Beiträge von MatildaWormwood

    Hallo Laura,

    Er meinte nur er möchte jetzt eine ganze Weile nicht mehr trinken und dann wieder normal trinken wie ein gesunder Mensch. Ich habe zu ihm gesagt das geht nicht, er hat gesagt doch das kann er ist eine Frage des Willens und der wäre bei ihm stark. Aber jetzt möchte er erst mal ganz lange nüchtern bleiben.

    das ist doch ein Rückfall mit Ansage und "ganz lange" und "eine ganze Weile" sind sehr dehnbar in ihrer Definition und es kommt auf die Perspektive an.

    Hallo Snowman,


    es tut mir leid, dass es dir so geht. Ich habe den Vater meiner Kinder vor mehr als einem Jahr verlassen und ich kann dir sagen, dass es bei den Kindern Spuren hinterlassen hat. Such dir Hilfe beim Jugendamt oder bei Beratungsstellen, es gibt so viele Möglichkeiten.

    Was würde ich mir wünschen, dass es bei meiner Frau auch "klick" macht.

    Das ist genau der Punkt, es ist und bleibt ein Wunsch. Und ob dies überhaupt jemals passieren wird, weiß niemand. Du hast aber die Chance, dein Leben so zu leben, wie du es möchtest. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich der Alltag bei euch anfühlt. Vielleicht hilft es dir, dir mal auszumalen, wie du dir das Leben vorstellst und was deine Wünsche an einen schönen Abend sind. Diese Abende gibt es sogar, aber nicht mit einem nassen Alkoholiker oder einer nassen Alkoholikerin.

    Eine Freundin und ich haben neulich festgestellt, mit wie wenig wir uns "zufrieden" gegeben haben und darunter innerlich schmerzvoll gelitten haben. Das Leben kann schön sein, man muss nur manchmal eine Tür schließen und dann öffnet sich eine neue.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Er ruft nicht um Hilfe, er möchte keine. Er redet nur einfach gerne mit mir aber selbst das geht nicht mehr weil er nur lallt.

    Du hast übrigens auch das Recht zu sagen, dass du nicht mit ihm reden willst, falls du das nicht willst.

    Und mal ganz ehrlich, wenn mich jemand, egal wer, völlig betrunken anruft und lallt, würde ich auch wieder auflegen, wenn nicht daraus hervorgeht, dass diese Person explizit um Hilfe bittet.

    Liebe Laura,

    er ist ein erwachsener Mann, der Verantwortung für sich selbst trägt. Es ist seine Sache, wie er sein Leben gestaltet. Du trägst Verantwortung für dich und dein Kind, das ist schon genug.

    Ich weise mittlerweile konsequent jede Verantwortung für andere Erwachsene von mir und kommuniziere dies deutlich. Die emotionale Last, die ich für mich und meine Kinder tragen muss, ist schon groß genug.

    Grenzen setzen ist anstrengend, aber es lohnt sich. Hast du gute Freundinnen oder Freunde? Mir helfen oft diejenigen, die in ähnlichen Lebenssituationen stecken oder steckten und ebenfalls ihren Weg gehen und Verantwortung übernehmen, einfach weil sie ein ähnliches Mindset haben.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Ratlos24,

    Ich finde nicht die richtigen Worte. Wenn ich ihm sage, dass ich dieses Auf- und An wegen des Trinkens nicht mehr ertrage, versteht er es nicht, weil er ja nicht anders trinkt als andere.

    Die Frage ist, ob du die richtigen Worte finden musst. Du kannst doch "einfach" sagen, dass du dich trennst. Fertig, aus! Erklärungen gab es genug, verstehen will er es nicht. Die Frage ist auch, ob er es verstehen muss.

    Wenn ich es richtig verstehe, habt ihr ja auch gemeinsamen Kinder, keine Wohnung etc, die nach der Trennung zwanghaft weiter für Kontakt sorgen. Wenn er die Trennung nicht akzeptieren will, konsequentes Blockieren auf allen Kanälen.

    Im Prinzip geht es doch nur um Akzeptanz deiner Entscheidung.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Reike,

    ich kann da auch nur zustimmen. Im Kopf kann noch so viel passieren, es kommt auf das Handeln an.

    Ich weiß, dass ich mich jetzt zu hart anhöre, aber ich finde es immer so wahnsinnig schade, dass Angehörige warten und warten und warten, während der Alkoholiker ihnen vermittelt, es würde sich etwas tun.

    Es hört sich hart an, wenn man in der Situation ist und überlegt, was man tun soll. Aber es ist nicht hart, sondern es ist einfach die Wahrheit. Ich weiß noch, dass ich es hier ganz am Anfang auch manchmal als hart empfunden habe, was ihr geschrieben habt. Aber ihr habt mir den letzten Schubs gegeben, dass ich mich getrennt habe. Das war wichtig! An der Seite eines nassen Alkoholikers kann man nicht glücklich sein. Helfen kann ich nur mir selbst (und Kindern), alle anderen Erwachsenen tragen für sich selbst die Verantwortung. Wenn eine Person trinken will, dann trinkt sie. Ich kann aber entscheiden, ob ich mein Leben an der Seite dieser Person verbringen möchte. Auch wenn zunächst ein Lebenstraum zerplatzt, hält das Leben aber auch noch andere Dinge bereit.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich muss hierzu mal was sagen:

    Gestern,als ich meine Tochter von der Schule abgeholt habe, habe ich eine bekannte Mutter mit ihren Kindern gesehen - ich kenne die Familie - die sehen so glücklich und normal aus, haben auch eigene Wohnungen ( auch in unserer Top-Location ), tolle Kinder, gut und ruhig aussehender Papa....

    Diese Familien mag es geben, ABER was hinter der Fassade geschieht, sieht man nicht. Und es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen. Es tut weh zu realisieren, dass der eigene Lebensplan nicht aufgeht, aber es gibt nicht nur einen vorherbestimmten Weg zum Glück. Und auch wenn es jetzt hart ist, kommen die guten Tage wieder und werden immer zahlreicher.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Das trocken , abstinent bleiben, das ist Sache des Einzelnen. Und bei vielen hat’s geschnackelt.

    Vielleicht muss man aber auch sagen, dass die, die hier im Forum und in den Gruppen sind, aber ja nicht alle sind. Hier sind die trockenen Alkoholiker. Aber viele kommen nie an den Punkt, dass sie etwas ändern. Und die Suchtgeschichten in meiner analogen Welt (Freunde, Bekannte, Kollegen, Familie, mit denen ich darüber spreche und die wiederum ihre Geschichten erzählen) enden in den wenigsten Fällen mit Abstinenz.

    Hallo Summersun,

    ich habe mich hier ein bisschen durchgelesen. Das, was du schilderst, habe ich auch genauso erlebt. Du musst bedenken (Hartmut schrieb das damals bei mir), dass neben der Alkoholproblematik ja auch immer noch der Mensch vorhanden ist, der einfach durch die Trennung verletzt ist. Da spielen ja verschiedene Faktoren mit rein.

    Ob sich was ändern wird oder nicht, wird sich zeigen, aber bleib bei deiner Entscheidung. Bei dir und anderen ist dieser Trennungsprozess ja auch noch frisch. Mir ist erst Wochen nach der Trennung und vor allem dann endlich räumlichen Trennung bewusst geworden, dass es schon lange keine Liebe mehr war, sondern ein Klammern an der Vorstellung, die man von Familie und Liebe hat und der Wunsch nach Familie, die man so aber nie ist.

    Es braucht alles seine Zeit, wichtig ist, weiter vorwärts zu gehen, auch wenn es manchmal schwer ist und Trauer gehört auch dazu.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe summersun,

    auch wenn es weh tut, gehst du den richtigen Weg. Der Vater meiner Kinder ist bis heute nicht einsichtig, meine Kinder sind mittlerweile auf der weiterführenden Schule, mein Jüngstes in der 3.Klasse. Rückblickend wünschte ich, ich hätte mir eher Hilfe geholt und den Mut gehabt, einfach zu gehen.

    Wenn er nicht bereit ist, trocken zu werden, wird leider nichts passieren. Es ist seine Krankheit und du kannst nur schauen, dass es dir und deinem Kind gut geht. Er ist für sich selbst verantwortlich.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Franzi,

    schau doch mal, ob es bei euch auch Gruppen für Kinder mit Sucht kranken Eltern gibt, bei uns bietet die Caritas sowas an.

    Wissen deine Kinder oder zumindest dein älteres Kind, ob der Papa trinkt. Das kann man auch kindgerecht erklären, da gibt es auch Bücher zu dem Thema. Als ich meinen Kindern erklärt habe, dass der Papa krank ist, war mein jüngstes Kind auch erst 7, hat die Problematik aber verstanden. Ich weiß, dass es welche gibt, die das vielleicht übergriffig finden, aber ich finde in der Situation, wo der suchtkranke Elternteil nichts in Richtung Trockenwerden unternimmt, ist es für die Kinder auch wichtig zu verstehen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Becca,

    ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Meine 3 Kinder sind jetzt schon ein ganzes Stück größer und ich habe mich Ende letzten Jahres erst nach fast 13 Jahren Beziehung getrennt.

    Ich habe in der Vergangenheit sooft darüber nachgedacht, ihn zu verlassen, und meinte, es wegen der Kinder nicht zu können. Aber das war ein Irrtum, gerade wegen ihnen hätte ich eher gehen müssen. Im Nachhinein wird mir bewusst, wie viele Situationen es gab, in denen ich bereits Zweifel hatte. Ich habe sogar kurz vor der Hochzeit überlegt, ob das Lles so richtig ist, aber habe den Gedanken verworfen. Da wäre ich dann alleinerziehend mit einem Baby gewesen. An manchen Tagen frage ich mich, warum ich diesen Schritt nicht gegangen bin, auch wenn ich meine anderen beiden Kinder liebe und sie nicht missen möchte, aber vieles wäre für mich leichter gewesen.

    Ich schreibe das, weil ich rauslese, wie du kämpfst. Die Situation wird sich nicht verbessern, wenn er nicht plötzlich was ändern sollte.

    Du liest hier von vielen Co-Abhängigen, die sehr lange beim/bei der Partner/in geblieben sind. Vielen von uns tut es um die verlorenen Jahre leid, in denen wir unglücklich waren und gehofft haben, dass sich irgendetwas ändert. Du hast das Recht, glücklich zu sein, und gleichzeitig musst du die Kinder schützen. Du kannst warten, dass sich ganz vielleicht was ändert, oder du kannst für dich selbst eine Veränderung schaffen, dass es dir wieder gut geht.

    Meine Kinder leiden natürlich einerseits unter der Trennung, aber mein Großer sagt andererseits ganz klar und deutlich, dass er froh ist, dass wir nicht mehr zusammen sind. Die Kinder fragen auch ab und an, warum ich mich nicht schon eher getrennt habe.

    Ich weiß, dass es ganz schwer fällt, den Mut zu haben, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, aber du sagst ja, dass es im Prinzip nur den einen Weg gibt.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich habe den WhatsApp Chat mit meinem Ex als "gesperrt" eingestellt. So lese ich Nachrichten von ihm nicht sofort und bekomme auch keine Vorschau vom Text.

    Ich habe tatsächlich sogar den WhatsApp-Kontakt blockiert, wir kommunizieren nur noch per Email bzw. Telefon und das auch nur zu bestimmten Zeiten. Das hat die gesamte Lage sehr entspannt. Zu dem Blockieren hat mir mein Anwalt auch geraten.

    Guten Morgen,

    Mich würden andere Erfahrungen und Meinungen interessieren. Kann man von Freunden und Familie eine klare Position einfordern?

    Ich schließe mich den anderen an. Du hast deine Position, du kannst für dich Grenzen setzen. Das sind aber nicht die gleichen Grenzen und Positionen, die die anderen Menschen haben müssen. Anfang des Jahres war ich in Kur und da wurde auch das Thema "Grenzen setzen" besprochen. Was ich daraus mitgenommen habe, ist, dass ich Grenzen setzen kann, die mein Gegenüber akzeptieren sollte. ABER ich kann nicht erwarten, dass mein Gegenüber diese Grenzen teilt oder Verständnis dafür hat. Man braucht sich auch nicht erklären oder rechtfertigen für seine Grenzen, sondern einfach klar kommunizieren.

    Je nachdem, welche Beziehung man zu der alkoholkranken Person hat, setzt man Grenzen auch anders. Der Vater meiner Kinder ist alkoholkrank, ich habe aber auch einen guten Freund, der alkoholkrank ist. Aufgrund der räumlichen Entfernung, die wir seit einigen Jahren haben, habe ich nur periphär mit seiner Suchterkrankung zu tun. Da kann ich mich klar von abgrenzen, es ist nicht mein Thema. Er ist aber trotzdem ein guter Freund, mit dem ich gute Gespräche führen kann. Er hat trotz seiner eigenen Alkoholproblematik, der er sich bewusst ist (aber hat keinerlei Ambitionen, trocken zu werden), Verständnis für mein Handeln, sagt mir, dass ich das Richtige mache etc.

    Diese Freundschaft funktioniert nur, weil ich seinen Alltag nicht mehr mitbekomme. Früher, vor fast 20 Jahren, stand mal im Raum, ob wir gemeinsam in einer WG wohnen, das habe ich damals konsequent abgelehnt, weil damals schon die Problematik da war. Ich habe im Prinzip einen klaren Standpunkt gegenüber seines Alkoholkonsums, aber es ist eben nicht meine Baustelle. Ich bin durch seinen Alkoholkonsum in meinem Leben und meiner Gesundheit nicht eingeschränkt, ich glaube, das macht den großen Unterschied.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Guten Morgen Suse,

    bitte suche dir Hilfe (Suchtberatung, Jugendamt, Hausarzt, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien etc.) und vor allem lass dich rechtlich beraten. Wenn er sich dermaßen betrinkt, wenn er mit den Kindern allein ist, grenzt das an Kindeswohlgefährdung, insbesondere wenn da noch ein kleines Kind ist. Es gibt viele Anlaufstellen mit Hilfsangeboten. Und dass dein Sohn dich regelrecht anfleht, nach Hause zu kommen, ist ein Hilfeschrei. Mach dir eine Liste, die du langsam abarbeitest, nimm dir zur Not einen Tag Urlaub, um Termine wahrzunehmen. Mir hat es geholfen, meine Chefin einzuweihen, da war ganz viel Verständnis und auch das Angebot, mir freizunehmen, um Termine wahrzunehmen.

    Es hilft nicht, nur Freunde einzuweihen, die können nur bedingt helfen, sie können eine Unterstützung sein, dir vielleicht mal ein Kind abnehmen, dich in den Arm nehmen und für dich dasein, aber um das alles wuppen zu können und da rechtlich nichts falsch zu machen, brauchst du Hilfe von außen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Suse,

    Ich suche am meisten nach Ehen und Beziehungen, die es auch geschafft haben mit der Krankheit ihre Ehe zu erhalten, der nasse A ein trockener A geworden ist. Beide an sich gearbeitet haben. Ist da wer?

    Wenn du dich hier durchs Forum liest, wirst du diese Beziehungen sehr selten finden. Hier aber wahrscheinlich eher als draußen in der realen Welt.

    Du schreibst, dass du dich vor deinem Mann ekelst. Ich kann das voll und ganz verstehen und sage mir manchmal, dass ich, als ich an dem Punkt war, hätte mich mal fragen sollen, wie es so weit gekommen ist. Wenn ich soweit bin, dass ich Ekel empfinde, ist da meiner Meinung nach auch keine Liebe mehr. Ich kann etwas eklig finden, z. B. Wenn sich mein Kind mehrfach übergibt, wenn es krank ist, aber deswegen empfinde ich mein Kind nicht als eklig. Das ist der Unterschied.

    Ich glaube, dass in vielen Beziehungen mit einer suchtkranken Person die Liebe schon längst auf der Strecke geblieben ist, die Coabhängigkeit einen aber festhält, der Wunsch nach einer stabilen Beziehung, die Angst vorm Bröckeln der Fassade, da gibt es zig Gründe. Es ist egal, was alle anderen denken. Ich habe neulich gehört, dass es wohl am alten Wohnort die Runde macht, dass mein Ex trinkt. Es ist mir einfach egal, ich schaue nach vorne, wenn man immer wieder zurückblickt, kommt man nur in Straucheln.

    Liebe Grüße

    Hallo Nutella,

    herzlich willkommen.

    Ich finde es mutig, dass du das durchgezogen hast. Bleib dabei, das ist das Beste, was du für dich und deine Kinder tun kannst. Du hast nicht geschrieben, wie alt sie sind. Ich habe auch drei, das Jüngste in der Grundschule, die anderen beiden bereits auf der weiterführenden. Ich wünsche mir oft, ich hätte eher den Mut gehabt zu gehen. Es wäre hart gewesen mit drei ganz kleinen Kindern, aber das ist es auch jetzt, weil es sie emotional anders mitnimmt und sie bereits mehr von dem Alkoholkonsum und seinen Auswirkungen mitbekommen habe.

    Und ja, das ist jetzt das reale Leben, aber es ist so viel lebenswerter.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Kari,

    ich war in einer ähnlichen Situation, allerdings war es das Haus meiner Schwiegereltern, Schwiegervater alkoholkrank und mein Noch-Ehemann auch, Haus auch in solch einem Zustand. Wir wollten es sanieren und achön machen.

    Ich habe es viel zu lange ausgehalten, 4,5 Jahre. Lange habe ich die Alkoholproblematik verdrängt und habe meinen 3 Kindern und mir damit geschadet. Wenn du eine Wohnung haben kannst, dann zieh um. Tu es dir und deinem Sohn zu Liebe. Deine Eltern sind erwachsen und für sich verantwortlich...

    Liebe Grüße

    Matilda