Warum ich in den letzten Jahren nicht dauerhaft abstinent wurde, ist mir ziemlich klar: Ich habe allen Leuten meine Abstinenz als Trinkpause verkauft, und als dann das erste Mal richtig großer Saufdruck kam, war ich machtlos, weil ich mir den Ausweg ja sozusagen selbst schon parat gelegt hatte.
Ich nehme deinen Satzt auch mal auf, Mattie und da ist sicher was dran und....
Bei der Absicherung meiner Abstinenz verlasse ich mich exakt auf einen Menschen: ausschließlich auf mich selbst.
Das sehe ich auch so.
Abstinent werden wollen, aber nach Aussen eine Trinkpause verkünden, ist ein Konstruktionsfehler.
Damit habe ich jederzeit die Möglichkeit dem Druck nachzugeben, ein Hintertürchen eben und dieses Hintertürchen kennt das Suchthirn besser als ich und es wird mir bei der nächsten Gelegenheit die Tür weit aufmachen.
Eine Trinkpause bedeutet, ich habe nicht akzeptiert, dass ich (als Alkoholiker) nie wieder Alkohol trinken kann.
Am Anfang meinte ich, es akzeptiert zu haben aber war es wirklich so? Da waren zu viele Fragen im Raum? Stimmt das wirklich mit dem einen Gläschen?
Warum kann ein Alkoholiker nicht mehr kontrolliert trinken? Kann ich mit purem Willen gegen Suchtdruck gegenhalten, wenn ich es doch will? Und kann ich mich dann nicht trotzdem frei bewegen? Das Suchthirn war hochgradig engagiert, lauter Hintertürchen, oder sogar richtige Türchen aufzubauen, durch die es über kurz oder lang zum Ziel kommen könnte. Alleine das in Frage stellen war nasses Denken.
Kann ich mich bei so vielen Fragen auf mich verlassen, wenn es darauf ankommt? Je mehr ich dem nachgegangen bin, desto eher war die Antwort "Nein".
Nicht jetzt, nicht in 3 Monaten, vlt. in 10 oder einem Jahr. Hier habe ich gelesen, dass ich es fühlen werde, wann ich mir den nächsten Schritt zutrauen kann.
So war es auch und ich füge hinzu, vorausgesetzt ich habe mich vor allen Dingen mir selbst gegenüber ehrlich gemacht und mich mit meiner Sucht intensiv auseinandergesetzt.