Liebe releaseme,
ich wünsche dir ganz viel Kraft für heute. Du machst alles richtig für dich und deine Kinder und die sagen dir das jeden Tag.
Liebe releaseme,
ich wünsche dir ganz viel Kraft für heute. Du machst alles richtig für dich und deine Kinder und die sagen dir das jeden Tag.
Ich habe nach all der Zeit nichts vermisst. Außer mein Zuhause. Erstmal. Und unter einer Decke mit ihm konnte ich schon lange nicht mehr liegen. Ich war ziemlich kaputt und erschöpft von den vergangenen Jahren.
Ich schließe mich da an. Ich war sehr froh, dass ich endlich den Schritt geschafft habe. Und wir waren knapp 10 Jahre verheiratet. Dafür merke ich jetzt noch die Erschõpfung und mein Nervensystem.
Ich mag aber keine Verallgemeinerungen und pauschale Zuschreibungen über Cos insgesamt. Die außerdem längst wiederlegt wurden. Es gibt genauso wenig eine Co-Persönlichkeit, wie es eine Alkoholiker-Persönlichkeit gibt. Und ich will mir das auch nicht einreden lassen.
Ich persönlich finde es schwierig von Persönlichkeiten dabei zu sprechen und stimme dir da zu. Es gibt Symptome einer Alkoholerkrankung und es gibt Verhaltensmuster von Cos, die können bei jeder einzelnen Person in ihrer Ausprägung variieren, aber das sind ja keine Persönlichkeitsmerkmale. Ich denke aber, dass Persönlichkeit und Symptome/Verhaltensmuster sich gegenseitig beeinflussen. Manchmal frage ich mich bei meinem Ex (er war bereits Alkoholiker, als ich ihn kennengelernt habe, mir war das aber nicht bewusst), was Persönlichkeit und was Sucht ist. Ich beschäftige mich aber nicht aktiv damit, da es im Endeffekt für meinen Alltag mit den Kindern und die Frage nach dem Kindeswohl egal ist, was es von beidem ist, wenn es schädlich ist. Ab und an ploppt da nur mal ein Fragezeichen bei mir auf.
Wenn ich jemandem die Schuld zuschiebe, hab ich ja die Verantwortung schon abgegeben. Und im nassen Kopf ist auch nicht viel Spielraum oder sagen wir mal die Denkweise sehr begrenzt.
Ja, das ist so. Und das erschwert die Kommunikation sehr, wenn die eine Person in der Opferrolle bleibt. Gilt ja auch umgekehrt, wenn der Alkoholiker die Verantwortung übernimmt und Co aber in der Opferrolle verharrt. Ich würde auch rückblickend sagen, dass die Beziehung gescheitert wäre, wenn mein Ex trocken geworden wäre - zu viel Vertrauen bereits zerstört und es war auch keine Liebe mehr; also, jeglicher Basis fehlte.
Der entscheidende Punkt ist nicht Schuld, sondern Verantwortung. Meine Verantwortung war es, meine Sucht zu stoppen.
Da stimme ich dir zu und beim Co liegt die Verantwortung zu erkennen, dass durch das eigene Verhalten das System mitgetragen wird und sich daraus zu lösen. Bei mir ist es ja so, dass mein Ex weiterhin trinkt und ich in seinen Augen die Schuld daran trage, dass es ihm so schlecht geht. Fühlt sich recht wohl in seiner Opferrolle, noch sehr weit entfernt von der Verantwortung.
Er hat nur gesagt, dann musst du die Scheidungspapiere auf den Tisch legen, ich mache das nicht. Und da habe ich gerade soo eine Hemmschwelle. Ich weiß nicht warum! Es hat mich bis hier hin soo viel Kraft gekostet und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich das nicht hinbekomme, meine Anwältin anzurufen und ihm die Unterlagen hinzulegen. Ich sehe da die ganzen Gerichtsverhandlungen, die Streiterein etc vor mir und manchmal denke ich mir, ich habe für diesen Kampf nicht mehr die Kraft. Oder ist e die Angst, dass es dann wirklich final so ist? Kennt das jemand? Diese Angst vor diesem Schritt?
Liebe Releasme,
du brauchst ihm gar nichts vorlegen, die Anwältin kann ihm das zuschicken. Und wenn ich mich recht erinnere, geht es auch nur um die Bestätigung des Trennungstermins. Am einfachsten wäre es, du würdest dich ummelden, zu deinen Eltern, falls das nicht schon geschehen ist. Oder irgendein Nachweis, dass du nun da erstmal wohnst, damit einfach das Datum der Trennung fix ist. Und die Scheidung kann ja sowieso erst 6 Wochen vor Ablauf des Trennungsjahrs eingereicht werden. Ich habe den Eindruck, der stellt sich das so schön dramatisch vor wie in einem US-amerikanischen Scheidungsdrama.
Wegen der Kinder würde ich die Beratungsstellen nutzen, also, für Eltern, Kinder und Jugendliche. Die gibt es z.B. von der Caritas, AWO oder Diakonie. Du kannst dich auch ans Jugendamt wenden, da könnt ihr auch eine Elternvereinbarung treffen.
Bin direkt zum Kinderarzt und habe es abklären lassen. Tja, dadurch kam was ins Rollen, das ich mir zwar "erhofft" habe, allerdings ist es gerade schier der ungünstigste Zeitpunkt. Das Jugendamt ist nun involviert, die Kinder dürfen erstmal nicht zu ihm. Mal sehen ob er Auflagen bekommt, oder ob es erst mal nur begleiteten Umgang gibt...
Liebe Marliese,
Ist es wirklich der ungünstigste Zeitpunkt? Es fühlt sich vielleicht so an, aber gerade der Umzug bedeutet, dass die Kinder an seinen Wochenende räumlich weiter entfernt von dir sind. Vielleicht ist es gut, dass es jetzt passiert ist und nicht erst dann.
Ich denke manchmal, dass alles so seinen Grund und Sinn hat.
Hier ist auch längst keine Ruhe drin. Ich realisiere erst so langsam, wie sehr mein Nervensystem tatsächlich gelitten hat.
Du hast jetzt hier ganz viele wertvolle Tipps bekommen. Wenn es um die Kinder geht, sind die Familienberatungsstellen und die Jugendämter Anlaufpunkt Nummer 1.
Deine Angst vorm Jugendamt ist unbegründet. Sie sind da, um dir zu helfen und Beratung zu geben. Diese Angst vor Inobhutnahme der Kinder ist völlig unbegründet, das passiert in schweren, akuten Fällen der Kindeswohlgefährdung. Dieses Bild, das gesellschaftlich vom Jugendamt verbreitet wird, sorgt nur dafür, dass Menschen wie du sich keine Hilfe holen, die sie benötigen.
Es ist gut, dass du von ihm schriftlich etwas bekommen hast. Versuch nach vorn zu blicken und ins Handeln zu kommen. Kontakt auf ein absolutes Minimim reduzieren, damit du nicht permanent seinen Spielchen ausgesetzt bist.
ich schließe mich den anderen an, was den Anwalt angeht. Ansonsten würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, Kontakt zu einer Berstungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien aufzunehmen, eventuell auch Jugendamt, je nachdem wie er vielleicht noch weiter reagiert und handelt.
Es gibt auch Beratungsstellen wegen häuslicher Gewalt (psychische Gewalt fällt darunter), z.B. Belladonna.
Ich zitiere mich mal selbst. und EllaDrei hat auch nochmal darauf verwiesen. Du solltest dir ganz dringend Hilfe suchen, vor allem beim Jugendamt und bei den Beratungsstellen bekommst du nicht direkt morgen einen Termin. Warte nicht, bis es noch dringender wird. Gerade dadurch, dass du mit den Kindern einfach ausgezogen bist - ohne seine Zustimmung, solltest du dir ganz schnell Beratung holen, bevor er auf die Idee kommt, rechtliche Wege zu gehen. Es ist gut, wenn du proaktiv tätig wirst.
Liebe Releaseme,
ich schließe mich den anderen an, was den Anwalt angeht. Ansonsten würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, Kontakt zu einer Berstungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien aufzunehmen, eventuell auch Jugendamt, je nachdem wie er vielleicht noch weiter reagiert und handelt.
Es gibt auch Beratungsstellen wegen häuslicher Gewalt (psychische Gewalt fällt darunter), z.B. Belladonna.
Bleib stark, für dich und deine Kinder
Es ist wirklich hart und ich möchte dir raten, bleib eisern. Aber mir selbst gelingt es auch kaum. Bei mir ist es die Angst alles aufzugeben. Finanzielle Sicherheit, das Zuhause, ein Leben alleine mit den Kindern... Ich verstehe dich!!
Ich habe das hier aus Lakes Faden mal zu dir rübergeholt. Ich verstehe deine Angst. Aber ist das Zuhause, das du hattest, ein Zuhause, an dem du dich sicher fühlst? Wiegt die psychische und physische Sicherheit nicht mehr als die finanzielle? Was ist ein "gemeinsames" Leben wert, wenn du doch einsam bist und dich um die Kinder allein kümmerst?
In Deinen Fragen hast Du Dir die Antworten doch schon selbst gegeben, weil Du sie schon mehrfach von uns gelesen hast.
Ich schließe mich da an.
Du jast den Absprung geschaftt. Mal ganz optimistisch angenommen, er würde es schaffen, trocken zu werden, bleiben deinen Schilderungen nach etliche Verletzungen, die nicht einfach ungeschehen gemacht werden können, dir und gegenüber euren gemeinsamen Kindern.
Natürlich ist der Anfang jetzt schwer, weil er Ungewissheiten birgt, gerade auch während dieser gesellschaftlich hoch emotionalisierten Feiertage. Überleg dir doch mal wirklich, was du hinter dir lässt - faktisch, nicht den Wunschtraum von Liebe und Familie.
Verstehen hilft mir immer. Je mehr Details, je tiefer das Verständnis, desto besser ...
Letztendlich kannst du noch so viel Verstehen. Habe ich auch versucht. Das, was ich am Ende verstanden habe, war, dass ich für mich und meine Kinder verantwortlich bin und rein gar nichts ändern kann. Dass mein Ex-Mann trocken werden soll, war mein Wunsch, aber nicht seiner. Er hat in den 2 Jahren seit der Trennung auch immer noch nicht seinen Tiefpunkt erreicht. Jammert (über seine Einsamkeit) und unternimmt irgendwelche halbherzigen Versuche, um mir zwischendurch zu erzählen, dass er ja weniger trinke. Mich tangiert das persönlich recht wenig, aber ich finde es für die Kinder schwierig.
Ich hab ihn natürlich gern, die Liebe ist irgendwie weg, er tut mir leid und ich weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll..
Du hast das hier geschrieben. Vielleicht musst du das auch einfach ganz deutlich sagen, das ist doch etwas, was völlig unabhängig vom Trockenwerden ist. Warum willst du ihm denn dann noch ein Ultimatum stellen?
Liebe Releaseme,
nimm die Wohnung! Bleib stark, du bist nicht einfach aus einer Laune heraus gegangen. Blockiere ihn auf Wegen wie Whatsapp etc. Nenne ihm eine Möglichkeit, wie er dich in wichtigen Fällen, z.B. wenn es um die Kinder geht, kontaktieren kann. Teile ihm das am besten schriftlich mit, dann ist das gleichzeitig dokumentiert. Du hast deinen Arbeitsplatz bei euch im Haus, kannst du diesen verlagern?
Falls es wieder bei euch zu einer Annäherung kommen sollte, müssten sich ja wesentlich mehr Faktoren verändern, als einfach nur "kein Alkohol". Mach dir das bewusst. Und es gibt Dinge, die auch einfach nicht verzeihbar sind. Du hast das Recht sagen zu dürfen: "Ich will nicht mehr." Er kann um Verzeihung bitten, aber das heißt nicht, dass du wieder zu ihm zurückkehren musst. Ich kann jemandem etwas verzeihen, dass heißt aber nicht, dass ich mit dieser Person weiterhin einen vertrauten Umgang haben möchte, sondern es kann vielleicht dazu beitragen, dass wir in dem Maße, in dem es nötig ist, miteinander kommunizieren können, aber darüber hinaus muss ich gar nichts mit dieser Person zu tun haben.
Liebe Grüße
Matilda
Liebe Releaseme,
das mit der Veränderung habe ich auch zu hören bekommen. Das sind die Suchtmechanismen. Ich habe auch sehr lange Zeit gebraucht, bia ich das alles verstanden habe. Lass dir nichts einreden, du machst alles genau richtig 💚
Ehrlich gesagt kämpfe ich gerade heftig mit mir selbst. Was ist richtig, was ist falsch. Ich fühle mich unfassbar schuldig und ich will doch nur endlich in Frieden leben. Ich habe oft Angst, dass alles wieder rückgängig gemacht wird. Dass der Druck von Außen so stark wird, dass ich wieder mit ihm zusammen leben muss, nur damit gewisse Menschen um mich herum mich nicht weiter bedrängen. Ich fühle mich schlecht und ich fühle mich undankbar für all das, was er in den guten Jahren für mich getan hat. Tut mir leid für den Schwall.
Du musst gar nichts machen und ganz bestimmt nicht zurück zu ihm, er hat sich selbst dazu entschieden, dass er sich ruinieren möchte. Da es seine Schwester ist, die verstehen möchte, was mit ihm los ist, würde ich ihr sagen, was los ist und dann vielleicht auch einfach klar machen, warum du dich getrennt hast. Und sie kann dann auch selbst entscheiden, ob sie ihm auf dieser Basis tatsächlich helfen möchte.
Liebe Marliese,
Vielleicht ist es doch mal besser mir einen Therapeuten zu suchen. Jedoch habe ich wirklich Angst, dass es gegen mich verwendet werden kann...
ich bin der festen Überzeugung, dass niemand vom Jugendamt es gegen dich verwendet, wenn du dir therapeutische Hilfe holst. Das ist ja auch im Sinne der Kinder. Informier dich doch einfach mal bei einer Beratungsstelle. Das Jugendamt hat das Kindeswohl im Blick und eine Mutter, die in Therapie ist, schadet damit nicht ihren Kindern.
Liebe releaseme,
nachdem er ja diese Nacht in einem anderen Zimmer geschlafen hat - Auslöser war ja gestern, weil der große zur kleinen Schwester im Streit gesagt hat "ich mag dich nicht mehr als Schwester " und mein Mann da völlig ausgetickt ist und ich dazwischen bin, ich meine es sind Kinder!!!!- Ist er heute früh auf und so hab ich ihn noch nie gesehen. Eiskalt, emotionslos. Dann is er zu den Kindern zum Frühsrtücktisch, hat die kleine gedrückt und Küsschen verteilt, den großen (7J) hat er nicht mal angesehen, kein Wort gesagt. Der hat dann schrecklich geweint obwohl er dann gleich zur Schule musst. Dann bin ich hinterher und er is völlig ausgetickt, dass der Junge mal nachdenken soll was er sagt etc.. dann is er nochmal zurück hat sich was geholt und gesagt "behalte dein blödes Haus ich bin weg".
Vielleicht mal zur Einschätzung, das, was dein Sohn sagt, ist etwas, was unter Geschwistern passiert. Meine Kinder sind schon größer und ich kenne das auch aus anderen Familien, da fallen manchmal solche Worte und in der Ausdrucksweise kann das mitunter bei älteren Kindern noch ganz anders klingen. Dein Mann reagiert völlig überzogen.
Und mir kam gerade der Gedanke, nimm gerade den Drive mit, den du hast, es ist jetzt ausgesprochen, lass dich nicht bei nächster Gelegenheit einlullen, sondern es ist jetzt ausgesprochen. Du schaffst das und das, was du beschreibst, ist ja unerträglich. Es kann doch nur besser werden!
Liebe Wichtelmama,
ich kann das nachvollziehen, was du schreibst, aber die Trennung und der Auszug waren richtig. Es braucht nur alles Zeit, es ist nicht von heute auf morgen dann alles gut.
Dieses ambivalente Gefühl in den Kindern wird auch noch länger bestehen bleiben, jedes Kind geht auf seine Art damit um, nimmt auch eine andere Rolle im Familiensystem ein.
Gib dir und den Kindern Zeit. Und ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, wenn ihr als Eltern gemeinsam Aktivitäten mit den Kindern macht. Da keimt dann ja auch immer mal wieder Hoffnung bei den Kindern auf, dass es noch mal was mit euch als Eltern wird. Bei uns sind Aktivitäten nur dann gemeinsam, wenn es erforderlich ist, also, von außen vorgegeben.
Liebe Grüße
Matilda