Liebe Petra,
das kenne ich nur zu gut. Andere Menschen zu beraten.... grins... wenn mir jemand meine eigenen Geschichte erzählen würde, würde ich auch nur den Kopf schütteln und mir denken..mein Gott gehe einfach! Aber deswegen sind wir ja hier.... weil wir auch Abhängig sind.....
Als ich bei der Suchtberatung war, der Typ war wirklich gnadenlos zu mir! aber genau das habe ich gebraucht! Jemand der mir ganz klar sagt was Sache ist, ungeschminkt! Ich weiß noch wie ich heulend da raus bin, ich konnte mich gar nicht mehr beruhigen, aber es hat mir die Augen geöffnet!
Übrigens sitzt mein Mann gerade wieder in der Küche und hat sein erstes Bier aufgemacht.... nur mal so zur Info!
Es sind noch so viele andere Dinge die mich dazu bewegen.... alles was so drum herum passiert, wie man sich selbst verändert.
Ich denke ich muss mich auch selbst hinterfragen.... meinenen eigenen Selbstwert überprüfen. Meine Liebe zu mir Selbst. Ich gehöre eher zu den Menschen die sehr empathisch sind und gerne helfe.
Es gab Phasen, da dachte ich, ich bin irre, ich konnte meinen eigenen Gefühlen nicht mehr vertrauen. Weil egal was du sagst zu deinem Alkoholiker, er wird immer versuchen, dir die Schuld zu geben. Er wird immer versuchen jegliche Gespräche rumzudrehen, das du am Ende dastehst und dich fragst: habe ich überreagiert, bin ich normal, stimmen meine Gefühle und so weiter. Ich dachte manchmal mir wird mein Gehirn gewaschen.
Du bist zu emmotional
Du brauchst Hilfe
Du bist Putzkrank
Stell dich nicht so an
Reflektiere dich mal selbst
oh die Liste ist sooo lang.
Dann habe ich angefangen zum Thema Narzissmus zu recherchieren...
Irgendwann habe ich begriffen, das es absolut keinen Sinn macht mit einem Betrunkenen zu diskutieren. .... wie oft bin ich heulend im Wohnzimmer gesessen und habe mich gefragt ob ich noch normal bin, ob mein Mann nicht doch recht hat....! er hat mir immer das Wort im Mund rumgedreht, mich maipuliert und ich habe mich manipulieren lassen. ich habe begriffen, das ich immer mehr verschwinde, meine eigenen Gefühle und Grenzen nicht mehr wahr nehme und setzte. Mir selbst nicht mehr vertraue. Ich habe angefangen tiefer zu graben... in meiner Vergangenheit.... ich musste immer das große Mädchen sein, habe Verantwortung übernommen als ich noch ziemlich Klein war, auch in der Ehe meiner Eltern... da wurde nie getrunken! Aber immer gestritten und ich war der Prellbock. Ich wurde auf Leistung getrimmt, wenn du was leistest bist du was wert.
Wie hat mein Vater immer gesagt: Mehr Rechte, mehr Pflichten, das war sein Leitsatz! Auch meine eigener hoher Anspruch an mich selbst.... daran muss ich arbeiten, es muss nicht immer alles perfekt sein, das wird mir jeden Tag in meinem eigenen Geschäft vor Augen gehalten 
Was aussen vor sich geht.... wie tief Verstrickungen gehen und wie andere Menschen mit dem großen Finger auf dich zeigen .....
Mein Mann hat ja einen Kumpel mit dem er an seinen Autos rumschraubt.... Wir wohnen alles zusammen in einem Haus mit mehreren Wohnungen. Er war oft bei uns wir haben zusammen Diskutiert und auch getrunken. Seine Frau hat sich immer rausgezogen. Sie arbeiten zusammen und sie war froh wenn er mal weg war. Wir hatten bis vor 1,5 Jahren ein gutes Verhältniss, es wurde auch zusammen Sylvester gefeiert, gemeinsame Aktivitöten etc.
Mir wurdne die Abende in unserer Küche irgendwann zuviel und ich habe angefangen mich auszuklinken. Die beiden haben dann gesoffen und gekokst was das Zeugs hällt und ich habe immer wieder versucht meinen Mann dazu zu bewegen auch wegen seiner Kranheit damit aufzuhören- ohne Ergebniss-
Vor 2,5 Jahren habe ich mein Geschäft eröffnet, mein Mann war zu dem Zeitpunkt schon hoch depressiv und hat sich komplett in sein Bastelzimmer zurück gezogen. Ich war nach 10 Std arbeit so am Ende und musste noch alles Zuhause erledigen das ich natürlich Zoff gemacht habe.
Es war dann so, das ich total kaputt nach Hause kam und die Herren schon total dicht im Bastelzimmer saßen und mir dann noch erzählen wollten wie das Leben läuft. Mein Mann war nicht mehr erreichbar für mich. Während der Nachbar täglich zur arbeit ging hat mein Mann geshlafen und am Abend ging das ganze von vorne los.
Dann wurde am Wochenende in der Werkstatt gesoffen und gezockt. Ich war total am Ende, aber wohl noch nicht am Ende genug.
Die Frau meines Nachbarn hat die beiden dann mitten in der Nacht abgeholt damit sie nicht besoffen Auto fahren. Wir oft habe ich versucht mir ihr zu reden, aber das war ihr egal, sie meinte ach ich bin froh wenn ich meinen Mann nicht sehr, wir arbeit ja den ganzen Tag zusammen. Im Nachinin hat sie mich benutzt so sehe ich das .
Ich war total verzweifelt weil ich mir dachte das tut ihm nicht gut mit seinem Krebs , dazu noch das Koks...was die beiden mit alles erzählt haben.. unglaublich. Seiner Frau war das wie sie sagte scheiss egal. Irgendwann habe sie mir dann versprochen, das sie das koksen lassen. Der nachbar ist übrigens koks abhängig ebenso alkoholiker, das ist mir jetzt alles klar geworden.
Dann war eine Weile Ruhe,sie hatten mir beide versprochen das sie nicht mehr kosken, allerdings hatte ich zwischendrin immer wieder das Gefühl das mein Mann immer mal wieder kokst. Er ht mir erzählt ih würde rumspinnen unsw. usw. Ein paar Monate später habe ich dann durch Zufall koks gefunden bei ihm und bin total ausgerastet.
Ich bin zu seinem Kumpel in die Werkstatt gefahren ausser mir und habe ihn angebrüllt was für ein Freund er wäre, daraufhin hat er mich an der Kehle gepackt, mit den Worten ich solle mich verpissen und mein mann wäre ja wohl alt genug.
Ich bin dann nach Hause und habe an der Tür seiner Frau geklingelt und ihr geagt was vorgefallen ist, ihre Aussage ihr Mann würde sich nicht koksen ( obwohl sie das sehr genau weiß) und hat mir die Tür vor der Nase zugeknallt. Mein Mann war zu dem Zeitpunkt voll drauf- wie ich mal sage und meinte na ja ohne Grund wird er das wohl nichtgemacht haben! Unglaublich im Nachgang aber wahr. Da hätte ich meine Koffer packen sollen aber ich tat es nicht.
Einen Tag später ist mein Mann auf Reha gefahren und hat sich mit den Worten: such dir mal hilfe, du bist ja nicht mehr normal- verabschiedet.
Ich war so verzweifelt ich wusste nicht mehr vor und zurück und habe meinem Sohn angerufen und ihm alles erzählt, er war ausser sich und hat bei den Nachbarn angerufen und gedroht das er jetzt gleich einen Schläger Trupp loschicken wird. Das wusste ich aber nicht, einen Tag später rief mein Mann an was das solle und hat mich sowas von klein gemacht. Im Endeffekt war mein Sohn der einzigste der mich verteidigt hat und zu mir gestanden hat.
Daraufhin habe ich dann meiner Nachbarin eine Nachricht geschickt und mich für das Verhalten meines Sohnes entschuldigt und für meines. Stell dir vor, ich habe mich dafür entschudigt, das mein Nachbar mich gewürgt hat!! Ich habe meinem Nachbarn hausverbot erteilt und ihm gesagt er wird keine Fuss mehr in unsere Wohnung setzen solange ich da wohne und meinem Mann sagte ich wenn er saufen und kosken will soll er rüber gehen.
Seit dem werde ich von seiner Frau nicht mehr gegrüßt, mein Mann schon sogar wenn ich nebendran stehe.
Das ging soweit das ich vorher geschaut habe ob jemand im Hausflur war bevor ich aus der Wohnung bin. Ich habe mich gefühlt wie der letzte Dreck an mir selbst gezweifelt all die Schuld auf mich genommen! Ich habe montelang unter dieser Situation gelitten und mich schlecht gefühlt. Bis zu dem Zeitpunkt vor ein paar Wochen als ich wieder einmal Koks bei meinem Mann gefunden habe. Immer wieder hab ich ihn gefragt hast du was genommen, wenn er so manisch aus der Werkstatt kam-er hat mir ins Gesciht gelogen, mir erzählt ich würde spinnen usw.
Ich bin sogar einen Schritt auf meinen Nachbarn zugegangen und habe Hallo gesagt um des lieben Frieden willens.
Aber das vor ein paar Wochen hat mir die Augen geöffnet! nun gehe ich erhobenen Hauptes aus der Tür. Ob mich die Frau meines Nachbarn grüßt interssiert mich nicht mehr. Warum? Weil ich begriffen habe das sie selbst Co-Abhängig ist. Ich habe angefangen zu tief zu graben und sie zu konfrontieren damals und deswegen hat sie den Kontakt abgebrochen . Es ist immer leichter mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere zu zeigen, als vor der eigenen Hauszüte zu kehren.
Soweit zum Thema Selbstachtung!
Vor zwei Jahren hatte mein Mann eine extreme Depressive Episode