Beiträge von Nayouk24

    Mein größte Angst ist, dass die Stimme, die mit mir flüstert, eines Tages behauptet: Hey war doch gar nicht so schlimm, die andern trinken doch auch, Du gehörst jetzt zu den Spaßbremsen, Du kannst das kontrollieren. Das war doch alles so einfach, Du kannst jeder Zeit aufhören.

    …. Und ich vergesse nein zu sagen.

    Hallo Rina,

    Das ist aus Deinem ersten Beitrag in Deinem Thread.
    Nun hast Du Dich nicht mit einem Glas verführen lassen, aber es war der getarnte Alkohol.
    Ich will das gar nicht weiter kommentieren und es steht mir auch nicht zu.

    Erstens finde ich gut, dass Du Dich mitteilst und zweitens sind es genau die nicht offensichtlichen Situationen, die uns in Gefahr bringen können.

    Auf die offensichtlichen bin ich vorbereitet. Die anderen kann ich nur durch Achtsamkeit abfangen, genau wie Du schreibst.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo rory,

    Gestern habe ich Deinen Text überflogen und habe ihn mir als Link gespeichert um ihn jetzt in Ruhe nochmal zu lesen.

    Mein Trinkverhalten war von dem, was ich bei dir gelesen habe, noch nicht vergleichbar mit dem deines Partners

    Der Satz, in Bezug auf mich, passt nicht.
    Meine Partnerin (meine Frau) trinkt normal Alkohol, so normal, wie eben in der Gesellschaft Alkohol konsumiert wird.
    Soll heißen, ich bin der Alkoholiker, nicht sie.

    Würde mich interessieren, wie Du in meinem Thread darauf gekommen bist bzw. wo ich mich vlt.
    missverständlich ausgedrückt habe.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Api,

    Ich lese raus, dass er wohlmöglich Deinen Trennungsentschluss auf seinen Alkoholkonsum bezieht und deshalb Dir hierzu Kompromisse vorschlägt. Aber es ist nicht die Lösung, da die Beziehung für Dich nicht mehr funktioniert, auch aus anderen Gründen. Vlt. war der Alkohol für das ein oder andere Beziehungsproblem ursächlich aber heute gibt es für Dich keine Perspektive mehr in der Beziehung.

    Könnte es sein, dass ihr aneinander vorbei redet?

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Gut, Du weißt was Du willst. Er hat für sich den Anfang gemacht.
    Meine Frau hat mir klar gemacht, dass sie mit mir nicht so leben kann. Es war eine klare Ansage. Ich wusste was kommt und hatte die freie Wahl.
    Sie hat mir eine Chance gegeben,
    die ich glücklicherweise nutzen konnte.
    Aber es war meine Entscheidung.

    Kennt Dein Mann was Du willst und was Du nicht willst und wie Du zu dem kommen wirst, was Du willst? Hat er es verstanden?

    Gebe Dir selbst eine ehrliche Antwort.

    Hallo Maeron,

    Wenn sich meine Suchtstimme meldet, spreche ich mit ihr. „Du schon wieder, hast Du schon vergessen was Du angerichtet hast…..” oder so ähnlich
    Mir hilft es.
    Mit der Zeit wird es immer weniger. Die alten Trampelpfade der Verhaltensmuster müssen erst zu wuchern und die neuen sich einprägen und normal werden.

    Ich achte darauf, in welchen Situationen die Stimme kommt. Dann kann ich mich entweder darauf vorbereiten oder die Situation vermeiden.

    Viele Gruesse

    Nayouk

    Hallo Wacholderfrau,

    Schön Dich kennenzulernen.

    Nach Deinem Eingangspost habe ich erstmal Deine Geschichte gelesen. Besonders berührt hat mich Deine Beschreibung bzw. Analyse Deines Rückfalls. Deine Zahlen 12/8/12 sind für mich sehr beeindruckend und zugleich erschreckend, ich hab ja noch nicht mal das erste halbe Jahr voll.
    Ich freue mich mehr von Dir hier im Forum zu erfahren.

    Ob sich viel hier im Forum geändert hat, kann ich nur erahnen. Für mich fühlt es sich jeden Tag gut an.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Euch beiden gehört die Wohnung und er lässt Dich mit Eurem Kind eine neue Bleibe suchen ?

    Er will in der gemeinsamen Wohnung bleiben, unzerstützt mich aber finanziell.

    Das hört sich so nach Good Will von ihm an. Finanziell muss er Dich schon alleine wegen Eurer Tochter unterstützen und er müsste Dir auch die Hälfte einer möglichen Miete bezahlen, wenn man annimmt, dass Eure Wohnung an einen Dritten vermietet wäre.

    Ich war zum Glück nicht in so einer Situation wie Dein Mann, aber ich denke es ist für ihn der Weg des geringsten Widerstands, sonst müsste er jetzt viele Dinge erledigen und das neben seinem Alkoholkonsum. Jetzt liegt die Last bei Dir obwohl Du dann auch alleine die Verantwortung für Eure Tochter trägst.


    Soweit wäre ich nicht gegangen, abgesehen davon hätte mir meine Frau gehörig die Leviten gelesen und das mit Recht.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Paul,

    herzlichen Grückwunsch zu 10 Monaten.
    Das ist ein toller Erfolg.
    Du bist mir ja immer 4 voraus, da wird sich auch nichts dran ändern.

    Mit jedem Monat werde ich erfahrener und dadurch kommt mehr Gelassenheit.
    Ich kenne Deinen Kreativbereich nicht und aus der künstlerisch, kreativen Ecke komme ich auch nicht.
    Aber das mit Deiner Knabberecke kenne ich, das Gefühl effektiver zu sein und mehr geschafft zu bekommen.
    Das Gegenteil war bei mir der Fall. Am Ende habe ich noch länger gebraucht.

    Heute ist das alles vorbei und in der gewonnene Zeit dürfen wir auch mal einfach nur dazusitzen und denken.

    Kennst Du den Comic von Loriot, wo er sagt: "Ich möchte einfach nur sitzen"?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo Kamill,

    danke, dass Du meine Fragen aufgegriffen hast.

    Ich habe getrunken weil ich nicht anders konnte als es anderen recht zu machen und ich ständig das Gefühl hatte, zu wenig Zeit für mich zu haben.

    Ich wollte es immer allen recht machen. Das hat mich gestresst und darum habe ich getrunken. Es nicht immer allen recht machen, heisst ja auch in Konflikte zu gehen
    und mit dem Ergebnis umgehen zu können. Zum Schluss habe ich genau das gemieden um keine Angriffsfläche zu bieten. Es hätte ja sein können, dass eine(r) etwas ahnt,
    dann wäre ich angreifbar gewesen, weil ich eine Auseinandersetzung über mein Alkoholproblem nicht ehrlich führen konnte.
    Genau das hat aber alles noch schlimmer gemacht und ich brauchte noch mehr Alkohol um es in vermeindlicher Balance zu halten. Eine Spirale, die ich nicht gewinnen konnte.

    Angriff ist die beste Verteidigung.

    Heute morgen ist mein Mann wutentbrannt aus seinem Zimmer gestürmt. Er hat wieder ins Bett gemacht und gibt mir voll und ganz die Schuld, dass es ihm so schlecht geht.


    Das war der Angriff zur Verteidigung.
    Sonst hätte er ja kleinbei beichten müssen, dass er ins Bett gemacht hat.

    Solange er keine Krankheitseinsicht hat, musst Du davon ausgehen, dass es wieder passiert.
    Nur dann, verbunden mit dem festen Willen, die Sucht zu stoppen, kann sich etwas ändern.

    Jetzt musst Du zuallererst an Dich und Deine Tochter denken.

    Hallo Vayana,

    die Frage ist doch, was versprichst Du Dir von der Kontrolle.
    Dass er weniger trinkt oder gar ganz aufhört ?
    Es ist eine Sucht und das Merkmal einer Sucht ist, dass sie nicht kontrolliert werden kann,
    weder vom Alkoholiker selbst noch von einem Dritten.

    die Sucht, wenn sie voll da ist, ist auch für ihn nicht kontrollierbar und kann nicht durch deine Kontrolle klein gehalten

    Genau so ist es.
    Der einzige Weg ist die Erkenntnis, dass ich Alkoholiker bin und wenn ich nichts unternehme, dies zum Tode führt und der Wille, den Leidensweg zu beenden und ein abstinentes Leben aufzubauen. Diese Erkenntniss muss von mir selbst kommen.

    Als mich meine Frau kontrolliert hat, mussten andere Startegien her um genügend trinken zu können.
    Das hat mich noch mehr gestresst, da das System immer komplexer und anfälliger wurde.
    Dann hatte ich eine Weile Ruhe, bis auch diese "Strategien" aufflogen und es von vorne los ging.

    Warum lügen ?

    Ich wusste schon lange, dass ich ein massives Problem habe und irgendwann war mir klar, dass ich Alkoholiker bin.
    Diese Erkenntnis war mit Scham behaftet. Wie kann es sein, dass ich soweit gekommen bin. Ich, als klar denkender, intelligenter Mensch.
    Ich habe mich vor mir selbst geschämt, mir Vorwürfe gemacht, mich für schuldig erklärt,
    mich geradezu selbst fertig gemacht. Und ich habe mich vor meiner Frau meinen Kindern geschämt.
    Deshalb habe ich gelogen, getäuscht und getrickst.
    Meine Frau hat mal gesagt, warum trinkst Du heimlich, trinke doch wenigstens offen.
    Das ist ungefähr so, als wenn ich vor jemandem "offen" in die Hose mache.
    Ich hätte es liebend gerne anders gemacht, aber ich wusste nicht wie, ich musste trinken um überhaupt noch täuschen zu können.
    Fragen über Fragen, wie, wenn ich entgifte, wenn ich in eine Reha gehe, muss ich mich ja anderen mitteilen, mich ihnen anvertrauen, und ... und... und..
    All diese Probleme haben mich lange vom richtigen Schritt abgehalten.
    Bis ich irgendwann nicht mehr konnte, meinen Tiefpunkt erreicht hatte.

    Meine Frau hat mir irgendwann klar gemacht, dass sie sich rauszieht, nicht mehr kontrolliert und ihren eigenen Weg geht. Ob das eine Trennung bedeuten würde,
    war offen. Das war die Hilfe, die sie mir geben konnte ohne sich selbst zu verlieren.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Silbersteifen,

    In meiner Reha hatte ich 5x die Woche Einzel- und Gruppengespräche.
    Gerade die Einzel waren sehr wertvoll aber auch die Gruppe mit anderem Fokus.
    Ich kam mir so vor, als ob die Psyche freigelegt wurde, fein säuberlich auf dem Tisch ausgebreitet. Und dann ging es an das Wiederzusammenfügen. Das dauerte und dauert bis heute an.
    Was dort in Gang gesetzt wurde hat mir sehr geholfen und heute kann ich selbst daran weiterarbeiten. Selbst hätte ich das nicht erreicht.
    Vorraussetzungen dafür war aber die bedingungslose Einsicht, dass ich Alkoholiker bin und fremde Hilfe brauche und dass ich dem,was dann folgte, so offen wie möglich begegnet bin.

    Es gibt hier auch Beispiele, die es nur mit dieser SHG geschafft haben, die Vorraussetzungen sind aber die gleichen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Kamill,

    Auch von mir herzlich willkommen.

    Mich würde interessieren, wie es Dir in den 1,5 Jahren Abstinenz ergangen ist? Wie hast Du es geschafft? Alleine oder mit Hilfe und welche Herausforderungen gab es für Dich dabei ? Du schreibst von einem Programm im Internet, war da sonst nichts ?

    So jetzt höre ich auf zu fragen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Warum kauft er das Zeig nicht selbst?

    Die Frage kam mir auch in den Sinn.

    Bei mir haben die wenigsten gleichzeitig mit beidem aufgehört, inklusive mir,
    nur wenige haben die Gelegenheit genutzt.

    Körper und Psyche stehen unter außergewöhnlichem Stress und ich hatte nicht den Willen
    auch noch mit dem Rauchen aufzuhören.