Beiträge von Nayouk24

    Ich muss lernen meine Frustration nicht mit Alkohol zu deckeln.

    Das wirst du lernen, aber jetzt hast du es noch nicht sicher abrufbar und deshalb gilt es, alle Risiken zu minimieren.

    Es muss doch auch so gehen.

    Wie meinst du das, ohne „was“ muss es gehen, ohne Rücksicht auf dich mit dem Kopf durch die Wand ?

    Du bekommst schon Suchtdruck nach einem Telefonat und die 5 Tage wirst du schon irgendwie hinbekommen?

    Geh nochmal in dich und überlege ob es nicht einen anderen Weg gibt.

    Du bist jetzt ca. 7 Monate abstinent, wenn ich richtig gerechnet habe. Das ist eine ordentliche Zeit, aber es ist auch die Zeit, in der die Häufigkeit der Erfolge und guten Gefühle abnehmen.
    Das „normale“ Leben kehrt mehr und mehr zurück und meine Wolke 7 wird immer kleiner. Das ist die Zeit in der ich meinen Weg gesucht habe, der mich an meinen Platz im Leben führt, an meinen Platz als trockener Alkoholiker, mit allem was dazu gehört.
    Und sei gewiss, diesen Platz gibt es auch für dich, dass Blöde ist nur, er fährt nicht einfach so an mir vorbei😉

    Ja, also mir ging es nicht so gut,

    Ich bin noch etwas leer und gefühllos. Halte mich deswegen vielleicht besser zurück mit schreiben.

    Wieso? Kennst du den Spruch,

    “Geht es dir gut, geh in deine SHG. Geht es dir schlecht, renn in die SHG.“

    Hier ist deine Selbsthilfegruppe! Unterstützung kann es geben, wenn du sie abrufst, durch schreiben, durch dich mitteilen und dann kannst du aus der Hilfe deine Selbsthilfe machen.

    Hallo Tesa,

    willkommen im Forum der Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über eine stabile Abstinenz Gedanken machst.

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine dauerhafte Abstinenz anstreben.
    Kannst du dich da wiederfinden, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Wenn dem so wäre, was nur du beantworten kannst, wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Viele Grüße

    Nayouk

    DTH77 Erstmal tief durchatmen.
    In meinen Notfallkoffer habe ich gleich am Anfang ein paar Atemübungen gepackt. Sie können Wunder bewirken.
    Es gibt viele Übungen, ein paar habe ich geübt, damit ich sie im Fall der Fälle auch anwenden kann.

    Allein dein Anblick beim Atmen kann deinen Freund schon zum Nachdenken bringen;)

    Fakt ist auf jeden Fall das ich keinen Alkohol mehr hier habe

    Sehr gut!

    Kennst du schon den Artikel über den Notfallkoffer?

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Du bist heute den dritten Tag abstinent und mitten in der körperlichen Entgiftung.
    Das ist maximaler Stress für Körper und Seele.
    Bewegung, viel Wasser trinken, dich ablenken....dir aber auch Ruhe gönnen.
    Gut, dass du immer wieder an deinem Wunsch einer dauerhaften Abstinenz fest hälst.
    Willst du nicht doch nochmal deinen Hausarzt kontaktieren?
    Du kannst sagen, dass es dir schlecht geht und du Hilfe brauchst, weil du es schaffen möchtest. Und du kannst mit ihm auch mögliche weitere Schritte bzgl. einer Therapie, stationär oder ambulant, besprechen.

    Sie kommen pitschnass und frisch an, und im Kopf hat der Übergang zum Alkoholiker eben noch nicht so richtig "klick" gemacht.

    Das sehe ich auch so. Aber um sich hier anzumelden, in einem "Alkoholiker-Forum", muss es schon vorher irgendwie "klick" gemacht haben.
    "Ich melde mich in einem Alkoholiker-Forum an, wieso, bin ich vielleicht einer?".

    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich Unterstützung gesucht habe und dann breche ich nicht wegen meiner Befindlichkeiten eine Begriffsdiskussion vom Zaun,
    die mit meinem eigentlichen Anliegen nichts zu tun hat.

    Podcasts? Also ich nicht. Ich habe den Begriff in dem Zusammenhang hier das erste mal gelesen.

    Ein trockener Alkoholiker ist alkoholabstinent aber nicht alkoholunabhängig.
    Da die Alkoholabhängigkeit eine chronische Krankheit ist und mir ein Leben lang erhalten bleibt, werde ich als Alkoholiker nie mehr alkoholunabhängig sein können.
    So gesehen ist der Begriff sogar gefährlich, weil er suggerieren kann, dass ich nicht mehr abhängig bin und wieder "normal" trinken könnte.

    Ich will hier auch nichts aufmischen in der Gruppe,

    Für mein Dafürhalten tust du es. Lies deinen letzten Post nochmal.
    Du machst waage Andeutungen und stellst Behauptungen auf und teilst das Forum in Usergruppen.

    Das ich hier auf taube Ohren stoße

    Es findet ein reger Austausch statt.

    und immer die gleichen User bestätigen das.

    Welche "gleichen" User?

    Aber zwischen den Zeilen kann man so einiges raushören.

    Wer ist "man" und was kann "man" raushören.

    Hier geht es nämlich nicht einmal so sehr (glaube ich) um das Eingeständnis gegenüber einem anonymen Kreis von Forumsteilnehmern, sondern um das Eingeständnis sich selbst gegenüber...

    Das eine folgt dem anderen, wenn es nicht schon da ist.
    Es geht gerade um das Eingeständnis hier im anonymen Forumskreis, weil ich für mich damit erreichen kann, dass ich mich ohne Ausschlüsse und Wortklauberei zu meiner Krankheit bekenne und das hat Folgen für die eigene psychische Entwicklung und die sind gewollt. So jedenfalls habe ich meine Psychotherapie in der Reha erfahren.

    Jeder kann sich die Frage stellen, warum er ein Problem mit "Ich bin Alkoholiker" hat oder hatte. Ausser dem gesellschaftlichen Stigma habe ich noch keine richtig schlüssige Erklärung gehört und ein Stigma gibt es hier in einem Forum von Alkoholikern nicht, denn hier sind alle in einem gleich - sie sind Alkoholiker.
    Keiner kennt mich, keiner verurteilt mich, keiner zeigt mit dem Finger auf mich, keiner schliesst mich aus oder benachteiligt mich und trotzdem kann ich nicht sagen "Ich bin Alkoholiker"? Warum?

    Es lohnt sich, dieser Frage nachzugehen, denn "da wo es pickt, da geht es lang".

    Also du meinst es ist ok sich stark damit auseinander zu setzen und drüber zu lesen , macht mich das nicht noch verrückter und grüblerisch ?

    Du wirst dein Quantum finden, welches dir gut tut ohne dich zuüberfordern. Probier es aus.
    Es ging am Anfang auch darum, abstrakte Begriffe wie Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Trockenarbeit mit inhaltlichem Leben zu füllen. Sie stehen nun mal nicht als Päckchen im Supermarktregal. Ich muss sie mir eröffnen, sie mir erarbeiten und mich immer wieder selbst reflektieren, auch mit Hilfe dieses Forums.

    Das Ergebnis ist eine "stabile" Abstinenz, die sich entwickelt hat und irgendwann konnte ich erahnen, wie sich der nächste Schritt, eine "zufriedene" Abstinenz, anfühlen könnte.
    Wie gesagt, das ist ein längerer Prozess, begleitet von biochemischen Veränderungen im Gehirn, den ich damit in Gang gesetzt habe und weiterhin unterstütze, auch durch dieses Forum. Manche nennen es Trockenarbeit.

    mach dich aber nicht verrückt deswegen, alles zu seiner zeit...

    Jup;)

    es ist beängstigend wie stark dieses Thema mich den ganzen Tag beschäftigt

    Ich wage mal zu behaupten, dass du gerade vieles richtig machst.
    Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich verstanden hatte, was es bedeutet mit der psychische Abhängigkeit leben zu lernen,
    wie die Mechanismen der "Umprogrammierung" wirken. Die Entgiftung ist relativ schnell durch, aber im Gehirn sind Synapsen noch gegenwärtig,
    die da nicht hingehören, das Gehirn kann diese umgehen, indem es neue Wege bildet und das braucht Zeit und Geduld.
    Meine ersten 9 Monate habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, in Büchern, in Videos, in Podcast und viel Zeit hier im Forum verbracht.
    Und dann kommen die Momente, bei denen ich spüre, dass es bei wieder etwas Klick macht.. Es ist verstanden und wird Teil meiner Haltung.
    Ergebnisse dieses Prozesses sind eine "stabile" und später eine "zufriedene" Abstinenz.

    Das ist nicht naiv sondern eine berechtigte Frage, DTH.

    Alkohol in geringsten Mengen kann triggern und ich bekomme z.B. Suchtdruck. Bei jedem Menschen anders.
    Es gibt einen Grundsatz, wenn ich es nicht weiss, ob Alkohol drin ist, schau ich nach. Weiss ich es, lass ich es.
    Weiss ich es und mache es trotzdem rufe ich u.U. mein Suchthirn auf den Plan.
    ".... na siehste ging doch und nix ist passiert...". Das nächste ist dann die Praline mit Alkohol und später dann "nur das eine Glas",
    "hat doch bisher alles geklappt und nix ist passiert.....". Die Geschichte kannst du selber fortschreiben.

    Ein Alkoholiker kann Alkohol nicht kontrollieren und weil er dass nicht kann, darf er keinen Alkohol mehr zu sich nehmen.
    Das gilt übrigens auch für Mundwasser, Medikamente in Tropfenform, bestimmte Sorten von Essig usw.
    Es gibt hier viele Geschichten, die genau wegen soetwas zum Rückfall geführt haben.