Ich melde mich nochmal zurück.
Nun ist Dezember, das Jahr bald zu Ende.
Ich war die letzte Zeit sehr mit mir selbst beschäftigt und habe angefangen mein Leben "aufzuräumen". Selbstachtung und Selbstschutz waren meine Prioritäten. Und die Konsequenz beinhaltet auch Verlust. Es tut noch weh, doch es ist wohl normal auf dem weg zu innerem Frieden.
Ich stehe gerade am Wendepunkt zu einem absoluten Neuanfang. Es ist beängstigend aber auch befreiend.
Ich habe eine neue Wohnung gefunden in einer weiter entfernen Stadt. Der Umzug wird nächstes Jahr stattfinden. Dort werde ich Unterstützung haben und wahrscheinlich eine tolle neue Job Perspektive.
Meinen Eltern habe ich einen Brief geschrieben in dem ich ihnen meine Gefühle offenbart habe, dass es mich sehr traurig macht, dass sie sich gar nicht für mich und ihre Enkel interessieren, dass ich sehr unter der emotionalen Kälte leide und mir wünschen würde, dass irgendwann mal ein besseres Verhältnis entstehen kann. Nun, die Reaktion darauf war null und meine Vater hat mich in WhatsApp blockiert...
Das hat mir gezeigt, dass der Schritt weg zu ziehen nur sinnvoll ist. Ich habe akzeptiert, dass meine Eltern mir nie geben können und/oder wollen, was ich mir wünsche. Das jeden Tag zu "sehen", da ich ja neben ihnen wohne, belastet ungemein.
Im neuen Wohnort werde ich mir mal einen Psychologen suchen. Ich muss es meinem Ex ja nicht sagen. Und selbst wenn er es rausbekommen sollte, hoffe ich, er wird es verstehen. Ich denke, es ist mir positiv auszulegen, dass ich mir Unterstützung suche um eben NICHT so zu werden wie meine Eltern. Meine Erziehung war geprägt von emotionaler Erpressung, Ignoranz, Schuldumkehr, Desinteresse. Ich war immer der Sündenbock, auch wenn ich nicht mal etwas getan habe. Genau das möchte ich meinen Kindern NIEMALS NIE antun.
Das wird mein erstes Weihnachten ohne meine Ursprungsfamilie. Und tatsächlich fühlt es sich gut an. Das erste mal seit vielen vielen Jahren wo ich mich drauf freue. Heiligabend verbringe ich erst mit meinen Kindern und einer guten Freundin. Wir werden was tolles kochen und Bescherung haben. Abends kommen einige Freunde und wir spielen Gesellschaftsspiele. Das wird toll!!
Bei meinem XY ist es gerade auch relativ ruhig. Ich gehe davon aus, er trinkt noch immer sehr viel, aber dagegen etwas tun kann ich ja ohnehin nicht. Ich hoffe einfach nur, er und seine Familie schaffen es an Weihnachten sich gut um die Kinder zu kümmern und es passiert nichts. Kurz vor Weihnachten ist der Todestag von einem seiner Familienmitglieder und ich habe etwas Angst, dass diese Trauer ertränkt wird und die kinder das alles mitbekommen...