Ich hab mich lange Zeit gefestigter gefühlt als jetzt, aber das kann ich nicht erzwingen, nur aufmerksam beobachten und hlinterfragen, damit weder Schlange noch Krokodil eine Chance haben.
Liebe Rennschnecke,
ich denke, da bringst Du es auf den Punkt.
Diese Suchtstimme blitzt bei mir auch immer wieder auf. Manchmal denke ich, jetzt ist dann aber mal gut, war schon mal besser.
Wirklich?
Am Anfang war die Stimme ganz nah bei mir, ich musste lernen mit ihr umzugehen. Dann wurde es mit jedem Monat besser und ich habe gelernt mit ihr umzugehen.
Das war viel Erfolg in der Anfangszeit und je weiter die Zeit fortschreitet, komme ich einem "normalen" Leben näher.
Ich denke noch jeden Tag in irgendeiner Form an meine Sucht, oft aber nur kurz oder auch nur, wenn ich hier aktiv bin. Diese "elementaren" Erfolge aus der Anfangszeit nehmen über die Zeit ab, die Phase ist durchlaufen.
Jetzt kommen andere Erfolge hinzu, die langfristiger angelegt sind und nicht mehr diesen direkten Bezug zu Alkohol haben. So erscheint es mir manchmal, dass ich auf der Stelle trete und denke, dass ich eigentlich viel weiter sein müsste. Dabei ist es gar nicht so, ich befinde mich in einer nächsten Phase, die durch weitere, andere Werte bestimmt ist.
Und so geht es, glaube ich, immer weiter.
Wir beide haben bald das erste Jahr erreicht und bezogen auf meine nasse Zeit, empfinde ich, dass in diesem Jahr schon viel bewegt worden ist, aber ich muss mich immer mal wieder daran erinnern.
Und so wie Du schreibst, dürfen wir nie vergessen, achtsam zu bleiben, zu reagieren, zu hinterfragen und nach zu justieren.
Das ist die größte Herausforderung, was uns die Erzählungen über die unterschiedlichen Rückfälle lehren.
Liebe Grüße
Nayouk