Beiträge von Alexa

    Hallo liebe Alle,

    heute geht es mir leider nicht so gut.. das fing gestern schon an dass ich den ganzen Tag verpennt habe, mit kurzen Pausen. War auch okay für mich, aber heute ist irgendwie der Wurm drinnen.

    Ich muss euch das hier schreiben um mich zu sortieren. Mein Partner und ich sind ja noch in Beziehung. Nur wie ich selber merke findet die gar nicht statt. Er trinkt nun wieder täglich und wir / ich habe ausgemacht dass ich ihn nicht betrunken erleben will oder Zeit mit ihm verbringen will. Jetzt telefonieren wir täglich, und das ist eigentlich fast immer schlimm für mich. Ich mache seinen Zustand sofort aus, und je nach Grad des Rausches fühlt es sich einfach sinnlos an mit ihm zu reden.

    Ich fühle mich ein bisschen wie eine Verräterrin, oder dass ich ihn ausnutze. Er hatte eine Vision davon dass wir wieder selbstbestimmt leben wenn jeder seine Wohnung hat, mir geht es gut. Ihm geht es gar nicht gut, seit ich ausgezogen bin fällt er immer tiefer. Ich möchte auch die Bindung zu ihm nicht loslassen, und das ist vielleicht egoistisch? Ich brauche so keinen Liebeskummer haben, weil wir sind ja noch zusammen. Ihm geht es schlecht und ich kann mich rausnehmen?

    Eigentlich wollten wir heute den Tag zusammen verbringen, aber er war Vormittags schon bedient, und ich möchte nicht dass er so Auto fährt. Und ich will auch so keine Zeit mit ihm verbringen.

    Jetzt sitze ich schon seit Stunden hier und weiß nichts mit mir anzufangen. Mein Sohn kommt mich später besuchen, ich freu mich auch wirklich ihn zu sehen, aber ich bin grad eine trübe Tasse, und warte darauf dass die Zeit vergeht.

    Morgen fängt mein Partner wieder zu arbeiten an. Oh man.. das schafft er nicht, und wenn er das nicht schafft kann er die Wohnung nicht halten.

    Ich fühl mich grade angegriffen und sehr alleine.. und häßlich.. das habe ich leider seit ein paar Jahren, und wenn ich mich so fühle möchte ich mich nicht mit der Außenwelt konfrontieren..

    Eure trübe Tasse,

    Alexa

    Hey Gedankenkarussel,

    Ich glaube das lag daran dass mir meine Gefühle immer abgesprochen hat - mir eingeredet hat dass sie falsch sind ... Das ich einfach zu unentspannt, hysterisch bin... Und so weiter...

    das war bei mir auch so.. jeder Rückfall, Vorfall, was auch immer wurde bagatellisiert. Ich bekam jedesmal große Angst, ich sah schon vor meinem inneren Auge wo die Reise hingeht. Für ihn war das niemals so schlimm wie für mich. Scheinbar.

    Wenn man so oft verletzt, belogen, hintergangen wird, wenn man ständig gespiegelt bekommt dass ja alles gar nicht "sooo" schlimm ist, dann macht das was mit einem. Ich bin total verunsichert gewesen.

    Ich bin ja nun ausgezogen, und siehe da, ich kann auch anders. Diese Zeit des Abstands tut mir so gut! Ich lande wieder bei mir, ich spüre wieder Kraft.

    Ich finde es auch toll dass du die Wohnung bekommen hast. Du wirst sehen wieviel Last von deinen Schultern fällt.

    lg Alexa

    Guten Morgen ihr Lieben,

    ich meinte das nicht als Liste, die du ihm vorhalten solltest.

    hey Panama, ich hab mir wirklich vorgestellt mich hinzusetzen und alles mögliche aufzuschreiben :wink:

    Ich möchte euch wissen lassen wie es mir so geht. Ich bin jetzt seit ein paar Wochen fix bei mir, und ich finde es so schön..

    Irgendwie habe ich es geschafft mir mein kleines Reich zu schaffen. Alles hat seinen Platz und viele Dinge habe ich mir ausgesucht die so schön zu mir passen. Ich fühle mich so wohl wie schon lange, lange nicht mehr. Ich seh mir auch Videos an über minimalistisch Leben oder über Putzroutinen. ^^

    Ich habe mir meinen eigenen Thread durchgelesen, und ich bin so berührt über die Hoffnungslosigkeit, über meine Schwäche, ich fühlte mich unfähig irgendetwas zu tun. Das ist jetzt ganz anders. Sogar meine Essensituation habe ich im Griff, obwohl ich noch immer keine Küche hab, aber auch das bekomme ich hin. Was habe ich mir Sorgen gemacht!

    Leider geht es meinem Partner nicht gut.. Er konsumiert für Tage, dann versucht er ein paar Tage nüchtern zu sein. Aber die Spirale dreht sich unaufhörlich weiter.. es wird wieder auf täglichen Konsum hinauslaufen. Vielleicht verliert er seinen Job, kann die Wohnung nicht mehr halten. Es macht mich traurig. Ich fühle mich machtlos, kann ihm nicht helfen.

    Doch gerade deshalb bin ich so froh meine eigene Wohnung zu haben. Ich! Muss das alles nicht mehr aushalten. Wie es mit uns als Paar weitergeht kann ich echt nicht sagen.

    Alles Liebe, Alexa

    Hallo Gedankenkarusell,

    aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen dass du dich nicht daran festhalten solltest dass er gerade "etwas" tut. Es kann sehr gut sein dass er dir etwas beweisen will.

    Sehe das für dich als Chance wieder Kraft zu tanken und bleib bei deinem Entschluss. Versuche Dich abzulenken, ich denke du weißt um genug Möglichkeiten.

    Ich und viele, viele andere hier kennen diese auf und abs, ich hatte auch immer sehr große Hoffnungen dass er es endlich schafft vom Alk loszukommen. Das hat sich leider jedoch immer in Rauch aufgelöst..

    Machs gut,

    lg Alexa

    Hallo yuna ,

    mir blutete das Herz als ich deine Geschichte gelesen habe.

    Du hast geschrieben du legst deine Hand dafür ins Feuer dass er dich nicht schlägt. Das sehe ich als aussenstehende ganz anders! Du befindest dich nun schon lange in einer hochtoxischen und gefährlichen Beziehung.

    Er verbietet dir dich deiner Mutter anzuvertrauen, er schmeißt dich raus ?,er bestraft dich weil du nicht sofort abhebst, er ist dir gegenüber verbal hoch aggressiv. Nimmt nullkommanull null Rücksicht auf dich, euer Baby und euer Kleinkind.

    Und du hast ein schlechtes Gewissen weil du ihn verlassen willst?

    Wie soll es weitergehen? Neue Wohnung neues Glück?

    Ich habe wirklich die Befürchtung dass du dich nicht löst.. egal wie schlimm es noch werden wird.

    Ich kann dir auch einfach nur raten zu rennen, oder zu gehen, wenn es nicht anders geht zu kriechen.. auch wenn dir dein "Gewissen" hundertmal einreden will bei ihm zu bleiben, dann bleib hart zu dir und sag 1000 mal nein.

    Vielleicht der Kinder wegen, vielleicht für dich selber, finde einen! Grund zu gehen und geh!

    Liebe yuna , ich meine das nicht böse, mir geht es wie Mariexy , ich möchte dich drücken und schütteln gleichzeitig. Oder dich einpacken und losfahren, oke ich bin aus Ö, daher würde das eh nicht gehen, und dann denk ich mir, wer weiß ob es was bringen würde, du würdest vielleicht trotzdem zurückgehen?! Ich bin normalerweise nicht so direkt, aber willst du darauf warten dass er dir oder den Kindern was antut?

    Du brauchst dich wirklich nicht zu hassen, habe Sanftmut und Mitleid mit dir und deinen Kindern, und dann geh!

    Lass die Löwenmama in dir raus

    lg Alexa

    Hi Tereasa! Das freut mich voll für dich! Mir geht es ähnlich, ich dachte auch dass alleine sein wird sooo schwer, dabei bemerke ich wie sehr es mir guttut mich um mich zu kümmern. Mein Partner trinkt und konsumiert, und da sehen wir uns nicht. Es tut mir für ihn sehr sehr leid, aber ich fühle mich endlich! auch wieder bei mir und frei..

    Ich kann mir schon vorstellen dass du wegen eurem Sohn Kopfkino hast, ich versuche mich auch grad daran zu halten dass ich mir erst Sorgen um Dinge mache wenn sie wirklich eintreffen, weil vorher irgendwas einzuschätzen ist grade mit nassen Alkoholikern nahezu unmöglich.

    Ich bin so unheimlich froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe.

    Du kannst wirklich stolz auf dich sein, und anderen Müttern ein Vorbild.

    LG Alexa

    Hi du, da haben sich wohl unsere Beiträge überschritten..

    Mein Mann verreckt vor meinen Augen.

    Ja, wir sind machtlos. Wir gingen durch die Hölle neben Ihnen. Ich glaube für meinen Partner war mein Einsatz und Gerede nur ein Hintergrundrauschen. Du kannst ihn auf diesen Weg nicht mehr begleiten..

    Drück dich ganz fest <3

    Liebe Jump!,

    es tut mir sehr leid für euch beide. Ich kann mir denken dass an dem Entzug viele Hoffnungen hingen, und ich konnte immer zur Ruhe finden wenn er auf der Station war weil ich wußte er ist da gut aufgehoben.

    Oke der Hass ist vielleicht auch keine tolle Emotion, aber ich wünschte mir für mich ich könnte endlich mal richtig wütend werden. Vor ein paar Tagen gab es einen richtig schweren Vertrauensbruch, ich war gerade nur eine halbe Minute wütend, dann saß ich da und habe ihn geistig verteidigt. So wie, ja er war nicht nüchtern als er das tat..usw.. Im Enddefekt war ich auf mich sauer weil ich nicht wütend war. Ich hab noch überlegt ob ich ihm eine Szene machen soll und dann beschlossen dass ich eh nicht die Kraft und den Willen dafür habe. Vor ein paar Jahren hätte ich ihm die Hölle heiß gemacht, wir hätten gestritten und geredet, ich hätte geweint, und wir hätten irgendwann innig wieder zueinander gefunden. Jetzt ist da gar nix, wow er bekommt kein Begrüßungsbussi und kein Gutenachtbussi.. aber wir reden nicht darüber.. es ist einfach traurig..

    Wie geht es dir Jump! ? Bis zu deinem Auszug ist ja noch etwas Zeit. Du hast geschrieben dass dein Mann dich gehen läßt und ich wollte fragen ob ein Auszug gleich eine Trennung bei euch bedeutet?

    lg Alexa

    Hallo alle,

    Aus gegebenen Anlass weil das hier gerade Thema ist.Hartmut hat mich mit seinem Post glaube ich ein bisschen angeschubst.

    Eigentlich will ich zuerst Hartmuts Zitat haben und dann das von Panama, aber ich krieg das am Handy nicht hin. Ich hoffe es wird trotzdem klar um was es mir geht.

    Macht euch eine Liste mit den schlimmsten Ausfällen und Ereignissen. Und die ruft ihr immer wieder auf, wenn der Gedanke kommt "och so schlimm war es doch gar nicht" oder "vielleicht kann ich das doch aushalten". Mir hat das sehr geholfen!!

    Jedoch, wenn jemand sich die Zeit und Mühe macht mir zu antworten ist es mir erstmal egal, ob es sofort hilfreich ist oder ich es in die Tonne hauen kann. Da bin ich dankbar. Wir sind eine Selbsthilfegruppe, in der jeder das für sich nutzt, was er braucht.

    Panama ich wollte über deine Nachricht nicht so drüber gehen, nur bin ich glaub ich nicht so der Typ für Listen. Es gibt ein paar Ereignisse die mich sehr getroffen, unglücklich oder verzweifeln ließen, und die tauchen auch ab und an auf bei mir. Aber so eine direkte Liste? Ich weiß nicht. Da gäbe es auf der Seite meines Partners mir gegenüber auch eine ellenlange Liste die er erstellen könnte, mit meinen ganzen Verfehlungen. Und das ist gerade auch eine Seite an ihm die ich immer sehr sehr wohltuend empfinde/empfand, egal was ich falsch mache oder verbockt habe, er urteilt nie über mich. Er ist da sehr sehr verständig und nie böse.

    Und ich tue mir glaub ich gerade ein bisschen leichter, weil ich sitze grade in meiner neuen Wohnung, natürlich hat es sich mein Partner nicht nehmen lassen seine Freiheit zu begießen. Würde mich sowas von fertig machen wenn ich bei ihm wäre, aber so hab ich einfach Abstand. Und das tut mir so gut!

    Also ja, vielleicht kann man nicht mit allem sofort etwas anfangen, aber bei mir ist es so dass ich gerade auch die langsamere Kommunikation hier echt toll finde, weil manchmal dauert es einfach bis sich in einem was bewegt..

    Also auch danke dir Panama, dass du dir Gedanken gemacht und geschrieben hast!

    lg Alexa

    Ich wollte nur kurz meinen Gedanken zur mir als Führungsperson nochmal hier lassen.. ich glaub ich hab mich da falsch ausgedrückt.. ich hab grad an diese Zeiten gedacht und musste ein bisschen schmunzeln..

    Also ja, ich hatte meinen Verantwortungsbereich, 2,3 Kollegen denen ich die Arbeit eingeteilt und zugeteilt habe, war bei den wöchentlichen Besprechungen dabei, aber falls man sich vorstellt dass ich in schickem Büro mit Glitzernägeln saß, der irrt gewaltig :lol:

    Ich habe in einem Produktionsbetrieb gearbeitet, mein Büro war ein Container. Meine Arbeitsklamotten waren Jeans und Tshirt, wenn ich ganz verrückt war dann mal eine Latzhose.. und ich hatte immer schmutzige Hände. Da konnte ich machen was ich will.. ich habe so oft die Hände gewaschen dass sie schon offen waren, sauber waren sie deshalb aber nicht.. und irgendwann hab ich dann bewußt angefangen mir die Nägel in den knallendsten Farben zu lackieren.. weil dann sieht man den Dreck wenigstens nicht..

    Ich weiß noch damals dass das unter den Arbeitern anfangs etwas befremdlich wirkte dass ich da mit knallblauen Nägeln in der Halle stand.. hihi.. auch eine Art der Emazipation 8)

    Ich wollte dass jetzt hier lassen, wie gesagt "Führungsposition" war etwas zu hoch gegriffen.. ich war Abteilungsleiterin.

    Und dann wollte ich noch von meinem geliebten Wollknäuel erzählen. Da sich ihre Anfälle nicht häuften und auch in der Länge eher kurz blieben geht die Ärztin nicht mehr von einem Tumor aus, sondern doch von Epilepsie.. Die Ärztin meinte noch zu meiner Hündin: "ja, dabei haben deine Herrlis gedanklich schon eine Urne bestellt", war auch so, ich dachte sie würde bald sterben. Meine Hündin hatte das letzte Monat nur einen Anfall für ca. 1 Minute. Die Medikamente helfen also! Und ich denke sie wird mich noch ein paar Jährchen begleitet, sie ist ja schon 9 Jahre. Aber anscheinend hat man ihr nicht gesagt dass sie alt und krank ist, denn sie hüpft und spielt wie ein junger Hund :)

    Ich weiß das hat jetzt mit Co nicht viel zu tun, aber ich wollte das auch hier lassen.. nächstes mal geht's sicher wieder ans eingemachte, und da brauch ich mir nix vormachen, die Sorgen kommen eh von selbst

    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

    Liebe RH,

    Ich wünschte mir für dich dass du bald durch bist mit den ganzen Belastungen. Mir kamen beim Lesen ein paar Gedanken.

    Ich bekomme Briefe, Zahlungsaufforderungen, alles mit fristen natürlich

    Ich leih mir Geld um die dringendsten Sachen zu zahlen und bekomme den nächsten Brief.

    Mir ging es mal ähnlich. Ich wollte alles pflichtbewußt zahlen, doch dafür hatte ich Mitte des Monats kein Geld mehr und der Kühlschrank war leer. Eine zeitlang habe ich dann die Briefe gar nicht mehr geöffnet weil ich wußte ich kann nicht bezahlen. Ich hatte dann damals das große Glück an eine sehr starke, kompetente Sozialarbeiterin zu geraten. Und sie meinte zu mir klipp und klar: zuerst müssen Sie wohnen und essen, alles andere kommt später.

    Wie gesagt, ich hatte großes Glück damals, sie ging mit mir alle! Rechnungen, Forderungen durch. Vieles konnten wir für Monate zinsfrei stunden, ich hab Miniraten beantragt. Mittlerweile bin ich schuldenfrei. Vielleicht gibt es bei euch in D auch Anlaufstellen dafür? Man sieht sich ja selbst kaum noch durch..

    Die Versicherung schreibt: mir war bekannt das er nicht fahrtüchtig ist oder hätte mir bekannt sein müssen. Deswegen hafte ich dafür, und soll mehrere tausend Euro zahlen.

    Oke, sowas hab ich ja noch nie gehört.. ich weiß dass man für seine Kinder haftet wenn sie minderjährig sind, aber für den Mann?! Ist das echt so? Ich würde erstmal gar nix zahlen und mich ganz schnell informieren..

    Du scheinst derzeit echt in einem Strudel zu sitzen, ich hoffe du kommst da bald raus!

    Und wenn ich mir die Gegenden und Wohnungen ansehe, in denen diese wenigen Wohnungen angeboten werden, könnte ich nur weinen.

    Vielleicht kommt doch noch zufällig eine Wohnung die nicht ganz so schlimm ist, in einer nicht ganz so schlimmen Gegend.. ich drück dich mal ganz fest

    Der Verlust deiner Freundin tut mir sehr leid..

    Alles Liebe

    Liebe Jump!,

    Pass' du gut auf dich auf und auf deine Grenzen! Wenn ich lese wie innerlich zerwühlt du dich gestern gefühlt hast, dann denke ich du hättest vielleicht lieber abschalten sollen.

    Es ging mir da eh schon besser, manchmal komme ich mit Antworten nicht klar, ich hab das Gefühl es wird mit Standartfloskeln um sich geworfen ohne sich mit dem Thema oder der dem Betroffenen auseinanderzusetzen..

    Ich wollte schon öfter Forumpausen machen, aber manchmal hab ich das Handy schneller in der Hand als ich gucken kann.. :shock:

    lg Alexa

    Hallo,

    Ich wollte meine Gedanken hier lassen..

    Bist du selbst Alkoholiker oder waren die Therapien für etwas anderes?

    Ich war 14 Jahre schwer körperlich opiatabhängig, ich weiß wie es ist eine Sucht zu bekämpfen. Und ja, für mich war es ein Kampf. Ich habe diesen Kampf klar, nüchtern und mit aller Härte geführt. Egal ob körperliche Entzugssymptome, Craving, emotionale Achterbahnfahrten, ich war sehr bei mir, mir immer der Konsequenzen eines Rückfalles bewußt. Auch ich hatte eine große Anfangseuphorie, doch ich musste lernen mit so vielen Situationen neu umzugehen, ich wußte gar nicht mehr wer oder wie ich bin, mich haben meine Reaktionen oft selbst überrascht.

    Hat man da nicht schon signalisiert, dass sich zwei ertrinkende nicht retten können und jeder seinen eigenen Weg gehen muss?

    Das war wirklich merkwürdig.. denn nein, alle haben sich mit uns gefreut. Wir waren ja vernünftige Leutchen, waren uns der Schwere unseres Problemes bewußt, waren in den Therapien sehr offen und reflektiert. Ich glaube auf der Station passiert so was öfter, denn wenn man den Entzug hinter sich hat, nachdem man Jahre betäubt war, dann können sich Emotionen entfalten. Bei mir war es so, endlich, endlich frei.


    Vor genau 5 Jahren und 2 Tagen wurde ich aus der Drogentherapie entlassen :) ich hatte damals große Angst wieder nach Hause zurückzukehren. Zu versagen, und warum sollte gerade ich zu den 5% gehören die es schaffen? Ich zeichnete mich aus meiner Sicht mit keinster besonderen Eigenschaft aus.. Doch anscheinend bildete sich in mir doch etwas aus, ich wurde was das Thema Drogen angeht hart wie Granit. Ich sagte gefühlt zu mir, 1000 mal nein.

    Ihn hattest du in Therapie kennengelernt.

    Ja, auch konsumierte er neben mir. Das Teufelszeug lag oft einfach herum. Ich sagte wieder 100 mal nein. Sehr, sehr gefährlich, und aus heutiger Sicht frage ich mich, warum bist du geblieben? Warum war mein Selbsterhaltungstrieb nicht stärker als die Liebe zu ihm? Es ist für mich gut ausgegangen, ob das Glück war, Schicksal, oder ich beschützt wurde, das kann ich nicht sagen.. Das Wort nein wurde mein Mantra..

    Nun etwas anderes, ich habe heute zum ersten Mal in meiner neuen Wohnung geschlafen.. zwar nur zur Probe, da ich noch immer keine Küche hab, aber immerhin. Es war sehr aufregend und schön.. Meine Hündin immer bei mir, wir haben zusammengehalten. Auch für sie ist alles neu, hier ist auf einmal so viel los.. sie hat das echt gut gemacht. Leider hat mein Partner so reagiert wie ich es schon befürchtet habe. Er hat meine Abwesenheit sofort für einen Umtrunk genützt.

    Ich weiß das ist voll Co und ungesund, aber ich bin nunmal eine Instanz für ihn. Durch mich hat er im aussen einen Kompass, ich kontrolliere, konfrontiere, und gebe ihm Rückmeldung. So leicht konnte er neben mir nicht in den Rausch abtauchen. Wenn ich nun weg bin fällt diese Kontrollinstanz weg, und er läßt sich treiben. Ich weiß er ist auch neben mir dem Rausch verfallen, aber so..

    Wie gesagt, er ist kein schlechter Mensch, er hat heute schon in der Früh angerufen um mich zu fragen wie es mir geht und wie die Nacht war.. vielleicht wird er sich nun doch bewußt was er verliert wenn ich mich löse, vielleicht aber auch nicht. Wir wollen ja "irgendwie" zusammenbleiben, doch ich hab keine Ahnung wie sich das gestalten soll. Mich beschleicht nur ein Gefühl dass mit dem Auszug noch lange, lange keine Lösung stattfindet. Ich bin ratlos..

    lg Alexa

    Mir kommt die Frage ob es ein Weg sein könnte sich zu verbinden. Mit sich selbst. Also daran zu arbeiten sich mehr und mehr mit sich selbst zu verbinden. Vielleicht fällt dann das Lösen leichter?

    das versuche ich wirklich, gerade heute war es unter Tags so schwer, ich finde viel Unsicherheit in mir, und Ängste, Zukunftsängste, auch gerade heute wieder die Angst "verrückt" zu werden, also psychotisch.. Sicher, es gibt auch gute oder bessere Tage, aber heute war es sehr schwer bei mir zu bleiben. Ich habe dann Dinge angewendet die man gelernt hat, habe mich abgelenkt, war viel mit dem Hund draußen.. aber ja, bei mir zu sein oder besser gesagt bei mir anzukommen, das wünsche ich mir sehr