wieweiter - Was tun?

  • Ich hab ihm kklargemacht, dass er sich zwischen Leben und Tod entscheidet.

    Liebe wieweiter

    Bitte versuche doch nicht, ihm immer wieder etwas "klarzumachen". Das immer wieder bei dir zu lesen raubt mir schon die Kraft...wie muss es DIR da erst gehen! Warum denn nicht die 112 rufen und somit eine Hilfe bekommen, die Verantwortung ENDLICH abzugeben!?

    Alles gute für dich

    Wünscht Api

  • Ich hab ihm kklargemacht, dass er sich zwischen Leben und Tod entscheidet.

    Das interessiert ihn nicht mehr. So kannst Du nicht denken, du wirst es nie verstehen können und stehst vor einer Mauer. Er denkt nur noch von einer Flasche zur nächsten. Wann was wo holen, einteilen um nicht in einen Entzug zu rutschen. Dabei darauf achten das es nicht wieder ausgebrochen wird.

    Das sind die einzigen tragenden Gedanken.

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • guten morgen wie weiter, ich habe gerade einen längeren text wieder gelöscht, weil ich mir dann doch unsicher wurde, ob dir ein erfahrungsbericht jetzt grade weiterhilft. nur soviel, ich habe auch schon den krankenwagen gerufen, zweimal. beide male sind sie wieder umgedreht, weil der kranke es partout nicht wollte. ich fand seine gründe mehr als hirnrissig. aber ich würde es sofort wieder machen.
    wenn ein mensch in meinen augen so in not ist, daß medizinische versorgung nötig ist, dann mache ich diesen anruf und ich bin unendlich dankbar, daß das in diesem land geht.
    es geht da weniger um seine verantwortung, als um deine. denn du gibst sie in dem moment an profis ab. das kann im akuten notfall für dich eine ziemliche erleicherung sein.

  • Ich habe vor zwei Stunden hier gerade eine lange Antwort formuliert... Hatte geschrieben wie gut ich das verstehe was du schreibst wieweiter. Und dass ich vor einer ähnlichen Situation stehe.

    Mein Mann ist eigentlich völlig am Ende, weint am Telefon, hat Schmerzen, weiß er kann nicht mehr...und trotzdem geht er nicht in die Entgiftung. Er hätte dort nur anrufen müssen und er wäre gestern aufgenommen worden...

    Ich habe dann gestern geschrieben, dass ich die Schnauze voll habe und dann nicht kommen werde. Eigentlich hatte ich nämlich vor heute hin zu fahren.

    Und während ich das hier geschrieben habe, kam eine Nachricht von ihm: du musst kommen, ich sterbe.

    Ich habe geantwortet er soll den Rettungswagen rufen. Nix, keine Antwort. Dann: ich bin tot.

    Natürlich habe ich überlegt, ob er mich jetzt zwingen will zu ihm zu kommen...aber ich wusste ich muss jetzt handeln, sonst werde ich im Fall der Fälle nicht mit der Schuld klar kommen.

    Ich habe also meine Schwester angerufen. Sie hatte zum Glück Home Office und konnte mich fahren. Parallel habe ich die Rettung angerufen. Und meine Katzensitterin, die einen Schlüssel hat, um die Sanitäter rein zu lassen.

    Als ich kam waren sie schon drin. Ja, es ging ihm sehr schlecht, aber er war noch weit davon entfernt zu sterben. Will mich an meckern, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe...dann fängt er an zu weinen, ein Häufchen Elend.

    Und dann mal wieder das, was du kennst wieweiter. Wohin mit ihm? Überall Aufnahmestopp. Dann die seltsame Vorgabe sie würden ihn in die Entgiftung nur aufnehmen, wenn er nicht stark alkoholisiert sei. Er müsste ins Krankenhaus. Hin und her. Jetzt haben sie ihn in die Psychiatrie gefahren, aber ob er dort bleiben kann ist unklar.

    Für mich war es das erste Mal, dass er sowas geschrieben hat. Er dachte wohl ich komme zu ihm und keine Ahnung was... Ich denke es war richtig direkt alles in Bewegung gesetzt zu haben. Auch damit ihm klar wird, dass es Konsequenzen hat, wenn er sowas schreibt.

    Tja, und jetzt warte ich ab. Bleibt er da. Wo kommt er hin? In Windeseile Koffer gepackt und vermutlich alles vergessen. Ich selbst komplett in Aufruhr.

    Jetzt muss ich erst mal selbst zur Ruhe kommen.

    Jump! 🏵️

  • Liebe Jump,

    Ich bin in Gedanken bei dir. Hoffentlich behalten sie deinen Mann in der Psychiatrie. Mein xy war da auch schon 2 mal. Leider wurde er danach wieder rückfällig obwohl es ihm bei der Entlassung richtig gut ging.

    Ich war jedesmal erleichtert, wenn er stationär war und ich wusste, dass er in professionellen Händen ist.

  • Er ist in der Entgiftung. Er hatte wieder wahnsinnig Glück, dass dort ein Bett frei war und er direkt dort hin durfte.

    Er ist jetzt sehr froh dort zu sein.

    Das ist das was ich nicht verstehe. Vorher geht es ihm so dreckig, aber er will partout nicht hin. Und wenn er da ist, dann bedankt er sich und ist erleichtert.

  • Jump! Seine Sucht will da nicht hin, er selbst ist so überfordert das er sich aber doch sehr freut in die Entgiftung gekommen zu sein. Die Aktion die er gebracht hat, wird ihm auch sehr unangenehm sein und auch das er schlußendlich mitgenommen wurde und in die Psychatrie kam. Da ist ihm auch bewusst, das die Entgiftung besser ist als alles andere. Seine Sucht wird die Tage entscheiden lassen, wie es weiter geht.

  • Als ich in die Wohnung gekommen bin, hat mich fast der Schlag getroffen. Alles verdreckt und er das Gesicht voll Blut.

    Obwohl er es nicht wollte, hab ich den ärztlichen Notdienst angerufen und sie haben mir einen Rettungswagen geschickt. Die tollen Sanitäter haben ihn jetzt mitgenommen.

    Jetzt darf ich mal wieder saubermachen.

  • Endlich.

    Tut mir leid wenn ich das so schreibe, aber es war schwer zu lesen wie Du Dich gequält hast.

    Jetzt gilt es weiterzudenken. Er darf auf keinen Fall mehr in die Wohnung.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Jetzt darf ich mal wieder saubermachen.

    Oh, er wird sich freuen, wenn er nach Hause kommt und sieht, dass sein Leben als Säufer und das dafür erhaltene Mitleid so großzügig belohnt wird. Dann dreht sich der Alkoholiker weiter im Kreis, und der Co-Abhängige macht weiter fröhlich mit.

    Der Klassiker.

    Weiter so!

    Schließlich ist ja alles andere schon geschrieben, und wenn man sich in dieser Rolle wohlfühlt, dann wünscht man sich doch auch das Beste. Wenn es jedoch kein Wohlfühlen ist, dann sorge einfach dafür, dass es sich für dich ändert.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo wieweiter,

    ich stimme Whitewolf zu, sieh zu, dass er nicht mehr in deine Wohnung kommt. Sonst geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Lieber Hartmut,

    Es ist die auf meinen Namen gemietete Wohnung, wer sollte sie außer mir saubermachen? Wenn Du keinen Schritt mehr machen kannst ohne in Blut und Sch.... zu treten?

    Bitte gib mir einen konkreten Rat wie ich verhindern kann, dass er wieder in die Wohnung kommt? Den werde ich liebend gerne beherzigen. Hat nur schon das letztemal nicht geklappt. Wenn die Ihn aus dem Krankenhaus entlassen, was dann?

  • Bitte gib mir einen konkreten Rat wie ich verhindern kann, dass er wieder in die Wohnung kommt?

    Anwalt einschalten, falls nicht schon geschehen, Schloss austauschen, Annäherungsverbot erwirken..

    Wenn die Ihn aus dem Krankenhaus entlassen, was dann?

    Sein Problem. Dann lebt er eben auf der Straße. Aber auch dieser Rat wurde dir schon gegeben und viele mehr.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Jetzt darf ich mal wieder saubermachen.

    würde ich nur machen, wenn er nicht mehr wiederkommt. das suggeriert ihm doch, das du immer hinter ihm saubermachst. Wahrscheinlich kann er sich nicht mal erinnern, wie es darin bei seiner abreise überhaupt aussah. vernebelt schaut alles - vernebelt aus. Der Mann ist schwer suchtkrank. Das heisst, alles ALLES was zählt ist der nächste schluck und oder das vermeiden von entzugserscheinungen.
    du wartest, leidest, schrubbst das blut weg. er hat gar keinen grund das zu beenden.

    du schon.

  • Jetzt darf ich mal wieder saubermachen.

    Das wirst Du wohl noch öfter „dürfen“.

    Weil er ja auch immer wieder in Deine Wohnung darf…

    Hier ist alles geschrieben worden.

    Und falls Du es Dich fragst:

    Ja! Unter den Umständen würde ich in Kauf nehmen, dass er auf der Straße landet!

    Es wird sich dann schon eine Lösung finden, für die ER sorgen muss.

    Du DARFST dann für Dich sorgen.

  • Hallo wieweiter, ich würde sagen die Party ist vorbei,das war’s und würde zur Polizei gehen. Deine Situation schildern und mal schauen was die dazu sagen. Vielleicht können die dir weiterhelfen. Lg

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

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