Beiträge von koda

    Oder sie sollten endlich dafür zu sorgen, dass die Sauferei aufhört. Oder eben beschuldigt, nicht genug zu machen. Das ist meine Erfahrung damit

    Meine auch. Ich sollte auch immer wieder auf meinen Vater Einfluss nehmen. Irgendwas in mir hat sich dagegen gesträubt, so auf ihn einzuwirken. Er hat genervt reagiert, sich gemaßregelt gefühlt und meist hab ich das Thema dann schnell wieder fallen lassen.

    Hallo summersun, ich bin EKA und setze mich seit einiger zeit intensiv damit auseinander was der alkohol in meiner familie angerichtet hat. Meine eltern haben beide jahrzehnte im suchtkreislauf verharrt. Mein vater war funktionierender alkoholiker, und hat seine arbeit bis er pensioniert wurde immer machen können ohne groß aufzufallen. Überhaupt war das glaube ich sein lebensmotto, bloß nicht auffallen. Nach außen den schein waren und die heile familie mimen. Meine mutter hat sehr unter seinem konsum gelitten, und wurde immer unglücklicher. Eine wesensveränderung habe ich bei beiden wahrgenommen. Sie machten einander für ihr nicht vorhandenes wohlbefinden verantwortlich, aussteigen wollte keiner. Verstanden habe ich als kind natürlich wenig von all den verstrickungen. Aber gespürt habe ich sie immens.

    Ich les deinen letzten post grad zum zweiten mal. Du klingst entschlossen, und auf einem guten weg. Danke daß du es mit uns teilst. Und du bist nicht alleine, das ist so viel wert!

    Ich schreibe mal aus EKA sicht, wie ich das bei uns zuhause wahrgenommen habe.

    Charakterveränderungen kenne ich auch von meinem Vater. Es gab viele Auseinandersetzungen. Meine mutter rieb sich sehr auf an ihm. Meistens hat er geschwiegen, und sie stattdessen angestarrt. Blicke, wütend, ohnmächtig, aber auch so halb abwesend. Oft ist er dann auch einfach gegangen, in den keller zu seinem besten freund, dem alkohol. Meine mutter hat das wahnsinnig gemacht. Das der alkohol sein wesen verändert haben könnte habe ich mich aber erst die letzten jahre getraut zu denken. Vorher waren für mich immer alle die an ihm herumbiegen die "bösen". Ich sehe das heute auch sehr kritisch, denn mein vater hatte dadurch das ich immer auf seiner seite stand, eine kindliche verbündete. Und ich war damit komplett überfordert. Ich wusste für mich, daß das ertränken und betäuben ein teil von ihm ist.

    Hi becca, dein beratungstermin kommt noch oder? Tut mir leid zu lesen, daß du gestern solch einen schlimmen tag hattest. Ich wollte dir dazu noch folgendes mitgeben, meine eltern haben es nicht geschafft sich zu trennen, bzw. Was ich als kind als schlimm empfunden habe, sie wollten es nicht. Mein vater war funktionierender alkoholiker. Er wurde nie gewalttätig oder beleidigend, aber meine mutter hat wahnsinnig unter seiner trinkerei gelitten. Den alkoholkonsum haben beide vor uns gut kaschiert, ich hab erst als erwachsene begriffen, wie problematisch das eigentlich war und das es nicht normal ist, wenn papa abends literweise alkohol trinkt. Aber die auseinandersetzungen zwischen meinen eltern die habe ich sehr wohl mitbekommen. Beide eltern haben sich zudem trost bei mir gesucht. Meine mutter wurde es nicht müde zu sagen, daß sie längst gegangen wäre, wenn nicht wir kinder wären. Die ohnmacht und wut, die ich damals empfunden habe, werde ich nie vergessen.

    Ich wünsche dir kraft und klarheit, und mut auf deine und die bedürfnisse deiner kinder zu achten. Pass auf dich auf!

    Danke elly, nein ich nehme nichts. Hab mich ehrlich gesagt auch noch nicht getraut damit mal zum arzt zu gehen, so nach dem motto andere haben es doch schlimmer getroffen. Hatte immer ganz guten support von meinen engen freunden. Und es kommt auch ein bisschen scham dazu. Meine mutter hatte jahrzehnte schlafstörungen, und mich stört bis heute, wie sie das nach aussen trägt. Und jetzt ich auch, denke ich dann, und rolle innerlich die augen über mich, und sag mir dann, geht schon

    Schlafstörungen. Ich wache vom Denken auf, Gedanken, die hin und her springen, to dos durchgehen - als ob ich irgendwas davon nachts erledigen könnte, Körper so müde, aber das Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Anfang der Woche hab ich mich endlich getraut, etwas zu kündigen, daß ich die ganze Zeit noch für ihn bezahlt habe. Ein irre schlechtes Gewissen, weil ich ihm das Leben dadurch schwerer mache. Wieso eigentlich? Er kann doch für sich selbst sorgen. Neulich haben wir telefoniert, sehr lange, eigentlich wars ein Monolog, ich hab nur zugehört, und mich danach über mich selbst geärgert, daß ich wiedermal in die gleiche Falle getappt bin. Für ihn da sein, und dabei unsichtbar werden. Gott sei Dank werden die Impulse weniger, mich zu melden.

    Das mit der Vergesslichkeit habe ich auch als zusätzliche Erschwernis empfunden. Wir hatten teilweise stundenlange Gespräche, die ich in dem Moment als positiv empfunden habe, weil er einsichtig schien. Aber er konnte sich im Nachhinein an wahnsinnig viel einfach nicht mehr erinnern. Dabei dachte ich, daß ich einschätzen könnte, wann er klar/nüchtern ist, im Nachhinein weiß ich, daß er mir nur so vorkam, und mein Eindruck mich auch einfach immer wieder getäuscht hat. Im Grunde war er eigentlich immer benebelt.

    Einfach ist es bestimmt nicht, es zieht ja soviel kraft in der situation zu bleiben. Aber es kann sich verändern wenn eure sicherheit an erste stelle rückt. Ihn wirst du nicht verändern können, es klingt eher so, als hätte ihn die sucht felsenfest im griff.

    Liebe becca, es ist gut daß du hier schreibst und ganz sicher hast du keinen an der klatsche. Ich sehe es wie elly. Es ist gut daß noch nichts passiert ist, aber daß er ungewollt reinkommen kann und das auch schon getan hat, kann gefährlich werden. Nicht weil dein mann per se gefährlich ist, aber die tatsache das er sich selbst wenn es nicht oft passiert über deinen wunsch hinwegsetzt ist kein gutes zeichen. Ein nasser alkoholiker kann da zu ner tickenden zeitbombe werden. Wie schätzt du es selbst ein?

    Wenn er aber seinen Pegel erreicht hat, macht er auch nicht halt ins Schlafzimmer zu gehen und weiter zu beschimpfen etc. Ist in letzter Zeit zum Glück kaum vorgekommen aber wenn dann macht er nicht mal vor den Kindern halt

    Oje, das ist nicht gut. Ich bin auch oft nachts geweckt worden, wenn auch nicht aufgrund von alkoholeinfluss, aber mich hat das nachhaltig traumatisiert. Bis heute fühle ich mich manchmal in meinen eigenen vier wänden nicht sicher, besonders nachts.

    Da wäre definitiv für mich ne grenze erreicht. Ich habe auch anfang des jahres mit jemandem zusammengelebt, der permanent betrunken war. Je später der abend, desto betrunkener wurde er. Er hat sich gott sei dann selbst ab einem gewissen punkt zurückgezogen zum trinken Aber ich war nachts sehr angespannt, bin oft aufgewacht, hab ihn auch herumgeistern hören. Und wir hatten ein gutes verhältnis. Aber die unberechenbarkeit die die trunkenheit mit sich bringt, die hab ich ernstgenommen, und sie hat mir angst gemacht.

    Das schlafzimmer ist ein ort der sicherheit oder sollte es sein. Da hast du ja deine grenze des erträglichen sicher schon verschoben. Sei vorsichtig.

    Danke elly. Du hast recht. Die alternativen suche ich mir ja am besten wenn das kind nicht schon in den brunnen gefallen ist, also in zeiten wo ich ausbalanciert bin. Zu schauen, daß die alternativen die gleiche selbstverständlchkeit bekommen, und sie mir tatsächlich guttun. Mit dem hund zeit verbringen ist sowas für mich. Und hier schreiben, und lesen dürfen.

    Natürlich ist es nicht einfach, einen Schicksalsschlag zu verarbeiten, und man befindet sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. Aber was hat das mit einem Alkoholiker und dem erneuten Beginn des Saufens zu tun?

    Genau das. der emotionale Ausnahmezustand. Wenns mir den Boden unter den Füßen wegzieht, ist die Gefahr zumindest da, das ich auf (frühere) bewährte Bewältigungsstrategien zurückgreife. Bei mir wäre das das Rauchen. Bei mir ist (war/ist) abgespeichert, daß eine Zigarette in Phasen extremer Belastung irgendwie Erleichterung verschafft. Ist natürlich quatsch (Verstand), aber wirkt (Emotion). Wenn das eigene Befinden jetzt so aus der Balance ist, daß die Emotionen überkochen, dann ist das doch mehr als nur der Freibrief um ... zu... ?

    Was ist wenn? - Solange du sie nicht heiratest (war doch mal der Plan oder?), kannst du doch auch jederzeit aussteigen, wenn sich deine Ängste bewahrheiten sollten.
    Und ich würde auch sagen, fang an dich ernst zu nehmen. Es scheint, daß du nicht nur ihre Reaktion fürchtest, wenn du es ansprichst, sondern dich auch für deine eigenen Empfindungen fertigmachst. ("niedriges Niveau, Mücke-Elefant, du Exot, eigenartig, phobisch"). Was würde sich denn ändern, wenn es OK ist, was es in dir auslöst? Also erst mal für dich.