Beiträge von koda

    Obst, käse, ein besonderes brot., selbstgemachte limonade. Wenn bei uns jemand geburtstag hat, gibts oft auch kuchen. Ich finde es auch mittlerweile daneben, alkohol anzubieten. Die wahrscheinlichkeit, ďaß trockene alkoholiker in der runde sind, ist doch immer da.

    Wir sind alle anders gestrickt und in anderen Situationen. Ich habe schlicht und ergreifend keinen blassen Schimmer: Wie ticken die Leute so allgemein eigentlich, was Alkohol angeht?

    Keiner weiß besser über deine situation bescheid als du selbst. Setz doch bei dir an. Das was als normal angesehen wird, kann sich ja verändern. Statistiken ändern sich. Zumal es wahrscheinlich unzählige gibt. Deine besagt ja njur was zur konsummenge, nichts darüber wie es -den leuten- damit geht Eine befreundete ärztin sagte mir, jeder ddr mi d. Drei mal in der woche alkohol konsumiert, gilt als süchtig. Eine andere perspektivr.

    Irgendjemand schrieb mal in deinem faden, wars whitewolf, daß es für sie zum guten leben dazugehört, das trinken. Ich hoffe ich paraphrasiere nicht falsch. Und wenn das so wäre, dann wäre es a ihr gutes recht und b vielleicht auch übergriffig zu erwarten, daß sie etwas ändern soll, was für sie dazugehört. Wir schnitzen uns ja unsere partner nicht.

    Weiss deine partnerin um deine ängste?

    Da würde ich auch noch mal einhaken. Denn selbst meine formulierung wie sich das -normale- definiert, ist vielleicht von mir auch schon zu sehr pauschalisiert. Ich wills mal versuchen aus meiner sicht noch zu differenzieren. Worauf ich mich festlegen würde ist das fluide daran. Sozialisiert wurde ich als kind eines trinkenden und eines co abhängigen elternteils, und da wurden mir schon widersprüche mitgegeben. Es ist normal zu trinken, - glaubenssatz wenn ich den blick auf meinen vater gerichtet habe. Es ist alles andere als normal, und man trinkt nicht, der glaubenssatz wenn ich auf meine mutter geblickt habe. Dass sie gelitten hat und zwar immens hab ich verstanden als kind, daß er gelitten und getrunken hat auch. Da ich mich emotional früh auf seine seite geschlagen habe, war allerdings so gut wie alles was er tat für mich nachvollziehbar. Daß es für beide unerträglich war, habe ich auch verstanden. Auch das war normal, wenn ich mir auch schwor, daß ich die ich nenns mal normalität des unerträglichen nicht haben will in meinem zuhause.

    Statistiken, WHO, o.ä. bringt mich persönlich nicht weiter. Noch vor ein paar jahren hiess es eine kleine menge alkohol sei gesund. Mein körper signalisierte mir aber sehr oft durch unwohlsein, daß alkohol sehr wohl schädlich ist. Hier kann ich mich als nicht süchtige also auf meinen kontakt mit mir selbst verlassen. Fühlt sich nicht gut an, also mach ichs nicht. Mein körpersinn (gibts das?) Ich meine diese mal leisere mal lautere stimme in mir, die mich über die vorgänge im eigenen system auf dem laufenden hält. Bps. Mir ist übel, durchfall, kopfscmerzen, schlafstörungen). Wenns was zu verarbeiten gibt, ist mein körper mehr im stress, einbisschen in alarmbereitschaft. Begegne ich betrunkenen in der bahn, auf der strasse springt meine innere alarmanlage an. Ich wechsel die strassenseite, bring mich in sicherheit. Selbst wenns offenkundig keine bedrohnung gab, geht mein selbstschutzmodus an. Ich hab ein vermehrtes bedürfnis über das erlebte zu sprechen, mein umfeld kann aber nur bedingt nachempfinden, wovon ich rede. -du bist ja ganz schön traumatisiert, hör ich dann, es klingt bedauernd, mitleidig). Ich registriere nicht mehr alkoholkonsum bei anderen, aber ich registriere bei mir eine höhere sensibilität. Ich brauche also eine andere selbstfürsorge als noch vor einem jahr.

    Zu wirr? Ich schicks mal ab. Wir sind ja im austausch. Gedanken teilen.

    Hi sorrowful, ich komm mal zu dir wenns ok ist.

    Ich glaube auch dass -normal- extrem dehnbar ist. Weil es mit empfundenen grenzen zusammenhängt. Und sich auch ändern kann, je nach erfahrungen die man macht. Und du hast ja negative erfahrungen gemacht, wenn auch nicht in der kindheit, sondern im erwachsenenalter. Dich zu vergleichen mit anderen ist da wahrscheinlich wenig zielführend, viel wichtiger ist ja die frage, mit was kannst du leben, oder was brauchst du um dich wohl zu fühlen?

    Unruhe, beim anblick von alkoholkonsum von anderen kenne ich auch. Klar ist für mich trotzdem, ich sortiere jetzt nicht meine freunde aus. Aber ich rede drüber, und schaue daß aus unruhe keine panik wird. Ich hatte neulich einen seltsamen übelkeitsanfall nach einem kneipenbesuch., obwohl alles eigentlich nett war. Niemand war betrunken, aber offensichtlich ertrage ich, oder besser mein körper, der ist direkter im wahrnehmen als mein intellekt, manchen anblick gerade nicht, der mir vor einem jahr noch völlig egal war. Das nehme ich ernst. Für mich heisst es situativ abwägen. Und nach hause gehen, wenns zuviel wird.

    Klingt als würde er den druck für sich erst recht im suff ertränken. Pass auf dich auf, sonnenschein. Seine welt ist ja auch deine, zumindest momentan noch. Dein sicherer hafen (wohnung) ist ja auch sein sicherer hafen. Und das er sehr betrunken nach hause kommt, kann wirklich gefährlich werden. Konfrontative gespräche können auch eskalieren. Aus meiner erfahrung kommen tränen auch schneller im vollsuff. Aber aggressionen eben auch.

    Mein freund ist im frühsommer kollabiert. Seine welt war da allerdings schon lange aus den fugen. Familie tausende km weit weg. Keine arbeit über einen sehr langen zeitraum. Die meiste zeit saß er in seinem zimmer und hat getrunken. Ich geschwankt zwischen zuneigung, mitleid, dann wieder frust und auch wut. Er unternahm einfach NICHTS, um sich aus dem loch wieder rauszuholen. Dann zog er bei mir aus, und verlor schliesslich auch sein nächstes zimmer. Eigentlich erst mit der obdachlosigkeit kam die einsicht, und der wille was zu verändern. Da hatte ich mich dann aber auch aus so gut wie allem rausgezogen. Aber ich hatte immer wieder den impuls ihm vorallem bei der zimmersuche zu helfen, und das absurde war - oder co? , ich hab stunden verbracht im internet nach zimmern zu schauen, ihm dann aber nichts davon geschickt, was mir unendlich schwer gefallen ist. Herumfragen nach zimmern wollte ich aber auch nicht mehr, weil ich niemandem guten gewissens einen dauerhaft betrunkenen empfehlen konnte. Für mich war alles so logisch, was jetzt zu tun ist.

    Für ihn aber nicht. Ja ich weiss sagte er oft, auch unter tränen manchmal. Der satz kam auch von meinem vater wahnsinnig oft. Ich weiss. Subtext, lass mich in ruhe, ich werde weitermachen wie bisher.

    Jede biografie ist anders vielleicht kommt die einsicht, vielleicht nicht. Was aber klar ist, solange ihr unter einem dach seid, ist die schlinge um seinen hals auch deine, und die deiner kinder.

    Hallo, ich schreibe mal meine erfahrung als EKA. Meine eltern haben es nicht geschafft den trennungsschritt zu vollziehen. Erst lange nachdem wir kinder aus dem haus waren und ich habe es gehasst, daß sie zusammenblieben. Die spannungen, die verzweiflung, das alles hing in meinem elternhaus fest. Mein vater der täglich mehr grund sah zu trinken, meine mutter die auf dem zahnfleisch ging. Für mich war es normal, daß mein vater trank, und meine mutter sich vergeblich an ihm abarbeitete. Normal, aber unerträglich. Wenn du schreibst von deiner morgendlichen panikattacke erinnert mich das sehr daran, daß das unerträgliche einfach so ist nicht zu ändern und furchtbar. Ich kann dir gar nicht sagen, was das für einen käfig schuf. Das aushalten ist wirklich gift für alle beteiligten.

    Hallo schmidtty, geht mir ähnlich. Ich hattd auch schon öfter das bedürfnis mir sachen einfach von der seele zu schreiben, und dann kürze ich ganz arg, weil ich nicht erkannt werden will und schreibs stattdessen mit der hand, nur für mich. Zumal man das forum ja wirklich gut findet. Man kann halt situationen nicht unbedingt auserzählen, oder sachen einfach runterschreiben. Führst du denn für dich alleine ein tagebuch?

    Liebe grüße

    Koda

    Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob das einordnen wirklich immer so hilfreich ist. Die gefahr sehe ich in zuviel verständnis für den trinkenden partner und sein eigentlich desaströses verhalten, das dann wiederum dazu führen kann, daß man sich noch mehr aufbürdet, noch mehr erträgt, weil man jetzt ja noch verstehen kann, warum der andere sich so verhält. Die eigenen symptome wie übelkeit, schlaflosigkeit, weinen fand ich da als wegweiser für mich hilfreich. Als du geschrieben hast, du wünschst dir mal jemanden, der sich schützend vor dich stellt, das ist eine wichtige info, die von dir selbst kommst, das du das jetzt brauchst.

    Hallo, das ist ja ne schlimme situation in der du dich befindest. Gemeinsame kinder, gemeinsame wohnung und gemeinsame firma. Kein wunder, daß dir das über den kopf wächst, zumal er ja den alkohol überall integriert hat und dich damit unglaublich rein und runterzieht. Hast du eine freundin, die dich unterstützen Kann? Das mit dem anwalt finde ich auch eine gute idee. Hol dir hilfe, du hast JEDES recht dazu.

    Pass auf dich auf!

    Also wenn er schon morgens trinkt, dann kann es ja theoretisch immer sein, daß er mit pegel auto fährt, und damit ist die fahrt und das kind einem riskiko ausgesetzt. Je nach level, den er braucht, kann das ja immens viel werden, ohne daß du es merken würdest. Aus sicht des alkoholikers ist es kein problem, weil er ja vielleicht erst funktioniert ( und aus seiner sicht dann sicher fahren kann) wenn er auf level ist.

    Ich trinke ja selbst selbst seit monaten nichts mehr, und habe kneipenausflüge auch eher vermieden. Jetzt bin ich am wochenende mal wieder mitgegangen, und trotz nichtkonsums mit übelkeit und erbrechen aufgewacht. Vor zwei wochen hatte ich die gleichen symptome schon mal, allerdings ohne kneipenbesuch. So ganz verknüpfen kann ich die beiden sachen also nicht. Ich tippe auf meine psyche, die die erlebnisse im frühjahr noch nicht verarbeitet hat. Und in der kneipe all die trinkenden menschen zu sehen, hat mich vielleicht mehr gestresst, als ich in dem moment wahrnehmen konnte. Ich wollte das gerne mit euch teilen, aber auch mal in die runde fragen, ob das jemand kennt.

    Irgendwo bin ich aner auch „sauer“ dass es nie so ernst genommen worden ist, wenn ich gesagt habe dass mein Vater ein Alkoholiker ist :(

    Diese Gleichzeitigkeit an Gefühlen und Gedanken, die scheinbar so widersprüchlich sind, kenne ich auch nur zu gut. Mir wurde manchmal vorgeworfen, daß ich nicht genug Position beziehe, weil ich doch diejenige war, die den meisten Einfluss, weil engste Bindung zu unserem Vater hatte. Das hat immer solch einen Druck erzeugt, als hinge es an mir, und mir alleine, meine Verbindung zu nutzen, um ihm ins Gewissen zu reden. Ich bin so dankbar für dieses Forum, weil ich hier zum ersten Mal seit Jahren lesen durfte, was ich schon seit langem gespürt habe, daß es nicht in meiner Macht steht, meinen Vater zu ändern, und das auch nie der Fall war. Ich habe meistens darauf beharrt, daß ich das nicht kann und auch nicht will, aber es war nicht einfach, den Vorwurf auszuhalten, daß ich mich nicht genug "reinhänge".

    Willkommen hier, Mace. Schön, daß du hierher gefunden hast.

    Abstand ist gut! Und wenn es soweit ist: darüber reden.

    So habe ich das auch erlebt, ich bin ebenfalls in einem sehr destruktiven Suchthaushalt groß geworden, ohne die Dynamiken irgendwie zu überblicken, habe ich die Auswirkungen auf die Atmosphäre zuhause immer als durchtränkt von seelischer Not, Schwere, Wut und Stagnation empfunden. Ich bin auch früh ausgezogen, weil es buchstäblich nicht zum Aushalten war, nicht ganz ohne schlechtes Gewissen, weil ich meinen Bruder damit alleine liess, aber ich bin froh, daß sich da eine Art Überlebenssinn durchsetzte, der mich darin bestärkte, mir ein Zuhause zu suchen und zu schaffen, an dem ich mich sicher fühle, und an dem ich frei atmen kann. Das Drüber reden kam deutlich später, ich bin auch jahrelang in den Rückzug, und ich bin nachwievor sehr vorsichtig, was ich mit meinen Eltern besprechen möchte. Als hilfreich habe ich immer eher den Austausch mit anderen empfunden. Auch das Schreiben, und Tagebuchführen hat mir sehr geholfen.

    Trotzdem habe ich mich Anfang des Jahres an der Seite eines triefnassen Alkoholikers wiedergefunden, und habe über die Auseinandersetzung in diesem Drama eine neuerliche Auseinandersetzung mit meinem Elternhaus begonnen. Vorallem die Beziehung und Rolle meines Vaters sehe ich gerade mit anderen Augen, sehr lange bin ich einfach seiner Opfererzählung gefolgt, und konnte aus seiner Sicht immer nachvollziehen, warum er getrunken hat. Was aus heutiger Sicht völliger Quatsch ist, denn woher soll ein Kind wissen, warum ein Erwachsener trinkt – und wie kommt der Erwachsene überhaupt dazu, sein Kind darüber aufzuklären, warum er trinkt, außer mit der Intention es zu seinem Ally zu machen, was das Zuhause mehr zu einem Kriegsschauplatz macht, als zu einem sicheren Hafen.

    Den Prozess empfinde ich auch gerade am schmerzhaftesten: die eigene Erzählung aus meiner Kindheit zu überarbeiten, daß die Täter-Opfer-Dynamik so eindeutig nie war, und ich als Kind gehörig instrumentalisiert wurde. Anders wahrnehmen, anders aufschreiben, und das Geschriebene sowie das hier jetzt auch als Momentaufnahme sehen. DIe Wahrheit gibt es nicht, es gibt nur meine Sichtweise darauf. Woran orientiere ich mich? Ist mir seit ich hier angemeldet bin und mitlese, manchmal schreibe, auch immer wieder eine Frage: mein Körper erscheint mir da ein wichtiger Partner, vielleicht mein wichtigster. Gedanken, auch, z.B. wenn ich nachts vom Grübeln wachwerde, aber es ist vorallem mein Körper, der sie vor mir hört, oder sie als bewusst/wach wahrnimmt.

    Drüber reden würde ich für mich weiter fassen. Einen Ausdruck finden, es aus meinem Kopf (ungeordnet, fragmentiert, ein Gebilde aus Erinnerungen, Momentaufnahmen, Gefühlen) hinüber in die materielle, physische Welt befördern, ordnen, sortieren, als Text, als Gespräch, als Bild. Hatte jetzt schon öfters ein Gefühl der Erleichterung, weil es anderen hier ähnlich ging/geht wie mir. Das Gefühl nicht alleine zu sein, und dranzubleiben, mich zu bewegen.

    Da bin ich auch drauf gestossen.

    Hier noch mal was du selbst vor ein paar tagen geschrieben hast

    Imzwischen trinkt er täglich, vom frühen Morgen. Er ist kaum noch ansprechbar, wenn ich ihn über was Ernstes anspreche, fängt er an, mich zu beleidigen und beschimpfen. Neulich sind dazu Drohungen gekommen.

    Und

    Wenn meine Tochter ihm was sagt, dass ihm nicht passt, fängt er an, mich anzubrüllen, ich wäre sie gegen ihn anspielen.

    Dein kind bekommt alles mit und wird mit reingezogen. Es kann sich nicht schützen, und IST damit gefährdet. Und wenn gedroht wird, seid ihr beide in Gefahr. Ich bin selbst in einem Suchthaushalt gross geworden, in meinem fall war es die schreiende co abhängige mutter, und es hat mich ziemlich traumatisiert. Ich wollte als erwachsene auch nicht mehr in dem haus schlafen, wo sich soviel ereignet hat.

    Was kannst du tun, um dich und dein kind zu schützen?

    Es gibt ja auch Fälle in denen ein Eingreifen lebensrettend ist. Der Süchtige tatsächlich nicht mehr handlungsfähig ist.

    Guten morgen Ich51 , ich habe deinen faden still mitgelesen und mich da auch ein Stückweit wieder gefunden, vorallem was die immense Sorge angeht und das Gefühl der Hilflosigkeit, daß du beschreibst, wenn er wieder vor deiner Tür steht, und nicht mehr klarkommt - oder dir das Gefühl vermittelt, nicht mehr klarzukommen. Du bist seine erste Anlaufstelle, und solange du ihn immer wieder hereinlässt, wird das auch so bleiben. Vielleicht schaffst du es ja, in solchen Momenten kurz durchzuatmen und zu überlegen, wie sinnvoll seine Bitte gerade ist. So wie die anderen es auch schon geschrieben haben, Wasser gibt es hierzulande aus der Leitung, und Tabak kann er sich auch selbst kaufen (oder halt keinen, wenn er kein Geld hat). Bei mir war es so, daß ich in einer akuten Krise auch ein Zimmer bezahlt habe für ihn, weil ich solche Angst hatte, daß er die Nacht auf der Straße zubringen muss, kannst du bei mir nachlesen. Im Nachhinein war das auch ganz schön dumm von mir, ich wusste mir in dem Moment nicht besser zu helfen. Es war nachts, er völlig betrunken, ich wusste nur, ich will ihn in seinem Zustand nicht in der Wohnung haben, und gleichzeitig habe ich mich so verantwortlich gefühlt, daß er einen sicheren Ort hat zum schlafen.

    Im Endeffekt hat er das Zimmer noch nicht mal benutzt, sondern sich doch selbst ein Zimmer gesucht. Da kam dann echt auch Wut in mir hoch. Weil er eben kein fünfjähriges Kind mehr ist, um daß man sich kümmern muss, sondern ein erwachsener Mann, der auch im betrunkenen Zustand sich ein Hotelzimmer buchen kann. Der Weg über mich und die Bitte bei mir zu schlafen war natürlich erst mal einfacher - für ihn. Und während er keinen weiteren Gedanken daran verschwendet hat, daß ich umsonst ein Zimmer gebucht hatte, hatte ich tagelang ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht genug macht habe. An der Stelle hats bei mir geklickt. Bis dahin hatte ich mir immer gesagt, er würde das gleich auch für mich tun. Aber nein, würde er nicht, und hat er nicht, und konnte er nicht. Weder war ich dafür verantwortlich, daß er überhaupt in Notlage kam, noch ihn da wieder rauszumanövrieren.

    Vielleicht hilft es dir ja auch, ein bisschen mehr auf deine Wut zu hören. Denn die gibt es ja auch, und sie kann eine gute Orientierungshilfe sein, um dir zu vermitteln, wo deine Grenzen überschritten werden/wurden.