Beiträge von Nayouk24

    Hallo Seppel,
    schön wieder von dir zu hören und dass du jetzt den Absprung geschafft hast.

    Aber du schreibst

    war allerdings mehr einer Grippe geschuldet

    ....und ohne Grippe würdest du noch trinken?

    Da schliesst sich meine letzte Frage an dich an:

    Ich nehme an, dass du jetzt ein dauerhaft, abstinentes Leben beginnen willst?

    Ist das so? Willst du dauerhaft abstinent leben?

    Viele Grüsse
    Nayouk

    P.S. Du bist noch im Vorstellungsbereich, der Austausch beginnt für dich erst nach Freischaltung.

    Als ich mich wieder mehr "raus" gewagt habe, war ich ca. 9-10 Monate abstinent. Das Bauchgefühl sagte Warnung, unkalkulierbare Situation.
    Ich bin vorbereitet gegangen und nach einiger Zeit spielte mein Kreislaufsystem verrückt, ansteigender Blutdruck, erhöhter Puls innere Unruhe,
    aber keinen Drang Alkohol zu trinken. Es fühlte sich an, wie Suchtdruck zur nassen Zeit. Es war Suchtdruck, wie ich ihn abstinent wahrgenommen habe, rein psychosomatisch.
    Da kam sicher einiges zusammen, Unsicherheit, Aufregung, so dass sich das Ganze hochschaukelte.
    Es hat sich dann binnen 20 Minuten beruhigt. Ich hätte jederzeit ohne Angabe von Gründen abrechen können und war für das Nach-Hause-Kommen von niemanden abhängig. Ich hatte immer einen Plan B. Ich wollte nicht aushalten, mit Augen zu und durch, denn ich wusste nicht was noch kommen kann.
    So habe ich mich rangetastet, und mit jedem Mal hatte ich mehr Selbstvertrauen und konnte mich besser einschätzen.

    Und dabei rede ich nicht von Locations, die grundsätzlich alkohollastig sind, wie Bars oder Kneipen, sondern von Aktivitäten, die mit Alkohol erstmal nichts zu tun haben.
    Aber auch dort gibt es Gelegenheiten Alkohol zu trinken, z.B. in Veranstaltungspausen.

    Je mehr im Vorfeld Klarheit geschaffen ist, um so entspannter kann ich auf eine Situation zugehen.
    Wenn deine Freundin über deine Alkoholsucht Bescheid weiss und du sie um ein alkoholfreies Umfeld bittest, unterstreicht das deine Ernsthaftigkeit, und der wird sie sich bestimmt nicht entgegenstellen.
    Das gleiche gilt auch für gemeinsame Aktivitäten, die ihr plant.

    und bisschen Kultur und Input von Aussen und so.

    Das klingt sehr unkonkret. Für mich betrachtet kann das schnell in eine ungute Richtung laufen, an deren Ende ich an meine Grenzen kommen könnte.
    Sprich mit deiner Freundin darüber, was ihr machen wollt und was du dir zutraust.
    Und sie sollte auch wissen, dass du urplötzlich den Ort verlassen wollen könntest, ohne weitere Erklärung. Die Handlung ist dann Erklärung genug.

    Höre am Ende auf deinen Bauch. Ich habe festgestellt, dass das Bauchgefühl ein guter Ratgeber ist.

    Also brauche ich Strategien für mich, die ich mit Wissen und Erfahrung entwickle.

    Am Anfang ist die Startegie Risikominimierung, da meine Firewall erst im Aufbau ist. Ich weiss doch gar nicht was kommt und ob sie halten wird.
    Wissen über die Alkoholkrankheit war ein wichtiger Bestandteil, und vieles was ich hier gelesen habe, konnte ich dadurch bestätigen, aber eben nicht alles.
    Wenn ich hier vom 25ten Rückfall lese, immer wieder nach dem gleichen Muster, dann habe ich es als "wahr" angenommen, ich habe es akzeptiert.

    Selbstversuche können tödlich sein. Ich hüpfe ja auch nicht in der Mitte eines frisch zugefrorenen Sees herum, um herauszubekommen, ob mich das Eis trägt.
    Die Erfahrung anderer sagt mir, dass es nicht trägt und ich noch eine Weile warten muss, bis das Eis dicker ist, bis meine Firewall gefestigter ist.
    Und selbst dann taste ich mich in vorsichtigen Schritten nach vorne, immer bereit, sofort wieder zurückzugehen.

    Die Erfahrungen, die das Leben für mich bereit hält, kommen von ganz alleine. Aber die Häufigkeit und Intensität kann ich selbst steuern.
    Aus diesem Grunde wird hier im ersten Jahr zu äusserster Zurückhaltung geraten.
    Ja, das hat Einfluss auf das soziale Leben, und ich tue gut daran, die Zeit für mich zu nutzen, mich auf die kommende Zeit vorzubereiten, meine Firewall genau zu kennen und ein gutes Gefühl dafür zu entwickeln, wie dick das Eis ist.

    Den Notfallkoffer habe ich befüllt. Aber ich muss mich bsw. sensibilisieren, wann es Zeit ist, ihn zu öffnen. Was triggert mich, wann baut sich etwas auf ... welche Strategien gibt es vorher.

    Gerade weil ich das am Anfang nicht genau weiss, ist Risikominimierung die Strategie.

    Die Grundbausteine sind in Bearbeitung, wenngleich ich den Beginn anders als empfohlen gewählt habe. Es steht aber außer Frage, dass diese Abweichung Dummheit war.

    Bei Gelegenheit würde mich die "Dummheit" interessieren, aber jetzt komm erst mal gut an.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Kecke .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Herzlich willkommen in diesem Forum, Kecke .

    Da hast du schon einiges in Bewegung gesetzt, Respekt und Glückwunsch zu 6 Wochen Abstinenz.
    Die Erkenntnis, Alkoholiker geworden zu sein, ist der Start für eine stabile Abstinenz.

    Da du dich auf den Weg gemacht hast, wollen wir dich gerne begleiten. Anbei der Link für deine Bewerbung zur Freischaltung für den offenen Bereich.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Hallo DTH77 ,

    ich hol' das mal zu dir, das hast du bei Paul_ geschrieben.

    Ich wünsche das es mal normal wird nüchtern zu sein und nicht ständig dran zu denke

    Was ist "normal", wenn ich lange nüchtern bin?
    Normal ist, dass ich keinen Wunsch mehr habe, Alkohol zu trinken, dass ich wieder ein selbstbestimmtes Leben führe, dass ich die schönen Dinge des Lebens wieder geniessen kann, und...und...und. Für mich als trockener Alkoholiker darf es nicht normal sein, nicht mehr daran zu denken.
    Ich denke mindestens ein Mal am Tag dran, wenn ich hier im Forum bin, sonst manchmal auch, oder auch nicht.
    Es stört mich nicht, dass ich daran denke, es ist normal, es gehört zu mir und es soll auch so bleiben.
    Wenn ich nur an Alkohol denken würde und dies alles andere beeinträchtigen oder gar blockieren würde, dann wäre es nicht normal.

    Wenn ich richtig geschaut habe, dann bist du jetzt 3 1/2 Monate nüchtern. Yes!!
    Und es geht weiter, mit jedem weiteren Tag wird es ein Stück normaler werden.
    Frage dich mal, wie lange es gedauert hat, bis du in der Sucht angekommen warst.
    3 1/2 Monate gegenüber wieviel Monaten, Jahren? Ein bisschen Geduld darfst du mit dir schon noch haben.

    Der Prozess braucht Zeit und irgendwann kannst du "normal" nüchtern sein.

    LG Nayouk

    Deine Analyse finde ich gut.
    Am Anfang der Abstinenz hat der Körper einige Anpassungen zu leisten und er wird bei zusätzlichen Belastungen, geistig oder körperlich, schneller müde.
    Konzentration über eine längere Zeit hat mich am Anfang schnell ermüdet.

    Alkoholträume hatte ich ein paar, zwei davon waren richtig heftig und ich war froh, dass es nur ein Traum war. Nicht jeder hat sie, aber wenn sie da sind, gehören sie für mich zum Prozess dazu.
    Ich bin auch durch diese Träume nicht beunruhigt. Es ist ein Traum und er zeigt mit, dass die Psyche am arbeiten ist.
    Ich habe in den Träumen sowohl wieder getrunken, als auch dem widerstanden. Eine Deutung ist daher für mich sinnlos.

    Hallo Janine und herzlich willkommen.

    gut finde ich, dass du jetzt nicht gleich alles hinwirfst und hier dabei bleibst.
    Das ist für mich ein Zeichen, dass du ernsthaft deinen Weg suchst.

    Wie das Forum tickt, das konnte ich am besten erfahren, indem ich hier die anderen Geschichten gelesen habe.
    Hier wird mir ein enormer Erfahrungsschatz geboten. Die anderen User kennen mich nur von meinem Geschriebenen
    und manchmal sind die Reaktionen einfach nicht zutreffend oder für den Moment nicht passend.
    Am Anfang habe ich öfter meinen Thread nochmal gelesen, und nicht immer, aber manchmal, hatte ich plötzlich einen
    Zugang zu der Botschaft.
    Das funktioniert habe nur, wenn ich von mir schreibe, wie es mir gerade geht, was ich mache, was ich vor habe.
    Dann ergeben sich Anknüpfungspunkte für andere User, die mir helfen können.

    Momentan kommst du mir so vor, wie jemand, der umzingelt ist und sich hektisch nach allen Richtungen dreht um sich zu wehren.
    Ich meinte auch mal, mich wehren zu müssen, mich rechtfertigen zu müssen. Nein, muss ich nicht.
    Wenn ich mich darauf konzentriere, was mich weiterbringt, dann entwickelt sich der Dialog hier selbstständig.
    Das Problem ist, ich muss überhaupt erstmal erkennen, was mich weiterbringen könnte und da hat mir eben geholfen,
    die Reaktionen der anderen nicht als Angriff, sondern als Anregung zu verstehen.

    "Säufst du noch?". Ja, das klingt erstmal hart, und um so mehr, wenn es nicht zutrifft. Aber warum wird die Frage gestellt?
    Komme ich so rüber, ohne dass ich es merke? Als sue05 die Frage gestellt hat, hatte ich vorher schon den selben Gedanken.
    Da war eine gewisse Grundaggressivität, ein klares Überzeugtsein vom eigenen Weg, ein gewisses Wording und auch ein paar Tippfehler, die dann entstehen, wenn man schnell schreibt und versehentlich die Nebentaste erwischt.
    Natürlich weiss das hier niemand ausser dir, aber ich weiss, wie ich im angetrunkenen Zustand am Computer war.

    Komischer Weise habe ich diese Probleme superselten, wenn ich Menschen persönlich kenne, oder sie mich.

    Ich finde das nicht komisch. Die Frage ist doch ob diese Menschen immer ehrlich zu dir sind.
    Du kannst davon ausgehen, dass dir hier niemand etwas Böses will. Die User nehmen sich Zeit für dich, da sie alle mit dir eins gemeinsam haben,
    sie sind Alkoholiker und wissen wovon du sprichst. Wenn du von dir sprichst, brauchst du erstmal nichts zusätzlich erklären, du wirst in den allermeisten Fällen verstanden und wenn nicht, dann kommen Nachfragen.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Seelenstaub .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk