Beiträge von Nayouk24

    Aber es muss auch zeitnah wieder aufhören und der Kopf muss wieder hoch.

    Ja genau darum geht es.
    Meine Geschichte, die Eigenbewertung und mein am Boden-zerstört-sein hat sich mein Therapeut in der ersten Sitzung brav angehört.
    In der Zweiten hat er sehr bestimmt den Blick nach vorne gerichtet und ich hatte keine Wahl, ausser ihm zu folgen.
    Wöchentlich 4 Einzelsitzungen, geplante Dauer des Aufenthalts 4 Wochen, da galt es keine Zeit zu verlieren.

    Es ging dann darum, die Einsicht in die Sucht zu verinnerlichen und die Stabilisierung der Abstinenz auf den Weg zu bringen. Mit jedem Tag, an dem mein Selbstwertgefühl sich gesteigert hat, ist das Selbstmitleid sukzessive gewichen.

    Selbstmitleid ist noch vor der eigentlichen kompletten Entgiftung der Zustand, welcher am meisten Zeit verbrennt in den Maßnahmen.

    Ja, wie wahr, ich habe viel Zeit dadurch verloren, aber jetzt habe ich viel Zeit gewonnen.

    Viele Grüsse

    Nayouk


    Hallo wieweiter,

    Ich denke, der Vermieter kann verlangen, dass er die Wohnung in ordnungsgemässem Zustand von Dir übergeben bekommt, so wie Du sie empfangen hast. Da passt jemand, der da sitzt und bleibt, nicht ins Bild. Achte darauf, dass Du alle Schlüssel für die Wohnung zur Übergabe hast. Ich denke, Du müsstest ihn auch offiziell, am besten schriftlich mit einer Frist, den Zugang zur Wohnung untersagen. Wenn er dann trotzdem in der Wohnung ist/bleibt wäre es ja sowas wie Hausfriedensbruch ( ich bin aber kein Jurist).

    Viele Grüsse Nayouk

    In den Grundbausteinen, die Du hier nachlesen kannst ,heißt es: nur keinen Alkohol trinken reicht nicht. Du musst Dich aus den Gefahrenzonen rausziehen. Du brauchst ein alkoholfreies Umfeld. Ich habe vor 30 Jahren auch Vatertagstouren gemacht, aber ich käme heute nie auf die Idee, mich solch einem Risiko und dem Frust auszusetzen. Bei einigen Dingen, die ich heute bewusst meide, kommt natürlich das Gefühl hoch, dass ich mich absondere oder nicht mehr dazugehöre. Ja, aber es ist gewollt und ich kann mir heute Alternativen aufbauen. Ich sage mir dann manchmal: Junge, Du hast eine Krankheit, welche zum Tode führt, wenn sie nicht gestoppt wird. Es ist mein Leben, dass ich schützen will und dann ist es mir doch egal, wer was über mich denkt. Einfach nichts trinken, aber alles andere läuft weiter würde bei mir nicht funktionieren.

    Hallo monnek,

    Am Abflug Tag hatte sie sich am Flughafen in der Wartezeit richtig voll laufen lassen.

    Urlaubs An- und Abreise war immer Stress für mich, besonders bei Flugreisen. Auch am Ort musste erstmal die Versorgungssituation geklärt sein, bevor an Entspannung zu denken war. Und selbst dann war ja heimlich trinken kaum möglich.

    4 Monate oder 121 Tage ohne Alkohol.

    Selbsteinweisung in Reha-Klinik: 6. Januar 2024.
    Ziemlich gemischte Gefühle. Sorge um die nächsten Stunden, Tage ohne Alkohol, was vermögen die Ärzte? Hilfe. Ehrlichkeit.

    Schwankender Gang, mentale Erschöpfung, Müdigkeit.
    Entzug erträglich! Minuten, Stunden, Tage. Alleinsein, Selbstreflektion, Rückzug, Gedankenkarussell.
    Appetit. Bewegung.

    Einzeltherapie, anstrengend, fordernd. Hoffnung , Wirkung.
    Einzeltherapeut, 25 Jahre „trocken“, eine Herausforderung. Selbstmitleid nicht zugelassen.
    Gruppentherapie und Anderes. Gespräche. Süchtige. Alkohol, Drogen, Tabletten. Menschen. Biographien. Schicksale.

    Reflektion, Einordnung, immer wieder.

    Selbstsicherheit. Selbstbewusstsein. Öffnung, aktive Teilnahme. Neuer Alltag. Klare Gedanken, Einordnung. Fragen, viele Fragen. Respekt, was kommt?

    Die ersten 4 Wochen im Telegraphenstil zusammengefasst.

    Der 2. Monat war geprägt durch Verinnerlichen, Reflektieren, Suchen, Strukturieren,
    Zweifeln, Verwerfen, Korrigieren geprägt.
    Da bin ich heute noch, nur kann ich jetzt schon auf etwas aufbauen.

    2024 betrachtet, gibt es zwei Momente, die mein Leben entscheidend verändert haben.
    1. Den Punkt erreicht zu haben, ab dem ich physisch und psychisch nicht mehr konnte und begriffen habe, dass ich es ohne fremde Hilfe nicht(!) schaffen werde.
    2. Dieses Selbsthilfe-Forum gefunden zu haben.

    Momentan gibt es in der Entwicklung nicht viel Neues. Festigung, Stabilisierung des neu gewonnenen Lebens ist Tagesprogramm und es fühlt sich gut an.
    Durchhänger inklusive.

    Das nüchterne Leben ist schön, es ist befreiend. Es lohnt sich.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Gibt es wirklich den einen und klar zu identifizierenden Grund, um zu saufen? Bei mir jedenfalls nicht.

    Bei mir auch nicht.
    Ich wurde mit meiner Sozialisation und meiner psychischen Konstitution mit Ereignissen konfrontiert, die das Leben nun mal für den ein oder anderen von uns so mit sich bringt.
    Ich würde mich als verantwortungsbewussten aber eher konfliktscheuen Menschen beschreiben.
    Beruflich/privat hatte ich Erfolg/Glück.

    Aber: Um von A nach B zu kommen, brauchte ein vergleichbarer Kollege/Kollegin 60 Liter körperlich/mentalen Sprit. Ich brauchte für die gleiche Strecke 80 Liter Sprit um das gleiche Ergebnis zu erreichen. Auf die Dauer ist das sehr anstrengend und hinzukommt das ich mir dadurch selbst einige Probleme erzeugt habe. Also eine komplexe Gemengelage im Laufe der Zeit.
    Der Alkohol war ein Mittel, den Stress und den Druck für einige Zeit zu verdrängen. Das Mittel wurde zur Gewohnheit und auf Dauer wurde das Halten der eigenen Leistungsfähigkeit noch anstrengender und….und….und. Viele ineinandergreifende Gründe. (eine sehr verkürzte Beschreibung)

    Die Frage nach dem „Warum“.
    Gibt es ein oder mehrere Merkmale in meiner Sozialisation und meiner psychischen Konstitution, die genau diesen Weg befördert haben? Können sie meinen neuen Weg der Abstinenz wieder beeinflussen oder gar gefährden? Das ist die Warum-Frage, die ich mir stelle.

    Momentan verspüre ich keine Anhaltspunkte oder gar Zwang um diese Fragen zu beantworten. Ich lasse es momentan ruhen, bin aber achtsam diesbezüglich.
    Die eigene Auseinandersetzung mit diesem Thema und die Diskussionen und Beiträge in diesem Forum haben mich zu dieser Haltung gebracht.
    Ich empfinde es als hilfreich.

    Viele Grüße Nayouk

    Eigentlich hat Cadda alles gesagt. Ich als Frischling teile diese Einschätzung.

    Wenn es bei mir einen Trinkgrund gab, wie von Cadda aufgezählt, ist er ja nicht weg, weil ich keinen Alkohol mehr trinke. Dann möchte ich aber momentan vornehmlich wissen, mit wem oder was ich es zu tun habe. Ist dieser Trinkgrund ein Risiko für meine Abstinenz und wenn ja, was kann ich dagegen tun, zusätzlich zu dem was ich bisher schon gelernt habe? Finde ich keinen, dann ist es auch in Ordnung.

    Viele Grüsse Nayouk

    Hallo aufzuneuenUfern,


    Wow, Deine Schilderung liest sich wie ein spannendes Buch und ich habe das Gefühl, dass Du auf dem richtigen Weg bist.
    Ich selbst bin Alkoholiker und kann Dir für Deinem Weg keine Ratschläge geben. Aber eins gilt für beide Seiten. Achtsamkeit für das eigene ICH. Auf diesem Wege bin ich, nur habe ich noch ein paar Pflänzchen zu pflanzen, dort wo ich etwas zertrampelt habe.

    Viele Grüße

    Nayouk

    nämlich die situation gut überstanden zu haben und das zu können.

    Glückwunsch zur bestandenen Probe!

    Ja, die Erfahrung stärkt. Hatte ich auch schon 1x. Bei mir war es mitten in einer Trauerfeier. Der Trigger waren wohl die Emotionen. Ich hatte nicht das Bedürfnis nach Alkohol, aber das Unruhegefühl war plötzlich da. Das frühe Erkennen und sofortiges Gegensteuern hat geholfen. Jetzt weiß ich wenigstens eine Variante, wie es sich anfühlt und was mir hilft.
    Viele Grüsse Nayouk

    Oje, da bin ich ja richtig missverstanden worden. Das kommt davon, wenn man Sachverhalte verkürzt darstellt.

    Ich meine hier nicht, dass ich mich völlig sorglos und mit vollem Risiko in Situationen begeben will, in denen Alkohol eine Rolle spielt. Im Gegenteil, von diesen bleibe ich sowieso fern.
    Ich spreche von mir, wie ich soziale Events/Veranstaltungen derzeit erlebe, nämlich anstrengend. Das kann ein Vortrag sein, eine Diskussionsrunde etc. Neulich war ich auf einem Erste-Hilfe-Kurs und war danach richtig platt. Platt von was? Von ein bisschen Theorie und ein paar Übungen ? Mir hilft die Vorstellung, dass ich den nüchternen Umgang in solchen Situationen erst wieder lernen muss und das hat für mich nichts mit testen oder ausprobieren zu tun.

    Viele Grüße

    Nayouk

    was mir mittlerweile fehlt, sind soziale (neue) kontakte. darin bin ich nicht mehr wirklich gut, ich habe mir vorgenommen, dass in den nächsten monaten anzugehen.

    Das kann ich gut nachvollziehen.

    Gerade lese ich ein Buch, in dem es um das mentale Immunsystem geht, vergleichbar mit dem körperlichen Immunsystem. Bei einer Pollenallergie wird das körperliche Immunsystem durch Desensibilisierungsreize gestärkt und einer Toleranzentwicklung unterzogen. Die Empfehlung des Buches ist, genau dies mit Reizen für das mentale Immunsystem zu probieren, in dem man sich in unbekanntes oder unsicheres Terrain begibt, sprich die eigene Komfortzone verlässt und damit Absicherungsbestrebungen, wie genaue Planung und Risikoabwägung etc. in den Hintergrund stellt.
    Ich empfinde soziale Events momentan auch als anstrengend. Nach dem Bild des Buches verlasse ich meine Komfortzone, in dem ich heute nüchtern an diesen Events teilnehme. Genau das muss ich erst wieder lernen. Mit jeder Erfahrung wird das mentale Immunsystem gestärkt und ich werde wieder toleranter gegenüber den Situationen. So die Theorie. Das hört sich jetzt profan an, aber ich fand den Vergleich eingängig, da er eine Erklärung sein könnte, warum ganz "normale" Dinge plötzlich ohne Alkohol im nüchternen Zustand stressig oder anstrengend sind.
    Das eigentliche Thema des Buches ist, wie erlangt man Sicherheit und Zuversicht und fördert seine Resilienz. Es dreht sich auch nicht primär um Alkohol. Aber gerade Alkoholiker brauchen ja fast zwingend eine gute Resilienz, um eine stabile Abstinenz zu leben.

    Hallo Paul,

    herzlichen Glückwunsch zu 7 Monaten!:thumbup:
    Wenn ich nach Vorne schaue, sehe ich Dich mit 3,5 Monaten Abstand voraus. Das motiviert und liegt momentan in meiner Vorstellungskraft.
    Jahre und Jahrzehnte sind das Ziel, sind aber irgendwie noch schwer greifbar. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg als mein "Frontman":)

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo lilamond,

    Ein halbes Jahr, 6 Monate, 26 Wochen, 182 Tage usw. Toll👍 Herzlichen Glückwunsch.

    Das mit der Schokolade kenne ich auch, bin noch mitten drin, ich lass jetzt mal die letzte Riegeltüte leer werden,
    mal schaun was passiert 😏

    Viele Grüsse Nayouk

    Ich empfinde es als Gedanken über die Sucht. Erinnerungen an davor, Erinnerung an meine Reha und dass ich alkoholkrank bin, die Frage ob ich genug für die Stabilisierung der Abstinenz tue, das Empfinden von Dankbarkeit, das wachsende Verständnis über die Suchtkrankeit,…
    Es ist, als ob mich die Gedanken umkreisen, mal sind sie in einer fernen Umlaufbahn, mal sind sie ganz nah.