Beiträge von Nayouk24

    Hallo Naira,

    Mir ist es wichtig, mich weiterzubilden und so viel Wissen- auch über Alkoholabhängigkeit- anzusammeln.

    Das mache ich genauso. Ich kann Dir sagen, dass ich auch eine ganze Weile gebraucht habe, um den richtigen Weg zu finden, wie ich das Forum für meine Selbsthilfe nutzen kann.
    Dein Text fand ich sehr gut und er hat mich zum Nachdenken angeregt, zur Reflektion auf meinen eigenen Stand, so wie Bolle geschrieben hat, und das ganz unabhängig von der Diskussion hier. Das habe ich heute in meinem Thread festgehalten.
    Darauf können alle hier reagieren und ich bekomme Hilfe zur Selbsthilfe oder auch nicht. Ganz am Anfang habe ich einen Text abfotografiert und hier rein gestellt. Er wurde sofort gelöscht, mit dem Hinweis auf mögliche Urheberrechte.
    Das ist bei Dir nicht der Fall, da es Deine Darstellung/Interpretation eines Inhalts war. Ich fand damals meinen Text als sehr treffend und sinnbildlich, die User im Forum konnten ihn gut oder schlecht finden aber über mich hat er nichts ausgesagt, weil ich ihn für mich nicht eingeordnet hatte. Also werde ich auch keine Hilfe zur Selbsthilfe bekommen.
    Aber genau darum geht es hier im offenen Bereich. Wenn Du diesen Text als Positionsbestimmung auf Dich reflektierst, dann hilft es Dir alleine schon durch das Niederschreiben und Du bekommst für Dich Reaktionen zurück, die Du für Dich mitnehmen kannst oder auch nicht.

    Ich lerne so viel dabei und kann es dann für mich anwenden.

    So soll es sein.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Mir stehen gleich mehrere dienstliche Veranstaltungen in der Weihnachtszeit bevor, mit anschließendem Restaurant- und dann Weihnachtsmarktbesuch. Da sind die lieben Kollegen ganz scharf drauf ...

    Bei mir ist es ähnlich. Es sind zwar keine dienstlichen begründeten Weihnachsfeiern aber 2 Geburtstage.
    Der eine wird eine Feier , wie man eben feiert, mit Alkohol, da werde ich nicht hingehen.

    Der andere wird mit einer kleinen Wanderung zu einem Hof mit Gaststube starten,
    wo dann gemeinsames Kochen und Abendessen angesagt ist, natürlich wird es auch dort Alkohol geben.

    Meine Teilnahme habe ich noch offen gelassen, vor mir selbst mit der Option, kurzfristig abzusagen.
    Auf jeden Fall werde ich es so organisieren, dass ich jederzeit den Ort selbstständig verlassen kann.

    Naira hat heuten einen schönen Text geschrieben:

    Naira
    8. November 2024 um 14:45

    Phase 5 ist für mich keine Last mehr. Ich habe es akzeptiert. Es ist da noch eine Einschränkung, dass ich mich noch nicht ganz frei bewegen kann oder will.
    Die letzte Phase interpretiere ich als völlig verinnerlichte Akzeptanz.

    Hier wird oft dieser Punk, diese letzte Phase beschrieben und ich glaube, dass ich diesen Punkt erreichen werde , aber heute, nach 10 Monaten und solange ich mir Gedanken wie oben beschrieben mache, habe ich ihn noch nicht erreicht.

    Und er ist meiner Bitte nachgekommen, ohne Drama. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Das ist sehr viel wert.

    Was du schreibst verstehe ich und erscheint mir gleichzeitig so unlogisch

    Es ist schwer zu verstehen, aber Sucht ist logisch. Erst der Alkohol, sonst nichts und alles was dem im Wege steht, wird bekämpft.

    Versuche Dich abzulenken und zu Ruhe zu kommen, für heute hast Du getan, was notwendig war.

    Es wird etwas mit ihm machen. Er spürt die Konsequenzen seiner Sucht.
    Ich wusste genau, wie die kausalen Zusammenhänge sind und ich wäre nie auf die Idee gekommen,
    von meiner Familie Verständnis zu verlangen.

    Das ich leugnete, ignorierte, mich verstellte, war vermeindlicher Selbstschutz, sonst hätte ich ja aufhören müssen zu trinken,
    obwohl ich musste. Wie es gehen kann wusste ich, aber es war lange kein Weg, den ich für mich zugelassen habe,
    aus Scham, aus Angst.....

    Es ist eine Krankheit und das Merkmal ist die Sucht mit Kontrollverlust.
    Es hat nichts mit Willen zu tun.
    Es ist so, als halte ich mir Mund und Nase zu, um nicht mehr zu atmen.
    Irgendwann reagiert mein Körper so heftig, dass ich aufgeben muss und atme.
    Jeder Vergleich hingt, aber in dem Fall ist es die Sucht nach Sauerstoff.

    Da ich ja von der anderen Fraktion bin, kann ich Dir nur sagen, es ist keine Entscheidung von ihm gegen Euch.
    Was mich betrifft, ich konnte nicht anders, ich musste trinken, weil ich süchtig war. Alkohol war lebensnotwendig, so paradox das klingt.
    Es war die Hölle und nur ich konnte mich da raus holen. Meine Familie hatte keine Chance.

    Ich hab mich lange Zeit gefestigter gefühlt als jetzt, aber das kann ich nicht erzwingen, nur aufmerksam beobachten und hlinterfragen, damit weder Schlange noch Krokodil eine Chance haben.

    Liebe Rennschnecke,

    ich denke, da bringst Du es auf den Punkt.
    Diese Suchtstimme blitzt bei mir auch immer wieder auf. Manchmal denke ich, jetzt ist dann aber mal gut, war schon mal besser.
    Wirklich?
    Am Anfang war die Stimme ganz nah bei mir, ich musste lernen mit ihr umzugehen. Dann wurde es mit jedem Monat besser und ich habe gelernt mit ihr umzugehen.
    Das war viel Erfolg in der Anfangszeit und je weiter die Zeit fortschreitet, komme ich einem "normalen" Leben näher.
    Ich denke noch jeden Tag in irgendeiner Form an meine Sucht, oft aber nur kurz oder auch nur, wenn ich hier aktiv bin. Diese "elementaren" Erfolge aus der Anfangszeit nehmen über die Zeit ab, die Phase ist durchlaufen.
    Jetzt kommen andere Erfolge hinzu, die langfristiger angelegt sind und nicht mehr diesen direkten Bezug zu Alkohol haben. So erscheint es mir manchmal, dass ich auf der Stelle trete und denke, dass ich eigentlich viel weiter sein müsste. Dabei ist es gar nicht so, ich befinde mich in einer nächsten Phase, die durch weitere, andere Werte bestimmt ist.
    Und so geht es, glaube ich, immer weiter.

    Wir beide haben bald das erste Jahr erreicht und bezogen auf meine nasse Zeit, empfinde ich, dass in diesem Jahr schon viel bewegt worden ist, aber ich muss mich immer mal wieder daran erinnern.
    Und so wie Du schreibst, dürfen wir nie vergessen, achtsam zu bleiben, zu reagieren, zu hinterfragen und nach zu justieren.
    Das ist die größte Herausforderung, was uns die Erzählungen über die unterschiedlichen Rückfälle lehren.

    Liebe Grüße

    Nayouk

    Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum, liebes Forum.

    Bald ein Jahr begleitest Du mich täglich. Anfang Februar diesen Jahres habe ich mich bei Dir gemeldet, direkt nach der ReHa, als ich wieder Zuhause war.
    Du hast mich offen und herzlich aufgenommen und mir gleich zu Anfang ein paar Takte ins Heft geschrieben.
    Ich konnte mir anfangs nicht vorstellen, dass Du als Online-Exemplar einer SHG eine "Face To Face" SHG ersetzen kannst.
    Du meintest, suche Dir, was Du für Dich richtig empfindest und wo Du Dich wohl fühlst, bei mir bist Du jedenfalls schon mal richtig.

    Jo, so war es dann und ist bis heute so geblieben. Ich hätte von einem Online-Forum wie Du es bist, nie erwartet, dass Du so empathisch, einfühlsam, wissend, fair, tiefsinnig, reflektiert, fordernd und konsequent sein kannst. Das liegt auch an Deinen Mod'oren, von denen ja allesamt PS starke Exemplare sind und somit gewährleistet ist, dass immer einer läuft und es voran geht. Und Dein Maschinist sorgt dafür, dass alles immer gut geschmiert ist.

    Was hast Du schon alles an Schicksalen, Leiden, Misserfolgen, Erfolgen und neuen Lebensgeschichten gesehen. Du kannst stolz auf Dich sein, mit dem was Du erreicht hast und tagtäglich bewirkst.
    Ich glaube, sowas wie Dich sucht seinesgleichen noch vergeblich.

    Ich bin sehr froh, dass es Dich gibt und ich weiss, dass ich mich auf Dich verlassen kann, wenn ich Dich brauche.
    Pass gut auf Dich auf und bleibe so wie Du bist.

    LG Nayouk

    Hallo releaseme,

    so wie Du die Situation beschreibst, scheint Dein Mann ein grosses Alkoholproblem zu haben,
    oder er hat sogar schon die Grenze in die Sucht überschritten und ist Alkoholiker.
    Mit reden wirst Du ihn nicht vom trinken abhalten. Wenn Du ihn mit seiner Sucht konfrontierst, geht er zum Angriff (verbal) über,
    denn Angriff ist die beste Verteidigung. Sonst müsste er sich seiner möglichen Alkoholsucht stellen und das kann er nur,
    wenn er selbst erkennt, dass er Alkoholiker ist und damit Einsicht in seine Krankheit hat.
    Auf diesen Punkt zu hoffen oder zu warten, wird Dich auf Dauer zermürben.
    Ich selbst habe gehofft, dass ich aus der Suchtspirale aussteigen kann, gehofft Tag um Tag, Monat um Monat, bis ich den Punkt erreicht hatte,
    dass ich erkennen konnte, dass ich es nicht alleine schaffe und mir fremde professionelle Hilfe gesucht habe.
    Das war meine Verantwortung und mein Handeln und zurück zu Dir, es ist nicht Deine Verantwortung und Deine Aufgabe.
    Du hast diesbezüglich keine Chance.
    Aber Du kannst für Dich handeln und zwar zuallererst, dass Du Deine Grenzen setzt und aufzeigst.
    Du hast ein Recht darauf, mit einem Partner gemeinsam zu leben, der nicht jeden Tag an- oder betrunken ist.
    Du hast ein Recht darauf, Dein Leben zu leben und nicht auf all das zu verzichten, was heute oder bald mit Deinem Mann nicht mehr möglich ist oder sein wird,
    weil er trinkt.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Schade das ich 47 Jahre werden musste um so klar zu denken oder zu sehen

    Bei mir hat es auch etwas länger gedauert.

    Was war kann ich nicht mehr ändern, was kommt sehr wohl.
    Mit 47 hast Du doch noch viel Schaffenskraft. Pass gut darauf auf, damit es so bleibt.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Das tut mir sehr leid, dass Du diesen Verlust verarbeiten musst und das gerade am Anfang Deiner Abstinenz.
    Du sagst es selber, Kopf in den Sand stecken (und trinken) hilft nicht, es macht es nur noch schlimmer.

    Soziale Kontakte sind sehr wichtig auch für Deine zukünftige Abstinenz.
    Ein Gedanke:
    Es gibt auch SHGs für Trauerbewältigung. Dort lernst Du auch Menschen kennen.