Hallo,
Ich nochmal.. ich möchte euch berichten was so bei mir los ist..
Also erstmal kann ich sagen dass mein Partner am Donnerstag in eine 10tägige Entgiftung geht.. gottseidank! Ich sehe es einfach mal als durchbrechen der jetzigen krankmachenden Wahnsinnsspirale. Er ist auch sehr froh darüber, denn er hat jegliche Kontrolle über seinen Konsum verloren.. Er hat nun seit wir uns kennen schon einige Therapien und Entzüge hinter sich, doch diesesmal ist es für mich anders. Bei den letzten malen war ich immer voll so großer Hoffnung, wollte ihm beistehen, ihr wißt schon, Liebe siegt über alles und so.. diesesmal sehe ich das nüchterner, klarer, und auch nicht so hoffnungsvoll. Ich sehe das quasi als kurze Atempause, denn er konsumiert vorwiegend auf der Arbeit. Alk und nun halt auch Speed. Er wird nicht nüchtern bleiben können auf lange Sicht, wenn er dort weiterarbeitet.. so traurig das auch ist..
Am Wochenende wollte er sich zusammenreißen, nun Samstag ganz früh hat er ein Bier getrunken und weitergeschlafen.. als er Mittags einkaufen war und nach Hause kam, entschuldigte er sich bei mir, er hatte am Parkplatz noch ein Bier getrunken. Das hat mich so aus der Bahn geschmissen, die Deutlichkeit dass er nicht anders kann,er wollte oder konnte nichtmal warten bis er zu Hause ist.. ich hab so zu heulen angefangen, das hat ihn ein bisschen erschreckt, oder er hatte ein schlechtes Gewissen, wollte mich beruhigen, hat sich bei mir entschuldigt.. dabei ging es mir gar nicht um das Eine! Bier!! Warum sollte mich das jetzt noch groß schocken, nach den letzten Wochen.. es war so verdammt hoffnungslos das Ganze.. ich sagte ihm auch, nichts was er jetzt sagt kann mir helfen, ich bin einfach fix und fertig.
Gestern hat er bis Nachmittag durchgehalten. Er hat 2 Bier getrunken. Ich konnte es beim ersten schon riechen. Seine Wesensveränderung war für mich sofort spürbar..
Nun sitz ich hier und weiß nicht was tun, ich habe Liebeskummer. Ich werde in 2 Monaten ausziehen, und er will mich dabei unterstützen.. Er meint es wird für uns beide gut sein wenn wir wieder für uns alleine verantwortlich sind.. ich habe mich die letzten 1,2 Jahre auch sehr verändert.. ich war (bin) depressiv, auch wenn wir schöne Dinge unternahmen spürte ich keine Freude mehr in mir. Die letzten Monate ist mein Partner mit meinem Sohn alleine losgezogen und ich blieb zu Hause, weil ich nicht konnte oder wollte. Manchmal konnten sie mich überreden mitzugehen, aber meistens blieb ich zu Hause. Auch wenn ich versuchte meinen Hobbies nachzugehen machte es mir keinen Spaß mehr. Ich war mal so kreativ! Auch Zärtlichkeiten blieben auf der Strecke. Zum Teil liegt es denke ich auch an den Medikamenten die ich nehmen muss, denn mein Körper reagierte nicht wie üblich auf Zärtlichkeiten..
Ich bin nun verletzt, mein geliebter Partner hat mich zwar lieb, aber ich denke dass die Liebe bei ihm nicht mehr so groß ist.. das tut dann nochmal weh.. nicht nur dass ich ihn wegen der scheiß Sucht verliere, sondern dass ich auch nicht mehr so liebenswürdig bin wie ich es mal war!!! Und ich komm aus dem ganzen Sumpf um mich herum nicht mehr raus!!! Mein Partner sieht verdammt gut aus, er ist groß, stark, sportlich, und hat (wenn er nüchtern ist) dabei eine so sanfte Ausstrahlung. Und ich sehe abgelebt, verhärmt aus. Mir sieht man mein Elend schon von weitem an! Ich hasse es in den Spiegel zu schauen, bin entsetzt darüber wie ich aussehe.. kein Wunder dass mein Partner mich auch nicht mehr attraktiv findet..
So sieht es aus..