Beiträge von koda

    Das mit der Vergesslichkeit habe ich auch als zusätzliche Erschwernis empfunden. Wir hatten teilweise stundenlange Gespräche, die ich in dem Moment als positiv empfunden habe, weil er einsichtig schien. Aber er konnte sich im Nachhinein an wahnsinnig viel einfach nicht mehr erinnern. Dabei dachte ich, daß ich einschätzen könnte, wann er klar/nüchtern ist, im Nachhinein weiß ich, daß er mir nur so vorkam, und mein Eindruck mich auch einfach immer wieder getäuscht hat. Im Grunde war er eigentlich immer benebelt.

    Einfach ist es bestimmt nicht, es zieht ja soviel kraft in der situation zu bleiben. Aber es kann sich verändern wenn eure sicherheit an erste stelle rückt. Ihn wirst du nicht verändern können, es klingt eher so, als hätte ihn die sucht felsenfest im griff.

    Liebe becca, es ist gut daß du hier schreibst und ganz sicher hast du keinen an der klatsche. Ich sehe es wie elly. Es ist gut daß noch nichts passiert ist, aber daß er ungewollt reinkommen kann und das auch schon getan hat, kann gefährlich werden. Nicht weil dein mann per se gefährlich ist, aber die tatsache das er sich selbst wenn es nicht oft passiert über deinen wunsch hinwegsetzt ist kein gutes zeichen. Ein nasser alkoholiker kann da zu ner tickenden zeitbombe werden. Wie schätzt du es selbst ein?

    Wenn er aber seinen Pegel erreicht hat, macht er auch nicht halt ins Schlafzimmer zu gehen und weiter zu beschimpfen etc. Ist in letzter Zeit zum Glück kaum vorgekommen aber wenn dann macht er nicht mal vor den Kindern halt

    Oje, das ist nicht gut. Ich bin auch oft nachts geweckt worden, wenn auch nicht aufgrund von alkoholeinfluss, aber mich hat das nachhaltig traumatisiert. Bis heute fühle ich mich manchmal in meinen eigenen vier wänden nicht sicher, besonders nachts.

    Da wäre definitiv für mich ne grenze erreicht. Ich habe auch anfang des jahres mit jemandem zusammengelebt, der permanent betrunken war. Je später der abend, desto betrunkener wurde er. Er hat sich gott sei dann selbst ab einem gewissen punkt zurückgezogen zum trinken Aber ich war nachts sehr angespannt, bin oft aufgewacht, hab ihn auch herumgeistern hören. Und wir hatten ein gutes verhältnis. Aber die unberechenbarkeit die die trunkenheit mit sich bringt, die hab ich ernstgenommen, und sie hat mir angst gemacht.

    Das schlafzimmer ist ein ort der sicherheit oder sollte es sein. Da hast du ja deine grenze des erträglichen sicher schon verschoben. Sei vorsichtig.

    Danke elly. Du hast recht. Die alternativen suche ich mir ja am besten wenn das kind nicht schon in den brunnen gefallen ist, also in zeiten wo ich ausbalanciert bin. Zu schauen, daß die alternativen die gleiche selbstverständlchkeit bekommen, und sie mir tatsächlich guttun. Mit dem hund zeit verbringen ist sowas für mich. Und hier schreiben, und lesen dürfen.

    Natürlich ist es nicht einfach, einen Schicksalsschlag zu verarbeiten, und man befindet sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. Aber was hat das mit einem Alkoholiker und dem erneuten Beginn des Saufens zu tun?

    Genau das. der emotionale Ausnahmezustand. Wenns mir den Boden unter den Füßen wegzieht, ist die Gefahr zumindest da, das ich auf (frühere) bewährte Bewältigungsstrategien zurückgreife. Bei mir wäre das das Rauchen. Bei mir ist (war/ist) abgespeichert, daß eine Zigarette in Phasen extremer Belastung irgendwie Erleichterung verschafft. Ist natürlich quatsch (Verstand), aber wirkt (Emotion). Wenn das eigene Befinden jetzt so aus der Balance ist, daß die Emotionen überkochen, dann ist das doch mehr als nur der Freibrief um ... zu... ?

    Was ist wenn? - Solange du sie nicht heiratest (war doch mal der Plan oder?), kannst du doch auch jederzeit aussteigen, wenn sich deine Ängste bewahrheiten sollten.
    Und ich würde auch sagen, fang an dich ernst zu nehmen. Es scheint, daß du nicht nur ihre Reaktion fürchtest, wenn du es ansprichst, sondern dich auch für deine eigenen Empfindungen fertigmachst. ("niedriges Niveau, Mücke-Elefant, du Exot, eigenartig, phobisch"). Was würde sich denn ändern, wenn es OK ist, was es in dir auslöst? Also erst mal für dich.

    Obst, käse, ein besonderes brot., selbstgemachte limonade. Wenn bei uns jemand geburtstag hat, gibts oft auch kuchen. Ich finde es auch mittlerweile daneben, alkohol anzubieten. Die wahrscheinlichkeit, ďaß trockene alkoholiker in der runde sind, ist doch immer da.

    Wir sind alle anders gestrickt und in anderen Situationen. Ich habe schlicht und ergreifend keinen blassen Schimmer: Wie ticken die Leute so allgemein eigentlich, was Alkohol angeht?

    Keiner weiß besser über deine situation bescheid als du selbst. Setz doch bei dir an. Das was als normal angesehen wird, kann sich ja verändern. Statistiken ändern sich. Zumal es wahrscheinlich unzählige gibt. Deine besagt ja njur was zur konsummenge, nichts darüber wie es -den leuten- damit geht Eine befreundete ärztin sagte mir, jeder ddr mi d. Drei mal in der woche alkohol konsumiert, gilt als süchtig. Eine andere perspektivr.

    Irgendjemand schrieb mal in deinem faden, wars whitewolf, daß es für sie zum guten leben dazugehört, das trinken. Ich hoffe ich paraphrasiere nicht falsch. Und wenn das so wäre, dann wäre es a ihr gutes recht und b vielleicht auch übergriffig zu erwarten, daß sie etwas ändern soll, was für sie dazugehört. Wir schnitzen uns ja unsere partner nicht.

    Weiss deine partnerin um deine ängste?

    Da würde ich auch noch mal einhaken. Denn selbst meine formulierung wie sich das -normale- definiert, ist vielleicht von mir auch schon zu sehr pauschalisiert. Ich wills mal versuchen aus meiner sicht noch zu differenzieren. Worauf ich mich festlegen würde ist das fluide daran. Sozialisiert wurde ich als kind eines trinkenden und eines co abhängigen elternteils, und da wurden mir schon widersprüche mitgegeben. Es ist normal zu trinken, - glaubenssatz wenn ich den blick auf meinen vater gerichtet habe. Es ist alles andere als normal, und man trinkt nicht, der glaubenssatz wenn ich auf meine mutter geblickt habe. Dass sie gelitten hat und zwar immens hab ich verstanden als kind, daß er gelitten und getrunken hat auch. Da ich mich emotional früh auf seine seite geschlagen habe, war allerdings so gut wie alles was er tat für mich nachvollziehbar. Daß es für beide unerträglich war, habe ich auch verstanden. Auch das war normal, wenn ich mir auch schwor, daß ich die ich nenns mal normalität des unerträglichen nicht haben will in meinem zuhause.

    Statistiken, WHO, o.ä. bringt mich persönlich nicht weiter. Noch vor ein paar jahren hiess es eine kleine menge alkohol sei gesund. Mein körper signalisierte mir aber sehr oft durch unwohlsein, daß alkohol sehr wohl schädlich ist. Hier kann ich mich als nicht süchtige also auf meinen kontakt mit mir selbst verlassen. Fühlt sich nicht gut an, also mach ichs nicht. Mein körpersinn (gibts das?) Ich meine diese mal leisere mal lautere stimme in mir, die mich über die vorgänge im eigenen system auf dem laufenden hält. Bps. Mir ist übel, durchfall, kopfscmerzen, schlafstörungen). Wenns was zu verarbeiten gibt, ist mein körper mehr im stress, einbisschen in alarmbereitschaft. Begegne ich betrunkenen in der bahn, auf der strasse springt meine innere alarmanlage an. Ich wechsel die strassenseite, bring mich in sicherheit. Selbst wenns offenkundig keine bedrohnung gab, geht mein selbstschutzmodus an. Ich hab ein vermehrtes bedürfnis über das erlebte zu sprechen, mein umfeld kann aber nur bedingt nachempfinden, wovon ich rede. -du bist ja ganz schön traumatisiert, hör ich dann, es klingt bedauernd, mitleidig). Ich registriere nicht mehr alkoholkonsum bei anderen, aber ich registriere bei mir eine höhere sensibilität. Ich brauche also eine andere selbstfürsorge als noch vor einem jahr.

    Zu wirr? Ich schicks mal ab. Wir sind ja im austausch. Gedanken teilen.

    Hi sorrowful, ich komm mal zu dir wenns ok ist.

    Ich glaube auch dass -normal- extrem dehnbar ist. Weil es mit empfundenen grenzen zusammenhängt. Und sich auch ändern kann, je nach erfahrungen die man macht. Und du hast ja negative erfahrungen gemacht, wenn auch nicht in der kindheit, sondern im erwachsenenalter. Dich zu vergleichen mit anderen ist da wahrscheinlich wenig zielführend, viel wichtiger ist ja die frage, mit was kannst du leben, oder was brauchst du um dich wohl zu fühlen?

    Unruhe, beim anblick von alkoholkonsum von anderen kenne ich auch. Klar ist für mich trotzdem, ich sortiere jetzt nicht meine freunde aus. Aber ich rede drüber, und schaue daß aus unruhe keine panik wird. Ich hatte neulich einen seltsamen übelkeitsanfall nach einem kneipenbesuch., obwohl alles eigentlich nett war. Niemand war betrunken, aber offensichtlich ertrage ich, oder besser mein körper, der ist direkter im wahrnehmen als mein intellekt, manchen anblick gerade nicht, der mir vor einem jahr noch völlig egal war. Das nehme ich ernst. Für mich heisst es situativ abwägen. Und nach hause gehen, wenns zuviel wird.

    Klingt als würde er den druck für sich erst recht im suff ertränken. Pass auf dich auf, sonnenschein. Seine welt ist ja auch deine, zumindest momentan noch. Dein sicherer hafen (wohnung) ist ja auch sein sicherer hafen. Und das er sehr betrunken nach hause kommt, kann wirklich gefährlich werden. Konfrontative gespräche können auch eskalieren. Aus meiner erfahrung kommen tränen auch schneller im vollsuff. Aber aggressionen eben auch.

    Mein freund ist im frühsommer kollabiert. Seine welt war da allerdings schon lange aus den fugen. Familie tausende km weit weg. Keine arbeit über einen sehr langen zeitraum. Die meiste zeit saß er in seinem zimmer und hat getrunken. Ich geschwankt zwischen zuneigung, mitleid, dann wieder frust und auch wut. Er unternahm einfach NICHTS, um sich aus dem loch wieder rauszuholen. Dann zog er bei mir aus, und verlor schliesslich auch sein nächstes zimmer. Eigentlich erst mit der obdachlosigkeit kam die einsicht, und der wille was zu verändern. Da hatte ich mich dann aber auch aus so gut wie allem rausgezogen. Aber ich hatte immer wieder den impuls ihm vorallem bei der zimmersuche zu helfen, und das absurde war - oder co? , ich hab stunden verbracht im internet nach zimmern zu schauen, ihm dann aber nichts davon geschickt, was mir unendlich schwer gefallen ist. Herumfragen nach zimmern wollte ich aber auch nicht mehr, weil ich niemandem guten gewissens einen dauerhaft betrunkenen empfehlen konnte. Für mich war alles so logisch, was jetzt zu tun ist.

    Für ihn aber nicht. Ja ich weiss sagte er oft, auch unter tränen manchmal. Der satz kam auch von meinem vater wahnsinnig oft. Ich weiss. Subtext, lass mich in ruhe, ich werde weitermachen wie bisher.

    Jede biografie ist anders vielleicht kommt die einsicht, vielleicht nicht. Was aber klar ist, solange ihr unter einem dach seid, ist die schlinge um seinen hals auch deine, und die deiner kinder.

    Hallo, ich schreibe mal meine erfahrung als EKA. Meine eltern haben es nicht geschafft den trennungsschritt zu vollziehen. Erst lange nachdem wir kinder aus dem haus waren und ich habe es gehasst, daß sie zusammenblieben. Die spannungen, die verzweiflung, das alles hing in meinem elternhaus fest. Mein vater der täglich mehr grund sah zu trinken, meine mutter die auf dem zahnfleisch ging. Für mich war es normal, daß mein vater trank, und meine mutter sich vergeblich an ihm abarbeitete. Normal, aber unerträglich. Wenn du schreibst von deiner morgendlichen panikattacke erinnert mich das sehr daran, daß das unerträgliche einfach so ist nicht zu ändern und furchtbar. Ich kann dir gar nicht sagen, was das für einen käfig schuf. Das aushalten ist wirklich gift für alle beteiligten.