

    Erst wegen einer Veranstaltung, zu der ich nie wirklich gerne hingegangen bin. Da habe ich es immer nur völlig benebelt ausgehalten und jetzt erzählt mir meine Stimme, ich hätte einen super tollen Abend verpasst. Alle anderen haben Spaß und ich hänge langweilig Zuhause rum. Völlige Idiotie!

    Vor kurzem hatte ich mich noch gefreut, nicht hinzugehen und jetzt großes Drama.

    Mein nächstes ‚Oh Manno’ Erlebnis war eine Kochgeschichte von meiner Arbeitskollegin. Sie hat beim Kochen, das Gericht mit einer Flasche Wein abgelöscht. Sofort fielen mir alle leckeren Weingerichte ein und ich armer Tropf darf sie nicht mehr essen. Ich weiß, dass das alles ausgemachter Blödsinn ist. ( Ich habe auch nie viel mit Wein gekocht) Bei der Unmenge an leckeren Gerichten muss es nun wirklich nicht mit Alk sein.

    Solche Phasen habe ich immer wieder, bis jetzt ging das so ca. eine Woche und dann ist mein nüchternes Leben wieder supi. Alles Strategien meines Suchthirns. Für heute hat meine Stimme Sprechverbot. ;)

    Liebe Grüße

    Rina

    Guten Morgen Elraine,

    ich hoffe es geht Dir wieder besser. Es wirkt auf mich wie eine Panikattacke. Keiner merkt was, die Brust verengt sich, Nervosität und eine diffuse Gefühlswelt. Vielleicht haben Dich die vielen Menschen um Dich rum überfordert?

    Gefühle sind ja nicht statisch sondern nur eine Momentaufnahme. Glaub nicht alles was Du denkst.

    Liebe Grüße

    Rina

    Hallo Zusammen,

    bei mir ist das ähnlich, oder überhaupt bei starken Gefühlen. Mein letztes Thema mit meiner ‚Stimme‘ war die Vorfreude auf den Urlaub. Geholfen hat mir die Vorstellung was wäre wenn ich Alkohol trinken würde? Ich wäre am nächsten Tag verkatert und dadurch nicht mehr in Vorfreude sondern unangenehm aufgeregt.

    Als Süchtling möchte ich gute Gefühle immer nochmal toppen. Da kann man noch ein Schippchen drauflegen, das Tolle noch einmal verstärken. Zack Trigger.

    Bei unangenehmen Gefühlen habe ich das eher nicht. Zumindest nicht so stark ausgeprägt.

    Eine gute Nacht

    Rina

    Hallo Elraine,

    Ich denke gerade am Anfang ist es mit der Stabilität nicht weit her. Ich empfinde mich nach 7 Monaten immer noch nüchtern und nicht trocken. So viele Situationen, die zum ersten Mal gemeistert werden wollen. So viele Emotionen, die gefühlt werden wollen. Also jede Menge Stolpersteine, die in unserem Weg rumliegen.

    Diese Phase der Leere, oder wie ich es nenne ‚ich bin so eindimensional‘ gehört mit zum Prozess, die Gehirnchemie wieder auszuloten. Ich empfinde nüchtern sein dann immer als voll langweilig, Alles ist langweilig und öde, Alkohol die optimal Lösung. Gott sei Dank gehen auch diese Phasen vorbei.

    An sich zu arbeiten bietet ja auch unendliche Möglichkeiten sich neu wahrzunehmen und aufzustellen. .

    Also schön dranbleiben und Murmeln sammeln. Ich freue mich total auf Sylvester und bin jetzt schon total stolz.

    Liebe Grüße

    Rina