Beiträge von koda

    liebe silberstreifen, an der frage was sind wesenszüge und was sind muster bin ich auch gerade dran. und auch der gedanke ich dachte ich war schon mal weiter ist mir sehr vertraut. ich weiss auch nicht ob ich das für mich jemals so genau werde klären können. daher versuche ich gerade anders ranzugehen. ich frage mich, welche verhaltensweisen tun mir gut, und welche belasten mich eher. ein beispiel: dominante menschen machen mir angst. sie ziehen mich aber auch an. beide gefühle kenne ich, sie sitzen in meinem körper. begegnungen mit dominanz lösen fluchtgedanken, anziehung, ohnmacht, angst, und faszination aus. anteile von dominanz finde ich aber auch in mir. also je nach situation, und lebenslage kommen sehr unterschiedliche verhaltensweisen heraus. ich fühle mich klein, und hinterfrage meine eigene wahrnehmung kann eine reaktion sein, ich weiss alles besser, und denke mein gegenüber hat keine ahnung, eine zweite (sodaß sich jemand anderes von mir wiederum dominiert fühlt). um da jetzt nicht stecken zu bleiben in der erzählung "ich kann mit dominanz nicht umgehen - iss einfach so) versuche ich sie weiter zu fassen. sie führt naemlich auch dazu dass ich dinge angehe, weil ich an sie glaube. etwas für wichtig erachte, und anderes wegschiebe, prioritäten setze. also kann ich ja auch die fähigkeit in mir entdecken, lösungen zu finden.
    So in der Art versuche ich das gerade für mich anzugehen. Wenns dann nicht klappt, und ich mal wieder den Mund nicht aufkriege, ist das trotzdem sehr frustrierend. Ohne Frust geht so ein Prozess aber vielleicht auch nicht. Dranbleiben sag ich mir dann.
    Das wären jetzt so meine Gedanken dazu. Vielleicht kannst du damit was anfangen?

    Liebe Myla, die Gefahr, die von dem Mann ausgeht ist nicht aus der Welt, nur weil du ihm jetzt Aufgaben stellst.
    - du hast dich doch für dich selbst hier angemeldet, weil:

    - er körperlich gewalttätig gegen dich wurde
    - dich auf übelste Art und Weise beschimpft hat
    - dein Auto beschädigt hat
    - gedroht hat, deinem Hund was anzutun
    - du Todesangst gefühlt hast

    also Hilfe für dich wolltest. ZU RECHT.

    Und jetzt soll er Wasserkisten schleppen und Teppiche aufräumen, um sich nützlich zu fühlen?
    Das ist, als würde man einen Tiger als Milchkuh halten wollen. Blöder Vergleich. Aber das ist doch völlig verrückt.

    Einfach keine gute Strategie. Eher Hochrisiko-Selbstüberschätzung.

    Ihr Lieben, liebe Koda,
    mir selbst schreibe ich ja hierdrin hauptsächlich...
    ich bin stolz drauf endlich was angegangen zu haben was ich seit Monaten vor mir herschiebe. 2 Sachen eigentlich, wobei das eine nix mit Alkohol zu tun hat, sondern mit meiner eigenen Aufschieberitis. Das andere ist, daß ich es endlich geschafft habe, xy auf Schulden aufmerksam zu machen, sprich ihn daran zu erinnern und das nicht einfach als verlorenes Geld zu sehen. Sozusagen, ist ja ok, wenn ich als CO so dumm war, ihn und seine Sucht zu finanzieren, dann isses jetzt eben weg. Nein, kann ich mir erstens nicht leisten, und fühlt sich auch nicht länger gut an, das als liebevolles Opfer zu sehen. Vielleicht ging es in dem Moment nicht anders, oder mir ist nichts Anderes eingefallen, aber ich bin am Sortieren. Das jedenfalls möchte ich nicht als selbstlose Opfergabe hinweggeweht sehen, sondern möchte es wiederhaben. Noch grummeln da Zweifel in mir, a la das kannst du doch nicht machen, der arme, wo soll er es denn hernehmen. Aber erst mal hab ich es kommuniziert. Raus ist es.

    Matrix , falls du das hier lesen solltest, ich hab dir ja kürzlich geschrieben, daß du nicht so rumeiern sollst, nun in dem Punkt habe ich auch geeiert. Und ich fürchte mich auch etwas vor seiner Reaktion. Viel wichtiger ist mir aber gerade, dass ich meine Stressoren reduzieren will, und das finanzielle ist einer.

    Er sitzt also da und freut sich riesig über das erste Gespräch mit seinem Kind nach ca. 2 Jahren . Es ging auch um Alkohol und seinen Konsum, ärgert sich aber über unseren Streit ( es ging um seine Sucht)!!!! und säuft da wieder.

    hi Esther, das kann man auch nicht verstehen.

    Ich bin Tochter eines Alkoholikers (der jetzt schon seit längerem eine trinkpause einlegt, ich schreib das bewusst so, weil sein nichttrinken nicht freiwillig ist). Er hat eigentlich sein ganzes Leben getrunken, jedenfalls so weit meine erinnerung zurückreicht, gab es in über 40 jahren nur einmal eine 4-wöchige trinkpause. Ich habe es sehr sehr lange gar nicht gewusst, oder verdrängt, das versuche ich beim gedankensortieren seit einiger zeit herauszufinden. Mir fallen dann doch immer wieder bilder aus der kindheit und jugend ein wo er getrunken hat. Aber weil er zumindest bis er pensioniert wurde, in meinen augen immer gut funktionierte, habe ich das nie als problem gesehen. Zuhause gab es trotzdem immer massive Probleme. Heute denke ich, daß sehr viel von den Spannungen und Streits mit seiner Sucht zu tun hatte. Meine Mutter ist sehr unglücklich darüber gewesen. Verzweifelt möchte ich sogar eher schreiben. Sie hat unzählige Male von Trennung gesprochen, damit gedroht, wenn sich nichts ändert. Ich habe als Kind und Jugendliche vorallem die Gefühlszustände meiner Eltern wahrgenommen, und die sehr oft auf mich bezogen. In mir war eine ständige Ohnmacht, viel Wut auch, und Traurigkeit, weil da so viel in Scherben lag. Ich habe im Gegensatz zu eurem Kind eher den Kontakt zu meinem Vater gesucht, das verzweifelte Agitieren meiner Mutter hat mir Angst gemacht, manchmal war es an Absurdität kaum zu überbieten. Erst jetzt als Erwachsene kann ich sie mit dem nötigen Abstand sehen, und mich nicht von ihnen erschlagen fühlen.

    Eigentlich wollte ich aber auf eine Erinnerung hinaus, als der Konsum meines Vaters einen ziemlichen Tiefpunkt erreicht, ist erst wenige Jahre her. Es gab sowas wie eine Familienkonferenz. Es waren viele DInge vorgefallen, ihm wurden Versprechen abgerungen, die er nicht hielt. Jedes Mal ein neuer Vertrauensbruch, er trank immer mehr. Dann saßen wir zusammen, die Kernfamilie (will nicht genauer schreiben wer wegen Wiedererkennung, aber mein Vater war die Minderheit). Er wurde im Kreise seiner Lieben regelrecht bearbeitet. Alle packten ihre Sorgen und Ängste, aber auch Ärger auf den Tisch. Das Ziel war klar: es sollte sich was ändern, er den Alkohol "einfach weglassen", und er saß da und sagte kaum ein Wort. Gefühlte Stunden dauerte dieses Gespräch und wir haben ihn eingekreist wie ein Raubtier. Am Ende des Gesprächs sollte ein Ergebnis herauskommen, wie bei einem Verhör. Wir wollten hören, ja ich bin Alkoholiker, und ja ich suche mir jetzt Hilfe. Und dann wird alles gut. Ich glaube so in der Art sollte das ablaufen. Es endete also damit, daß er sagte was wir hören wollten. Wir lasen ihm eine Adresse vor, und er stimmte zu, sich Hilfe zu suchen. Ich habe schon an der Art wie er es sagte, gespürt, daß er kein Wort davon ernst meinte. Trotzdem herrschte erst mal sowas wie Erleicherung am Tisch. Wir alle hatten vereint auf ihn eingeredet, ihm unsere Liebe und Unterstützung zugesichert, aber auch erheblich Druck gemacht. Sollte ja wirken.

    Dann war alles gesagt. Er erhob sich, heute weiß ich, die Sucht packte ihn bei der Hand und lotste ihn von uns weg. Er ging in seine Räumlichkeiten zurück und betrank sich.

    Guten Abend Matrix,
    durch die Sache mit dem Brief kommen ja jetzt so oder so DInge in Gang, und das ist auch gut so. Du siehst aber daran auch, daß auch wenn du scheinbar nichts machst und dich nichts bewegt, die Situation ins Schleudern gerät. Das ist natürlich auch ein Sch...gefühl, wenn alles passiert, ohne daß man selbst dafür die Hebel gesetzt hat. Ich kann dich nur ermutigen, dich selbst wichtig zu nehmen.

    Ich habe eher das Gefühl, daß die beiden dir auch einreden, daß du nicht weißt was du möchtest. Denn dann passiert ja nichts, was wiederum gut für deinen xy ist - für seine Mutter vielleicht auch, weil sie ja damit auch fein raus ist, wenn du dich kümmerst.
    Deine wichtigen und dringenden Themen kennst du ja am besten. Sowas ansprechen ist nie schön. Wird hier glaube ich keiner das Gegenteil behaupten. Die Erleicherung und das gute Gefühl kommen oft erst hinterher. Wenn man es noch nicht ausgesprochen hat, löst es großen Druck aus. Ich kann dir aber aus Erfahrung sagen, weil ich auch so ein Mensch bin, der unangenehme Themen meidet bis es nicht mehr geht, daß es immer was ins Rollen gebracht hat, wenn ich mich dann doch getraut habe.

    Trau dich, du und dein Kind habt ein Leben verdient, wie du es dir vorstellst.

    Die Tage: Träume, Gedanken, Gefühle, eine Textarbeit, die ich schon lange vor mir herschiebe, finanzielle Sorgen. Meine Festplatte, die innere meine ich kommt grade kaum zur Ruhe. Mit Migräne aufgewacht. Das hat mir den Tag zerschossen, und ich bin mit Katze und Wärmflasche im Bett geblieben. Jetzt einige Stunden später geht es mir etwas besser. Der Plan für den Tag ist allerdings hin. Mein Körper brauchte wohl eine Pause. Ich trinke Tee, und bin erleichtert daß die Kopfschmerzen nachlassen.

    Mein herzliches Beileid, wieiweiter. Ganz viel Kraft und Durchatmen für die nächsten Tage.
    Ich wünsch dir auch liebe Freundinnen an der Seite. Das ist sicher ein Schock und auf der anderen Seite hast du es ja auch schon kommen sehen.
    Auf Station haben sie sicher dafür gesorgt, daß er ohne Schmerzen gehen kann.
    Alles Gute, und schreib weiter hier

    hi matrix

    Und nun habe ich das Problem, da er mich nicht ernst nimmt, weil ich es mit dem ausziehen noch nicht umgesetzt habe.. (er geht einfach nicht von alleine, was ich schon krass finde..) das ist daran das schlimmste, oder unsere Sicht wird noch bagatellisiert usw. ...

    Matrix, was hindert dich daran ihn rauszuwerfen? Unterm Strich ist sein Verhalten doch für dich längst nicht mehr tragbar.
    Ich fasse mal zusammen, was du selbst geschrieben hast.

    - er wurde gewalttätig, ein jahr her, reiht sich aber ein in die erlebnisse, die dich kaputtmachen
    - er konsumiert permanent cannabis und alkohol
    - er verspottet dich (so schnell wirst du mich nicht los)
    - dein kind ist verhaltensauffällig, viel medienkonsum (ist ja direkt betroffen von eurem verhalten)
    - was neues (eine dritte sache) kam jetzt noch dazu, die du duldest (eine grenze die sich wieder verschoben hat)

    mit sicherheit ist das nur ein bruchteil dessen, was du durchgemacht hast und noch durchmachst.

    besser werden kann es aber nur wenn die ausgangssituation sich ändert.
    deine gründe kennst du (siehe oben), vielleicht gibts noch mehr, von denen wir nix wissen.

    er geht nicht. warum sollte er auch. ist ja bequem für ihn.
    das dein kind mit drinhängt, und sich 0,0 wehren kann ist, kindeswohlgefährdend.

    jeder weitere tag ist einer zuviel.

    guten morgen alexa

    schön daß du schreibst. ich kann mit deinen zeilen viel anfangen. jeder nach seinem tempo und eigenem empfinden fällt mir dazu ein. manche prozesse lassen sich nicht beschleunigen. und das loslassen von jemandem den man liebt, gehört mit zum schwersten. ich hing ebenfalls wie ein bullterrier (das bild habe ich in gesprächen mit freunden auch manchmal verwendet) in einer emotionalen abhängigkeit. und auch wenn ich heute denke, schön wäre es gewesen sich eher zu lösen. ich hätte es nicht schneller hinbekommen, ich habe so seltsam das klingt, die verstrickung auch für mich nutzen können, und bin dran gewachsen. die sturheit ist teil meiner persönlichkeit, ich habe sie mir abgeschaut denke ich, und sie ist niicht nur sehr hilfreich, sie ist auch ein motor für meine arbeit.

    Lieben Gruss Koda

    Hallo wieweiter,
    verstehst du es so, daß deine Gedanken hier nicht erwünscht sind? Darum geht es doch, daß du hier aufschreibst, was dich beschäftigt.
    Dir gefallen nur die Antworten nicht immer. Ich wollte dir noch sagen, daß ich es gut finde, daß du wieder hier bist, zwischendurch war hier ja immer mal wieder die Tür zu...

    Zum Thema Alkohol und Depression habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht, als es xy letzten Winter so schlecht ging und ich nach Mittel und Wegen gesucht habe, wie ich ihn unterstützen kann. Ich habe eine Zeitlang geglaubt, wenn ich nur alles in Bewegung setze und ihm helfe, die Baustellen zu bearbeiten, die ihn zum Trinken brächten, dann würde es ihm a) besser gehen b) hätte er keinen Grund mehr zum Trinken. Es gab in meinem Umfeld leider auch einen depressionsbedingten Suizid, sodaß ich sehr alarmiert war, als er mir von seinen Suizidgedanken erzählte. Allerdings, jetzt mit etwas Abstand zu den Geschehnissen würde ich sagen, er war auch überemotional wenn er getrunken hatte. Einen ersten Schritt zu meinem eigenen Frieden damit war, daß ich mir gesagt habe, wenn er das wirklich durchziehen will mit dem Selbstmord, sei es durch den Strick, oder durch die Flasche, oder beides, dann soll er es durchziehen. Daß ich das verhindern könnte, ist Selbstüberschätzung und überfordert auch unsere Freundschaft. Mir den Gedanken zuzugestehen, hat mir dann einige Monate später die Kraft gegeben, hart zu bleiben, und auf seinem Auszug zu bestehen.

    Jetzt darf ich mal wieder saubermachen.

    würde ich nur machen, wenn er nicht mehr wiederkommt. das suggeriert ihm doch, das du immer hinter ihm saubermachst. Wahrscheinlich kann er sich nicht mal erinnern, wie es darin bei seiner abreise überhaupt aussah. vernebelt schaut alles - vernebelt aus. Der Mann ist schwer suchtkrank. Das heisst, alles ALLES was zählt ist der nächste schluck und oder das vermeiden von entzugserscheinungen.
    du wartest, leidest, schrubbst das blut weg. er hat gar keinen grund das zu beenden.

    du schon.

    guten morgen wie weiter, ich habe gerade einen längeren text wieder gelöscht, weil ich mir dann doch unsicher wurde, ob dir ein erfahrungsbericht jetzt grade weiterhilft. nur soviel, ich habe auch schon den krankenwagen gerufen, zweimal. beide male sind sie wieder umgedreht, weil der kranke es partout nicht wollte. ich fand seine gründe mehr als hirnrissig. aber ich würde es sofort wieder machen.
    wenn ein mensch in meinen augen so in not ist, daß medizinische versorgung nötig ist, dann mache ich diesen anruf und ich bin unendlich dankbar, daß das in diesem land geht.
    es geht da weniger um seine verantwortung, als um deine. denn du gibst sie in dem moment an profis ab. das kann im akuten notfall für dich eine ziemliche erleicherung sein.

    Voller guter vorsätze bin ich, und immer noch mitten im aufräum sortierprozess. Manchmal genervt daß das alles so lange dauert. Und dann verfalle ich in passivität, und wünsch mir das der weisse ritter klingelt. Weit und breit keiner zu sehen :roll: also selber ran!

    Matrix und Tiger1991 das war bei uns auch so. Meine mutter blieb wie sie sehr oft sagte wegen der kinder bei ihm. In mir hat das einen berg von unguten gefühlen hervorgerufen. Schuldgefühle, denn es ging ihr ja schlecht, ich habe mich für ihr unglück verantwortlich gefühlt und mich irgendwann heftig dagegen gewehrt. Aber sehr lange nicht. Es machte irgendwie sinn, und fühlte sich trotzdem so falsch an.