Hallo Rosa,
ich bin seit fast 3 Jahren getrennt, habe 3 Kinder und mein Ex-Mann trinkt auch weiterhin.
Es ist halt so, dass mir die Trennung einen Scheißdreck bringt, weil sie nicht das löst, was das eigentliche Problem ist. Ich hab kein Vertrauen mehr und ich hab durchgehend Angst, dass was passiert. Ob wir zusammen sind oder nicht, ich muss mich ja trotzdem auf ihn verlassen können, weil wir Kinder haben, die ihren Vater auch sehr lieben und ihn sehen wollen. Aber wenn ich mit ihm z.b. Tage vorher ausmache, er soll die Kinder freitags abholen und hat donnerstags einen Rückfall, habe ich überhaupt nix gewonnen mit meiner Trennung. Wenn du dazu einen Rat hättest, wäre ich sehr dankbar, ich bin nämlich ratlos.
Die Trennung bringt dir und den Kindern sehr viel, weil ihr dann nicht mehr mit einem nassen Alkoholiker unter einem Dach lebt. Das Vertrauensproblem kann nicht einfach so gelöst werden. Mein Ex-Mann ist nur mittelmäßig zuverlässig, hat sich etwas gebessert, da wir auch Vereinbarungen übers Jugendamt haben. Er trinkt weiterhin, scheinbar weniger, wenn die Kinder bei ihm sind. Meine Kinder sind nicht mehr so ganz klein, alle jetzt auf der weiterführenden Schule. Sie wollen ihn einerseits gern sehen andererseits wissen sie um die Alkoholerkrankung. Ich habe mit ihnen einen Notfallplan und generell müssen sie auch nicht gehen, wenn sie nicht möchten. Aktuell geht ein Kind fast gar nicht, hatte das auch schon bei den anderen.
Die Kommunikation seitens Therapeutinnen und Jugendamt ist so, dass die Kinder Kontakt zu ihm haben sollten und ich quasi das mitnehmen soll, was möglich ist, um Entlastung zu haben. Aber es ist allen klar, dass er nur bedingt zuverlässig ist.
Wenn dein Ex-Mann nass ist, ist es ja kein Rückfall, sondern er trinkt ja sowieso. Lass dich am besten beraten, welche Möglichkeiten du hast. Du hattest geschrieben, dass dein Sohn traumatisiert sei. Dann kümmere dich um Hilfe für ihn. Und ja, alleinerziehend ist es eine andere Organisation. Ich habe auch noch andere Themen mit meinen Kindern, die unseren Alltag bestimmen, ich könnte z.B. gar nicht bis 16 Uhr arbeiten. Da finden sich aber sicher Lösungen. Und aktuell haben wir auch noch ein gutes soziales Auffangnetz, wodurch man finanzielle Unterstützung erfährt, wenn man Arbeit reduzieren muss und deswegen weniger Geld hat.