Beiträge von Kalinka

    Vielen Dank für die Anteilnahme, die Tipps und eure eigenen Erfahrungen.

    Am 26.12. hat mein Mann zuletzt getrunken. Eine Therapie lehnt er ab. Einerseits denke ich, dass ich ihm die Chance, seinen Alkoholkonsum eigenständig in den Griff zu kriegen, geben sollte. Andererseits merke ich, wie unruhig es mich macht, dass er weiterhin kein Problem sehen möchte/kann. Und dann kommt noch dazu, dass ich mich allgemein in der Beziehung nicht mehr wohl fühle und dass sie mich mehr anstrengt als gut tut. Und was auch immer ich versuche, mein Mann schweigt.

    Nächste Woche wird er für ein paar Tage seine Eltern, die etwas weiter weg wohnen, besuchen. Ich mache mir Sorgen, wie viel er dort wohl trinken wird. Aber ich freue mich sehr auf die Ruhe und die gemeinsame Zeit mit unserem Kind.

    Vielen Dank für die wertvolle Rückmeldung; darüber musste ich erstmal nachdenken.

    einerseits hast Du verstanden, andererseits lässt Du ihm noch ein Schlupfloch

    Ja, so ist es tatsächlich. Ich habe noch nicht losgelassen. Hin und wieder überkommt mich die Wunschvorstellung, dass es doch irgendwie möglich sein müsste, meinen Mann wachzurütteln und wieder eine schöne erfüllende Beziehung miteinander zu führen.


    Was heißt denn "Therapie machen" für Dich?

    Für mich heißt das, dass er sich einen Therapeuten sucht, einen Termin vereinbart und diesen Termin auch wahrnimmt. Ich erwarte, dass er die probatorischen Sitzungen und mindestens eine Kurzzeittherapie über 12 Sitzungen zuverlässig macht, um zu begreifen, welche Auswirkungen sein Alkoholkonsum auf ihn, auf mich, auf unser Kind hat; und um zu lernen, wie er abstinent leben kann. Aber das setzt natürlich voraus, dass er abstinent sein WILL.


    Hätte es wegen des ihm angedrohten Auszugs (wann "im Januar", Anfang, Mitte, Ende?) aufschiebende Wirkung, wenn er z. B. einen Termin bei der Suchtberatung vereinbart? Oder nicht weiß, wo er hinziehen soll?

    Ich habe ihm gegenüber bewusst erstmal kein exaktes Datum genannt. Im Moment hat er kein Einkommen und keinen Arbeitsplatz und es wird daher schwer für ihn, eine Wohnung zu finden. Und natürlich wäre ich großzügig, wenn ich ernsthafte Bemühungen, einen besseren Umgang mit Alkohol zu lernen, bei ihm erkenne. Aber auch das setzt natürlich voraus, dass er abstinent sein WILL.



    An Silvester habe ich ihm erneut gesagt, dass ich in unserer Beziehung unglücklich bin, weil wir gar nicht mehr miteinander lachen, nicht mehr miteinander reden und auch nichts miteinander unternehmen; dass ich mich frage, was ich ihm eigentlich bedeute, weil er ständig meine Grenzen überschreitet. Er stand direkt vor mir, hat sich dann jedoch aufs Sofa gesetzt (ein Stück von mir weg also) und zwei oder drei Anläufe genommen, zu antworten. Letztendlich hat er nichts gesagt und ich habe das „Gespräch“ dann beendet mit den Worten, dass diese Reaktion ja auch eine Antwort sei. Seither ist er nicht auf mich zugekommen, um irgendwas zu klären. Er hat aber darauf geachtet, meine Grenzen wieder einzuhalten. Seit dem Besäufnis mit dem Kumpel am 26.12. hat er auch nichts mehr getrunken. Das bringt mich natürlich in Zweifel, ob ich mit dem Alkoholproblem nicht doch übertreibe?!

    Letztendlich gibt es neben dem Alkoholproblem eben auch ein Beziehungsproblem und manchmal frage ich mich, ob es nicht eigentlich „nur“ letzteres ist?! Ich denke darüber nach, ob ich ihm nicht eine Paarberatung vorschlagen soll?!

    Wenn der Zeitpunkt für die Trennung gekommen ist, dann möchte ich mir selbst sicher sein, alles getan zu haben. Er wird nicht wütend, ausfallend oder gewalttätig, wenn er getrunken hat. Er verschwindet „nur“ in seine innere Welt und ist "nur" körperlich anwesend. Das macht mich unglücklich. Und in schwachen Phasen, wenn ich wieder daran zweifle, ob ich sein Alkoholproblem nicht doch übertreibe, ja dann denke ich mir, dass ich dieses Unglück doch einfach nur aushalten muss und irgendwann wird er bestimmt wieder der lebensfrohe und neugierige Mann, den ich geheiratet habe.

    Guten Morgen und vielen Dank für eure Rückmeldungen.

    bei dir scheint immer noch Hoffnung da zu sein, dass dein Mann sich ändert

    Ja, so ist es. Nach unserem Gespräch hat er aufgehört zu trinken und war auch sofort bereit, sich medizinisch durchchecken zu lassen. Auch unsere Partnerschaft war während dieser Trinkpause wieder harmonischer.

    Letztendlich hat er "nur" ein Blutbild machen lassen, sich das Ergebnis gar nicht angeschaut, und auch seine Leber nicht sonographisch untersuchen lassen.

    Und bei der ersten Gelegenheit hat er sich gemeinsam mit einem Kumpel abends so betrunken, dass ich unser Kind am nächsten Tag nicht mit ihm alleine lassen wollte und konnte. Dabei wusste mein Mann, dass ich an diesem Tag beruflich sehr eingespannt sein würde. Aber der Alkohol war ihm wichtiger als die Verantwortung, die er für sein Kind und seine Familie trägt. Diese Situation hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass er tatsächlich ein Alkoholiker ist, und dass er derzeit kein abstinentes Leben führen möchte.

    Also habe ich ihm noch einmal gesagt, dass er im Januar ausziehen muss, wenn er keine Therapie macht. Ich möchte das ausgesprochene Ultimatum nicht vorzeitig abbrechen, denn dann würde ich mich immer fragen, was wäre gewesen, wenn...

    Dennoch steht mein Entschluss fest und ich fühle mich ein Stück weit schon jetzt erleichtert, wenn mein "Konkurrenzkampf" mit dem Alkohol endlich aufgehört haben wird. Ich will meinem Kind ein sicheres und zuverlässiges Zuhause bieten und das ist nicht möglich mit einem alkoholkranken nassen Vater. Also gehe ich meinen Weg zur Eigenständigkeit weiter und werde meinen Mann bald zurücklassen müssen.

    Willkommen zurück und ich stelle mit Erstaunen und ein wenig Entsetzen fest, dass mein letzter Besuch auf dieser Seite fast exakt ein Jahr her ist!

    Ich bin seither leider in die Co-Abhängigkeit geblieben und habe weiter weggeschaut. Gleichzeitig habe ich jedoch einige Kleinigkeiten verändert, um mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwertgefühl zu stärken. Aus dem gemeinsamen Schlafzimmer bin ich vor einiger Zeit schon ausgezogen und genieße nun wieder erholsame Nächte!

    Ab nächstem Monat hat unser Kind einen Platz in der Ganztagesbetreuung - ein weiteres entscheidendes Teil im Mosaik meines Lebens!

    Letzte Woche habe ich mir dann ein Herz gefasst und habe meinem Mann mit "liebevollem Ernst" mitgeteilt, dass ich seinen Alkoholkonsum nicht länger toleriere, dass ich erwarte, dass er mit dem Trinken aufhört, und dass er im Januar ausziehen muss, wenn er sich bis dahin nicht darum gekümmert, mit dem Trinken aufzuhören. Es ist mir ganz gut gelungen, mich nicht auf seine Beschwichtigungen und Verharmlosungen einzulassen. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass er meine Ansage tatsächlich ernst genommen hat.

    Um ihm zu verdeutlichen, wie ernst es mir damit ist, das Alkoholproblem aus meinem Leben zu verbannen, werde ich mich ab sofort wieder unabhängiger von meinem Mann machen.

    Außerdem möchte ich versuchen, mit ihm über (s)ein Leben ohne Alkohol im Gespräch zu bleiben bzw. erstmal so richtig ins Gespräch zu kommen.

    Es fällt mir schwer, mit Freunden oder Familie über das Thema zu sprechen. Deshalb suche ich nun wieder den Austausch in diesem Forum.

    Drückt mir die Daumen und wünscht mir viel Mut und Entschlossenheit!

    Vielen Dank für eure Anregungen. Ich habe die letzten Tage genutzt und mich damit beschäftigt, was ich für mich tun kann. Tatsächlich habe ich ein paar Aktivitäten gefunden, die ich mehr oder weniger problemlos in meinen Alltag und meine "Verpflichtungen" integrieren kann. Es fühlt sich gut an, dass ich wieder aktiver und selbstbestimmter bin.


    Ich bekomme Gänsehaut wenn ich daran denke, dass du den ganzen Tag auf der Arbeit bist und dein Kind mit dem alkoholkranken Vater alleine zu Hause

    Wie kommst du damit klar?

    Damit geht es mir oft nicht so gut, weil ich nicht einschätzen kann, wie klar er tatsächlich im Kopf ist. Und weil ich mir Sorgen mache, dass für unser Kind der Weg in die Sucht damit schon vorporgrammiert wird.

    Soweit ich das beurteilen kann, ist mein Mann ein Pegeltrinker und kann seinen Alltag noch sehr gut bewältigen. Ich erlebe ihn als verantwortungsvollen, fürsorglichen und zugewandten Papa und Hausmann. Er erinnert mich dabei an meinen Großvater, der auch immer funktioniert hat und ein toller Opa war, obwohl er nie etwas anderes als Bier oder Wein getrunken hat. Das bringt mich natürlich in Zweifel, ob das Problem wirklich so groß ist, wie ich es empfinde.

    Es fühlt sich furchtbar an, unserem Kind dieses Schicksal zuzumuten. Und es fühlt sich auch furchtbar an, unserem Kind nicht nur den Vater zu nehmen, sondern gleichzeitig auch die Hauptbezugsperson.

    Ich schätze, mein Weg zur Trennung ist noch lang, denn ich merke, wie sehr mich "trockene Tage" Hoffnung schöpfen lassen. Und wie ich immer noch bereit bin, Energie in (sinnlose) Gespräche zu investieren.

    das kannst du ändern, in dem du in einem anderen Zimmer gehst

    Nun ja, also wenn einer das Zimmer verlassen muss, dann ja wohl eher mein Mann. Klar, ich kann ihn nicht zwingen und im Zweifel muss dann natürlich ich das Feld räumen.

    Bisher habe ich mich einfach nicht getraut, ihn auf die Fahne anzusprechen. Nach dem Zähneputzen wars jedenfalls in Ordnung.


    Mein Mann hat leider kaum Interesse, neue Leute kennen zu lernen.

    Das kannst ebenfalls nur du ändern, ich bin damals auf die Menschen zugegangen, wo mir Kontakt wichtig war, und den ich vorher quasi auf Eis gelegt hatte.

    Auf Eis hab ich keine Kontakte gelegt. Ich hab nur kaum Zeit oder Energie, an unserem neuen Wohnort Kontakte zu knüpfen.

    Ich hatte mir halt vorgestellt, dass er seine Elternzeit nutzt, um an unserem neuen Wohnort Leute kennen zu lernen. Wenn ich von meiner Arbeit komme, bin ich natürlich für unser Kind da, damit sich mein Mann ein wenig erholen kann, möchte das Familienleben pflegen oder erledige, was halt noch zu tun ist. Bisher habe ich mir nicht erlaubt, nach Feierabend regelmäßig irgendeine Aktivität alleine zu unternehmen. Ich möchte ja meinen Anteil zum Familienleben und zum Haushalt beitragen und nicht noch mehr Zeit abwesend sein. Im Ergebnis fühle ich mich überwiegend fremdbestimmt, das belastet mich natürlich aus.


    Was kannst du für dich tun? Hast du denn da eine Idee?

    Danke für die Anregung, ich werde mir die Zeit nehmen und mich damit auseinander setzen, was ich realistisch für mich tun kann. Es fühlt sich allerdings so an, als würde ich mich dadurch von meinem Mann entfernen und meinerseits das Familienleben zerstören.

    Hallo in die Runde,

    ich bin zurück aus meiner Blase und wieder am Anfang meines Weges...

    Mein Mann hatte die letzten Wochen nur noch heimlich und vermutlich weniger getrunken. Ich hab mich deshalb ein bisschen der Illusion, er hätte kein Alkoholproblem, hingegeben. Ehrlich gesagt, habe ich das bewusst getan, weil ich ne Pause gebraucht hab von diesen Sorgen um meine Familie. Es ging mir wieder besser und ich war wieder fröhlicher und zuversichtlicher.

    Die Blase ist nun geplatzt und es geht mir wieder schlechter. Er trinkt zwar weiterhin heimlich, aber wieder so viel, dass er eine deutliche Bierfahne hat. Die Fahne widert mich an und es widert mich an zu sehen, wie sein Gehirn gar nicht mehr aufnehmen kann, was um ihn rum vor sich geht.

    Vorgestern Abend, nachdem wir ins Bett gegangen waren, habe ich ihn gebeten, sich doch bitte den Mund auszuspülen oder die Zähne zu putzen, weil es für mich unangenehm ist, die ganze Nacht seine Bierfahne in der Nase zu haben. Hat er gemacht. Aber ich empfinde das als so respektlos, dass er sich überhaupt mit dieser Fahne neben mich legt. Das war schon seit einigen Abenden vorher der Fall, aber da habe ich nichts gesagt. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich nicht schon früher für meine Bedürfnisse und meinen gesunden Schlaf eingetreten bin! Ich hab mir vorgenommen, das nun immer anzusprechen, wenn mich seine Fahne stört. Das sind schließlich nachvollziehbare Tatsachen, die kann er nicht einfach wegwischen.

    Und ich habe festgestellt, dass ich mich einsam fühle. Wir sind vor ein paar Monaten aus beruflichen Gründen umgezogen und haben hier noch kein soziales Umfeld. Mein Mann hat leider kaum Interesse, neue Leute kennen zu lernen. Er pflegt stattdessen intensiv die Kontakte zu seinen langjährigen Freunden, was ja auch wichtig ist. Ich selbst bin in Vollzeit berufstätig und habe dadurch nicht so viel Zeit und Energie, ein Umfeld aufzubauen. Mit meinen neuen Arbeitskollegen fühle ich mich sehr wohl, aber mir fehlt jemand, mit dem ich mich privat austauschen kann. Mit unserem Kind besuche ich eine Eltern-Kind-Gruppe, dort haben sich allerdings leider noch keine Kontakte ergeben. Ich habe mir nun eine zweite Gruppe rausgesucht und hoffe, dass dort eher Bekanntschaften zustande kommen. Kürzlich habe ich eine andere Mutter mit Kind im gleichen Alter kennen gelernt. Das Treffen war nett, allerdings haben wir kaum gemeinsame Gesprächsthemen.

    Mit meinem Mann kommt auch kaum noch ein Austausch zustande. Er kümmert sich wirklich vorbildlich um Haushalt und Kind, allerdings unternimmt nichts, von dem er mir etwas erzählen könnte. Und umgekehrt versteht er meistens nicht, was ich ihm erzähle. Gemeinsame Unternehmungen sind selten geworden, weil oft einer von uns müde ist. Meistens unternehme ich dann alleine was mit unserem Kind. Ich gönne meinem Mann zuhause die Ruhe und bin gerne mit unserem Kind unterwegs. Wenn wir nach Hause kommen, erzähle ich ihm, was unser Kind heute erlebt hat, aber darauf geht er nur selten ein. Ja, meistens hat er halt getrunken und ist nicht mehr aufnahmefähig.

    Was hält mich bei ihm?! Die Erinnerung an die schönen Zeiten, der Wunsch nach einer intakten Familie und die hoffnungslose Hoffnung, dass er aufhört zu trinken und mit vollem Bewusstsein am Leben teilnimmt...

    und euch eine Möglichkeit zu geben aus der Suchtstruktur auszusteigen.

    Ja, das halte ich als Mutter für meine Pflicht. Vor allem, weil ich selbst erfahren habe, was es heißt, mit suchtkranken Elternteilen zu leben. Das würde ich meinem Kind gerne ersparen. Aber inwieweit kann ich unser Kind tatsächlich schützen, wenn ich den Kontakt zum Vater weiterhin zulasse?! Ich mache mir Sorgen, dass unser Kind trotzdem zu viel von der Sucht mitbekommt. Den Kontakt zum Vater komplett zu verhindern, bringe ich allerdings auch nicht übers Herz.

    ABER schau unbedingt, dass du rechtlich auf der sicheren Seite bist, wenn du zB Schritte wie einen Auszug in Erwägung ziehst

    Danke für den Hinweis, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. In meiner Vorstellung werden wir uns wie zivilisierte Erwachsene auf irgendwas einigen... Na ja, aber eigentlich möchte ich ja gerade nicht, dass er weiterhin die Hauptbetreuung übernimmt...

    Es wäre auch eine Möglichkeit eine Beratungsstelle [...] ins Boot zu holen.

    Auch dafür vielen Dank, denn auch daran habe ich noch nicht gedacht. Bisher habe ich nur mit meiner Ärztin darüber gesprochen, aber sie kann natürlich keine umfassende Beratung bieten.

    Du klingst schon sehr klar und sortiert

    Ich bin selbst überrascht, wie klar ich das vor meinem inneren Auge sehe.

    Von meiner eigenen Mutter bzw. von meinen beiden Eltern habe ich mich mein ganzes Leben lang allein gelassen gefühlt. Und ich möchte unbedingt verhindern, dass sich mein Kind von mir im Stich gelassen fühlt. Das könnte ich mir nie verzeihen, wenn unser Kind leidet oder Schaden nimmt, nur weil ich zu feige war, mich zu trennen.


    Es ist schwer, zu gehen. Ich weiß, dass ich es finanziell und organisatorisch auch als Alleinerziehende schaffe. Aber ich liebe den Menschen, den ich geheiratet habe und ich befürchte, ich brauche noch ein wenig Zeit, bis ich mich tatsächlich trennen kann. In der Zwischenzeit schaue ich aber genau hin, ob unser Kind noch gut bei ihm aufgehoben ist.

    Oh man, ich habe so viele destruktive Beziehungen geführt und habe es auch dieses Mal wieder nicht geschafft, richtig hinzukucken und mich frühzeitig abzugrenzen :(

    Vielen Dank fürs Freischalten und vielen Dank für die Rückmeldungen.

    Habe Dein Thema in den Angehörigenbereich verschoben.

    Das passt gut, vielen Dank!

    Du machst Dir nichts vor.

    Du siehst das vollkommen klar und meiner Meinung nach richtig.

    So wie du es auch beschrieben hast, kannst du deiner Wahrnehmung glauben.

    Oh man, ein kleiner Teil in mir hat natürlich doch darauf gehofft, dass es nicht so ist, wie ich glaube. Gleichzeitig bestärkt mich die Zustimmung von außen darin, mir zu überlegen, wie es weitergehen soll.

    Nun kannst du schauen, ob er Rücksicht auf das nimmt, was du ihm gesagt hast.

    Wenn ich meine Sorgen angesprochen habe, hat er weniger getrunken. Oder besser gesagt, er hat vor meinen Augen und in meiner Anwesenheit weniger getrunken. Ich bin mir allerdings sicher, dass er Gelegenheiten erzeugt hat, um heimlich zu trinken.

    Vorhin hat es sich ergeben und ich habe ihm in einer ruhigen Minute gesagt, dass ich mich trenne, wenn er nicht aufhört zu trinken, weil mich das zu sehr belastet. Er hat mich sehr ernst angesehen und nichts gesagt.

    Ich will mir gar nicht erhoffen, dass er mit dem Trinken aufhören könnte, denn es würde mich zu sehr enttäuschen, wenn ers nicht tut. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger Bedeutung hat es für mich, ob er aufhört zu trinken oder nicht. Ich werde immer Sorgen haben, ob er nicht doch heimlich trinkt oder ob er einen Rückfall erlebt. Sein Alkoholproblem wird mich also weiterhin Energie kosten und mich belasten.

    Hast du eine Idee, was du nun machen willst?

    In den letzten Tagen beschäftigt mich immer mehr der Gedanke, wie ich meinen Alltag als alleinerziehende Mutter organisieren könnte/müsste. Das hilft mir, mit der Trauer um meine Beziehung und um meine Familie konstruktiv umzugehen. Zuerst brauche ich wohl einen Betreuungsplatz für meine Tochter.

    Guten Abend liebe alle.

    Ich bin verheiratet und wir haben ein gemeinsames Kleinkind. Mein Mann trinkt. Er funktioniert, bleibt immer höflich und nett, kümmert sich fürsorglich und liebevoll um unser Kind und schmeißt den Haushalt, während ich die Alleinverdienerin bin. Er fehlt mir als Partner und als Mann, denn ich finde es abstoßend, dass er täglich seine Sinne mit Alkohol betäubt und nach Bier riecht. Ich habe keine Lust, mich mit ihm zu unterhalten, wenn ich merke, dass er gar nicht mehr klar im Kopf ist. Und ich mache mir Sorgen, ob er denn überhaupt tatsächlich in der Lage ist, Verantwortung für unser Kind zu übernehmen.

    Ich bin EKA und auch mein Großvater war ein funktionierender Pegeltrinker. Ich habe mich intensiv mit der Thematik beschäftigt und auch lange eine Selbsthilfegruppe besucht. Ich habe sehr viel Zeit und Energie damit verschwendet, meine Eltern aus der Alkoholabhängigkeit zu ziehen.

    Tja, und jetzt habe ich einen Mann an meiner Seite, dessen Alkoholproblem mir schon bei unserem ersten Kennenlernen aufgefallen ist. Ich habe das Ausmaß seiner Abhängigkeit total unterschätzt. Ich weiß, dass er heimlich trinkt. Wieviel er tatsächlich trinkt und wann er sich für gewöhnlich das erste Bier genehmigt, kann ich nicht einschätzen. Ich kann jedoch bei vielen Gelegenheiten beobachten, dass er keine Kontrolle über sein Trinkverhalten hat.

    Ich merke, dass meine Liebe ertrinkt und dass mein Respekt ihm gegenüber immer weniger wird. Ich habe versucht, mit ihm darüber zu sprechen. Und ich habe ihm erklärt, was das mit mir macht, wenn er jeden Tag Alkohol trinkt. Er glaubt, dass er kein Alkoholproblem hat. Ich habe mich oft in Diskussionen verwickeln lassen und war mir am Ende unsicher, ob ich nicht doch übertreibe.

    Er war nun zwei Wochen mit unserem Kind bei Freunden, die weiter weg wohnen, zu Besuch und ich weiß, dass er dort für gewöhnlich jeden Tag betrunken ist. Ich habe das ausgeblendet und mich am Tag seiner Rückkehr wahnsinnig darauf gefreut, ihn wiederzusehen, ihm (auch körperlich) nah zu sein und Sex mit ihm zu haben. Als er angekommen ist, war er nüchtern. Nicht mal eine halbe Stunde nach seiner Ankunft ging er einkaufen. Und natürlich hat er Bier gekauft und sofort getrunken. In diesem Moment bin ich wohl aufgewacht und kann seither nicht mehr ausblenden, dass unsere Beziehung ein Ablaufdatum hat, weil er trinkt und ich nicht damit leben kann. Ich will nicht mehr gegen seine Sucht kämpfen. Ich will meinen Mann NÜCHTERN; aber diesen Mann gibt es nicht. Ich will unser Kind beschützen und es tut mir im Herzen weh, dass ich unserem Kind den Vater wegnehmen muss. Ich möchte nicht, dass es eine Bierfahne für normal hält. Und ich möchte nicht, dass etwas passiert, weil sein Vater getrunken hat.

    Als ich ihn kennen gelernt habe, standen für mich seine tollen Eigenschaften als Mensch, als Mann und als Partner im Vordergrund. Und mittlerweile ist das in meiner Wahrnehmung alles hinter dem Alkohol verschwunden.