Beiträge von Nayouk24

    Hallo Carmen,

    durch die Sauferei ist über die Zeit viel Vertrauen verloren gegangen.
    Du hast die Entscheidung getroffen, ein abstinentes Leben zu führen.
    Deine Familie registriert das sicher, aber woher sollen sie den Mut für neues Vertrauen nehmen?
    Sind sie doch zu oft enttäuscht worden, so war es jedenfalls bei mir.

    Was war kannst du nicht mehr ändern, aber was kommt kannst du bestimmen.
    Zugegeben, es ist nicht hilfreich, wenn dir dein Mann Vorwürfe macht. Vlt. bist du auch seit langer Zeit wieder für ihn erreichbar?

    Und irgendwann wird dein Mann und dein Sohn erkennen können, dass sie Vertrauen wieder aufbauen können.
    Du hast einen harten Schnitt gemacht und hast dich auf einen anstrengenden Weg begeben, der dich belohnen wird.
    Deine Familie hatte dieses tiefe Gefühlsereignis nicht, sie können nur beobachten und ihre Schlüsse daraus ziehen.
    Gib dir und ihnen Zeit und stelle deine Abstinenz an erste Stelle.

    LG

    Nayouk

    Blendi, du hörst dich aufgeräumt an.

    Den "inneren Antreiber" hatte ich auch einige Zeit, er war aber nicht die Suchtstimme die ich kannte.
    Den Gedanken, dass er antreibt um nach getaner Arbeit den Durst löschen zu können ,finde ich interessant.
    Quasi die Suchtstimme im Tarngewand.
    So nach dem Motto, "Mach ihn/sie schön fertig, dann kommt die Chance für das erste Glas", weil es früher so war.

    LG
    Nayouk

    Habt ihr eigentlich ein Mantra, Glaubenssatz oder wie man das sonst so nennt? Ein Satz, ein Wort oder so, der/das euch hilft, erdet oder sonst was.

    Bei mir ist es der Satz "Trinken ist keine Option".


    Ich habe den Satz hier gehört und schon einige Male gedacht. Ein Glaubenssatz ist es nicht, es ist meine Überzeugung.

    Ich lebe das Leben.

    Heute ist der 6. des Monats und das bedeutet wieder 1 Monat gelebte Freiheit und das seit 15 Monaten.
    Ja, ich war unfrei. Alles drehte sich um das Suchtmittel Alkohol. Ist genügend da? Wann muss ich wieder Nachschub holen? Wie verstecke ich den Alkohol? Wie entsorge ich die leeren Flaschen? Wie komme ich über den Tag? An was muss ich alles denken, wenn ich Termine habe?
    Und an was muss ich alles denken, damit es keiner merkt?

    Damit war der Stresslevel, den ich ertragen konnte, mehr als erreicht. Alles was dazu kam habe ich abgeblockt, mit den abenteuerlichsten Erklärungen.
    Ich war gefangen in mir selbst.
    Einen Arzt aufsuchen, mir fremde Hilfe holen, kam aus Scham und Angst lange nicht in Frage.
    Und so war ich weiterhin gefangen, gefangen bis ich nicht mehr weiter konnte.

    Und dann ging es doch, weil es nur noch diesen Weg gab, aus der Suchtspirale auszusteigen, die Sucht zu stoppen.
    Ich werde mein Leben lang alkoholkrank bleiben, aber ich habe die Krankheit gestoppt.
    Der Anfang war nicht leicht, aber auch da war jeder neue Tag ohne Alkohol ein Tag in Freiheit. Eine Freiheit, die ich nicht mehr kannte.
    Ich habe akzeptiert, dass ich keinen Alkohol mehr trinken kann.
    Ein Alkoholiker kann nicht zurück zu einem Trinkverhalten eines Nicht-Süchtigen. Punkt. Ende. Aus.

    Für mich kam die Erkenntnis, dass Alkoholismus eine psychische Krankheit ist. Bis dahin war ich von psychischen Krankheiten verschont geblieben.
    Hier im Forum, immer wieder zu lesen, der Satz: „Nur nicht trinken reicht nicht“.
    Deshalb bin ich hier in diesem Forum. Hier habe ich gelernt, was ich mir aneignen kann und was ich verändern will. Nicht von heute auf morgen, aber von Anfang an bis heute.

    Ich hatte verstanden, wenn ich so weiter mache, wie gehabt, lande ich im günstigsten Fall im Krankenhaus. Es ist nur eine Frage der Zeit. Angst und Scham habe ich vlt. noch, aber sie spielen keine Rolle mehr.
    Es war die Einsicht in das Notwendige.

    „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit“ (von Georg Wilhelm Friedrich Hegel).

    In diesem Kontext war es meine Einsicht in die eigene Krankheit.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Blendi,

    ist es nicht schön zu spüren, wie Körper und Geist sich erholen.
    Alkohol bewirkt eine hohe Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und dadurch gerät das ganze System von Anspannung und Ruhe aus dem Gleichgewicht. Der Körper befindet sich im Dauerstress. Unruhe, Anspannung, Schlafstörungen etc. sind die Folge.
    Lebe ich abstinent, normalisiert sich das System langsam (deswegen brauche ich Geduld) wieder und ich kann meine Energie für sinnvolle geistige und körperliche Dinge einsetzen.

    Hallo Layana,

    zu allererst solltest du deinen eigenen Wahrnehmungen vertrauen.
    Es wird sich demnächst eine zuständige Moderatorin bei dir melden.
    Bis dahin kannst du dich hier schon einmal umschauen.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Ich denke da auch noch drauf rum.

    Mit vielem was dir hier geraten wird hast du alles richtig gemacht. Du hast dich entlastet, konzentrierst dich auf dich und nimmst auch für“morgen“ den Druck raus. Du strukturierst dein Leben neu.
    Und damit hast du das Suchthirn quasi aus der Reserve gelockt, weil es seine Felle davon schwimmen sieht, so deine Analyse.
    Das würde ja bedeuten, egal in welche Richting du dich bewegst, das Suchthirn wird immer einen Grund finden.

    Kann es sein, dass du dich zwar erfolgreich nach deinen Wünschen entlastet hast, du aber innerlich damit haderst oder gar unzufrieden bist?

    Eine interessante Beobachtung und Analyse. Was ich nachvollziehen kann ist, dass du normalerweise nach dem "Festklopfen" eine ordentliche Belohnung gewöhnt warst und die kam nicht.Aber du sagst, es kann nicht die fehlende Belohnung gewesen sein. Was hast du den nach der "Verhandlung" gemacht um dich zu belohnen.

    Du bekommst hier ordentlich Erfahrungen und Meinungen mitgeteilt und du stellst dich ihnen auf deine Art, die dir im Moment möglich ist. Andere stellen sich gar nicht.
    So kannst du herausfinden, ob dein Weg der richtige ist, oder ob du vlt. ein paar Schritte zurück gehst und die andere Abzweigung nimmst.
    Bleib dran und lass es nicht abreißen.

    Hallo Sam,

    Du brauchst dich für nichts bei niemanden entschuldigen. Hier werden dir Erfahrungen mitgeteilt. Du kannst für dich etwas herausziehen oder auch nicht. Natürlich ist es blöd, wenn man einen Urlaub stornieren muss, aber was dagegen stehen könnte hat die R/no schon geschrieben.
    Deine Frau hat doch schon mal angedeutet, dass sie u.U. nicht mit in Urlaub fahren würde. Könnte doch gut sein, dass sie dich darin unterstützen würde, dass es dieses Jahr keinen Urlaub in dieser Form gibt, weil du deine Abstinenz absichern willst. Rede mit ihr. Oder ist das ein Problem? Willst du jetzt nach allem was war nicht auch noch den Familienurlaub vermasseln?

    Nach über 5 Monaten bin ich zum ersten Mal wieder in Urlaub gegangen. Ferienwohnung nur mit meiner Frau. Dadurch waren wir komplett autark und ich konnte mich langsam vortasten. Rückwirkend sage ich, mehr wäre nicht gegangen, denn dann hätte ich mich extrem unwohl gefühlt, durch ständigen Kampf und hätte den Urlaub nicht genießen können.

    Meine heftigstes Craving hatte ich so um die 8 Monate Abstinenz, da war ich zwar außer Haus aber in der Heimat.
    Ich frage mich, woher du die 150%tige Sicherheit nimmst?

    Viele Grüße
    Nayouk