Hallo ihr Lieben..
Irgendwie fühle ich mich als Verräterin, weil, ich sehe ja dass er gerade auf Talfahrt ist, und ich denke ich möchte das beste bekommen? Wenn er nüchtern und zugänglich und lieb ist will ich ihn um mich haben, und wenn nicht darf er gerne wegbleiben? Ich weiß nicht, das kommt mir falsch vor. Auch dass ich ihm in seinem Sumpf alleine lasse.
Liebe Alexa - für mich klingt das nicht so. Denk nochmal über Deinen Satz nach. Was wenn Du ihn mal probeweise umdrehst. Du sitzt zu Hause und grübelst … und er liegt in seiner Bude rum und ist betrunken …
Ja, an diesem Tag fühlte ich mich wirklich nicht gut. Aber generell hat mein Auszug so viel Gutes gebracht. Ich bin endlich wieder Herrin meines eigenen Lebens.
Wenn Dein Partner nicht für eine Partnerschaft (wie sie wünschenswert ist) zur Verfügung steht, weil er lieber trinkt, ist das aus meiner Sicht Kummer.
Ja, da hast du recht. Ganz ehrlich, so wie es grad ist, führen wir keine gesunde Beziehung. Aber ich will ihn nicht gehen lassen. Ich will keinen endgültigen Schlussstrich ziehen. Und ich frage mich warum nicht? Ich liebe ihn, doch vielleicht bin ich nur feige. Ich weiß wenn es wieder ganz arg wird bei ihm wird er wieder entziehen, aber was wird bis dahin passieren? Und traue ich ihm zu ein nüchternes Leben über Jahre zu führen? Leider nein.
Aber am wichtigsten: du kannst ihn nicht retten! Wenn du dort wärst würde sich die Bergabfahrt vielleicht um ein paar Wochen verlängern, aber du hast keine Möglichkeit zu bremsen. Diese Macht hast du leider nicht.
Ihm geht's dadurch nicht besser, er kann nur eher das Mäntelchen der Normalität beibehalten.
Oh man Jump, du hast ja so recht. Ich konnte ihn noch nie retten, obwohl ich alles! Dafür getan habe.
was machst du, wenn er dann vor deiner Tür steht?
Er wird nicht vor meiner Tür stehen. Es ist nur so dass er vor Jahren seine Heimat und seinen Job aufgegeben hat und zu mir zog. Wir dachten damals es wäre gut wenn er aus seinem alten "vergifteten" Umfeld raus kommt und nochmal neu anfängt. Hat ja nicht so gut geklappt. Er ist sehr gut in meine Familie, in meinen Freundeskreis eingebunden. Für sich konnte er keine stabilen Freundschaften hier aufbauen. Konsumfreunde, Arbeitskollegen, ja. Ich bin die die ihn so gut kennt wie niemand sonst auf der Welt. Ich kenne seine Ängste und Nöte. Und ich sehe die vielen wunderschönen Eigenschaften von ihm.
Ich glaub ich kann das gut nachfühlen. Wir hatten ja auch den Plan in beziehung zu bleiben, und ich hatte das gefühl wir nehmen das beide als echte chance.
Und dieser Traum ist schnell zerplatzt.
Ja es ist so. Ich denke so für mich, könnte ich Jahre auf ihn warten? Würde ich das tun? Sollte ich das tun? Ich hatte schonmal eine on, off Beziehung mit jahrelangem hin und her. Im Nachhinein betrachtet war dieser Mann ein Arsch und hat mir nie gut getan. Ich konnte mich viele Jahre nicht lösen. Mein großer Sohn hasst diesen Typen, aus gutem Grund.
Und jetzt? Mein jetziger Partner ist ein wundervoller Mensch. Suchtdynamik hin oder her. Wie kann ich so jemanden aufgeben?
Das ist doch nicht was wirklich ist, oder?
... Dir geht es gut. Ihm geht es schlecht und Du kannst dich da einfach rausnehmen...
Ja stimmt, so einfach ist es nicht.. aber wenn er so ist wie heute, mit niedrigem Level, dann ist da sofort wieder Vertrautheit, Respekt, er akzeptiert meine Grenzen, und hat für mich nur das Beste im Sinn. Natürlich ist alles anders wenn er richtig in Fahrt ist mit dem Konsum.
Er will, er muss trinken, er ist abhängig. Und nur er alleine kann daran was ändern. Es gibt sehr, sehr viele Hilfeanlaufstellen für Alkoholiker. Er kann sich auf den Weg machen, wenn er dann wollte. Er ist volljährig, erwachsen und kann laufen...
Ja, das weiß er. Nur jetzt ist wieder mal das Kind in den Brunnen gefallen. Jetzt ist es wieder soweit dass der tägliche Konsum notwendig scheint. Bis er wieder auf die Station geht (die wirklich wahnsinnig tolle Arbeit leistet). Ich weiß nicht wieviele Runden er noch drehen muss.
Also mach Stoppschilder in deinen Kopf, damit diese Gedanken um ihn mal stehenbleiben.
Das muss ich echt noch lernen. Ich neige dazu alles in meinem Hirn zu zerkauen und zu zerdenken und vergesse dabei zu leben.
Was ich dir mitgeben kann, ist, tu was, bewege dich, verharre nicht in dem, was du oben geschrieben hast. Du kannst das.
Liebe Wacholderfrau, oh ja, das! ist meine Baustelle. Ich muss ins tun kommen. Seit meinem Auszug hat sich das sooo gebessert. Ja, ich war am Wochenende eine trübe Tasse, aber das ist nix im Vergleich dazu wie es mir noch ging als ich mit meinem Partner noch zusammengelebt habe. Da fühlte ich mich nicht wie eine trübe Tasse sondern eher wie ein nasser Fetzen der in der Ecke gammelt. ![]()
Ich muss diese Dinge noch lernen. Dass man sich eben nicht in seinen Gefühlen vergeht, dass man nicht in seinen trübsinnigen, traurigen, schaurigen Gedanken verharrt. Das sind keinefestgeschriebenen Gesetze. Da habe ich mental echt noch großen Aufholbedarf. Und dass ich mich gut fühlen darf! Auch wenn nicht alles perfekt läuft..
Ach ja, das mit dem häßlich....das ist ein altes Ding (oder?!), das kannste in die Tonne treten...
Ich hab den Satz nicht schlimm gefunden, ich wünschte ich könnte ihn in die Tonne treten.. geht nur leider nicht.. Diese häßlichen Gedanken habe ich erst seit ein paar Jahren. Das geht soweit dass ich mein einstiges Hobby nicht mehr mache, weil ich mich nicht zeigen will. Oder wenn mich jemand in den Öffis anschaut denke ich, der denkt bestimmt grad wie häßlich ich bin. Ich glaube seit 2 Jahren ist es so schlimm. Ich hasse es in den Spiegel zu sehen. Ich tu mir da echt schwer mit Selbstakzeptanz. Ich denke mir oft, ja dir geht's scheiße, und toll-genauso scheiße siehst du auch aus. Wenn ich das mal so sagen darf.
Jump! Ich finde DICH wunderschön ![]()
Generell, am Sonntag als ihr mir alle geschrieben habt, ich fühlte mich von euch behütet und umsorgt. So viel Wärme, danke dafür![]()