Was für gebrauchte anderthalb Wochen...bin fix und fertig und schreibe mir hier einfach mal den Frust, die Trauer aber auch die Hoffnung von der Seele.
Ein Teil meines Verstandes hatte seit der Trennung vor zwei Jahren immer noch die Hoffnung, dass wir wieder zueinander finden. Intellektuell, emotional und sexuell waren wir immer sehr kompatibel und sind lange Jahre sehr achtsam miteinander umgegangen. Dann kam bei mir die Depression (verpatztes Studium) und irgendwann die Selbstmedikation mit Alkohol. Für sie als EKA eine erneute Traumatisierung. In Phasen ging es mit dem Alkohol aber irgendwann kam das Verstecken der Flaschen, das Auffüllen mit Wasser damit der Konsum nicht auffällt. Paartherapie, ich selbst in Therapie, dazu Suchtberatung mit regelmäßigen Treffen. Es ging aufwärts ☺️
Dann kam der gemeinsame Kinderwunsch, Planung und die Vision unserer kleinen Familie (wir hatten sogar schon einen fehlerhaften Schwangerschaftstest und unser beider Enttäuschung hat uns weiter zusammengeschweißt).
Und genau dann kam mein Kindheitstrauma meiner emotional distanzierten Mutter und meinem physisch gewalttätigen Vater deutlicher an die Oberfläche. Ich hatte furchtbare Angst davor ein schlechter Vater zu werden, dass sich Geschichte durch mich wiederholt. Es hat mich vollständig gelähmt, der Alkohol mich weiter betäubt.
Ich habe ihr in der Zeit durch meine emotionale Distanz unfassbar weh getan. Habe es gespürt und gesehen und war trotzdem unfähig zu handeln...
Als meine Freundin ihren Kinderwunsch in Gefahr sah, hat sie sich ein Ultimatum gestellt und bei der nächsten versteckten Flasche die Trennung beendet.
Nach meinem Auszug standen wir seitdem immer im Kontakt, freundschaftliches Verhältnis. Letzte Woche habe ich erfahren, dass sie einen neuen Partner hat (freue mich sehr für sie) und ich habe den Kontakt nach einem sehr schönen Austausch eingestellt. Mein Bauchgefühl sagte "lass los oder du wirst nie wegkommen". Ab da endlich der Trennungsschmerz, Panikattacken, Atemnot, Schuldgefühle.
Habe in einer Woche zwei Kilo abgenommen und gerade als ich wieder etwas Energie hatte, kam ein Trigger für den Alkohol reingeschneit und hat mir in die Weichteile getreten.
Ein Spray gegen die Atemnot, mit Ethanol als Trägermedium. Ein Sprühstoß und der gesamte Mund schmeckt nach Fahne...
Das erste Mal in zwei Jahren ein Verlangen nach Alkohol verspürt aber standgehalten.
Aber es gibt eine gute Nachricht, ich habe einen Therapieplatz gefunden, um mein Kindheitstrauma, meine Depression und den Alkohol anzupacken. Trotzdem große Angst vor der Zukunft...was für ein Wirrwarr.
Sry für den langen Text, ich musste es gerade einfach rauslassen..