Beiträge von koda

    hi matrix

    Und nun habe ich das Problem, da er mich nicht ernst nimmt, weil ich es mit dem ausziehen noch nicht umgesetzt habe.. (er geht einfach nicht von alleine, was ich schon krass finde..) das ist daran das schlimmste, oder unsere Sicht wird noch bagatellisiert usw. ...

    Matrix, was hindert dich daran ihn rauszuwerfen? Unterm Strich ist sein Verhalten doch für dich längst nicht mehr tragbar.
    Ich fasse mal zusammen, was du selbst geschrieben hast.

    - er wurde gewalttätig, ein jahr her, reiht sich aber ein in die erlebnisse, die dich kaputtmachen
    - er konsumiert permanent cannabis und alkohol
    - er verspottet dich (so schnell wirst du mich nicht los)
    - dein kind ist verhaltensauffällig, viel medienkonsum (ist ja direkt betroffen von eurem verhalten)
    - was neues (eine dritte sache) kam jetzt noch dazu, die du duldest (eine grenze die sich wieder verschoben hat)

    mit sicherheit ist das nur ein bruchteil dessen, was du durchgemacht hast und noch durchmachst.

    besser werden kann es aber nur wenn die ausgangssituation sich ändert.
    deine gründe kennst du (siehe oben), vielleicht gibts noch mehr, von denen wir nix wissen.

    er geht nicht. warum sollte er auch. ist ja bequem für ihn.
    das dein kind mit drinhängt, und sich 0,0 wehren kann ist, kindeswohlgefährdend.

    jeder weitere tag ist einer zuviel.

    guten morgen alexa

    schön daß du schreibst. ich kann mit deinen zeilen viel anfangen. jeder nach seinem tempo und eigenem empfinden fällt mir dazu ein. manche prozesse lassen sich nicht beschleunigen. und das loslassen von jemandem den man liebt, gehört mit zum schwersten. ich hing ebenfalls wie ein bullterrier (das bild habe ich in gesprächen mit freunden auch manchmal verwendet) in einer emotionalen abhängigkeit. und auch wenn ich heute denke, schön wäre es gewesen sich eher zu lösen. ich hätte es nicht schneller hinbekommen, ich habe so seltsam das klingt, die verstrickung auch für mich nutzen können, und bin dran gewachsen. die sturheit ist teil meiner persönlichkeit, ich habe sie mir abgeschaut denke ich, und sie ist niicht nur sehr hilfreich, sie ist auch ein motor für meine arbeit.

    Lieben Gruss Koda

    Hallo wieweiter,
    verstehst du es so, daß deine Gedanken hier nicht erwünscht sind? Darum geht es doch, daß du hier aufschreibst, was dich beschäftigt.
    Dir gefallen nur die Antworten nicht immer. Ich wollte dir noch sagen, daß ich es gut finde, daß du wieder hier bist, zwischendurch war hier ja immer mal wieder die Tür zu...

    Zum Thema Alkohol und Depression habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht, als es xy letzten Winter so schlecht ging und ich nach Mittel und Wegen gesucht habe, wie ich ihn unterstützen kann. Ich habe eine Zeitlang geglaubt, wenn ich nur alles in Bewegung setze und ihm helfe, die Baustellen zu bearbeiten, die ihn zum Trinken brächten, dann würde es ihm a) besser gehen b) hätte er keinen Grund mehr zum Trinken. Es gab in meinem Umfeld leider auch einen depressionsbedingten Suizid, sodaß ich sehr alarmiert war, als er mir von seinen Suizidgedanken erzählte. Allerdings, jetzt mit etwas Abstand zu den Geschehnissen würde ich sagen, er war auch überemotional wenn er getrunken hatte. Einen ersten Schritt zu meinem eigenen Frieden damit war, daß ich mir gesagt habe, wenn er das wirklich durchziehen will mit dem Selbstmord, sei es durch den Strick, oder durch die Flasche, oder beides, dann soll er es durchziehen. Daß ich das verhindern könnte, ist Selbstüberschätzung und überfordert auch unsere Freundschaft. Mir den Gedanken zuzugestehen, hat mir dann einige Monate später die Kraft gegeben, hart zu bleiben, und auf seinem Auszug zu bestehen.

    Jetzt darf ich mal wieder saubermachen.

    würde ich nur machen, wenn er nicht mehr wiederkommt. das suggeriert ihm doch, das du immer hinter ihm saubermachst. Wahrscheinlich kann er sich nicht mal erinnern, wie es darin bei seiner abreise überhaupt aussah. vernebelt schaut alles - vernebelt aus. Der Mann ist schwer suchtkrank. Das heisst, alles ALLES was zählt ist der nächste schluck und oder das vermeiden von entzugserscheinungen.
    du wartest, leidest, schrubbst das blut weg. er hat gar keinen grund das zu beenden.

    du schon.

    guten morgen wie weiter, ich habe gerade einen längeren text wieder gelöscht, weil ich mir dann doch unsicher wurde, ob dir ein erfahrungsbericht jetzt grade weiterhilft. nur soviel, ich habe auch schon den krankenwagen gerufen, zweimal. beide male sind sie wieder umgedreht, weil der kranke es partout nicht wollte. ich fand seine gründe mehr als hirnrissig. aber ich würde es sofort wieder machen.
    wenn ein mensch in meinen augen so in not ist, daß medizinische versorgung nötig ist, dann mache ich diesen anruf und ich bin unendlich dankbar, daß das in diesem land geht.
    es geht da weniger um seine verantwortung, als um deine. denn du gibst sie in dem moment an profis ab. das kann im akuten notfall für dich eine ziemliche erleicherung sein.

    Voller guter vorsätze bin ich, und immer noch mitten im aufräum sortierprozess. Manchmal genervt daß das alles so lange dauert. Und dann verfalle ich in passivität, und wünsch mir das der weisse ritter klingelt. Weit und breit keiner zu sehen :roll: also selber ran!

    Matrix und Tiger1991 das war bei uns auch so. Meine mutter blieb wie sie sehr oft sagte wegen der kinder bei ihm. In mir hat das einen berg von unguten gefühlen hervorgerufen. Schuldgefühle, denn es ging ihr ja schlecht, ich habe mich für ihr unglück verantwortlich gefühlt und mich irgendwann heftig dagegen gewehrt. Aber sehr lange nicht. Es machte irgendwie sinn, und fühlte sich trotzdem so falsch an.

    ich würde es so formulieren. gelitten haben wir kinder wohl unter den indirekten auswirkungen, tägliche spannungen. teilweise auch gewalt. aber ich hab das ja alles als normal empfunden. die gewalt, verbal und manchmal auch physisch ging aber nicht von meinem vater aus. der war sehr verschlossen, schwieg zu den meisten themen. ich denk, dass es in ihm ziemlich gebrodelt haben musste. aber sein gesicht hatte oft was eisern-maskenhaftes. er war unglaublich beherrscht. ein ziemlicher einzelgänger. meine mutter hat gekämpft, um ihn. gegen ihn. und war zutiefst unglücklich.
    sie hätten sich trennen sollen, haben diese hölle aber durchgezogen, bis ich erwachsen war.

    Ich habe mit 9 angefangen tagebuch zu schreiben, und darin habe ich bereits eine beschreibung von ihm gefunden, in der er sich eine dose bier öffnet. Die ersten erinnerungen sind aber älter. Jetzt muss ich mal rechnen. Ich habe bilder im kopf wo der fernseher bei uns in der küche stand, und ich es ganz normal fand das er beim familienabendessen bier trinkt, in den nachrichten lief irgendwas zu walfang in norwegen, da war ich in d grundschule. Das bier war immer dabei.

    Ich habe aber vorallem nicht verstanden warum meine mutter so unglücklich war. Es vermischten sich aber auch viele probleme. Bei uns war es nie nur der alkohol. Es gab ernsthafte eheprobleme, und auch eine psysisch labile teilweise erkrankte mutter.

    liebe jump,

    du findest deine ureigenen Lebensgeister wieder, so liest sich das. Wie schön! Bei der wunderbaren Kunstausstellung musste ich lächeln. Das kann ich gut nachfühlen. Für mich ist die Kunst ein ganz wichtiger Anker, ein Pfad zu mir selbst. Alles liebe für dich!!

    Koda

    hi myla, leider verwechseln wir EKAs, ich zähle mich auch dazu, mitleid oft mit liebe. ich habe mich immer besonders dann hingezogen gefühlt, und zwar mit aller macht, wenn mein gegenueber ein hauefchen elend war. und auch wenn ich mittlerweile darum weiss, also mein beuteschema, weiss ich das ich immer in der gefahr stehe, wieder darauf hereinzufallen. es sitzt tief, das muster. ich kanns aber endlich als das einordnen was es ist: ein verhaltensmuster. insofern kann ich bis zu einem gewissen grad das auch nachvollziehen, warum du so zoegerst. vorallem wenn er sich immer wieder entschuldigt, dann gehen bei dir wahrscheinlich sämtliche synapsen an, die rufen, es geht doch. er liebt mich, wenn ihm nur geholfen wird, kann ich weiter in einer beziehung mit ihm bleiben. meine grosse liebe rettet ihn.(an der stelle krieg ich dann eine richtige wut auf all die filme, und geschichten, die uns von klein auf erzählen, daß liebe berge versetzen kann.

    es gibt ja einen grund warum du dich hier gemeldet hast. der mann hat gewalt ausgeübt. das er das betrunken gemacht hat, ändert nichts an der tatsache, daß er dein leben bedroht. das solltest du sehr ernst nehmen. lies dir noch mal durch, was du selbst berichtet hast. auf gegenstände einschlagen, auf eine frau einschlagen, sie mehrmals würgen (wuergen!! das hätte dein tod sein koennen).

    peinlich ist daran auch gar nichts. es ist in erster linie gefaehrlich. also fass dir ein herz, ruf freunde an, familie, telefonseelsorge, alles was geht. und bring dich erst mal aus der gefahrenzone. wenn der richtig austickt, dann bist du auch hinter verschlossener tuere nicht sicher.

    WACH AUF. das ist kein prinz, kein traummann, sondern ein gewalttaeter.

    dass ich auf keinen Fall möchte, dass meine Kinder die Fahne ihres Papas als normal empfinden.

    Das könnte aus meiner kindheit stammen. Wir wurden ins bett gebracht bevor mehr getrunken wurde, und für mich war der bier, oder weinatem meines vaters normal. Abendessen ohne alkohol? Undenkbar. Ja, ich habe meinen vater geliebt. Aber das selbstgewählte sich aneinanderketten trotz unzähliger spannungen habe ich gehasst.

    Ein wunderbar ruhiger morgen. Ich bin mit einem traum aufgewacht. Ein restbild ist geblieben, ich bin mit jemandem, den ich nicht kannte in ein wasser gesprungen, und nach ein paar schwimmstößen habe ich bemerkt, daß das wasser irgendwie komisch wurde. Unter mir bewegte sich was, und plötzlich sah ich schnauzen mit hauern neben mir. Irgendjemand rief eine warnung -, und ich bin schnell aus dem wasser raus. Etwas in mir wollte drinbleiben und nachsehen, ob ich jetzt gejagt oder gefresse werde, aber da war ich auch schon am beckenrand ( sah erst wie das meer aus, war aber dann doch nur dunkel brackiges wasser, tiefe unbekannt). Aber ich war draussen, und das was im wasser war konnte mir nicht mehr gefährlich werden). Ich wurde dann wach, aber wie das so mit träumen ist, sie begleite mich noch manchmal in meinen morgen.

    Das jahr ist herum, ich schaue nach vorne! Euch allen einen schönen ersten Januar!

    Liebe Smilla, es tut mir sehr leid von deinem Verlust zu lesen. Es ist furchtbar, das die Sucht einen Menschen tatsächlich umbringen kann.
    Es wird sicher auch seine Zeit dauern, alles zu verarbeiten was du erlebt hast. Nimm dir die Zeit zu trauern. Was dir keiner nehmen kann, sind auch all die guten Erinnerungen die du an ihn hast. Eine Umarmung zu dir!