Beiträge von Nayouk24

    Biene, du bist hier noch im Vorstellungsbereich. Der eigentliche Austausch beginnt, wenn du eine ärztlich begleitete Entgiftung begonnen hast. Die kann heute beginnen. Verheimliche und beschönige nichts, je besser dein Arzt deine Situation kennt, desto effektiver kann er dir helfen.
    Alles Gute bis dahin.

    Sehr gut und Respekt, dass du dich dazu durchringen konntest.

    Bammel brauchst du nicht haben, du bist nicht die Erste.
    Das da erstmal Stille am anderen Ende war, kann ich mir gut vorstellen, schliesslich kommt das nicht alle Tage vor, dass jemand sich so klar mitteilt.
    Hier kannst du öfters lesen, " ... und morgen das Krönchen richten, aufrecht hinstehen, Blick gerade aus und los...".
    Es gibt keinen Grund, mit gesengtem Haupt morgen zum Arzt zu gehen, im Gegenteil.

    Zum kalten Entzug ist alles gesagt, du weisst was du tun kannst.

    Wenn du morgen beim Arzt warst, melde dich, ich bin gespannt, wie es weiter geht;)

    Ich komme nochmal auf deine Frage nach den Zielen zurück.
    Ich nenne es Veränderung der Lebensweise. Ich habe mein Leben nach dem Prinzip der Risikominimierung ausgerichtet, besonders am Anfang.
    Das Suchtgedächtnis oder das Suchthirn, wie ich es nenne, spielt nicht nach meinen Vorgaben und Regeln. Es ist auch in der Lage Tabus zu brechen.
    Ich kannte mich anfangs nicht als "abstinenten Alkoholiker", ich wusste nicht, was da in mir schlummert und ob ich dem gewachsen bin, wenn ich gefordert werde.

    Ich hatte gehörigen Respekt davor, denn eines wusste ich sehr genau, ich will nie wieder dahin, wo ich herkam. Ein Schluck Alkohol und ich bin genau wieder da, möglicherweise noch tiefer drin als je zuvor.
    Also bieb mir nur, mich besser kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln und das bei bestmöglicher Risikominimierung.
    Mit dem was ich heute über mich weiss, wäre ein eigenes Restaurant, in dem ich auch noch selbst tätig bin, ein erhebliches Risiko gewesen.
    Das muss auch nicht gleich heissen, das ich die nächste Gelegenheit genutzt hätte, um Alkohol zu trinken, aber ich setze mich permanent dem Alkohol mit all meinen Sinnen aus und das wirkt auf mein Suchthirn, es macht etwas mit mir. Ich wäre ständig am kämpfen gewesen, nicht der Gelegenheit zu erliegen und, und das ist fast noch wichtiger, ich hätte nicht die Ruhe gehabt, meiner Psyche das Umfeld und die Zeit zu geben, damit sich meine Abstinenz "mit der Zeit" stabilisieren kann. Es musste eine innere Haltung wachsen, durch Information, Erfahrung und Selbstreflektion, das eigene Tun immer wieder hinterfragen und auch korrigieren.

    Hast du es als Notfall dringend gemacht?
    Du kannst auch in eine Notfall-Ambulanz gehen. Wenn du im kalten Entzug bist ist das ein Notfall.
    Wie gesagt, ein Alkoholiker kann daran sterben, er kann sich aber dadurch auch schwere Schäden zufügen.
    Du willst doch abstinent werden und für deinen Körper bestmöglich aus der Geschichte raus kommen, oder ?

    Überlege nochmal.

    wenn ich das so aufschreibe fühle ich grosse Scham ,finde es erbärmlich,dass es mir bisher nicht gelungen ist

    Wenn du hier die Beiträge liest, wirst du feststellen, dass es ganz vielen so geht oder ging.
    Die Alkoholsucht ist schon jahrzehnte als Krankheit anerkannt. Es ist eine Krankheit und dafür musst du dich nicht schämen.

    Das was du beschreibst nennt sich Kontrollverlust und ist ein Merkmal der Alkoholkrankheit.
    Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken, weil er irgendwann wieder trinken muss.
    Das er immer weiter trinken muss, obwohl er nicht mehr will, das zieht einen Alkoholiker in der Suchtspirale immer weiter nach unten.

    Wie hast Du anfangs Deine Ziele gesteckt?

    Die Frage ist leicht zu beantworten, ich habe mich nach den Grundbausteinen gerichtet. Dort sind mehrere Aspekte aufgezählt. Am Angang konnte ich nicht gleich alle umsetzten,aber ich habe sie ernst genommen und Stück für Stück nach meinen Möglichkeiten umgesetzt.
    Eine der wichtigsten Massnahmen am Anfang ist ein alkoholfreies Zuhause. Der Grund ist schlicht, dass ich bei aufkommenden Suchtdruck Zeit gewinne um richtig zu reagieren.
    Denn wenn die Lösung der Gang an den Kühlschrank ist, kann es schon zu spät sein.

    da ich selbst Inhaber eines Restaurants bin.

    das ist nicht gerade förderlich. Stehst du selbst hinterm Tresen und schenkst Alkohol ein?

    Ich habe auch Angst vor weiterer Au...

    Kennst du die Geschichte:

    "Ein Förster geht in den Wald zu seinen Waldarbeitern. Da stellt er fest, dass sie sich mit dem Fällen der Bäume plagen. Ihr müsst eure Sägen schärfen, dann geht euch die Arbeit viel leichter von der Hand. Ein Mitarbeiter ruft ihm zu, wir haben keine Zeit die Sägen zu schärfen, wir müssen Bäume fällen....".

    Wenn du deine Säge schärfst, wird es viel weniger AU Tage geben, bei denen du alkoholbedingt ausfällst.

    Biene, worauf wartest du oder hoffst du?
    Ein Entzug dauert in der Regel 1 Woche. Du machst dir das Leben unnötig schwer und gefährdest dich.
    Jetzt bist du dabei den Anfang zu machen, bleibe jetzt dran.

    bin im sozialen Bereich tätig und sonst für Andere da

    Ja, aber du bist krank und solltest jetzt für dich da sein und wir unterstützen dich dabei, aber den ersten Schritt musst du machen.
    Ich habe jahrelang versucht aufzuhören und bin dabei immer tiefer in die Sucht gerutscht, bis ich nicht mehr konnte und fremde Hilfe angenommen habe.
    Die Alkoholkrankheit ist eine psychische Erkrankung bei der es nur einen Sieger gibt und das ist die Sucht, wenn du nichts unternimmst.
    Du willst es jetzt, also handle jetzt, für dich.

    Hallo Biene,
    das hört sich so an, als ob das kleine Bier nicht ausgereicht hat und dein Körper nun mit Entzugserscheinungen reagiert.
    Das du nicht ganz in den kalten Entzug gegangen bist ist ein Anfang aber keine Lösung.

    wie kann ich weiter machen?

    Nimm all deinen Mut zusammen und gehe zu deinem Hausarzt oder zu einem Facharzt, Internist z.B.
    Ein Arzt wird erstmal deinen Gesundheitszustand checken und ein Blutbild machen. Dann folgen weitere Massnahmen u.U. auch mit Medikamenten.
    Besprich den weiteren Weg des Enzuges mit deinem Arzt, er weiss, was zu tun ist und kann dir helfen und er kann dich auch für eine gewisse Zeit krank schreiben.
    Das ist kein Gefallen von ihm, sondern möglicherweise notwendig.
    Du bist krank und ein selbst durchgeführter Entzug kann sehr gefährlich werden und gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Die gute Nachricht ist, dass dir gut geholfen werden kann, wenn du offen und ehrlich bist.
    Bei allen Ärzten, die ich im Laufe der Zeit in meiner Abstinenz aufgesucht habe, habe ich nur Wertschätzung und Anerkennung erfahren, denn Ärzte wissen, dass es für einen Alkoholiker kein einfacher Schritt ist.
    Du könntest heute noch einen Arzt aufsuchen oder einen zeitnahen Termin machen.

    Wichtig dabei ist, dass du offen und ehrlich dein Problem schilderst und auch bzgl. deiner Trinkmenge ehrlich bist.
    Vielen Alkoholikern fällt es aus Angst und Scham schwer diesen ersten wichtigen Schritt zum Arzt zu gehen.
    Das ist aber unbegründet, denn du hast als Alkoholikerin eine schwere Krankheit und ein Arzt sieht dich als Patient und kann dir helfen.
    Ausserdem kannst du davon ausgehen, dass du nicht die erste bist, die sich mit diesem Problem an einen Arzt wendet.

    Das Forenteam
    4. Dezember 2021 um 21:37

    Hallo und willkommen auch von mir, Biene.

    Wie sind denn Eure Erfahrungen..kann ich von einer Flasche Wein am Abend gleich auf Null gehen?? Möchte ernsthaft aufhören!!

    Um auf deine Frage noch einzugehen, das plötzliche Absetzen des Alkohols nennt man kalten Entzug.
    Ein kalter Entzug kann sehr gefährlich werden, mit unter tödlich enden.

    Lies die bitte folgenden Artikel dazu durch.

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Der richtige Weg geht über einen Arzt, mit dem du den Entzug besprechen kannst und der dir dabei helfen kann.
    Hast du einen Hausarzt?

    Viele Grüsse
    Nayouk

    Ich kann doch nicht davor Angst haben dass ich in ner woche wieder saufdruck bekomme

    Angst hatte ich nicht aber gehörigen Respekt und Unsicherheit.

    Am Anfang ist das Risiko am größten und da habe ich Alkoholsituationen gemieden, denn ich kannte mich noch nicht, konnte mich nicht einschätzen. Laufe ich bei Suchtdruck los, wie ein ferngesteuerter Zombie und schütte das nächst beste Glas runter, weil das Suchthirn stärker ist als ich?

    Es gab Situationen aus denen ich lernen konnte und je besser ich mich kannte und auf mich verlassen konnte, desto mehr habe ich normales Leben wieder zugelassen.
    Mit der Zeit kam eine Sicherheit.

    Gib dir die Zeit, die Psyche braucht sie.

    1️⃣ Monat abstinent, das ist schon mal ein guter Anfang. Glückwunsch!

    ich fühle mich richtig gut und mein neues Leben kann jetzt richtig beginnen.

    Das soll auch so bleiben.
    Ich habe Phasen in der Anfangszeit durchlebt und den heftigsten Suchtdruck hatte ich nach 10 Monaten.
    Es hängt immer von den Umständen und der eigenen Verfassung ab, ob das Suchthirn eine Gelegenheit sieht und dann kommt es darauf an, ob ich dem etwas entgegenzusetzen habe.

    „Nur nicht trinken reicht nicht“ hast du hier bestimmt schon mal gelesen.
    Was tust du, um deine Abstinenz zu stabilisieren? Hast du eine reale SHG, die du regelmäßig besuchst?
    Ist dein Notfallkoffer gepackt?