Beiträge von Nayouk24

    Ich hab mich lange Zeit gefestigter gefühlt als jetzt, aber das kann ich nicht erzwingen, nur aufmerksam beobachten und hlinterfragen, damit weder Schlange noch Krokodil eine Chance haben.

    Liebe Rennschnecke,

    ich denke, da bringst Du es auf den Punkt.
    Diese Suchtstimme blitzt bei mir auch immer wieder auf. Manchmal denke ich, jetzt ist dann aber mal gut, war schon mal besser.
    Wirklich?
    Am Anfang war die Stimme ganz nah bei mir, ich musste lernen mit ihr umzugehen. Dann wurde es mit jedem Monat besser und ich habe gelernt mit ihr umzugehen.
    Das war viel Erfolg in der Anfangszeit und je weiter die Zeit fortschreitet, komme ich einem "normalen" Leben näher.
    Ich denke noch jeden Tag in irgendeiner Form an meine Sucht, oft aber nur kurz oder auch nur, wenn ich hier aktiv bin. Diese "elementaren" Erfolge aus der Anfangszeit nehmen über die Zeit ab, die Phase ist durchlaufen.
    Jetzt kommen andere Erfolge hinzu, die langfristiger angelegt sind und nicht mehr diesen direkten Bezug zu Alkohol haben. So erscheint es mir manchmal, dass ich auf der Stelle trete und denke, dass ich eigentlich viel weiter sein müsste. Dabei ist es gar nicht so, ich befinde mich in einer nächsten Phase, die durch weitere, andere Werte bestimmt ist.
    Und so geht es, glaube ich, immer weiter.

    Wir beide haben bald das erste Jahr erreicht und bezogen auf meine nasse Zeit, empfinde ich, dass in diesem Jahr schon viel bewegt worden ist, aber ich muss mich immer mal wieder daran erinnern.
    Und so wie Du schreibst, dürfen wir nie vergessen, achtsam zu bleiben, zu reagieren, zu hinterfragen und nach zu justieren.
    Das ist die größte Herausforderung, was uns die Erzählungen über die unterschiedlichen Rückfälle lehren.

    Liebe Grüße

    Nayouk

    Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum, liebes Forum.

    Bald ein Jahr begleitest Du mich täglich. Anfang Februar diesen Jahres habe ich mich bei Dir gemeldet, direkt nach der ReHa, als ich wieder Zuhause war.
    Du hast mich offen und herzlich aufgenommen und mir gleich zu Anfang ein paar Takte ins Heft geschrieben.
    Ich konnte mir anfangs nicht vorstellen, dass Du als Online-Exemplar einer SHG eine "Face To Face" SHG ersetzen kannst.
    Du meintest, suche Dir, was Du für Dich richtig empfindest und wo Du Dich wohl fühlst, bei mir bist Du jedenfalls schon mal richtig.

    Jo, so war es dann und ist bis heute so geblieben. Ich hätte von einem Online-Forum wie Du es bist, nie erwartet, dass Du so empathisch, einfühlsam, wissend, fair, tiefsinnig, reflektiert, fordernd und konsequent sein kannst. Das liegt auch an Deinen Mod'oren, von denen ja allesamt PS starke Exemplare sind und somit gewährleistet ist, dass immer einer läuft und es voran geht. Und Dein Maschinist sorgt dafür, dass alles immer gut geschmiert ist.

    Was hast Du schon alles an Schicksalen, Leiden, Misserfolgen, Erfolgen und neuen Lebensgeschichten gesehen. Du kannst stolz auf Dich sein, mit dem was Du erreicht hast und tagtäglich bewirkst.
    Ich glaube, sowas wie Dich sucht seinesgleichen noch vergeblich.

    Ich bin sehr froh, dass es Dich gibt und ich weiss, dass ich mich auf Dich verlassen kann, wenn ich Dich brauche.
    Pass gut auf Dich auf und bleibe so wie Du bist.

    LG Nayouk

    Hallo releaseme,

    so wie Du die Situation beschreibst, scheint Dein Mann ein grosses Alkoholproblem zu haben,
    oder er hat sogar schon die Grenze in die Sucht überschritten und ist Alkoholiker.
    Mit reden wirst Du ihn nicht vom trinken abhalten. Wenn Du ihn mit seiner Sucht konfrontierst, geht er zum Angriff (verbal) über,
    denn Angriff ist die beste Verteidigung. Sonst müsste er sich seiner möglichen Alkoholsucht stellen und das kann er nur,
    wenn er selbst erkennt, dass er Alkoholiker ist und damit Einsicht in seine Krankheit hat.
    Auf diesen Punkt zu hoffen oder zu warten, wird Dich auf Dauer zermürben.
    Ich selbst habe gehofft, dass ich aus der Suchtspirale aussteigen kann, gehofft Tag um Tag, Monat um Monat, bis ich den Punkt erreicht hatte,
    dass ich erkennen konnte, dass ich es nicht alleine schaffe und mir fremde professionelle Hilfe gesucht habe.
    Das war meine Verantwortung und mein Handeln und zurück zu Dir, es ist nicht Deine Verantwortung und Deine Aufgabe.
    Du hast diesbezüglich keine Chance.
    Aber Du kannst für Dich handeln und zwar zuallererst, dass Du Deine Grenzen setzt und aufzeigst.
    Du hast ein Recht darauf, mit einem Partner gemeinsam zu leben, der nicht jeden Tag an- oder betrunken ist.
    Du hast ein Recht darauf, Dein Leben zu leben und nicht auf all das zu verzichten, was heute oder bald mit Deinem Mann nicht mehr möglich ist oder sein wird,
    weil er trinkt.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Schade das ich 47 Jahre werden musste um so klar zu denken oder zu sehen

    Bei mir hat es auch etwas länger gedauert.

    Was war kann ich nicht mehr ändern, was kommt sehr wohl.
    Mit 47 hast Du doch noch viel Schaffenskraft. Pass gut darauf auf, damit es so bleibt.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Das tut mir sehr leid, dass Du diesen Verlust verarbeiten musst und das gerade am Anfang Deiner Abstinenz.
    Du sagst es selber, Kopf in den Sand stecken (und trinken) hilft nicht, es macht es nur noch schlimmer.

    Soziale Kontakte sind sehr wichtig auch für Deine zukünftige Abstinenz.
    Ein Gedanke:
    Es gibt auch SHGs für Trauerbewältigung. Dort lernst Du auch Menschen kennen.

    Hallo happynewlife,

    Respekt, dass Du Dich hier gemeldet hast.

    6 Wochen, das heißt Entgiftung und Entwöhnung. Weißt Du schon, ob stationär oder ambulant?
    Ich war 4 Wochen stationär und ich habe dem absolute Priorität gegeben. Da war nix, was mich hätte ablenken können, das war sehr hilfreich für mich.
    Wie Du es auch machst, es muss das Wichtigste für Dich sein.
    Viele Grüsse

    Nayouk

    Woher sollen sie verstehen,

    … weil es Deine Familie ist und und man Dinge spürt, die vielleicht nicht ausgesprochen werden. Und wenn man nicht weiß, was los ist, kann man ja nachfragen.
    Für deinen Teil, bleibe dran. Setze Grenzen und teile mit, was für dich nicht verhandelbar ist. Es hat mir gefallen, was Du geschrieben hast.

    Hallo Paul,

    Herzlichen Glückwunsch zu 1 Jahr und 1 Monat 🥇

    Das stimmt was Du schreibst.
    Manchmal denke ich, dass ich als abstinenter Alkoholiker eine Erfahrung mehr habe,
    die zufrieden und glücklich sein leichter machen kann. Sie relativiert so manches.

    Der Punkt von Hera ist mir auch aufgefallen.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Naja, wenn ich es bis zum 80. Schaffen sollte, dann kann ich ja auch wieder "was" trinken, dann ist es ja auch egal, wann und woran ich mal sterbe...

    Es ist schon perfide, wie das Suchthirn jegliche sich bietende Verbindung zu Alkohol herstellt,
    auch wenn sie noch so absurd erscheint. Genau so würde ich es sehen und als Erfahrung ablegen.

    Ich finde es gut, dass Du es mitgeteilt hast, nur so können wir auch etwas daraus ziehen.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Ich hoffe es geht Dir wieder besser, wenn du diese Zeilen liest.

    Da ich in meinem Umfeld nicht so gut mit jemandem sprechen kann, habe ich mich hier angemeldet. Ich wäre froh um Unterstützung. Von Personen, die das Ganze nicht runterspielen, sondern verstehen.

    Genau das war auch meiner Hoffnung und deswegen hab ich mich hier angemeldet. Ich habe hier viel Verständnis, aber auch kritische Betrachtung erfahren. Dinge, die ich nicht hören wollte, die nicht in mein Denkwelt passten.
    Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mich darauf einlassen konnte und sortieren konnte, was nehme ich für mich mit und was lege ich beiseite.

    Du bist seit drei Monaten nüchtern und das ist ganz viel wert.

    Bei dir lese ich aber raus, dass es für dich keinen Wert darstellt, weil was sind schon drei Monate gegen lebenslange Nüchternheit.
    Du harderst mit deinem Schicksal, nie wieder Alkohol trinken zu können.
    Der Gedanke hat mich am Anfang auch beschäftigt und auch frustriert.
    Ich tat mir selbst leid mit dem, wie es ist. Mein Therapeut hat mir dann behutsam, aber bestimmt den Kopf gewaschen. Ich habe eine unheilbare Krankheit, aber ich kann sie stoppen. Viele andere unheilbar Kranke können das für sich nicht in Anspruch nehmen.

    Dass ich aus der Suchtspirale ohne nennenswerte gesundheitliche Schäden aussteigen konnte, empfinde ich als großes Glück mit Dankbarkeit.
    Es gibt wahrlich Schlimmeres, als unheilbar alkoholkrank zu sein und die Krankheit gestoppt zu haben. Mir fallen da sofort ganz viele Beispiele ein.


    Der Kampf jeden Tag nüchtern zu bleiben hat erst aufgehört, als ich meine Alkoholkrankheit akzeptierteren konnte und akzeptiert habe, dass ich nie wieder Alkohol trinken kann.
    Hier in diesem Forum, in Büchern und im Internet habe ich viel über die Krankheit gelernt. Dabei habe ich mir nicht 24/7 vorgesagt, dass ich Alkoholiker bin, aber ich habe mich mit meiner Krankheit auseinandergesetzt.
    Je mehr wissen ich über sie hatte, desto besser konnte ich akzeptieren. Die Zeit, die ich dafür benötigt habe, hat alleine schon dafür gesorgt, dass meine Abstinenz nicht in den Hintergrund gerät. Der Prozess braucht Zeit und für mich dauert er heute noch an, aber es ist viel leichter geworden, weil ich nicht mehr kämpfen muss um abstinent zu bleiben. Trotzdem gibt es Momente und Situationen, in denen sich mein Suchthirn meldet.
    Ich erkenne sie und weiß, wie ich damit umgehen muss. Jedes Mal wird mein Erfahrungsschatz ein Stückchen größer.

    Ich wünsche Dir, dass Du für Dich Deinen Weg finden kannst, wenn Du willst und es zulässt, auch mit diesem Forum.

    Viele Grüße

    Nayouk