Beiträge von Nayouk24

    "Psycho - Ich, süchtig"
    (aus der Reihe PSYCHO in der ARTE Mediathek)

    Eine 30 min Doku. Erzähl-Erfahrungen von Süchtigen (Alkohol, Kokain, Spielsucht).
    Die Abläufe und Mechanismen der Süchte sind nahezu identisch.
    Allen Süchtigen ist auch gemein, dass sie für immer abstinent von ihrem Suchtmittel oder Suchtverhalten bleiben müssen.
    Die Analogie zur Spielsucht fand ich aufschlussreich.

    Viele Grüße Nayouk

    Ansonsten quäle ich mich gerade wieder verstärkt mit einer bleiernen Müdigkeit,

    Das kann ich Dir nachfühlen.
    Ich bin 2-3 mal die Woche im Fitness-Studio, fahre (wenn's nicht regnet !) 100km pro Woche mit dem Fahrrad und komm irgendwie nicht in die Gänge, so das ich das Gefühl habe, dass ich langsam wieder fitter werde. Bin danach immer völlig erledigt und würde am liebsten auf die Couch und liegen bleiben und muss mich zu allem Weiteren richtig überwinden. Ich sag mir immer, 20 Jahre lang den Körper geschändet, dann braucht die Erholung jetzt auch ihre Zeit.
    Ich hoffe es wird nach dem ersten Jahr Abstinenz besser, liest man ja hier und dort.
    Bin gespannt was Du berichtest.

    Übrigens: Neulich hast Du bei mir geschrieben, dass wir ja quasi gleichzeitig aufgehört bzw. angefangen haben. Gleichzeitig ??
    Ich habe den Anfang Deiner Abstinenz einfach bei Deinem Anmeldedatum hier im Forum vermutet. Hab mir jetzt mal Deinen ganzen Faden gelesen.
    Jetzt passt es.

    LG Nayouk

    Danke für Deine Offenheit Evelin , es hört sich für mich so an, dass Du genau weißt wo Du ansetzen musst.
    Es ist auch gut, dass Du dabei unterstützt wirst. Ich wünsche Dir, dass Du Dir die Zeit dafür nehmen kannst.

    und es ist richtig heftig im Umland…

    Das kann ich nur bestätigen.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo Evelin,

    das tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht.
    Gut ist, dass Alkohol auch jetzt kein Thema ist.

    Irgendwie hat das alles gar nichts mit Alkohol zu tun….

    Beim lesen des Anfangs von Deinem Thread kam mir ein Gedanke.
    Du hast angefangen zu trinken, als Deine Töchter aus dem Haus waren. Du hast Dich nicht mehr richtig gebraucht gefühlt.
    Dann konntest Du den Alkohol wieder weglassen und bist seither abstinent.
    Das Loch, die Lücke, welche Du mit Alkohol füllen wolltest ist ja wahrscheinlich noch da, oder?
    Hier lese ich oft: Aufhören zu trinken alleine reicht nicht.

    Was hast Du getan um diese Lücke anders zu füllen ? Sport, Bewegung ist ein wichtiger Part Dich.
    Gibt es noch etwas, was Dich ablenkt und motivieren kann ?
    Vielleicht hilft Dir dies als Denkanstoß und ich hoffe ich liege nicht komplett falsch.

    Viele Grüße und gute Besserung.

    Nayouk

    Zu extrem?

    Whitewolf Nein, aber immer wieder notwendig zu hören. Danke.

    "so krank bin ich noch nicht" ?

    Zumindest kann ich aus dem Selbsterlebten nicht auf ein wie von Dir geschildertes Leidensspektrum und damit einer derartigen Schocktherapie zurückgreifen, die ich mir immer wieder vor holen kann. Gott sei Dank . Aber das selbst Erlebte sollte eigentlich reichen und trotzdem kommen die Gedanken.
    Ich war psychisch und physisch nach meinen Begriffen am Ende. Nachts, Schwitzen, Krämpfe, gegen morgen Schlechtsein, Zittern, Konzentrationsschwierigkeiten usw.
    Das erste Bier musste ab 10 Uhr kommen, sonst ging gar nichts mehr. Ich war ein "funktionierender" Alkoholiker (Spiegeltrinker) mit zunehmender Isolation beruflich wie auch privat.
    Ich kann es bis heute nicht sagen warum, aber mir ist irgendwann schlagartig klar geworden, dass ich das nicht mehr lange durchhalte und dann gibts den grossen Knall.
    So war es bei mir.

    Ich habe gelernt, dass ich das Suchthirn nicht kontrollieren kann, sondern es versucht mich zu kontrollieren. Diese Gedanken kommen einfach. So wie Paul_dry schrieb, sie sind in mir drin. Ich kann nur Strategien stärken um mit ihnen umzugehen und sie nicht zum Ziel kommen zu lassen. Das gelingt mir bis jetzt erfolgreich. Ich wäre froh sie ausschalten zu können, aber wie ? Ich hoffe, die Zeit regelt das. Tut sie es ? Reicht das? Wie geht es sonst ?

    Iphigenie Es sollte keine altersbedingte Anfälligkeit bedeuten. "Ich" war vor 25 Jahren euphorischer, unternehmungslustiger, risikobereiter, leichtsinniger.
    Das sollte es bezogen auf mich heissen und damit das Risiko in einem Urlaub ansprechen.
    Was das Alter angeht: So musste ich erst 63 werden um es zu kapieren. Wahrhaftig kein Ruhmesblatt.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Irgendwie scheint der Alkohol im Kopf immernoch als angenehm, passend, wohlschmeckend und als gelungener Abschluss zum Essen vorgeschlagen zu werden.

    Bei Weisswein schon. Dass er passend ist, dagegen lässt sich nichts sagen, nur für mich passt Alkohol in jedweder Form heute nicht mehr.
    Mein Getränk zum Schluss war ja Bier, aber vor vielen Jahren war es eben Weißwein. Mit der irrwitzigen Begründung, dass Weisswein für mich Suchtpotential hat, bin ich auf Bier umgestiegen. Ich habe tatsächlich ab da keinen Weisswein mehr getrunken, aber eben Bier und das mengenmäßig mehr als Wein, logisch.
    Auch eine Art sich selbst zu betrügen.
    Aber Du hast recht Whitewolf , das Suchtgedächtnis schlägt sowas immer mal wieder vor. Ich habe schon eine Art "24h Protokoll" aus der schlimmen Zeit am Ende aufgeschrieben. Da fehlen sicher Punkte, besonders die, die nicht in das 24h-Raster passen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Wer hat an der Uhr gedreht……

    Ich bin zurück.
    10 Tage Sonne, Wind und Entspannung bei max. 26 Grad und jetzt hier Dauerregen bei 14 Grad.

    Der erste Urlaub nach dem Wendepunkt. Es war schön und ganz anders als früher.
    Entspannter, da keine Sorgen um Alkoholnachschub.
    Bewusster, da viele Dinge intensiver oder ganz neu wahrgenommen werden.
    Achtsamer, da das Thema "Alkohol" konfrontiert, mehr noch als Zuhause.
    Nachdenklich, mit dem Spüren im Hier und Jetzt und mit den Gedanken an die „verlorenen“ Jahre.
    Aktiver, da Lust, Land und Leute kennenzulernen.

    Restaurantbesuche sind ein Thema.
    Wir waren meistens mittags im Restaurant und abends konnten wir auch auf der Dachterrasse der FeWo grillen.
    Frischen Fisch, morgens im Atlantik gefangen, in der Markthalle gekauft und abends gegrillt auf den Teller. Herrlich.
    Dann aber auch der Gedanke an ein Glas passenden, kühlen Weißwein dazu.

    Tja, „das hast Du Dir selbst zuzuschreiben. Da Du gesoffen hast und Du hoffentlich immer noch weißt, wie es geendet hat, verwirf den Gedanken ganz schnell wieder“, sagte die innere Stimme. Und es hat auch geklappt.
    Ich habe mich dabei ertappt, dass ich solche Gedanken, z.B. an das Glas Wein, bewusst kommen gelassen hab. Warum ? Ja, warum? Weil sie nun mal im Hintergrund (noch?) da sind und ich es leichter finde, ich setze mich mit ihnen auseinander anstatt dass ich versuche sie zu unterdrücken und sie mir dann doch die Stimmung vermiesen,
    weil sie permanent in meinem Kopf kreisen.

    Überrascht war ich von dem Angebot an alternativen Getränken, kreative Kompositionen, wie z.B. Kräuterlimonaden verschiedenster Art, die haben auch sehr gut zum Fisch gepasst. Geht doch !

    Die Erfahrungen und Eindrücke vom Urlaub werde ich erstmal sacken lassen.
    Den Sommer, wenn er dann kommt, werden wir Zuhause am See verbringen.

    Ich bin froh, dass ich weg war, aber auch froh, dass alles gut gegangen ist.
    Ich hatte zuvor durch „in mich reinhören“ ein gutes Gefühl, aber auch Respekt vor dem Vorhaben.
    Wenn ich 25 Jahre jünger gewesen wäre, muss ich ehrlicher Weise sagen, dass ich nicht weiß ob es so unproblematisch abgelaufen wäre.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Müsste viel mehr trinken, und daß will ich keinesfalls. Nie wieder in diesen Strudel!

    Du solltest viel trinken, ausreichend Flüssigkeit im Körper fördert den Heilungsprozess🤓Natürlich das Richtige, versteht sich von selbst.

    Ich lese momentan viel bei dem blöden Wetter. Bei mir hat es derzeit meist mit Alkohol und Psychologie zu tun, Resilienz, Selbstwertgefühl etc.

    Ich wünsch Dir gute und schnelle Besserung.

    Viele Grüsse Nayouk

    Hallo Paul,

    Da machst du als „ Frontman“ dem Namen alle Ehre.
    Ich hoffe es ist alles vorbei und ok bei Dir.
    Den Thread von CF hatte ich schon gelesen und gerade nochmal.
    Habe mir den Link gespeichert.
    Mitte Juni komme ich in die gleiche Situation, wenn meine Frau 10 Tage in Kur ist.
    Hatte mir schon überlegt, wie das werden wird.
    Jetzt habe ich eine Variante von Dir gehört, wie es sein kann. Danke für Deine Mitteilung.

    Nayouk

    Danke für die Tipps.

    Tonic Water oder Bitter Lemon habe ich früher nie getrunken, auch nicht mit Vodka. Das triggert mich nicht.
    vodka pur habe ich nur für den äußersten Notfall im Flachmann dabei gehabt, wenn absehbar war, dass ich länger nicht unauffällig an Bier rankomme. Ich fand ihn immer grausam aber es ging ja um die Wirkung und nicht um den Geschmack.

    Die Urlaubsdiskussionen in allen möglichen Threads finde ich richtig spannend und hilfreich für mich.
    Es ist ein Thema, dass jeden Trockenwerdenden irgendwann einholt.

    Der Wunsch von Evelin geht für mich zwar nicht in Erfüllung, ich hatte aber auch nicht die Erwartung.
    Auch hier im Urlaub denke ich mehrmals täglich an meine Abstinenz, sogar öfter als Zuhause und das ist gut so.
    Abends wollen wir bewusst nicht ins Restaurant. Gestern haben wir mittags frischen Fisch aus dem
    Atlantik gegessen. Köstlich! Neben uns saß ein Pärchen und vernichtete eine Flasche 0,7 Rosé.
    Komisch war es schon. Ich hatte den Gedanken, wie können die jetzt um diese Zeit eine Flasche Wein trinken,
    wissen sie nicht was sie sich damit antun . Wie besserwisserisch von mir, ausgerechnet ich😔

    Das Wichtigste für mich ist, dass meine Frau keinen Alkohol in meiner Gegenwart trinkt.

    Mir geht es gut. Ich erlebe den Urlaub ganz anders als früher. Es ist befreiend und auf seine Weise erholsam.
    Und: Mir kann nix passieren, ich habe ja Hartmut und Euch im Rucksack 😀Danke dafür.

    Liebe Grüsse

    Nayouk 🏖️

    Herzlichen Glückwunsch zu 8 Monaten, Paul.

    alkohol zwingt dich den status quo zu halten……..

    Finde ich gut beschrieben. Da der Alkohol an dem Ast sägt, auf dem er sitzt, wurde mein Handlungsradius immer enger.
    Nur der Nachschub musste gesichert sein, dafür habe ich keine Mühen gescheut.
    Was für ein Irrsinn 🤦🏻‍♂️

    Alles Gute.
    Nayouk

    Ich bin dann mal weg.
    Heute noch geht es in den Süden ans Meer und wir können für eine Woche dem Wetter hier entfliehen.
    Ich freue mich darauf, da es der erste Urlaub nach „danach“ ist.
    Etwas gemischte Gefühle sind aber auch dabei.

    Ich habe keinen Stress, wie ich die Anreise überstehen soll, keine Gedanken darüber, wo und bis wann man vor Ort noch den ersten Alkohol wieder einkaufen kann.
    Das wird ein ganz neues Urlaubsgefühl.
    Wir sind bewusst in einer FeWo und damit kann ich selbst steuern, wann und wo ich mir wieviel zumuten will.

    Im Forum werde ich weiter lesen und vielleicht auch schreiben,
    ich brauche ja keinen Erholungsurlaub vom Forum so wie unsere ModeratorInnen ;)

    Liebe Grüße

    Nayouk