Beiträge von Hobbes

    aber Wahnsinn, wie dieses teufelszeug einen Menschen komplett verändern kann. Immer wieder sage ich mir, er ist ein guter Mensch.

    Das kann ich bestätigen, seit ca einem Jahr fühlt es sich es sich so an, als wäre das nicht ich gewesen. Als wäre die Zeit als Alkoholiker einem anderen passiert. Ganz seltsames Gefühl an dem ich aktuell auch noch knabber.

    Zu dem "er ist ein guter Mensch":

    Das ist vielleicht auch so aber aktuell ist er Alkoholiker und tut dir weh.

    Und weder die Vergangenheit, noch das Potenzial, das du ihn im siehst gibt dir gerade was du für dich brauchst. Und halte dir eines immer vor Augen: was du forderst und dir von deiner Beziehung wünschst ist das ABSOLUTE MINIMUM!

    Lieber Hobbes, warum ist er denn eifersüchtig? Warum fragt er ständig, ob ich einen anderen habe, wenn ich mehrere Wege erledige, die länger dauern oder wenn ich mit Bekannten zum Essen gehe, mir einfach was gönne?

    Kann nur für mich sprechen: Weil mir unterbewusst klar war, dass sie etwas besseres verdient hat. Es gab ein paar Männer bei denen ich wahnsinnig eifersüchtig war, nicht weil die unbedingt ernsthaftes Interesse gehabt hätten, sondern meine Freundin bei Wertschätzung auf Augenhöhe wieder aufgeblüht ist. Eifersucht ist immer ein Problem des eigenen Egos und zeigt einem die eigenen Unzulänglichkeiten auf.

    Zweitens hat man ja neben dem Alkohol immer noch das Bedürfnis nach Nähe und Liebe. Das will man halten, ohne auf den Alk verzichten zu müssen...im Grunde die zweite Abhängigkeit.

    Die Gewaltandrohung geht gar nicht, klare Grenzüberschreitung. Aber ich bin noch nicht lange genug im Forum, als dass ich da Empfehlungen geben kann. Da gibt es sicherlich erfahrenere Mitglieder.

    Hi Rosa,

    ich kann nur von der Gegenseite (trocken seit bald zwei Jahren) berichten. Meine Ex hat vor zwei Jahren nach insgesamt 12 Jahren Beziehung die Reißleine gezogen. Bis auf die Kinder und die verbalen Entgleisungen ist das Szenario allerdings sehr ähnlich. Da wir immer noch Kontakt und viel über dieZeit als Paar gesprochen haben, kenne ich auch viele Eindrücke aus ihrer Sicht.

    Die emotionale Distanz, die Tatsache, dass du deine rechtmäßigen Sorgen nicht mehr äußern kannst und das Suchen nach Liebe inMikrogramm macht einen auf Dauer psychisch und körperlich kaputt. Meine Ex meinte, sie hat erst nach einem Jahr wieder ein Gefühl von Klarheit und Selbstbestimmtheit gespürt. Davor komplette Leere, im Grunde Depression...das Selbstwertgefühl geht dermaßen den Bach runter und braucht sehr lange um wieder ansatzweise stabil zu sein. Tu dir das nicht an...

    Von meiner Seite: keine Liebe der Welt hätte mich zum aufhören gebracht. Der Moment in dem klar war, ich möchte nie wieder trinken hatte nichts mit ihr, unserer Beziehung oder der gemeinsamen Zukunft zu tun. Klingt wahnsinnig bitter aber ist auch nur ehrlich. Wenn mich meine Freundin auf den Alkohol, meine Unzuverlässigkeit oder gemeinsame Verabredungen angesprochen hat, habe ich mich immer herausgewuselt, abgetan, Ausflüchte. In dem Moment stellt sich jemand zwischen dich und den Alkohol und der steht immer an erster Stelle...

    Ich weiß nicht ob dir das weiter hilft aber hör auf dein Bauchgefühl. Das Leben ist zu kurz um es mit Menschen zu verbringen, die einen für selbstverständlich ansehen.

    (Meine Ex hat seit einem Jahr einen neuen Partner und ist super happy)

    ICH war der, der unmengen gesoffen hat und zwar von anfang an. die paar, die das auch so gemacht haben, das wären meine saufkumpanen gewesen. das war unangenehm, die zu sehen und ich habe mich ziemlich geschämt.

    DAS kenne ich auch. Bin mit einem Bekannten immer durch gute Bars getingelt. Nach meiner Abstinenz waren wir mal Burger essen und innerhalb des Abends sind 2,5 Liter Bier in meinen Kollegen geflossen, war selbst fassungslos als mir mein eigenes Verhalten gespiegelt wurde. Ab da schlug mir auch des öfteren Aggression entgegen, schließlich fühle er sich in Gegenwart meines "Gesundheitstrips" (eigentlich ein schönes Wort für Trockenheit 😊) immer unwohl als einziger zu trinken...

    Finde es beeindruckend, wie du durchhältst. Und es lohnt sich so unfassbar!

    Hallo K…,

    stark, dass du standgehalten hast! Mach weiter so - ich gehe mal davon aus, dass dein Notfallkoffer gut gepackt und griffbereit steht.

    Evelin Danke dir!

    Habe ihn heute schon wieder benötigt. Komme gerade von der Weihnachtsfeier meiner Abteilung. Zuerst Weihnachtsmarkt, dann Restaurant... überall Alkohol. Normalerweise kein Problem aber ich habe meine aktuelle emotionale Labilität KOMPLETT unterschätzt. Bin gerade vollkommen fassungslos, das war eindeutig zu knapp...hatte einen kurzen dissoziativen Moment als die Kellnerin die Getränkebestellung aufgenommen hat und hörte mich auch Bier bestellen (habe aber wie immer Apfelschorle bestellt ).

    Kann es nicht anders beschreiben, ganz ganz gruselig...

    Glückwunsch, da kannst du wirklich stolz auf dich sein!

    Was mir in Risiko-/Schwächesituation oft den Hintern gerettet hat war die Visualisierung meiner Abstinenz. Ich habe mir eine kostenlose App zum "Zählen/Counter" auf das Handy gezogen, Widget prominent auf den Hauptbildschirm. Jeden nüchternen Morgen einen Tag dazu, direkt mit Abschalten des Weckers. Und jedes Mal, wenn das Bedürfnis nach Alkohol hoch kam, habe ich auf das Handy geschaut und mir gedacht: "Jetzt bist du schon XX Tage nüchtern, das wäre kompletter Unsinn jetzt einzubrechen". Ist nur eine Kleinigkeit aber manchmal reicht das ja schon, um einen an die eigene Leistung zu erinnern...

    Was für gebrauchte anderthalb Wochen...bin fix und fertig und schreibe mir hier einfach mal den Frust, die Trauer aber auch die Hoffnung von der Seele.

    Ein Teil meines Verstandes hatte seit der Trennung vor zwei Jahren immer noch die Hoffnung, dass wir wieder zueinander finden. Intellektuell, emotional und sexuell waren wir immer sehr kompatibel und sind lange Jahre sehr achtsam miteinander umgegangen. Dann kam bei mir die Depression (verpatztes Studium) und irgendwann die Selbstmedikation mit Alkohol. Für sie als EKA eine erneute Traumatisierung. In Phasen ging es mit dem Alkohol aber irgendwann kam das Verstecken der Flaschen, das Auffüllen mit Wasser damit der Konsum nicht auffällt. Paartherapie, ich selbst in Therapie, dazu Suchtberatung mit regelmäßigen Treffen. Es ging aufwärts ☺️

    Dann kam der gemeinsame Kinderwunsch, Planung und die Vision unserer kleinen Familie (wir hatten sogar schon einen fehlerhaften Schwangerschaftstest und unser beider Enttäuschung hat uns weiter zusammengeschweißt).

    Und genau dann kam mein Kindheitstrauma meiner emotional distanzierten Mutter und meinem physisch gewalttätigen Vater deutlicher an die Oberfläche. Ich hatte furchtbare Angst davor ein schlechter Vater zu werden, dass sich Geschichte durch mich wiederholt. Es hat mich vollständig gelähmt, der Alkohol mich weiter betäubt.

    Ich habe ihr in der Zeit durch meine emotionale Distanz unfassbar weh getan. Habe es gespürt und gesehen und war trotzdem unfähig zu handeln...

    Als meine Freundin ihren Kinderwunsch in Gefahr sah, hat sie sich ein Ultimatum gestellt und bei der nächsten versteckten Flasche die Trennung beendet.

    Nach meinem Auszug standen wir seitdem immer im Kontakt, freundschaftliches Verhältnis. Letzte Woche habe ich erfahren, dass sie einen neuen Partner hat (freue mich sehr für sie) und ich habe den Kontakt nach einem sehr schönen Austausch eingestellt. Mein Bauchgefühl sagte "lass los oder du wirst nie wegkommen". Ab da endlich der Trennungsschmerz, Panikattacken, Atemnot, Schuldgefühle.

    Habe in einer Woche zwei Kilo abgenommen und gerade als ich wieder etwas Energie hatte, kam ein Trigger für den Alkohol reingeschneit und hat mir in die Weichteile getreten.

    Ein Spray gegen die Atemnot, mit Ethanol als Trägermedium. Ein Sprühstoß und der gesamte Mund schmeckt nach Fahne...<X

    Das erste Mal in zwei Jahren ein Verlangen nach Alkohol verspürt aber standgehalten.

    Aber es gibt eine gute Nachricht, ich habe einen Therapieplatz gefunden, um mein Kindheitstrauma, meine Depression und den Alkohol anzupacken. Trotzdem große Angst vor der Zukunft...was für ein Wirrwarr.

    Sry für den langen Text, ich musste es gerade einfach rauslassen..

    Die Beziehung ging nach 12 Jahren durch den Alkohol und unsere beider Kindheitstraumata zugrunde. Der Verlust hat aber noch nicht ausgereicht. Der Moment an dem ich bei mir einen Intentionstremor festgestellt habe, hat mich in absolute Panik versetzt. Habe mich dann voller Angst (fahrlässigerweise) in den kalten Entzug begeben. Hatte Glück damit....und würde jedem davon abraten.

    Hi Mg, danke für deine Antwort

    Tut mir leid das zu hören, mein Beileid zu deinem Verlust!

    Vermutlich hast du recht und ich sehe aktuell wirklich nur meine eigenes Bedürfnis damit abzuschließen und loszulassen. Wir hatten die letzten Jahre immer noch Kontakt, haben zusammen unsere Vision einer gemeinsamen Zukunft verabschiedet, sind gemeinsam auseinandergezogen... wahrscheinlich sind meine Gedanken vollkommen deppert.

    Im Grunde spreche ich ihr gerade ihre Selbstständigkeit auf Heilung ab...

    Danke für den Hinweis, hat mir gerade meine Aussage zurecht gerückt.

    Hallo zusammen,

    bin trockener Alkoholiker (abstinent seit 2 Jahren, davor 10 Jahre am trinken). Der wichtigste Mensch in meinem Leben hatte zum Glück die Stärke ihre Abhängigkeit zu mir zu beenden, sie hat sich vor zweieinhalb Jahren getrennt. Ich bin gerade dabei, das Leid, dass ich verursacht habe zu verarbeiten. Ich habe die Berichte der betroffenen Partner/CO gelesen und möchte gerade nur noch im Boden versinken. Verstehe zum ersten Mal, was ich ihr angetan habe und es zerreißt mir das Herz.


    Wie geht ihr mit dem Schmerz/Wissen um, dass ihr nicht diejenigen sein werdet, die die verursachten Wunden heilen werdet, sondern ein neuer, hoffentlich großartiger Mensch. Das Gefühl seine Fehler nicht richten zu können ist gerade so erdrückend (wie vermutlich egoistisch)

    Danke für eurer Feedback!