Beiträge von MatildaWormwood

    Den Schaden zu begrenzen. Scham ist ein große Faktor, warum mir das passiert ist. Das Selbstwertgefühl war bei mir gering und ich fühlte mich immer abgewerteter, wertloser. Ich hatte Angst vor Veränderungen. Die Schuld, die er mir einredete nahm ich an. Hilflosigkeit. Ich kann ihn doch nicht im Stich lassen. Was soll er ohne mich machen, er hat doch niemanden.

    Das, was Aurora schreibt, kann ich so bestätigen und ist auch meine Antwort auf deine Frage, warum ich nicht mehr darüber gesprochen habe.

    Dann kommt ja hinzu, dass da auch innerfamiliär zwischen den beiden Dinge passieren, von denen du nichts weißt.

    Hallo Cocotac,

    ich bin selbst Co gewesen. Ich kann beide Seiten verstehen. Ich kann dir mal aus meiner Erfahrung berichten.

    Lange Zeit habe ich über den Alkoholimus meines Ex-Mannes nicht gesprochen. Vor etwa 11 Jahren gab es eine Phase, in der ich es gegenüber seiner Schwester thematisiert habe und gegenüber einer Freundin, deren Mann ebenfalls alkoholkrank ist. Wir haben Kinder im gleichen Alter und sie hat irgendwann das Gespräch gesucht und kannte meinen Mann auch schon seit dem Studium. Es lief darauf hinaus, dass ich einige Monate später mit dem dritten Kind schwanger geworden bin, sie hat sich knapp 2 Jahre später getrennt. Ich habe dann lange mit niemandem drüber gesprochen, weil ich mich nicht getraut habe bzw. hin und wieder habe ich das Gespräch mit meiner Schwägerin gesucht und auch mit 2 gemeinsamen Freunden. Die haben aber immer versucht, mich zu beruhigen. Ich hätte mir oft gewünscht, dass jemand so mit mir redet wie du mit deiner Freundin. Ich fühlte mich sehr allein damit, gegenüber der Freundin habe ich mich geschämt, wäre aber nie in den Kontsktabbruch gegangen.

    Es gab aber in dem Freundeskreis meines Ex-Mannes einen weiteren alkoholkranken Freund, mit dessen Frau ich befreundet war. Seitdem ich mich getrennt habe, meidet sie jeglichen Kobtakt zu mir. Sie wollte mich damals dazu überreden, dass ich eine Paartherapie mit meinem Ex-Mann anstrebe. Ich habe ihr damals sehr deutlich gesagt, dass ich das nicht für zielführend halte, solange er weiter trinkt. Da hat sie schon auf Distanz gegangen. Sie selbst leidet unter schweren Depressionen und ihre Therapeutin riet er schon vor 4 Jahren zur Trennung mit den Worten "packen Sie ihre Koffer und ihre Kinder und nehmen Sie die Beine in die Hand". Auch zu einem Klinikaufenthalt wurde ihr geraten, den sie aber wegen der Kinder abgelehnt hat. Sie ist immer noch mit ihrem Mann zusammen, der auch weiterhin trinkt.

    Sie selbst muss soweit sein, dass sie gehen möchte. Zurzeit sieht es für mich eher so aus, als wenn sie ihre Familie unbedingt zusammenhalten möchte. Da kannst du auch nicht viel für sie tun.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich hab Angst… er ist ja tagsüber für die Kids da… ich hab keine Beweise für seinen Alkoholkonsum.., klar viele wissen dass er gern trinkt aber dass es soviel ist weiß keiner. Ich habe Angst - ich hab ja nichts. Wenn ich ausziehe muss ich mir eine kleine Wohnung suchen die ich irgendwie bezahlen kann… was wenn die Kinder bei ihm bleiben sollen. Ich kann sie nicht bei ihm lassen. Ich hab Angst und weiß nicht was ich tun soll… Ich will mich trennen und dann wieder doch nicht… Ich denke alles wird gut und dann wird wieder nichts gut…

    Liebe Kicky,

    erst einmal schließe ich mich den anderen an. Geh zu den Beratungsstellen, da bekommst du auch Hilfe. Er kann dir nicht einfach die Kinder wegnehmen. Und es ist ganz wichtig, dass du jetzt ins Handeln kommst.

    Wovor hast du denn genau Angst? Das wäre gerade auch wichtig zu sortieren. Wenn es finanzielle Sorgen sind, gibt es hier ja zumindest ein Sozialsystem, das auffängt, auch wenn es dann zunächst sehr wenig ist.

    Wenn du Angst vor ihm hast, vielleicht auch davor, dass er auch gewalttätig werden könnte, dann musst du dir dringend Hilfe suchen. Hast du jemanden, bei dem du unterkommen könntest?

    Die Frage ist aber ob ich bereit bin damit zu leben ? Sehr schwierig.

    Mir hat die Suchtberatung sehr geholfen. Ich bin damals dahingegangen und wusste eigentlich schon vorher, dass es nur zwei mögliche Wege gibt, entweder er wird trocken oder ich trenne mich. Für mich war diese Beratung wichtig, weil ich jemanden hatte, der mir zuhört und mir gesagt hat, dass meine Wahrnehmung nicht falsch ist. Und hätte ich nicht jemanden gehabt, zu dem ich regelmäßig hingehe - wie so eine Art höhere Instanz, dann hätte ich wahrscheinlich noch ein paar Karussellrunden gedreht.

    Du bist in einer Selbsthilfegruppe, die rund um die Uhr geöffnet ist. Wenn du denkst, dass du weitere Hilfe brauchst, ist das völlig in Ordnung.

    Wurde ja schon geschrieben 😉

    Ich selbst habe wirklich von der Suchtberatung für Angehörige bei der Caritas profitiert. Ich hatte eine ganz tolle Ansprechpartnerin. Es tat mir gut, dass mir jemand zugehört hat. Es war eine Einzelberatung und damit war auch einfach Raum für mich. Ich war da dann eine Zeitlang regelmäßig alle paar Wochen, mir tat dieses Feedback gut. Sie hat mir tatsächlich mal gesagt: "Frau xy, Sie lassen sich schon wieder einlullen." Und sowas braucht es und auch den Austausch hier.

    Also, was die Suchtberatung, z.B. von der Caritas, angeht, kenne ich das so, dass es ganztägig Termine gibt. Anders wundert mich das eher. Hast du vielleicht nach Selbsthilfegruppen geschaut?

    Mir hat die Suchtberatung sehr geholfen. Da war endlich jemand, der mir zugehört hat. Und ich habe mich einer guten Freundin anvertraut, die schon eine Trennung hinter sich hatte und nicht versucht hat, mir mein Familienleben schön zu reden. Das war ganz wichtig, weil sie mir Mut gemacht hat. Es gab eine andere Freundin, die ich damit getriggert habe, weil sie selbst in der gleichen Situation war und schon eine schwere Depression hatte. Sie hat nach der Trennung jeglichen Kontakt zu mir abgebrochen und ist bis heute noch in der Beziehung.

    Liebe Kicky,

    willkommen im Forum.

    Wo fängt man an, wie klappt es finanziell und was ist wenn die Kinder beim Vater sind. Ich hab ja keine ruhige Minute wenn die Kids ein Wochenende bei ihm alleine wären. Es ist schon viel vorgefallen… vom Polizeieinsatz, Treppensturz usw. Aber wie gesagt tagsüber ist alles gut, er macht viel mit den Kindern, treibt sehr viel Sport - kein Ausstehender würde das vermuten… er ist eigentlich so ein toller Papa… er hat auch selten einen „Kater“ … übertreib ich vielleicht doch? Ich könnte noch ewig weiterschreiben weil es soviel dazu zu sagen gibt. Reden mag er mit mir nicht - ich übertreibe und nerve … deswegen braucht er auch Bier …

    Diese Gedanken kenne ich so gut. Mein Ex-Mann stand auch nach Wein riechend vor mir und hat behauptet nichts getrunken zu haben. Und er wirkte nach außenhin auch so toll, hat im Sportverein Kinder trainiert, ist anfangs auch noch viel gelaufen (Marathon). Was den Kater angeht, wenn man den bei der Menge Bier, die du oben schilderst nicht hat, wundert mich das sehr (sofern man nur gelegentlich trinkt). Das ist ja einfach einfach eine Gewöhnungssache. Lass dir nicht einreden, dass was mit deiner Wahrnehmung nicht stimmt.

    Hast du dich denn jemandem anvertraut? Familie oder Freunden? Oder warst mal bei der Suchtberatung für Angehörige?

    Mehr bist du dir selbst nicht wert? Mehr ist dir die Psyche deines Kindes nicht wert?

    Ich schließe mich an. Ich habe selbst lange danach geschaut, wie ich selbst mit der Krankheit meines Ex-Mannes klarkomme, weil ich dachte, dass es gut ist, wenn die Kinder Vater und Mutter haben. Das, was das mit den Kindern gemacht hat, sehe ich erst seit der Trennung. Eines meiner Kinder meinte neulich zu mir "Mama, ich habe die ganze Zeit gesehen, dass der Papa Bier trinkt. Da stand ja immer das Bier offen rum. Ich dachte, das wäre normal, bis du uns gesagt hast, dass er krank ist und dass das eben nicht normal ist." Und selbst wenn alles andere sonst "gut" ist, ist es sehr fraglich, wenn Kinder damit aufwachsen, dass der tägliche Alkoholkonsum normal ist. Meine Kinder sind übrigens auch alle in Therapie.

    Hallo Thess,

    ich schließe mich da jetzt einfach mal den Beiträgen von Sonnenschein CoA und Lanananana an. Und mich dir einen anderen Gedanken auch mitgeben:

    Du schriebst oben, dass ihr drei Kinder habt und du nicht möchtest, dass sie nicht die gleichen Erfahrungen machen müssen wie du. In welchem Alter sind denn deine Kinder und was bekommen sie vom Alkohol mit?

    Ich habe mich selbst lange an den wenigen schönen und guten Momenten festgeklammert und verdrängt, dass den größten Teil der Zeit alles einfach nur furchtbar ist, ich mich mit meinen Kindern nur als Last in seinem Leben fühle und der Alkohol schon längst sein bester Freund war. Es war überhaupt nichts gut, aber ich konnte es einfach nicht sehen und vielleicht auch einfach nicht wahrhaben, weil ich irgendwie an einer gesellschaftlichen Vorstellung von Familie gehangen habe.

    Zur Grübelei: Du wirst immer wieder das Gedankenkarussell haben, wenn du gedanklich bei deinem Mann bist, wie du mit ihm reden könntest, damit er dich versteht etc. Schlussendlich musst du dahin kommen, dass du dir selbst hilfst.

    Liebe Grüße

    Oje, da bekomm ich gerade Angst.

    Meiner trinkt ja angeblich auch nichts wenn die Kinder bei ihm sind.

    Haben denn die Kinder die gegenüber mal was erwähnt?

    Was hast du für Hilfe für deine Kinder?

    Ich habe ja oben beschrieben, Therapie und Gruppen von Beratungsstellen (Caritas, Diakonie, AWO sind z.B. Anbieter). Da das hier der offene Bereich ist, möchte ich zum Thema Therapie nichts Näheres schreiben. Und natürlich macht es was mit den Kindern, das kann man ja hier sehr eindrücklich bei den EKA lesen.

    Mein Ex-Mann hat nie einen Entzug, eine Therapie oder irgendwas in der Form gemacht. Zu glauben, dass er es schafft, nichts zu trinken, wenn die Kinder bei ihm sind, wäre mal als blauäugig. Alkoholkrank ist er wohl seit mindestens 20 Jahren, er hat es in unserer Beziehung die letzten Jahre nicht geschafft, mehr als 24 Stunden nichts zu trinken. Er hat auch getrunken, wenn er mit den Kindern allein war, als sie ganz klein waren, wenn ich beispielsweise bei einem Elternabend war. Da muss ich mir ja wirklich selbst die Frage stellen, warum ich annehmen sollte, dass sich das auf einmal ändert. Sicherlich reißt er sich mehr zusammen, wenn die Kinder bei ihm sind, trinkt, wenn sie schlafen, aber grundlegend ändert es ja nichts an der Erkrankung. Das ist jetzt natürlich nur das, was ich über meinen Ex-Mann sagen, das soll nicht verallgemeinernd sein.

    Ich frage die Kinder nicht nach dem Alkoholkonsum ihres Vaters, sie wissen von der Krankheit, sie erzählen mir, dass sie die Flaschen bei ihm sehen, dass er, wenn er gestresst ist, in die Küche geht. Er rieche nach Alkohol. Wir haben diesen Notfallplan, gerade weigert sich auch ein Kind seit Wochen überhaupt zum Vater zu gehen.

    Ich finde auch, dass sich das nach einer ganz wunderbaren Möglichkeit liest. Vielleicht könntest du ja eine Freundin mitnehmen zu dem Termin, einfach als Unterstützung, dass du diesen Schritt wirklich machst?

    Du warst ja auch schon bei verschiedenen Stellen, oder? Hast du ganz offen über deine Sorgen, die seine Sucht im Umgang mit den Kindern betreffen, gesprochen?

    Ich hatte hier auch schon mal ein Kindersachbuch zum Thema Alkoholsucht empfohlen, das heißt " Flaschenpost nach irgendwo" . Da stehen Tipps zum Thema Notfallplan in der Umgangszeit mit dem suchtkranken Elternteil drin, aber auch etwas zu Kindergruppen aus suchtkranken Familie. Eines meiner Kinder ist in so einer Gruppe und ein anderes in einer Gruppe für Jugendliche aus belasteten Familien. Vor allem meinem großen Kind gibt es Halt und es fühlt sich nicht allein mit seinen Sorgen. Seine Freunde kommen eher aus der zumindest nach außen "heilen Familienwelt". Wenn du von deinem Sohn schreibst, habe ich den Eindruck, dass es ihn sehr belastet und ich kann mich auch daran erinnern, dass du ganz am Anfang mal eine sehr verbal verletzende Äußerung durch deinen Exmann beschrieben hast.

    Meine Kinder haben noch andere "Baustellen", wodurch sie in Therapie sind, und hier kommt gerade was in Bewegung, weil sie Menschen außerhalb des Familiensystems haben, mit denen sie sprechen können. Dabei ist jetzt z.B. aufgeflogen, dass mein Ex-Mann trinkt, wenn die Kinder bei ihm sind, obwohl er gegenüber Therapeuten explizit gesagt hat, als ich daneben saß, dass er es nicht tut. In diesem Termin bin ich innerlich an die Decke gegangen, habe aber nichts gesagt, weil es explizit um unser Kind ging und ich mich darauf fokussiert habe.

    Sind die Kinder denn dieses Wochenende bei ihm? Vielleicht kannst du ihn mal ganz konkret fragen, ob er sich nach seinem Krankenhausaufenthalt gesundheitlich in der Lage sieht, die Kinder schon wieder zu betreuen? Und das im Idealfall schriftlich.

    Ich möchte dich wirklich ermutigen, für deine Kinder Hilfen zu holen. Auch wenn es für uns als Ex-Partner*innen schwer ist, sind wir ja der Sucht nicht mehr so ausgesetzt wie die Kinder im Umgang mit dem kranken Elternteil. Und ich merke einfach bei meinen Kindern, die älter sind als deine, dass sie auf gewisse Art und Weise beim anderen Elternteil ständig im Alarmmodus sind, insbesondere wenn Konflikte zwischen den Geschwistern auftreten, die den Vater sehr stressen.

    Ich habe nach all der Zeit nichts vermisst. Außer mein Zuhause. Erstmal. Und unter einer Decke mit ihm konnte ich schon lange nicht mehr liegen. Ich war ziemlich kaputt und erschöpft von den vergangenen Jahren.

    Ich schließe mich da an. Ich war sehr froh, dass ich endlich den Schritt geschafft habe. Und wir waren knapp 10 Jahre verheiratet. Dafür merke ich jetzt noch die Erschõpfung und mein Nervensystem.

    Ich mag aber keine Verallgemeinerungen und pauschale Zuschreibungen über Cos insgesamt. Die außerdem längst wiederlegt wurden. Es gibt genauso wenig eine Co-Persönlichkeit, wie es eine Alkoholiker-Persönlichkeit gibt. Und ich will mir das auch nicht einreden lassen.

    Ich persönlich finde es schwierig von Persönlichkeiten dabei zu sprechen und stimme dir da zu. Es gibt Symptome einer Alkoholerkrankung und es gibt Verhaltensmuster von Cos, die können bei jeder einzelnen Person in ihrer Ausprägung variieren, aber das sind ja keine Persönlichkeitsmerkmale. Ich denke aber, dass Persönlichkeit und Symptome/Verhaltensmuster sich gegenseitig beeinflussen. Manchmal frage ich mich bei meinem Ex (er war bereits Alkoholiker, als ich ihn kennengelernt habe, mir war das aber nicht bewusst), was Persönlichkeit und was Sucht ist. Ich beschäftige mich aber nicht aktiv damit, da es im Endeffekt für meinen Alltag mit den Kindern und die Frage nach dem Kindeswohl egal ist, was es von beidem ist, wenn es schädlich ist. Ab und an ploppt da nur mal ein Fragezeichen bei mir auf.

    Wenn ich jemandem die Schuld zuschiebe, hab ich ja die Verantwortung schon abgegeben. Und im nassen Kopf ist auch nicht viel Spielraum oder sagen wir mal die Denkweise sehr begrenzt.

    Ja, das ist so. Und das erschwert die Kommunikation sehr, wenn die eine Person in der Opferrolle bleibt. Gilt ja auch umgekehrt, wenn der Alkoholiker die Verantwortung übernimmt und Co aber in der Opferrolle verharrt. Ich würde auch rückblickend sagen, dass die Beziehung gescheitert wäre, wenn mein Ex trocken geworden wäre - zu viel Vertrauen bereits zerstört und es war auch keine Liebe mehr; also, jeglicher Basis fehlte.

    Der entscheidende Punkt ist nicht Schuld, sondern Verantwortung. Meine Verantwortung war es, meine Sucht zu stoppen.

    Da stimme ich dir zu und beim Co liegt die Verantwortung zu erkennen, dass durch das eigene Verhalten das System mitgetragen wird und sich daraus zu lösen. Bei mir ist es ja so, dass mein Ex weiterhin trinkt und ich in seinen Augen die Schuld daran trage, dass es ihm so schlecht geht. Fühlt sich recht wohl in seiner Opferrolle, noch sehr weit entfernt von der Verantwortung.

    Er hat nur gesagt, dann musst du die Scheidungspapiere auf den Tisch legen, ich mache das nicht. Und da habe ich gerade soo eine Hemmschwelle. Ich weiß nicht warum! Es hat mich bis hier hin soo viel Kraft gekostet und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich das nicht hinbekomme, meine Anwältin anzurufen und ihm die Unterlagen hinzulegen. Ich sehe da die ganzen Gerichtsverhandlungen, die Streiterein etc vor mir und manchmal denke ich mir, ich habe für diesen Kampf nicht mehr die Kraft. Oder ist e die Angst, dass es dann wirklich final so ist? Kennt das jemand? Diese Angst vor diesem Schritt?

    Liebe Releasme,

    du brauchst ihm gar nichts vorlegen, die Anwältin kann ihm das zuschicken. Und wenn ich mich recht erinnere, geht es auch nur um die Bestätigung des Trennungstermins. Am einfachsten wäre es, du würdest dich ummelden, zu deinen Eltern, falls das nicht schon geschehen ist. Oder irgendein Nachweis, dass du nun da erstmal wohnst, damit einfach das Datum der Trennung fix ist. Und die Scheidung kann ja sowieso erst 6 Wochen vor Ablauf des Trennungsjahrs eingereicht werden. Ich habe den Eindruck, der stellt sich das so schön dramatisch vor wie in einem US-amerikanischen Scheidungsdrama.

    Wegen der Kinder würde ich die Beratungsstellen nutzen, also, für Eltern, Kinder und Jugendliche. Die gibt es z.B. von der Caritas, AWO oder Diakonie. Du kannst dich auch ans Jugendamt wenden, da könnt ihr auch eine Elternvereinbarung treffen.